Sonntag, 13. Oktober 2019

Gemüsemarkt in Südchina

Mein heutiges Foto der Woche habe ich Anfang 2006 im Süden Chinas geschossen. Ich schätze, es war in Guangzhou, der Hauptstadt der Provinz Guangdong. Ich kenne die Stadt am Perlflussdelta seit 1990 und mag sie sehr gerne. Im Winter ist es eher feuchtkalt, aber heutzutage gibt es genügend Gebäude, in denen man sich beim Erkunden der Stadt zwischendurch aufwärmen kann.

Stadt und Region wurden bei uns früher auch als Kanton bezeichnet, und die kantonesische Küche ist eine der bekanntesten chinesischen Regionalküchen. Vielseitig, nicht so scharf, viel Gemüse und Meeresgetier. In China gibt es das Gerücht, dass die Kantonesen alles essen, was vier Beine hat, außer Tisch und Stühle. Das Vorurteil stammt aus der Zeit, als man dort sehr arm war und gegessen hat, was man fand, einschl. Katzen, Hunden und Schlangen.

Gemüsemarkt in Südchina

Früher waren die Märkte kleiner und nicht so reich an verschiedenen Gemüsesorten, dabei liefert das Klima gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Auf diesem Foto sieht man die Gemüseabteilung in einem der großen Lebensmittelmärkte. Oft gibt es neben solchen Märkten auch einfache Restaurants, die mit frischen Zutaten aus den Märkten kochen.

Sonst ist die Region um Guangzhou als Fabrik der Welt bekannt und ich habe dort schon einige Fabriken besucht; es gibt Industrie ohne Ende. Guangzhou ist die größte Stadt im Perlflussdelta und die Region ist eine der größten zusammenhängenden Stadtlandschaften (Megalopolen) weltweit. Hongkong, Shenzhen und ein paar weitere Städte gehören dazu; die Megalopole hat über 60 Millionen Einwohner.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau 1991

Beim Durchschauen meiner alten Dias fiel mir eins in die Hände, das ich so typisch für Moska fand. Ich war im April 1991 dort und hatte das Glück, dass mich Freunde durch die Stadt führten. Dieses Tor erinnerte mich entfernt an das Brandenburger Tor; wenn man näher kommt, wirkt es dann doch ganz anders.

Statt der Pferde wird es von zwei sozialistischen Vorzeigemenschen gekrönt. Ein Traktorfahrer und ein Kolchosemädchen werden dargestellt. Es stellt den Haupteingang des Ausstellungsgeländes der Errungenschaften der Volkswirtschaft dar. Ich habe es im April 1991 fotografiert, damals war das die Leistungsschau der UdSSR.

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau April 1991

Im Hintergrund erkennt man den zentralen Pavillon der Ausstellung, der für mich diese typische Architektur aufweist. Davor stand damals eine Lenin-Statue.

Sonntag, 29. September 2019

Familienurlaub in der Ferienwohnung im Tessin

Heute geht's mit dem Foto der Woche noch weiter zurück in die Vergangenheit, ins Jahr 1972. Damals hat man viel schwarzweiß fotografiert und die Fotos vom eigentlich wunderschönen Lago Maggiore mit seinen Palmen und den Farben wirken auf solch kleinen Fotos heutzutage einfach nicht mehr.

Da ist es schön, wenn sich im elterlichen Fotoalbum neben inzwischen unbrauchbaren Landschaftsaufnahmen auch Fotos finden, die Menschen zeigen. So wie hier - das vorne im coolen weißen Ensemble mit der schwarzen Sonnenbrille, das bin ich!

Villa Anna Maria - Ranzo, Tessin 1972

Die Villa Anna Maria war damals ein Haus im Tessin, nicht weit von der italienischen Grenze entfernt, mit mehreren Ferienwohnungen, nicht weit vom See entfernt. Ferienwohnungen waren damals bei Familien mit kleinen Kindern beliebt.

Ich erinnere mich gerne an Urlaube im Tessin: Das Licht dort ist ein Traum, die Berge und der See faszinieren mich auch heute noch.

Sonntag, 22. September 2019

Oslo 1988

Da ich gerade in Oslo bin, gibt's ergänzend zu den Fotos, die ich live oder fast live auf Instagram teile, als Foto der Woche auch noch eins aus dem Archiv. Ich war mehrmals in Oslo, dieses Foto stammt vom September 1988. Rechts kann man noch ein wenig das Rathaus erkennen, das so typisch für die Stadt ist.

Oslo - Blick auf den Hafen vor dem Rathaus 1988

Oslo liegt ja am Wasser; der Oslofjord ist mit ca. 118 Kilometer Länge einer der längsten Fjorde Norwegens. Am Ende ist die Hauptstadt des Landes. Daher ist es auch schön, die Stadt mit dem Schiff zu erreichen oder von dort weg zu fahren.

Das Foto stammt von der Anhöhe, auf der sich auch die Festung Akershus (norwegisch Akershus festning) befindet. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

Sonntag, 15. September 2019

Nochmal Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung (Transsib 1991)

Da ich auf mein zugegeben echt mies eingescanntes Dia als Foto der letzten Woche so viele Mails bekommen habe, mache ich gerade weiter mit zwei weiteren Fotos von jenem Tag - irgendwann im Frühjahr 1991 an der chinesisch-sowjetischen Grenze.

Ich erinnere mich noch gut, dass es in China bereits Frühling war, bzw. in der Region um Peking und Tianjin blühte und grünte es. Je weiter ich mit dem Zug in Richtung Norden fuhr, desto winterlicher wurde es wieder. In der Mandschurei war es kalt, an der Grenze zwischen der Inneren Mongolei (die Grenzstation der VR China nannte man damals Manzhouli, jetzt Manjur) und der UdSSR war es auch winterlich kalt, wie man an der Kleidung des Eisenbahnbeamten sieht. So blieb es dann auch... Ich hatte erst überlegt, von Moskau aus einen kurzen Ausflug nach Leningrad (so hieß St. Petersburg damals) zu machen, allerdings gab's dort Neuschnee, so blieb ich in Moskau. Den Frühling habe ich erst wieder gesehen, als ich durch die Ukraine fuhr. Da blühten die Felder, dass es eine Pracht war!

Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung eines Waggons Transsibirischen Eisenbahn 1991

Nach ein paar Tagen in Moskau bin ich nämlich mit der Bahn weiter nach Prag. Die Fahrt durch das westliche Russland und die Ukraine war echt ein Traum. Auch der Blick vom Bahnhof in Kiew auf die Stadt werde ich nie vergessen. Leider fuhr ich durch (ich hatte ja nur ein Transitvisum) und hatte keine Zeit, mir die Stadt anzuschauen. In Lwiw (Lemberg, Lviv, Lvov, Lwow) wurde der Zug geteilt; ein Teil fuhr nach Budapest und weiter nach Rumänien. Ich fuhr mit dem restlichen Zug durch die damalige Tschechoslowakei weiter nach Prag. Eine andere Alternative wäre die Fahrt von Moskau über Minsk nach Berlin gewesen. Aber Prag lag näher an meinem damaligen Wohnort Nürnberg, oder war einfach interessaner als das Berlin des Jahres 1991. Also bin ich lieber nach Prag.

Sonntag, 8. September 2019

Umspuren eines Eisenbahnwaggons

Mein heutiges Foto der Woche ist ein eingescanntes Dia, das die Umspurung eines Waggons zeigt. Die Eisenbahnnetze dieser Welt haben unterschiedliche Spurweiten und wenn ein Zug von einem System ins nächste fährt, ist eine sog. Umspurung nötig. Das ist gar nicht so selten und dauert. Manchmal macht es daher auch Sinn, an einem Bahnhof den Zug zu wechseln. Die Eisenbahn in Russland (und der gesamten früheren UdSSR) ist nach sog. russischen Normalien gebaut und hat eine Spurweite von 1520 mm, ist also eine sog. Breitspur. Ich denke, mein Foto habe ich am Grenzbahnhof der transmandschurischen Eisenbahn geschossen, in Sabaikalsk. Ganz sicher bin ich mir nicht; früher hatten die Dias ja keinen Geotag.

Sabaikalsk entstand 1897 durch den Bau der Chinesischen Osteisenbahn, die Teil der ursprünglichen Strecke der Transsibirischen Eisenbahn war. Der Ort liegt direkt an der Grenze und war damals der erste bzw. letzte Stopp auf dem Territorium des Russischen Reiches. Als ich im April 1991 dort war, war es für mich der Grenzübertritt in die UdSSR und ich bin mit einem Transitvisum gereist, heute ist es wieder Russland.

Umspuren eines Eisenbahnwaggons - Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn 1991

Ich fand es total interessant, eine Weile zuzuschauen, was hier passiert. Dann bin ich aber weiter und habe den Aufenthalt (wie lange das war, weiß ich gar nicht mehr - ein paar Stunden sicherlich) genutzt, um einen Spaziergang durch den Ort zu machen. Für mich war das total interessant: Nach über einem Jahr China schmeckte der Laib Roggenbrot, den ich mir dort kaufte und von dem ich so wie er war abgebissen habe, richtig gut. Das war doch eine Abwechslung zu Reis, den ich langsam nicht mehr sehen konnte. Die Läden waren ansonsten sehr armselig bestückt, es gab wenig zu kaufen. Was mir noch auffiel war, dass der Abakus zum Rechnen in den Läden ein anderer war als der in China übliche. Inzwischen nutzt man wahrscheinlich elektronische Hilfsmittel. ;-)

Sonntag, 1. September 2019

Beyazıt-Platz und Haupttor zur Universität Istanbul

Mein heutiges Foto der Woche stammt wieder vom Dachboden. Es ist ein Dia aus dem Sommer 1987 und zeigt in der linken Hälfte des Fotos den Haupteingang der İstanbul Üniversitesi - der Universität Istanbul. Sie liegt ziemlich zentral in Istanbul im Stadtteil Fatih und ist eine der größten und renommiertesten Universitäten der Türkei.

Gegründet wurde sie bereits im 15. Jahrhundert und zwar kurz nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453. Damals endete das Byzantinische Reich und der osmanischen Sultan Mehmed II. ergriff die Macht, nachdem seine Truppen die Stadt erobert hatten. Ein paar Tage später gab er den Befehl, eine Madrasa - eine islamische Schule - zu gründen.

