Dienstag, 31. Dezember 2019

Impressionen Q4 2019

Hier der Rückblick auf das vierte und letzte Quartal 2019 mit ein paar Fotos, die ich auf Instagram gepostet habe. Im Laufe dieses Jahres bekam ich mal wieder die bekannte Instagram-Müdigkeit, zumal das Tool die Sichtbarkeit extrem eingeschränkt hat und vieles, was ich teilte, bei Freunden gar nicht ankam. Ich habe nicht mehr so viel gepostet wie die Jahre zuvor. Ein paar Stories zwischendurch und ein paar Erinnerungen, aber wenig Neues.

Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, fahre ich gerne in die Bundesländer, die früher die DDR bildeten. Dieses Mal waren wir in Chemnitz, das damals Karl-Marx-Stadt hieß. Leider regnete es, aber das smac, Sachsens Archäologisches Museum, lohnt bei jedem Wetter. Es ist im ehemaligen Kaufhaus Schocken untergebracht, über dessen interessante Geschichte man sich darin auch informieren kann. Gut gefallen hat mir, dass im Museum klar wird, dass auch die Sachsen von Einwanderern aus Afrika und Anatolien abstammen... Rechts oben ein kleiner Steinpilz, den ich im Frankenwald bei einem Waldspaziergang gefunden habe. 20 Grad Wärme nach dem Regen ließen dieses Jahr die Pilze gut wachsen.

Collage Instagram-Fotos Oktober 2019

Neu für mich, obwohl ich viele Jahre in Nürnberg gelebt habe, war das Tucherschloss. Zwischen 1533 und 1544 als Stadtschloss der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher errichtet, wird die Welt der wohlhabenden Nürnberger Handelsfamilien jener Zeit lebendig. Der Hirsvogelsaal im Garten des Areals galt als schönste Schöpfung der ganzen deutschen Frührenaissance und war vor 100 Jahren eine der Hauptattraktionen Nürnbergs; er wurde im 2. Weltkrieg zerstört und vor einigen Jahren wieder aufgebaut. Im Garten des Tucherschlosses gab es diesen Sommer eine Ausstellung mit Werken von Holzbildhauer Stefan Schindler, der am 20. Oktober gezeigt hat, wie er arbeitet; da waren wir dort und haben zugeschaut. Rechts ein Foto von London beim Anflug auf Heathrow. Ich habe die Stadt mit ihren Lichtern noch nie so schön von oben gesehen und war ganz begeistert von meinem Fensterplatz. Die Fotos werden nie so gut, aber man konnte sich an der Themse entlang gut orientieren; sah u.a. die Tower Bridge und das rot illuminierte London Eye.

Das erste Foto im November stammt vom Schloss Callenberg nahe Coburg. In dem sehenswerten Jagd- und Sommerschloss der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha darf man innen nicht fotografieren. Auch das Deutsche Schützenmuseum ist dort untergebracht. Viele Stories und einen Beitrag habe ich über das nagelneue Flaggschiff der Reederei MSC Cruises gezeigt: Ich durfte die MSC Grandiosa vor ihrer Taufe kennen lernen und eine Nacht darauf verbringen. Danach war noch Zeit für eine kleine Tour durch Hamburg einschl. einem Essen in der Elbphilharmonie. Die drei Fotos oben neben dem Schloss stammen von dieser Kurzreise.

Collage Instagram-Fotos November 2019

Sonntag, 29. Dezember 2019

Sonnenuntergang am Tonle Sap, Kambodscha

Meine Reihe Foto der Woche habe ich vor knapp einem Jahr mit einem Foto vom Mekong begonnen. Heute ist der letzte Sonntag des Jahres; daher passt es ganz gut, das Foto-der-Woche-Jahr auch mit einem Foto aus Kambodscha zu beschließen.

Tonle Sap heißt der See auf diesem Foto, der nicht weit von Siem Reap liegt und u.a. mit dem Tonle-Sap-Fluss verbunden ist. See und Fluss sind extrem fisch- und artenreich und man sieht in der Region viele Fischerboote und allgemein viele Menschen, die auf Booten unterwegs sind. Der Tonle-Sap-Fluss mündet bei Phnom Penh in den Mekong und man kann ihn auch mit größeren Schiffen befahren. Einmalig ist, dass der Tonle-Sap-Fluss zweimal im Jahr seine Fließrichtung ändert!

Sonnenuntergang am Tonle Sap, Kambodscha

Wenn der Mekong aufgrund Schneeschmelze und Monsun viel Wasser führt, drängt sein Wasser in den Tonle-Sap-Fluss, dessen Wasser dann den Tonle Sap See anfüllt. Der See wird dadurch im Laufe der Monate ungefähr fünfmal so groß und tief wie in der Dürrezeit. Im September ist der Höhepunkt der Überflutung.

Die Region ist ein einzigartiges Ökosystem; Fischfang und Reisanbau sind wichtig für die Bevölkerung und man geht heute davon aus, dass die Entwicklung des Khmer-Königreichs und die Region um Angkor ohne den Wasser- und damit verbundenen Nahrungsreichtum in dieser Art nicht möglich gewesen wäre. 

Im November wechselt die Fließrichtung des Flusses wieder in Richtung Mekong und der Mekong wird über den Tonle-Sap-Fluss mit Wasser aus dem Tonle Sap See gespeist.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Christmas in New York

Mein heutiges Foto der Woche stammt gar nicht von Weihnachten, sondern von Anfang November 2011. Kalt war es damals in New York City und die Stadt war in vielen Bereichen schon auf Weihnachten eingestellt. Das Thema Christmas in New York wird im