Haupteingang der Universität Istanbul 1987

Wenn man durch Istanbul bummelt, stößt man irgendwann auf den Beyazıt Meydanı, den Platz, der hier zu sehen ist. Früher war hier ein Forum, das wohl auf Kaiser Konstantin den Großen zurück geht, der um 330 seine Residenz in das später nach ihm benannte Konstantinopel verlegte. Man hat im 20. Jahrhundert bei Straßenbauten archäologische Funde gemacht. Die Geschichte dieser Stadt ist hoch interessant und fasziniert mich immer wieder.

Sonntag, 25. August 2019

Aomori, Japan

Mein Foto der Woche führt uns diesmal nach Aomori. Die Stadt liegt ganz im Norden der japanischen Hauptinsel Honshū.Wir haben sie im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht und ich fand es schön, eine relativ normale japanische Stadt kennen zu lernen. Wir haben uns einfach treiben lassen.

Diese Straßenkreuzung fand ich so speziell, dass ich ein Foto gemacht habe. Das schwarze Eckhaus sieht total interessant aus und fällt auf. Ich denke, dass es eine Bar ist (zumindest reime ich mir das anhand der Schriftzeichen zusammen).

Aomori - Straßenszene mit Eckhaus

Aomori ist bekannt für seine von innen beleuchteten Figuren aus Papier, die man hier an diesem Gebäude gut sehen kann. Ich kann mir vorstellen, dass diese Gesichter auch nachts leuchten.

Über meinen Besuch in Aomori vor 5 Jahren habe ich hier ausführlich geschrieben.

Sonntag, 18. August 2019

Khao Ta-Pu (James-Bond-Insel), Thailand

Mein heutiges Foto der Woche stammt aus Thailand und zeigt diese berühmte James-Bond-Insel. Sie 30 Meter hohe Felsnadel heißt in Wirklichkeit Khao Ta-Pu und gehört zur Insel Khao Phing Kan im Nationalpark Ao Phang-nga.

Wir haben Anfang 2002 mit Bus und Boot ab Phuket einen Ausflug in die Provinz Phang-Nga gemacht und waren begeistert von den schönen Inseln der Bucht. Die Tour war sehr abwechslungsreich, wir besuchten u.a. eines der muslimisch geprägten Dörfer, die auf Pfählen im Meer stehen und konnten im Meer schnorcheln. In der Phang-nga-Bucht es viele Kalksteinfelsen, die interessant verwittert sind.

Khao Ta-Pu (James-Bond-Insel), Thailand

Dieser Nagelfelsen (das ist die Übersetzung des thailändischen Namens) ist wahrscheinlich einer der am meisten fotografierten Felsen der Welt. Inzwischen soll es dort sehr voll sein; damals waren auch ein paar Boote, es war aber überschaubar.

Der James Bond Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" mit Roger Moore hat ihn berühmt gemacht und während der Busfahrt wurde eine alte Videokopie davon gezeigt, quasi zur Einstimmung. Man wird dann zur Pingan-Insel (Khao Phing Kan) gebracht, die für die Dreharbeiten zur Hälfte weggesprengt wurde und von der man diesen beeindruckenden Blick hat. Wenn man weiter weg ist, erkennt man die Felsnadel kaum; sie geht inmitten der anderen Inseln fast unter.

Sonntag, 11. August 2019

Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv, Frankreich

Meist fotografiere ich selbst, daher gibt's nicht allzu viele Fotos von mir. Auf diesem hier, das im Sommer 2003 geschossen wurde, kneife ich die Augen zusammen, wahrscheinlich wegen der Sonne.

Man erkennt dabei eine der Kameras, mit denen ich früher fotografiert habe. Meine erste Spiegelreflex habe ich mir 1989 oder 1990 gekauft, bevor ich zum Studium nach China bin. Dies hier müsste ein anderer Fotoapparat sein, einer mit Metallgehäuse, was mir im Nachhinein lieber war. Die Objektive passten auf beide Kameras, was praktisch war. Ich hatte auch ein großes Teleobjektiv, das ich aber oft nicht mit hatte, weil es so schwer war.

Aiguille du Midi - Barbara mit analoger Spiegelreflex 2003

Das Foto hier entstand in der Nähe von Chamonix, wo wir spontan ein wunderbares altmodisches Hotel mit dem Charme der 1920er Jahre gefunden hatte. Bevor es Smartphones gab, fuhr man einfach ein Hotel nach dem anderen ab (Straßenschildern folgend) und fragte, ob sie freie Zimmer haben. Die Preise waren in Frankreich gut ersichtlich in der Nähe des Eingangs angebracht. Das Hotel hat uns damals gut gefallen: Es gab einen kleinen Balkon mit Blick aufs Mont-Blanc-Massiv. Das Wetter war allerdings nicht so gut. Aber auch bei gutem Wetter hätte ich es nicht ins Hochgebirge gewagt. Etwas wandern kann man auch tiefer und mit der Seilbahn kommt man immerhin auf 3842 Meter. Da wird die Luft schon dünn!

Die Aiguille du Midi (3842 m) ist ein beliebter Aussichtspunkt für Touristen, dient aber auch als Ausgangspunkt für alpine Berg- und Skitouren ins Mont-Blanc-Massiv. Wir sind hoch gefahren, obwohl alles im Nebel war. Als wir dann oben waren, kam doch noch ein wenig die Sonne heraus und wir hatten einen schönen Ausblick.

Sonntag, 4. August 2019

Shanghai Pudong Airport Terminal 1

Ich mag ja Flughäfen... Viele haben ihre ganz einfache Atmosphäre, manche sind alt, dreckig und laut, andere modern, steril, leer - und in Shanghai mag ich das ältere Terminal 1 am liebsten.

Der Shanghai Pudong International Airport (上海浦东国际机场, Shànghǎi Pǔdōng Guójì Jīchǎng) wurde, wie es sich gehört, zum 50. Gründungstag der Volksrepublik China am 01.10.1999 eröffnet; ich war im Dezember 2000 das erste mal dort. Das heutige Terminal 1 wurde vom französischen Architekten Paul Andreu entworfen. Von außen ähnelt es der Silhouette einer übers Wasser schwebenden Möwe mit ausgebreiteten Flügeln, was zum Flughafenthema natürlich super passt. Von innen ist die Deckenkonstruktion mit den Stangen, die von oben nach unten zeigen, so besonders.



Wer das erste Mal in Shanghai ankommt, sollte mit dem Transrapid fahren, auch wenn dieser nicht ins Stadtzentrum fährt (man kann ab der Endstation mit der U-Bahn weiter fahren). Shanghai kenne ich seit 1990 und war seitdem öfter dort, oft auch wochenlang. Erzählen könnte ich viel darüber, und ein paar Beiträge sind auch auf dem Blog. Dafür bitte hier klicken.

Sonntag, 28. Juli 2019

Fischauktionshalle in Hamburg-Altona

Das aktuelle Foto der Woche stammt vom Sommer 1998 und ist eingescannt. Ich finde, dass Hamburg sich gut dazu eignet, mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Wie man hier sieht, habe ich es damals schon gerne etwas übertrieben und war wohl ziemlich müde. ;-)

Im Hintergrund sieht man die Altonaer Fischauktionshalle, die1895/96 erbaut wurde und von ihrem Stil her an antike römsiche Markthallen und Basiliken erinnern sollte. Schon seit langem wurden am Altonaer Elbufer Fischmärkte abgehalten, wenn morgens die Schiffe ihren Fang in den Hafen brachten und als die Auktionshalle in Betrieb ging, erzielte sie hohe Umsätze. Hier wurde versteigert, gehandelt und versandt sowie gelagert; Fischereigeräte wurden repariert.

Fischauktionshalle in Hamburg-Altona - Sommer 1998

1943 wurde die Halle großteils zerstört, bekam danach ein Notdach und wurde etwas renoviert. Mitte der 1950er Jahre hörten die Auktionen auf und das Gebäude verfiel. Eigentlich sollte es abgerissen werden, aber um 1980 entschied man sich um und hat die Fischauktionshalle restauriert. Seit 1984 steht der mit Ziegelwerk ausgefachte Stahlträgerbau unter Denkmalschutz und erinnert an die Bedeutung des Fischhandels der ehemals konkurrierenden Städte Hamburg und Altona.

Früher war ich öfter in Hamburg und erinnere mich an einige Besuche dort am frühen Sonntagmorgen mitten im Sommer. Oft war das nicht, aber es kam schon vor, dass wir nach einer schönen Feier nicht ins Bett gegangen sind sondern zur Auktionshalle fuhren. Dort konnte man frühstücken, Brötchen mit frischem Fisch und Krabben gegen den Kater essen und dem Markttreiben zuschauen, bis die Stadt dann langsam erwacht.

Sonntag, 21. Juli 2019

Nürnberg

Warum immer weit weg in die Ferne schweifen, wenn es hierzulande schöne und interessante Reiseziele gibt?! Als ich mit dem Blog anfing, wollte ich nur Tipps außerhalb Deutschlands teilen, aber seit einigen Jahren habe ich das geändert und schreibe gerne über Reiseziele hier, oft auch über die etwas unbekannteren.

Unbekannt ist Nürnberg nicht; man trifft dort seit Jahrzehnten auch viele internationale Touristen und natürlich Geschäftsleute, die zur Messezeit alle Hotels in Beschlag nehmen. Etwas ruhiger wird es, wenn weder Messe noch Christkindlmarkt ist. Dann findet man schöne Unterkünfte im Stadtgebiet und kann von dort die Altstadt erkunden.



Nürnberg ist nämlich ideal geeignet, um sich die Stadt zu Fuß zu erlaufen. Die Kaiserburg ist natürlich ein Highlight, daneben finde ich die Stadtmauer, Albrecht-Dürer-Haus, die diversen Kirchen und die historischen Felsengänge besonders sehenswert. Wenn man sich dann bergab vom Schönen Brunnen am Hauptmarkt in Richtung Lorenzkirche hält, kommt man auf die Museumsbrücke, auf der häufig Marktstände aufgebaut sind. Bekannt ist dieser Blick auf das Heilig-Geist-Spital und die Vordere Insel Schütt, den ich hier vor ein paar Jahren eingefangen habe.

Und wer genug vom Trubel in der Stadt hat, fährt ein wenig raus. Es wird schnell grün und ländlich - Franken hat einen hohen Freizeitwert.

Sonntag, 14. Juli 2019

Myrtle Beach, South Carolina, USA

In den USA gibt es ja eine Menge an touristischer Infrastruktur. Interessant finde ich z.B. Myrtle Beach, das an der Atlantikküste South Carolinas liegt. Die Stadt zieht sich am Sandstrand entlang, im Zentrum des sog. Grand Strand, der 60 Meilen lang sein soll. Die teureren Hotels mit Meerblick sind direkt am Strand, weiter hinten wird es kleiner, einfacher, teils auch billiger.

Neben Hotels und Shopping Centern mitsamt Entertainment Industrie wie Vergnügungsparks ist Myrtle Beach vor allem für seine Golfplätze bekannt.

Myrtle Beach, South Carolina

Das Foto stammt vom Dezember 2006 und wurde damals mit einer analogen Spiegelreflex aufgenommen. Ein paar der Golfplätze habe ich damals bespielt und war wirklich begeistert davon. Selbst Golf-Anfänger, wie ich es bin, kommen gut zurecht, alles ist sehr professionell aufgezogen. Und in Myrtle Beach kann man sich in vielen Outlets gleich recht günstig mit Schuhen, Schlägern oder Golf-Bags ausstatten.

Sonntag, 7. Juli 2019

Alcazaba in Málaga, Spanien

Mein heutiges Foto der Woche stammt aus Málaga, der zweitgrößte Stadt Andalusiens ganz im Süden Spaniens. Málaga und die Costa del Sol sind auch wegen des angenehmen Klimas ein beliebtes Urlaubsziel; es gibt viele Direktflüge aus Deutschland zum Flughafen Málaga.

Die meisten Urlauber fahren vom Flughafen direkt in ihre Urlaubsorte und schauen sich zum Besichtigen eher Granada oder Ronda an und lassen Málaga links liegen. Schade drum, die Stadt hat nämlich einiges zu bieten!

Alcazaba in Málaga, Spanien

Bei einer Geschichte, die 2.700 Jahre zurück geht, ist das natürlich klar. Nach den Phöniziern, die die Stadt damals gründeten, gehörte Málaga zu Karthago und nach dem Zweiten Punischen Krieg zu Rom. Während der Völkerwandungerungszeit kamen die Vandalen, Alanen, Westgoten und Oströmer, 711 erobterten die Mauren die Stadt, die dann einige Jahrhunderte lang Mālaqa hieß. Aus dieser Zeit stammt auch die Festungsanlage Alcazaba oberhalb der Stadt.

Man kann sie heute besichtigen. Die Mauern und Bollwerke der mittelalterlichen Festungsanlage sind teils rekonstruiert, teils original erhalten. Schön sind auch einige Details der Bauten im Maurischen Stil und Innenhöfe mit Gärten. Der Ausblick auf die Stadt und aufs Meer sind auch lohnenswert. Ein paar weitere Fotos aus Málaga finden sich in meinem Beitrag von 2007.

Samstag, 6. Juli 2019

Impressionen Q2 2019

Hier der Rückblick auf das zweite Quartal 2019 mit ein paar Highlights, die ich auf Instagram gepostet habe. Im April wurde mir wieder einmal bewusst, wie schön Bayern ist. Das Foto oben links zeigt den Ammersee bei Schondorf. In der Mitte ein Foto aus Freising, das etwas nördlich von München liegt und vor allem für die älteste Brauerei der Welt Weihenstephan bekannt ist. Rechts oben ein Foto vom Walberla, dem Zeugenberg Ehrenbürg nahe Forchheim. Das Walberla ist eines der Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz.

Collage Instagram-Fotos April 2019

Unten links der Ammersee drei Wochen später und etwas weiter südlich. Ich bin morgens entlang des Sees gejoggt, dabei entstand eine kleine Bilderreihe. Nach dem Chiemsee und dem Starnberger See ist der Ammersee übrigens der drittgrößte See in Bayern, im Hintergrund sieht man die Alpen. Die beiden Fotos unten in der Mitte und rechts zeigen das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Dieses besterhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters ist UNESCO-Welterbe und ich durfte es auf Einladung der Bayerischen Schlösserverwaltung im Rahmen eines Instawalk vom Keller bis zum Dachstuhl erkunden.

Einmal im Jahr Anfang Mai verwandelt sich die Kronacher Altstadt für über eine Woche in eine beeindruckende Bühne der Lichtkunst: Kronach leuchtet nennt sich das Festival, von dem ich gleich einige Fotos geteilt habe, u.a. dieses hier mit den für den Frankenwald typischen Flößern, die früher Holz bis in die Niederlande brachten. Langsam werden die Tage wieder länger und manchmal finde ich Zeit für eine Radtour am Feierabend, zuhause im Frankenwald (oben Mitte) und bevor es dunkel wird. Und mit etwas Unterstützung komme ich sogar die vielen Berge hoch - mein E-Mountainbike ist mein liebstes Sportgerät! Oben rechts und unten links zwei Fotos aus Straßburg. Die gut erhaltene historische Altstadt Grande Île wird von einem Nebenfluss des Rheins namens Ill umflossen.

Collage Instagram-Fotos Mai 2019

Dienstag, 2. Juli 2019

Langes Wochenende in Bulgarien: Sofia und Plovdiv

Mir war mal wieder nach einem langen Wochenende und einer Kurzreise in eine Region, die ich noch nicht kenne. Für mich ist das die beste Art der Entspannung - ich mache mir dabei keinen Stress, sondern genieße eine Stadt oder eine Region in dem Tempo, nach dem mir gerade ist. Meist bereite ich mich gar nicht besonders vor sondern lasse mich treiben und entscheide spontan, was ich mir anschaue.

Da Wizzair ab Nürnberg, meinem nächstgelegenen Flughafen, Direktflüge nach Sofia anbietet und ich zudem von Skipper Marcus den Tipp bekommen habe, dass die Stadt super sei, habe ich ein langes Wochenende in Bulgarien gebucht. Der Flug geht Freitagabends um 21.35 Uhr ab Nürnberg los, man landet um 00:40 Uhr in Sofia. Zurück geht es am Montagabend um 19:40 Uhr, so dass man um 20:50 Uhr wieder in Nürnberg ist.

Sofia - Alexander-Newski-Kathedrale

Ich habe mir also in der Nähe des Flughafens Sofia ein Hotel gesucht, das mich dort abgeholt hat und wollte mir am ersten Tag Sofia anschauen. Der Flughafen ist nur 12 km von Sofia entfernt. Da ich unbedingt Plovdiv, eine der beiden Kulturhauptstädte Europas dieses Jahr, sehen wollte, habe ich von zuhause aus ein Busticket dorthin gebucht. Man kann auch mit der Bahn fahren (oder ein Auto mieten), aber der Bus schien mir nach einiger Recherche am unkompliziertesten. Hin und zurück habe ich 10,- Euro bezahlt, für einfach 150 km und gut 2 Stunden Fahrt, mit festreserviertem Sitzplatz in einem klimatisierten Bus. Der Bus ging um 16:30 bzw. 16:00 Uhr, so dass ich zuvor die jeweilige Stadt anschauen konnte und mich dann im Bus erholen konnte. So der Plan, der auch super funktioniert hat.

Meine Reisedaten:
  • Freitag, 28.06.2019 Hinflug nach Sofia
  • Samstag, 29.06.2019 Stadtbesichtigung Sofia und Busfahrt nach Plovdiv, Abend in Plovdiv
  • Sonntag, 30.06.2019 Stadtbesichtigung Plovdiv und Busfahrt nach Sofia, Abend in Sofia
  • Montag, 01.07.2019 Sofia und Rückflug

Sobald die einzelnen Reiseberichte fertig sind verlinke ich sie hier.

Wissenswertes zu Bulgarien


Die Republik Bulgarien hat 7 Mio. Einwohner und ist seit 2007 in der EU. Bulgarien liegt im Osten der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden an Rumänien, im Osten ans Schwarze Meer, im Süden an die Türkei und Griechenland und im Westen an Nordmazedonien und Serbien. Hauptstadt und Regierungssitz ist Sofia mit 1,2 Mio. Einwohnern.

Das Land wird durch Tiefebenen geprägt, die durch die Flüsse Donau und Mariza samt Nebenflüssen gebildet werden. Daneben gibt es zwei große Gebirgsketten, das Balkangebirge (mit dem höchsten Berg des Landes namens Botew, 2.376 m hoch) und die Rhodopen, von denen ich zuvor ehrlich gesagt noch nie gehört hatte. Man kann dort wohl schön wandern.

Plovdiv - Archäologisches Museum

Das Land hat eine reiche Geschichte, von der ich einen Teil auf der Reise mitbekommen habe. Das Land ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, der Goldschatz der sog. Varna-Kultur zählt zu den ältesten der Welt. Die indogermanischen Thraker herrschten während der Bronzezeit und gründeten um 450 v. Chr. ein eigenes Reich, das sich bis zur Donau erstreckte. Thrakien gehörte dann zu Griechenland und kam später zu Rom.

Sonntag, 30. Juni 2019

Am Kushiro-Fluss in Japan

Das heutige Foto ist eine Szene aus Kushiro. Kushiro ist der Name einer japanischen Stadt und auch der Name eines Flusses, der in der Stadt ins Meer mündet.

Ich bin u.a. hier am Fluss entlang gelaufen, habe das Fischerboot beobachtet und die Stadt und den Fluss auf mich wirken lassen. Links im Foto erkennt man die Promenade, die am Fluss entlang führt, und deren Lichter ich nicht so hätte abschneiden sollen. Ziemlich weit rechts hinten im Foto sieht man einen buddhistischen Tempel, der auf einem Hügel steht.

Am Kushiro-Fluss in Japan

Wir hatten kurz überlegt, ob wir eine der Brücken über den Fluss nehmen und ihn besichtigen sollen, aber von der Ferne sah er nicht so beeindruckend aus. Ich fand es spannender, die Boote, Autos, Menschen entlang der Fluss-Promenade zu beobachten.

Über meine Erkundigungen in der nordjapanischen Stadt Kushiro habe ich hier ausführlich geschrieben.

Sonntag, 23. Juni 2019

Ringling Museum of Art, Sarasota

Ich finde es ja immer interessant, wenn man nicht auf den ersten Blick sieht, wo ein Foto aufgenommen wurde. So ergeht es einem in manchen deutschen Neubaugebieten, aber auch in China, wenn man plötzlich in Neu-Holland oder Pseudo-Hallstadt steht oder wenn man europäische Stilrichtungen in den Emiraten sieht. Mein heutiges Foto der Woche zeigt einen typisch italienischen Palazzo - denkt man! ;-)

Ganzjährig mildes subtropisches Klima, kilometerlange Sandstrände und ein entspannter Lebensstil ist zwar typisch für Italien, aber das Foto hier stammt aus den USA: Sarasota liegt an Floridas Golfküste und ist neben der traumhaften Landschaft, die als Erholungsort dient, vor allem für die imposanten Anwesen des Zirkuskönigs John Ringling bekannt, die etwas nördlich der Stadt liegen.

Ringling Museum of Art, Sarasota, Florida, USA

Das Ringling Museum of Art wurde 1927 bis 1930 erbaut und wird der Stilrichtung Neorenaissance zugeordnet. Neben den sehr sehenswerten Innenräumen mit bedeutenden Kunstwerken lohnen auch die gepflegten Gartenanlagen, die wie hier auf die Gebäude zeigen, von denen man aber auch einen traumhaft schönen Blick aufs Meer hat.

Das Areal gilt als Vermächtnis des erfolgreichen Zirkusunternehmers John Ringling und seiner Frau Mable, deren Leidenschaft neben dem Zirkus auch dem Sammeln von Kunstwerken galt. Neben dem Ringling Museum of Art, das auf dem Foto zu sehen ist, gibt es eine Ausstellung über die große Zeit des Zirkus. Die Ringling Bros. World's Greatest Shows wurde 1884 von fünf Brüdern gegründet, deren Vater aus Deutschland eingewandert war. Jeden Tag gab es eine Show in einer anderen Stadt! Dafür hatte das Unternehmen zwei Sonderzüge und eine beeindruckende Logistik zu managen. Ich war im Frühjahr 2009 dort und wir haben einen ganzen Tag hier verbracht und gestaunt. Zirkusleben vor über 100 Jahren trifft Kunst.

Das Innere eines italienischen Barocktheaters wurde hierher gebracht und wieder aufgebaut. Repliken von berühmten Statuen wie Michelangelos David oder auch die Kapitolinische Wölfin mit Romolus und Remus findet man im Innenhof und den Museumsbauten. Die Originale sind auch nicht ohne: Ein Werk von Lucas Cranach dem Älteren ist mir aufgefallen, auch ein Rubens ist zu finden. Der Anbau zeigt zeitgenössische Kunst in Wechselausstellungen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Chiang-Kai-shek-Gedächtnispark, Taiwan

Die Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle liegt mitten in Taipei und gehört zu den typischen Sehenswürdigkeiten, die man hier besichtigt. Errichtet wurde sie in Gedenken an Chiang Kai-shek, den langjährigen Präsidenten und obersten Militärsbefehlshaber Taiwans. Das Monument ist von einem Park umgeben, überall wiederholt sich das Weiß der Gebäude und das Blau der Dächer.

Ich kam mit meiner taiwanesischen Freundin zusammen mit dem Taxi hier an, bevor wir durch den Park weiter sind und uns die Gedächtnishalle samt Museum angeschaut haben. Der Park war wunderschön, überall blühte es und der Spaziergang war ideal nach unserem üppigen Mittagessen.

Eingang zum Park nahe der Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle, Taipei

An diesem Foto finde ich so interessant, dass das Blau und Weiß der Kopfbedeckung des Mädchens mit dem Perlenohrgehänge von Jan Vermeer die Farben der typisch chinesischen Gebäude aufnimmt. Das war sicher Zufall, zu dem Termin fand eine Ausstellung mit dem Bild als Highlight statt.

Normalerweise hängt das Gemälde im Mauritshuis in Den Haag, das von 2012 bis Mitte 2014 renoviert wurde. In dieser Zeit gingen einige der Bilder auf Weltreise. Ich war im März 2014 in Taiwan, die Ausstellung, die hier auf den Plakaten beworben wurde, war vom 18. Januar bis 4. Mai 2014 in Taipei und macht das Foto so speziell.

Meine Berichte zu Taiwan findet man über diesen Link

Sonntag, 9. Juni 2019

Ockerfelsen von Roussillon

Als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet, ist Roussillon definitiv einen Besuch wert. Es liegt im Luberon, ungefähr zwischen Gordes und Apt. Der Luberon ist bekannt für seine schöne Landschaft: Als Naturpark geschützt, findet man hier duftende Lavendelfelder, Weinberge, Olivenhaine, malerische Bergdörfer und schöne Wanderwege. Roussillon ist ein nettes Dörfchen, in dem sich Künstler angesiedelt haben und das im Sommer voll mit Touristen werden kann. Besonders gut gefallen haben mir die Ockerfelsen, durch die man stundenlang spazieren kann.

Die ockerhaltige farbige Erde wird als Rohstoff bei der Herstellung von natürlichen Farben verwendet. Es ist belegt, dass hier bereits zur Römerzeit ein Dorf war und dass damals bereits Ocker abgebaut wurde. Die Ockersteinbrüche wurden jahrhundertelang genutzt; in der Antike und im Mittelalter waren die Ockertöne nicht nur in der Kunst sehr beliebt. Heute wird Ocker künstlich aus Eisenoxidfarben hergestell. Seit 1930 wird in Roussillon kein Ocker mehr abgebaut, es gibt aber einen Ockerlehrpfad und eine Farbenfabrik, die man besichtigen kann. Ich mochte das Wandern und Klettern innerhalb der Felsformationen!

Roussillon (Provence)

Das Dia stammt aus den 1990er Jahren (ca. 1993 oder 1994, schätze ich) und ist eingescannt.

Die Provence im Süden Frankreichs hat viele schöne Ecken, der Luberon und die Ockerfelsen von Roussillon sind eine davon. Wenn man von hier weiter nach Gordes fährt, gelangt man nach fünf weiteren Minuten zum Zisterzienserkloster Notre-Dame de Sénanque, dessen romanischer Baustil besonders gut zur Geltung kommt, wenn der davor angebaute Lavendel blüht.

Sonntag, 2. Juni 2019

Nachts im Flughafen

Mein heutiges Foto der Woche ist wieder eins, das mit der analogen Spiegelreflex geschossen wurde und das ich eingescannt habe. Es stammt von Anfang 2002 und zeigt mich ziemlich übermüdet früh morgens am Flughafen von Kuala Lumpur. Fotos von Flughäfen mitten in der Nacht habe ich einige...

Dass es dunkel ist, erkennt man zum einen daran, dass es relativ leer ist, zum zweiten an den Fenstern nach draußen. Wir haben den Flug vor Ort in KL organisiert und flogen von hier nach Chiang Mai, um dann Thailand von Norden nach Süden zu bereisen. Da wir um die Zeit von Chinesisch Neujahr unterwegs waren, war es damals schwierig, bezahlbare Flüge zu kriegen. Daher mussten wir von der Uhrzeit her nehmen, was es an Flügen gab. Ich hatte erst überlegt, von Kuala Lumpur nach Bangkok zu fliegen, aber der Flug nach Chiang Mai kostete genauso viel und brachte uns gleich einiges weiter.

Barbara am Flughafen von Kuala Lumpur 2002

Anfang 2002 haben wir eine Reise auf eigene Faust von Singapur über Malaysia nach Thailand gemacht. Hin- und Rückflug nach Singapur und die ersten Nächte in Singapur hatte ich vorab gebucht, den Rest organisierten wir vor Ort und spontan.

Wir waren damals mit einem Reise-Rucksack und dem kleinen schwedischen Handgepäckrucksack, den man auf dem Foto erkennt, unterwegs. Mein großer Rucksack wog glaube ich nur ca. 7 kg, ein paar Klamotten kamen unterwegs noch dazu. In der Region braucht man nicht viel Kleidung; ich hatte für Flüge, Bahn-, Schiff- und Busfahrten die Jeans und einen Pulli, wegen der Klimaanlagen. Das schwerste waren glaube ich die Reiseführer, weil ich mich während der Reise einlas und wir teils auch nach den Tipps in den Reiseführern Unterkünfte auswählten. So hatte ich für Malaysia und Singapur jeweils einen Reiseführer für Sightseeing und Kultur und einen für die Reisetipps; für Thailand das gleiche nochmal, also vier dicke Wälzer insgesamt. Heute ist man mit vielen digitalen Informationen leichter unterwegs.

Wir hatten damals ca. 3 Wochen Zeit, von Singapur ging es mit Bussen nach KL (zu Fuß über die Grenze, Umsteigen in JB), von dort mit dem Flugzeug nach Chiang Mai, von dort mit der Bahn über Nacht nach Bangkok, von dort mit dem Flieger (eine Boeing 747 für die kurze Strecke!) nach Phuket und von dort dann weiter mit dem Flugzeug nach Singapur. Eine interessante Reise mit viel Zeit an den einzelnen Orten und mit Muse, auszuruhen, sich zu bewegen und viel anzuschauen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Abendspaziergang durch Eisenberg (Thüringen)

Ich lasse mich gerne von den braunen Schildern an der Autobahn leiten, die offiziell "Touristische Unterrichtungstafeln" heißen. Diese Schilder gibt es seit Jahrzehnten, auch international: In Frankreich sind sie mir schon früher aufgefallen, da gab es sie seit den 1970ern, in Deutschland wurden die ersten Mitte der 1980er aufgestellt. Die Entscheidung darüber, welche Sehenswürdigkeit ein Schild verdient, ist Ländersache, die Vorschläge dazu kommen von den Kommunen.

Meist sind die Ziele nicht weiter als 10 km von der Autobahnausfahrt entfernt und eignen sich daher auch für einen spontanen Spaziergang. Ich lasse mich gerne davon inspirieren, wenn ich lange unterwegs bin und mein Körper etwas frische Luft und Bewegung möchte. So auch diesmal, als meine Smartwatch abends meinte, die knapp 2.500 Schritte seien doch etwas wenig und das braune Schild für die Schlosskirche Eisenberg auftauchte. Eisenberg liegt sehr nah an der Autobahn, es ist also kein großer Umweg. Der Weg in die Altstadt und zur Schlosskirche sind gut beschildert.

Innenstadt von Eisenberg (Thüringen)

Eisenberg hat eine lange Geschichte; seit der Steinzeit lassen sich Siedlungen nachweisen. Prägend für die heutige Bausubstanz war u.a. das Ende des 17. Jahrhunderts, als Eisenberg durch Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg zur Residenzstadt wurde. Er ließ das Schloss Christiansburg und an der Ostseite des Schlosses die barocke Schlosskirche bauen.

Schlosskirche Eisenberg


Die Kirche ist hier links im Foto.

Eisenberg - Schlosskirche und Schloss Christiansburg

Die Schlosskirche gilt als die prunkvollste Barockkirche Thüringens und hat mich interessiert.

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Bund in Shanghai

Diesen Blick vom Bund aus auf die Skyline von Pudong kennt jeder. Inzwischen ist auch der Shanghai Tower fertig, der hier rechts noch als Baustelle in den Himmel ragt.

Ein Besuch hier ist nicht nur für ausländische Touristen und Geschäftsleute Pflicht, sondern auch für chinesische Touristen. Die Fotos, auf denen keine Menschen zu sehen sind, werden also direkt am Ufer oder früh morgens geschossen und zeigen eine Idylle, die nicht der Realität entspricht. In Wirklichkeit ist es am Bund immer voll und laut.

Shanghai - Blick vom Bund aus auf die Skyline von Pudong

Ich war das erste Mal 1990 hier, 2000 das nächste Mal und seitdem immer mal wieder. Vor der Expo 2010 wurde die international "The Bund"genannte Uferpromenade (das U wird im Englischen ähnlich wie ein A gesprochen, chinesisch Wàitān 外灘) neu gestaltet und verlängert. Der Bund liegt am westlichen Ufer des Huangpu-Flusses gegenüber von Pudong (was "östlich des Huangpu bedeutet) in Puxi (und das bedeutet logischerweise "westlich des Huangpu"). Ursprünglich wurde er von den Niederländern, die seit 1601 mit China Handel trieben, als Schutzwall gegen die Fluten des Flusses errichtet. Die Bezeichnung Bund bedeutet Kaimauer und ist etymologisch interessant: Englisch, persisch, indisch, malayisch/indonesisch - überall wird der Wortstamm benutzt, auch die diversen Städte mit Vornamen Bandar (im Iran) oder Banda (in Indonesien) gehen darauf zurück.

Von hier kann man die für das heutige Shanghai so außergewöhnliche Mischung von Alt und Neu am besten beobachten. Auf der Puxi-Seite am Bund findet man architektonische Juwelen der Kolonialzeit, aus der Zeit, als Shanghai schon einmal weltweit bekannt war, nämlich den 1920er- und 30er-Jahren. Auf der anderen Seite sind die futuristischen Wolkenkratzer des Stadtteils Pudong beeindruckend: Links gut zu erkennen der Oriental Pearl TV Tower. Nachts finde ich diesen Ausblick noch schöner. Davon und von der Puxi-Seite gibt's hier im Blog verteilt auch ein paar Fotos.

Sonntag, 19. Mai 2019

Landesgartenschaugelände in Kronach

In Deutschland finden ja regelmäßig Gartenschauen statt; Bundes- und Landesveranstaltungen. Im Jahr 2002 war das oberfränkische Kronach Gastgeber der Bayerischen Landesgartenschau, die unter dem Motto "Neue Ufer" stand. Früher war das Gebiet, wo sich die Flüsse Haßlach und Kronach mit der Rodach vereinen, durch Industrieanlagen geprägt und ein innerstädtischer Problembereich mit massiven Umweltproblemen.

Um die Landesgartenschau hier austragen zu können, wurden erst Betriebe umgesiedelt, dann Altlasten beseitigt und schließlich das Gelände umgestaltet. Diese Aktion war eine der größten Altlastensanierungen, die in Bayern je durchgeführt wurden.

Nach der erfolgreichen Landesgartenschau 2002 steht das Gelände heute allen Bewohnern und Besuchern Kronachs zur Verfügung. Die 14 Hektar große Parkanlage bietet viele Details und lädt zu Spaziergang, Nordic Walking (ausgeschilderte Routen), Wanderung oder einer Radtour ein. Ich bin gerne im Café Seebühne mit Biergarten, das mitten im Parkgelände unweit der Seebühne liegt und beliebt für eine Rast ist. Der Kronacher Landesgartenschau-Park ist auch heute noch Schauplatz vieler Aktionen und Konzerte.



Mein Foto der Woche zeigt eine Installation, deren Umfeld seit der Landesgartenschau renoviert wurde. Der Lampenschirm war kaputt und wurde repariert, aber die Betonsofas und der Fernseher sind original. Man hat von hier einen traumhaft schönen Blick auf die Festung Rosenberg.

Fernseher und Kronach gehören zusammen, seit die Produktion der Loewe-Fernsehgeräte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kronach kam. Das Unternehmen wurde bereits 1923, dem Jahr der Einführung des Hörfunks in Deutschland, von den Brüdern David Ludwig Loewe und Siegmund Loewe gegründet, damals in Berlin. Loewe produziert mit seinen hochwertigen Geräten auch heute noch Hightech in Deutschland und ist damit einer der wenigen verbliebenen Fernsehhersteller mit Sitz in Europa. Leider ist das Unternehmen derzeit insolvent und alle hoffen, dass es irgendwie weiter geht.

Sonntag, 12. Mai 2019

Alte Steine in Rom

Rom ist eine meiner liebsten Städte - seit ich das erste Mal zu Schulzeiten dort war finde ich die Stadt faszinierend. Überall trifft man auf Denkmäler der Vergangenheit. Vor allem im Frühling ist Rom ein Traum, wenn es noch nicht allzu heiß ist.

Außerdem blüht alles und die Luft in der Großstadt ist angenehm. Ich mag es, ganz entspannt am Ufer des Tiber entlang zu schlendern. Da sieht man viel fühlingshaftes Grün. 

Interessant finde ich in Rom das Zusammentreffen von alt und neu - und zwar fast überall. Das Foto hier stammt aus dem jüdischen Viertel, nicht weit vom Portikus der Octavia entfernt.



In Rom war ich schon öfter, allerdings habe ich hier im Reiseblog noch nicht so viel darüber geschrieben (die Beiträge findet man am besten über die allgemeine Suche im Blog links oben oder hier), dafür findet sich ein Bericht in meinem Food-Blog. Das Foto oben ist Anfang Mai 2013 entstanden.

Sonntag, 5. Mai 2019

Die Kalksinterterrassen in Pamukkale, Türkei

Nachdem ich letzte Woche ein Foto aus der Nähe Dubrovniks gezeigt hatte, wollte ich diese Woche ein altes Dia von Dubrovnik 1987 veröffentlichen. Ich habe eine Weile auf dem Dachboden gesucht und einiges an Bildern durchforstet, allerdings keins gefunden. Die Fotos sind wohl in einem anderen Karton und das muss warten... Dafür fand ich einige andere von der damaligen Reise mit einem selbst ausgebauten VW-Bus über Land in die Türkei.

Roadtrip würde man Neudeutsch heute dazu sagen; früher war das die übliche Art, Urlaub zu machen: Man setzte sich ins Auto und fuhr einfach los. Wir hatten damals einen Reiseführer (mit viel Text und ein paar nicht sehr ansprechenden Schwarz-Weiß-Fotos) der Türkei dabei und eine Landkarte für die westliche Hälfte des Landes. Vom Osten der Türkei gab's damals in Deutschland keine Karten zu kaufen, aber der Atlas vermittelte das Bild, dass es dort Straßen gibt, und so war es dann auch. In der Türkei nutzt man seit 1929 die lateinische Schrift, so dass wir die Straßenschilder vor Ort problemlos lesen konnten (auf dem Hinweg in Griechenland war das oft ein Problem, da haben wir uns teilweise ganz schön heftig verfahren...) und auch ohne Navigationsgerät meist dort hin kamen wo wir hin wollten.

Barbara in einer der Kalksinterterrassen von Pamukkale, Türkei 1987

Nicht nur die vielen Sehenswürdigkeiten kultureller Art, sondern auch die Natur hat mich in der Türkei begeistert. Viel Zeit haben wir damals in Pamukkale verbracht. Pamukkale ist weltbekannt durch seine Kalksinterterrassen, die durch kalkhaltige Thermalquellen im Laufe der Jahrtausende entstanden sind. Beim Durchsickern des Kalkgesteins haben sie sich mit mineralischen Stoffen angereichert, die beim Abkühlen an der Erdoberfläche zu Kalksinter erstarren. Man darf seit 1996 nicht mehr wild baden, trotzdem wurde das gemacht, die Hotels vor Ort taten ihr übrigens, so dass das Areal vor ein paar Jahren gesperrt wurden, um es zu reinigen. Seit 1998 steht Pamukkale mit seinen Kalksinterterrassen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Wir waren ein Jahr davor dort und damals konnte man noch in den ca. 36°C warmen Becken planschen. Am Abend wurde es dann doch etwas kühl, jedenfalls habe ich mir auf dem Foto ein Handtuch umgehängt. Vom Tag gibt's übrigens einige Fotos bzw. Dias von mir, wie ich mich im Bikini in den Becken räkele - ohne das auf Instagram zu teilen; ich war also definitiv meiner Zeit voraus. ;-)

Beeindruckend fand ich auch die Ruinen des angrenzenden antiken Kurbads Hierapolis. Zur Zeit der Römer war dies Teil der römischen Provinz Asia und hier wurde die römische Badekultur zelebriert. Das Thermalwasser wurde damals schon wegen seiner heilenden Wirkung verehrt.

Sonntag, 28. April 2019

Motorsegler vor der kroatischen Küste

Mein heutiges Foto der Woche stammt von 2011, als wir kurz in Dubrovnik waren. Auf die Idee, mir dazu Fotos rauszukramen kam ich vor ein paar Tagen in einem kroatischen Restaurant. ;-)

Zu dem damaligen Besuch in Dubrovnik gibt es auf dem Blog nur ein paar Fotos; mehr habe ich bisher nicht geschrieben, da mir die Stadt einfach zu voll und hektisch war. Vor allem im Vergleich: Wir kennen die Stadt und die Region aus dem Jahr 1987, damals gab's auch schon Touristen, aber nicht solche Menschenmassen.

Es war in den 1980ern auch komplizierter, in das damalige Jugoslawien einzureisen und dort mit dem Auto auf eigene Faust unterwegs zu sein. Ich erinnere mich gut an die Tankgutscheine und daran, dass diese und das Geld ein paar Wochen später viel weniger wert waren. Und ich erinnere mich daran, dass uns Polizisten anhielten, die meinten, wir seien zu schnell gefahren, was nicht stimmte, ihnen aber ihr mageres Gehalt etwas aufbesserte; damals eine übliche Masche.

Motorsegler vor der kroatischen Küste nahe Dubrovnik

Wir haben damals viel Zeit in Dubrovnik verbracht und die wirklich schöne Stadt auf uns wirken lassen. Die ehemalige Seerepublik Ragusa war ein bedeutender maritimer Stadtstaat im Mittelmeer, entsprechend sind die Stadtmauern von Dubrovnik dimensioniert: Mit einer Länge von 1,9 km und einer Breite zwischen 3 und 6 Metern bilden sie auch heute noch das besterhaltene Fortifikationssystem Europas.

Kroatien ist ein vielseitiges Land, das auch wegen seiner über 1000 Inseln bekannt ist. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, mit einem dieser typischen kroatischen Motorsegler - wie hier auf dem Foto - die Küste entlang zu segeln. Auch moderne Yachten oder Katamarane gibt es, die man mieten kann.

Sonntag, 21. April 2019

Ostern in der Fränkischen Schweiz: Malerische Wanderungen, Osterbrunnen und Kirschblüte

Die Fränkische Schweiz liegt im Norden Bayerns und ist überregional bekannt. Das Land der Burgen, Höhlen und Genüsse lädt ein zum Aktivsein, Schlemmen und Entschleunigen in atemberaubender Natur- und Kulturlandschaft. Charakteristisch für die Region sind die schöne hügellige Landschaft mit ihren markanten Felsformationen und Höhlen sowie malerische Orte, Burgen und Ruinen.

Erreichbar ist die Fränkiche Schweiz über die Autobahnen A9, A 73 und A70. Sie liegt quasi zwischendrin, ganz grob im Städtedreieck Nürnberg, Bamberg und Bayreuth. Die Fränkische Schweiz ist eine der ältesten Urlaubsregionen Deutschlands. Vor rund 200 Jahren gab es hier Molkekuren, außerdem wurden die Höhlen beliebt. Der Freizeitwert ist auch heute noch hoch, daher kommen viele Urlauber hierher. Neben Hotels und Pensionen gibt es einige Campingplätze.

Fränkische Schweiz - Spazierweg bei Plankenfels

Motorradfahren, Radeln, auch mit dem E-Bike auf gut ausgeschilderten Fahrradwegen machen Spaß. Über 4000 Kilometer markierte Wanderwege bringen genügend Abwechslung. Man kann Angeln oder Kajakfahren und wer es mal ausprobieren mag, die Fränkische Schweiz ist eines der beliebtesten Klettergebiete Deutschlands.

Auch der Genuss kommt nicht zu kurz: Die fränkische Küche ist deftig und bekannt; für jeden Geschmack gibt es etwas, vom Schweinebraten mit Kloß, Sterneküche bis hin zum veganen Biergarten ist alles zu finden. Über 70 Privatbrauereien (Oberfranken hat die höchste Brauereidichte der Welt) sorgen dafür, dass das Bier zum Essen nie ausgeht. Viele der Brauereien haben einen eigenen Brauereiausschank und sind mit ihren Biergärten beliebte Ausflugsziele.

Spaziergang um Plankenfels


Der kleine Ort Plankenfels liegt südlich von Hollfeld im Naturpark Fränkische Schweiz. Bekannt ist der durch das schön gelegene Schloss und die malerische Lage an der Wiesent. Der Ort verdankt seinen Namen einer Festung auf dem unbewaldeten "blanken" Felsen, die strategisch wichtig lag. 1217 wurde er erstmals erwähnt, das heutige Schloss ist ein Folgebau. Beeindruckend ist die Lage, teils auf dem Fels gebaut und fast 400 Meter hoch über dem Tal der Wiesent.

Fränkische Schweiz - Schloss Plankenfels von der Wiesent aus gesehen

Um Plankenfels herum sind einige Wanderwege und Mountainbikestrecken ausgeschildert. Da ich mit meiner Mutter unterwegs war, entschieden wir uns für den knapp 2 km kurzen Rundweg RW 1 mit dem Namen "Zum Echo".

Kathedrale St. Paul in Mdina, Malta

Da heute Ostersonntag ist, gibt's ein Detailfoto einer Kathedrale als Foto der Woche. Die Farbe des sandfarbenen Kalksteins ist so typisch für die Insel, dass manche vielleicht daran erkennen, von welcher Mittelmeerinsel es stammt?!

Auf Malta sind die meisten Gebäude aus diesem Stein gebaut und die Kathedrale St. Paul in Mdina hat mir bei dem strahlend blauen Himmel besonders gut gefallen. Sie ist eine der beiden Bischofskirchen des Erzbistums Malta. Der Apostel Paulus soll als Schiffbrüchiger auf der Insel Malta gelandet sein, er gilt als Gründer und von seinem Aufenthalt auf der Insel leitet sich das Patrozinium der Kathedrale ab. Das Bistum wurde wahrscheinlich 533 gegründet und genau wie die Insel war die Geschichte vielfältig.

Kathedrale St. Paul in Mdina, Malta

Im Jahr 1693 gab es ein Erdbeben, das die alte normannische Kathedrale zum großen Teil zerstörte. Der heutige Bau wurde 1702 fertig gestellt. Im Innern ist er prächtig barock, wobei ich die farbigen Marmorplatten im Bodenbereich sehr interessant fand. Viele sind Grabplatten, auf denen mit Steinintarsien Skelette abgebildet sind.

Weitere Fotos der Kathedrale St. Paul in Mdina sowie weitere Impressionen aus Malta finden sich in meinem ausführlicheren Blog-Beitrag zu Malta.

Sonntag, 14. April 2019

Rheinische Missionskirche in Stellenbosch, Südafrika

Stellenbosch ist nach Kapstadt die zweitälteste von Europäern gegründete Siedlung im heutigen Südafrika. Urprünglich war sie als Versorgungsbasis der 50 km westlich gelegenen Tafelbucht und der Schiffe der Niederländisch-Ostindischen Kompanie gedacht. Schön ist, dass hier viele Gebäude aus der damaligen Zeit erhalten geblieben sind. Wer den sog. kapholländischen Stil mit seinen strahlend weißen Fassaden sehen und erleben möchte, kommt an Stellenbosch nicht vorbei.

Stellenbosch ist von Hügeln und Bergen umgeben und liegt inmitten von fruchtbaren Tälern. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt und gehört zu den bedeutendsten Weinanbaugebieten Südafrikas. Ich war vor 15 Jahren für eine Nacht dort und habe mir damals in Ruhe die Stadt angeschaut; von dem Besuch stammt mein heutiges Foto der Woche. Gut erinnere ich mich auch an das gute Essen und die exzellenten Weine. 



Eins der Fotos, die ich damals mit der analogen Spiegeleflex gemacht habe, zeigt die Rhenish Mission Church. Diese historische Rheinische Missionskirche in Stellenbosch liegt am zentralen Platz des Ortes namens Die Braak. Um die parkähnliche Grünfläche gruppiert sich eine Reihe sehenswerter Gebäude. Die Rheinischen Missionsgesellschaft war im 19. Jahrhundert in der Kapkolonie aktiv und hat diese Kirche bereits 1823 gebaut. Irgendwo habe ich gelesen, dass auch Sklaven hin kamen und das Gebäude erweitert werden musste. Der hier abgebildete Bereich mit Blick zur Braak entstand 1840, wie auf dem Foto ersichtlich.

Ich war 2004 zusammen mit einer guten Freundin 10 Tage in Südafrika und habe ein paar Tage der Reise hier auf dem Blog dokumentiert. Irgendwann gingen mir dann Zeit und Lust aus; zu Stellenbosch gibt es bisher noch keinen Beitrag.

Sonntag, 7. April 2019

Blühender Park in Funchal

Das Frühjahr steht für Blüten - und der Jardim Municipal do Funchal auf Madeira ist so fröhlich bunt, dass man noch mehr Lust auf Frühling bekommt!

Der Park liegt im Zentrum der Stadt und ist nicht allzu groß. Es gibt große Bäume, aber auch Beete mit Blumen und viele Bänke, auf denen man in Ruhe sitzen kann, um die Farben, die Gerüche und auch die Vögel, die dort herum schwirren, zu beobachten.

Funchal - bunte Blütenpracht im Jardim Municipal do Funchal

Besonders schön finde ich die Insel des ewigen Frühlings im April: Links erkennt man einen blühenden Jacaranda-Baum, der diese typischen lilafarbenen Blüten hat.

Vor sechs Jahren waren wir das erste Mal auf Madeira, im Rahmen einer Kreuzfahrt mit der Celebrity Silhouette. Das war im April und damals habe ich dieses Foto aufgenommen, zusammen mit ein paar anderen von diesem schönen Park - eins davon ist im anderen Beitrag. Uns hat es so gut gefallen, dass wir später einen 10tägigen Urlaub dort verbracht haben. Über Madeira findet sich daher einiges auf dem Blog.

Montag, 1. April 2019

Impressionen Q1 2019

Im Januar habe ich wieder mehr Fotos über Instagram geteilt. Vor zwei Jahren habe ich damit angefangen, ein paar der Instagram-Fotos für den Blog zusammenzustellen (hier auf dem Blog ist es doch deutlich nachhaltiger!) und es ist interessant anzuschauen, wie sich die Quartale gleichen und unterscheiden. :-)

Den Neujahrstag habe ich dieses Mal in Regensburg verbracht; über Silvester in Regensburg habe ich sogar einen Beitrag für den Blog geschrieben. Das zweite Foto ist nahe Zeyern (nicht weit von Kronach) aufgenommen, eine kleine Kapelle bei Sonnenuntergang. Rechts oben der Dom St. Salvator zu Fulda ist das barocke Wahrzeichen der Stadt.

Collage Instagram-Fotos Januar 2019

Die Basilika Vierzehnheiligen ist nach Außenrenovierung wieder ohne Gerüst zu sehen und abends beleuchtet besonders schön. Das Foto in der Mitte ist der Blick auf das oberfränkische Marktzeuln, das vor allem wegen seiner schönen und denkmalgeschützten Fachwerkhäuser bekannt ist. Das Foto rechts zeigt den Stadtplatz von Kemnath mit etwas Schnee. Kemnath ist das Tor zur Oberpfalz.

Im Februar habe ich Zeit offline verbracht, was zwischendurch auch gut tut. Daher gibt's nur eine Collage mit drei Bildern:

Collage Instagram-Fotos Februar 2019

Sonntag, 31. März 2019

Tagesausflug nach Ayutthaya und der Buddhakopf in den Wurzeln

Die Ruinen von Ayutthaya gehören seit 1991 zum UNESCO-Welterbe und zählen zu den wichtigsten kulturellen bzw. historischen Sehenswürdigkeiten Thailands.

Die Stadt Ayutthaya wurde 1351 von König U Thong gegründet, sie war die Hauptstadt des siamesischen Königreiches Ayutthaya, bis sie im 18. Jahrhundert zerstört wurde. In ihrer Glanzzeit war Ayutthaya eine Millionenmetropole mit 375 Klöstern und Tempeln, 100 Stadttoren und fast 30 Festungen. 33 Könige residierten über 400 Jahre lang hier, Ayutthaya war politischer und kultureller Mittelpunkt eines Großreichs, das als Erbe von Angkor fast das ganze südostasiatische Festland umfasste. 1957 begann man mit der Restaurierung, 1976 wurde das Gebiet zum Geschichtspark (Ayutthaya Historical Park). Die bedeutendsten Baudenkmäler stehen im historischen Zentrum der Stadt, die man besichtigen kann.

Eines der beliebtesten Fotomotive von Ayutthaya ist dieser Buddhakopf in den Baumwurzeln. Er gehört zum Wat Mahathat, dem rituellen Zentrum der Stadt und besteht aus Sandstein. Der Rest des Buddhas ist verschwunden und die Wurzeln einer Pappel-Feige (Ficus religiosa, Bodhi-Baum) haben den Kopf im Laufe der Jahre so malerisch umschlungen.

Ich vor dem Buddha in den Baumwurzeln, Wat Mahathat, Ayutthaya - März 2006

Das Foto stammt vom März 2006, ein Kollege hat mich fotografiert.

Da Ayutthaya nur ca. 70 km nördlich von Bangkok liegt, kann man Ayutthaya gut als Tagesausflug von Bangkok aus besichtigen. Bei meiner Rucksackreise nach Thailand 2002 hatte ich es nicht geschafft, mir die Stadt anzuschauen, so habe ich 2006 die Gelegenheit genutzt, als ich beruflich in Bangkok war. Man kann in den Tempelanlagen und im Geschichtspark stundenlang herum laufen. Wer mag, kann Elefanten reiten; es gibt Fische in den Flüssen zu bewundern und man findet auch etwas zu essen, mit Blick aufs Wasser.

Samstag, 30. März 2019

Faszination Asien

Ich mag am Bloggen ja so gerne, dass man dabei andere Menschen mit ähnlichen Interessen trifft, die man im normalen Leben nie kennen lernen würde. Michelle zum Beispiel wohnt so weit von mir entfernt, dass wir uns wahrscheinlich nie begegnet wären. Aber ich kenne ihr Reiseblog und lese da sehr gerne, was sie alles erlebt. Michelle hat ein paar Monate in Singapur gelebt und dort studiert. In der Zeit hat sie auch Ausflüge unternommen, z.B. nach Jakarta und war genauso begeistert vom Monas wie ich. - Also gibt's da trotz des Altersunterschieds ein paar Gemeinsamkeiten.

Gerade hat sie eine Blogparade laufen zum Thema Faszination Asien. Der Kontinent mit vielen Facetten und einer komplett anderen Kultur fasziniert - und Michelle will wissen, was wir mit Asien verbinden. Sie z.B. mag asiatische Musik und Animes; dazu fehlt mir irgendwie der Zugang. Ich mag Asien vor allem als interessante Reise-Destination und ich mag die authentische Küche vor Ort.

Bereiste Länder in Asien und graue = weiße Flecken

Das erste Mal nach Asien bin ich sogar mit dem Auto gefahren! Nach dem Abitur ging's mit einem selbst umgebauten VW-Bus in die Türkei, vor allem in den asiatischen Teil. 1987 war das Reisen noch etwas anders als heute. Anfang 1990 kam ich dann nach so richtig nach Asien, zum Auslandsstudium nach China. Auch wenn ich zuvor schon viel über an Kultur und Sprache gelernt hatte, war das ein kleiner Kulturschock. Ich habe mich durchgeboxt und viel gesehen, viel erlebt und viel gerlernt. Zurückgefahren bin ich damals übrigens mit der Transsibirischen Eisenbahn, was super war: So kam ich im Frühjahr 1991 langsam und mit vielen Eindrücken ganz langsam von Asien in ein sich gerade extrem veränderndes Europa zurück. Inzwischen habe ich ein paar weitere asiatische Länder bereist; oben in der Karte in Blautönen dargestellt. Auf der Karte sieht man aber auch, dass Asien riesig ist und ich viele Länder noch nicht kenne - meine "weißen Flecken" sind hier grau hinterlegt.

Asien ist vielseitig und jede Region hat andere Sehenswürdigkeiten, Kulturen, Landschaften, Fauna und natürlich anderes Essen.

Die Asiatische Küche


Das klingt genauso blöd wie "die europäische Küche", und sogar noch heftiger, da Asien ja deutlich größer als Europa ist und die Küche noch vielfältiger. Mongolischer Feuertopf mit Lammfleisch, indonesischer Fisch mit Gemüse und Obst, von dem ich keine Ahnung habe, wie es heißt, indisches Dal, japanisches Sushi, georgisches Chatschapuri, nepalesische Momos, thailändisches Streetfood, kantonesische Dim Sum, arabische Mezze - wenn ich anfange, kann ich stundenlang (wirklich!) davon erzählen und gerate ins Schwärmen.

Marktstand in Shanghai - chinesische Gemüse

Ich liebe es, in asiatischen Ländern über Märkte zu schlendern, die Lebensmittel zu bestaunen und Menschen zu beobachten. Wenn es daneben Garküchen gibt oder ein einfaches Restaurant, dann ist das meins. Mir ist die einfache Küche, wie sie in den Ländern von normalen Menschen konsumiert wird, am liebsten. Die Geschmäcker sind authentisch, und wenn viele Einheimische dort essen, ist das meist ein gutes Zeichen.

Sonntag, 24. März 2019

Macau und die Ruine der Pauluskirche, China

Heute habe ich wieder ein altes Foto, das ich 2005 mit meiner damaligen Digitalkamera gemacht habe. Die Auflösung mit den damaligen Kameras war noch nicht die beste und die Fotos haben höchstens noch dokumentarischen Wert.

Für mich war es schön, die Ruine der Pauluskirche einmal ohne Gerüst zu sehen. Ich war 1990 schon einmal dort, damals war sie eingerüstet. Allerdings waren damals wenige Touristen dort und ich bin gespannt, wenn ich meinen alten Dias aussortiere, ob ich ein Foto davon finde und wie viele Menschen davor sind. Das Wahrzeichen Macaus wurde 2005 als Teil des historischen Zentrums der Stadt in das UNESCO Welterbe mit aufgenommen.

Macau im Dezember 2005

Man erkennt diese bekannte Ruine hier unten etwas links der Mitte im Bild. Ich habe es von der Fortaleza do Monte aus aufgenommen. Wenn man direkt davor steht, wirkt es ganz anders (davon gibt's Fotos hier!) und in früheren Jahrhunderten war diese Kirche, die auf einem Hügel steht, sicherlich exponiert und auffällig. Hier auf dem Foto erkennt man viele Wohnhäuser und Wolkenkratzer, die heutzutage eher das Stadtbild von Macau prägen. Die übrig gebliebene Fassade der Kirche geht daneben fast unter.

Mir gefällt die Stadt am Meer sehr gut. Sie vereint modernes China mit portugiesischem kolonialen Flair. Ein paar weitere Fotos von Macau habe ich bereits 2005 in einem Beitrag auf den Blog gestellt.

Sonntag, 17. März 2019

Lin An Tai in Taipei, Taiwan

Heute habe ich ein Foto, das erst 5 Jahre alt ist. Im März 2014 war ich das erste Mal auf der Insel Taiwan. Ich bin damals nach einem beruflichen Einsatz, den ich in Shanghai hatte, hingeflogen und habe auch ein wenig über meine Reise nach Taipei geschrieben.

Mir hat die Stadt gut gefallen und besonders schön fand ich, dass man in Taipei nicht nur Hektik und Großstadt, sondern auch Ruhe finden kann. Erholsam fand ich das Lin An Tai Historical House and Museum, von dem diesmal das Foto der Woche stammt.

Lin An Tai Historical House and Museum, Taipei, Taiwan

Im Jahr 1754 kam Lin Chin-Ming aus der Provinz Fujian nach Taiwan. Er und seine Söhne waren erfolgreiche Geschäftsleute und kamen zu Reichtum, so dass sie dieses Ensemble von Häusern gebaut haben. Es ist in Richtung Südwesten gebaut und soll über gutes Fengshui verfügen. Die typisch südchinesische Anlage, bestehend aus Häusern, Gebäuden, Wegen, Gärten und einem See ist inzwischen eins der ältesten Gebäude-Ensembles Taiwans.

Als ich dort war, war auch eine Klasse Grundschüler dort, die ähnlich interessiert waren wie ich.

Sonntag, 10. März 2019

Wanderung am Pico de Fogo

Heute habe ich mal wieder ein altes Foto herausgekramt, das 1999 aufgenommen wurde. Wir waren damals für zwei Wochen auf den Kapverdischen Inseln, auf der touristischen Insel Sal, und haben einige Ausflüge von dort unternommen, um das Land besser kennen zu lernen. Ein Tagesausflug führte mit einem kleinen Flugzeug auf die Insel Fogo. Auf Fogo spürt man am ehesten, dass die Inselgruppe der Kapverden vulkanischen Ursprungs ist; Fogo ist quasi ein einziger Vulkan! Wir flogen früh morgens los und konnten schon von der Ferne die Insel sehen. Von oben ist der Vulkan beeindruckend, Tuffkegel, erkaltete Lavaströme; alles wirkt unwirklich, unbewohnbar.

Der Pico do Fogo ist 2829 m hoch und nach dem Teide (auf Teneriffa) die zweithöchste Erhebung im Atlantik. Fogo bedeutet Feuer. Die Insel ist 475 qkm groß und entstand durch verschiedene Eruptionsphasen, gefolgt von Erosionsphasen. So entstanden Täler, die wieder mit Lava gefüllt wurden, der Pico (so heißt der Vulkankegel) baute sich als Vulkan auf der alten Caldeira auf, immer wieder kamen zu bereits vorhandenen Kegeln neue hinzu. 

Wanderung am Pico de Fogo, Kapverden - eingescanntes Foto von 1999

Wir landeten auf dem abenteuerlichen Flugplatz in São Filipe, dem größten Ort auf der Insel und fuhren von dort nach Chã das Caldeiras. Während der Fahrt hatte man bereits einen atemberaubenden Blick auf die einmalige Landschaft. Wir sahen, wie Menschen auf der schwarzen Vulkanerde Wein und Gemüse anbauten und konnten davon kosten. Highlight des Tages war eine Wanderung am Rand des Vulkans.

Der Pico de Fogo lebt: Es gibt Rauchsäulen und ab und zu kleine Erdbeben. Wir waren wie gesagt 1999 dort und 2014 war wieder ein größerer Ausbruch des Vulkans, so dass es heute anders aussieht als damals.

Sonntag, 3. März 2019

Františkovy Lázně - Franzensbad

Františkovy Lázně (Franzensbad) liegt kurz hinter der bayerisch-tschechischen Grenze, direkt neben Cheb (Eger) und zählt zur Region Karlsbad. Bekannt ist die kleine Stadt (5.500 Einwohner) seit über 200 Jahren vor allem als Kurort.

Angelegt wurde das Kurbad 1793, wobei bereits seit dem 14. Jahrhundert bekannt war, dass die Gegend Quellen besaß, deren Wasser als heilend angesehen wurde. Die Stadt hat ihren Namen von Erzherzog Franz Joseph Karl von Österreich, der als Kaiser Franz II. letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war und 1804 das Kaisertum Österreich gründete, das er als Franz I. bis zu seinem Tod regierte. Unter seiner Förderung entwickelte sich das Kurbad im Bäderdreieck von Franzensbad, Marienbad und Karlsbad.

Františkovy Lázně - Franzensbad - Neue Kolonnaden

Franzensbad ist eins der ältesten Moorbäder Europas und auch als Frauenheilbad bekannt. Die letzten Jahrzehnte wurde kräftig renoviert; ich bin öfter dort und freue mich darüber, wie sich der Ort entwickelt hat. Dieses Foto der Neuen Kolonnaden ist von 2006 oder 2007.

Das für diese Kurbäder so typische Schönbrunner Gelb kombiniert mit Weiß macht die Gebäude so reizvoll. Klassizismus, Empire, Belle Epoque: Klassische Bäder-Architektur kombiniert mit schönen Parkanlagen, ein Traum. Gerade im Frühling ist es dort besonders schön, wenn Rhododendren blühen und man nach einem Spaziergang eins der so typischen Cafés besuchen kann. Hier nicht weit vom Fotografierstandort habe ich übrigens die beste Nuss-Biskuitrolle meines Lebens gegessen. :-)

Das Tschechische Bäderdreieck gilt als die quellenreichste Region Europas und ist weltweit bekannt. Franzensbad ist das kleinste Kurbad im Dreieck und gilt als das Juwel der böhmischen Kurorte. Mir persönlich gefällt es am besten; es ist überschaubar und entspannend. Wer ausprobieren möchte, ob er Kuraufenthalte mag: Franzensbad bietet Schnupperkuren an oder Wellness-Wochenenden. Aber auch, so wie ich es mache, ein Kurzbesuch mit Spaziergang gefolgt von Kaffee und Kuchen lohnt sich.

Sonntag, 24. Februar 2019

Hindu Tempel in Singapur

Der zugegeben etwas egoistische Ansatz meiner Aktion, dieses Jahr jede Woche ein altes Foto zu posten war ja, auf dem Dachboden zu wühlen und alte Fotos, Dias und Filme herauszusuchen, auszusortieren und ein paar brauchbare Fotos oder Dias oder Filme zu digitalisieren oder organisiert abzulegen. Bisher hat das noch nicht so ganz geklappt, aber das Jahr ist ja noch jung. ;-)

Mir geht es so, dass ich auf Reisen gerne fotografiere, die Fotos danach aber eigentlich nie anschaue. Irgendwie ist das schade, da ja schöne Erinnerungen damit verbunden sind. Daher habe ich mir überlegt, dass ich nicht bis zum Rentenalter damit warten will, die alten Fotos zu sichten. Da steckt einiges an Arbeit dahinter und vor allem muss ich mir überlegen, wie ich die verbliebenen Reise-Erinnerungen archiviere. Da mir schon einige Reisen fehlen, da die damaligen Sicherungen auf CD-ROM sich nicht mehr lesen ließen, tendiere ich dazu, ein paar Fotos auch analog aufzubewahren oder abzulegen. Wie macht Ihr das?

Barbara vor einem Hindutempel in Singapur 2002

Bei diesem analogen Foto, das Anfang 2002 mit einer Spiegelreflex aufgenommen wurde und das ich vorhin eingescannt habe, musste ich eine Weile überlegen, bis mir wieder einfiel, dass es in Singapur aufgenommen worden sein muss. Geotags heutzutage sind schon eine super Sache. ;-)

Ich erinnere mich aber noch gut an diesen heißen Tag als wir in Singapur einige Sehenswürdigkeiten abgeklappert haben. Mitten im wuseligen Chinatown Singapurs findet man einen nicht ganz dazu passenden Hindutempel, den Sri Mariamman Tempel. Das ist der älteste Hindu-Tempel Singapurs; er wurde von indischen Einwanderern aus Südindien 1827 erbaut. Geweiht wurde er der Göttin Mariamman, die angeblich Krankheiten heilen kann. Während der britischen Kolonialzeit war hier das Standesamt für Hindus; nur dieser Tempel war berechtigt, Hindu-Eheschließungen durchzuführen. Wir waren lange dort und haben echt gestaunt. Mein Fotograf fand aber offensichtlich mich im Vordergrund interessanter als die noch weiter nach oben gehenden Etagen, die auf dem Foto abgeschnitten wurden. Da man vom Tempel online inzwischen viele schönere Fotos findet, sehe ich dieses Foto also eher als klassische Reiseerinnerung. :-)

Update: Danke Michelle, es ist definitiv der Sri Thendayuthapani Temple, der in Little India liegt. Wir hatten uns damals ja einige Tage in Singapur aufgehalten und einiges besichtigt. Der Tempel scheint bei Hindus sehr beliebt für diverse Feste zu sein.

Sonntag, 17. Februar 2019

El Djem, Tunesien

Das Amphitheater im tunesischen El Djem ist mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Zuschauern ist nach dem Kolosseum von Rom und dem Amphitheater von Capua das drittgrößte Amphitheater des ehemaligen Römischen Reiches. Es wurde 238 nicht von den Römern sondern von den durch Olivenöl reich gewordenen Einwohnern El Djems gebaut. El Djem (auch El Jem, arabisch الجم al-Dschamm) ist das antike Thysdrus, nach Karthago war das die zweitgrößte Stadt des römischen Imperiums in Afrika. Das Amphitheater ist relativ gut erhalten und wurde bereits 1979 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Heute wird es für Konzerte und Festspiele genutzt, außerdem besuchen Touristen den Ort und das Amphitheater.

El Djem, Tunesien


Ich war 1989 und 2013 hier und fand es nie überfüllt; es liegt doch etwas abseits der Badeziele des Landes. Dieses Foto stammt vom März 2013.

Wenn man darin herumschlendert, kann man die Kämpfe der Gladiatoren mit Löwen und Tigern sowie die rasanten Wagenrennen erahnen. Die Stimmung in dem Bauwerk ist beeindruckend. Wer alte Steine mag, der kann sich einige Zeit hier aufhalten und die Ruinen auf sich wirken lassen.

Samstag, 16. Februar 2019

Inselhüpfen in der Karibik

Seit Ewigkeiten wollte ich die Kleinen Antillen kennen lernen. Darunter versteht man die Inselkette in der östlichen Karibik, die sich von den Jungferninseln im Norden bis vor die venezolanische Küste im Süden erstreckt. Bisher hatte ich davon nur eine einzige Insel besucht, und zwar St. Martin bei einer Transatlantikreise vor knapp 6 Jahren.

Die großen Karibikinseln wie Kuba, Cozumel oder Jamaika kenne ich besser, aber diese kleinen Inseln, die man oft sogar innerhalb eines Tages mit Boot oder Auto umrunden kann, sind ganz anders und auch interessant.

Kleine Antillen - St. Vincent

Die Kleinen Antillen werden übrigens weiter unterteilt und zwar abhängig vom Nordost-Passatwind in die nördlich gelegenen Inseln über dem Winde und die südlichen Inseln unter dem Winde, wobei man da unterschiedliche Informationen findet. Viele der Inseln bilden eigene Staaten, teils haben sie auch eigene Währungen, teils teilen sie sich eine Währung.

Klassisches Inselhüpfen ist erstaunlich schwierig. Man kann mit einem eigenen Boot segeln oder man nimmt den Privatjet, klar. Aber wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einer Insel zur nächsten möchte, tut man sich schwer. Es gibt Flüge, die allerdings nicht gerade billig sind. Fähren bzw. Schnellboote hätte ich erwartet, da die Inseln nicht weit voneinander entfernt sind, allerdings gibt es kaum welche. Man kommt damit z.B. von Guadeloupe nach Dominica und Martinique, aber sonst sieht es mau aus.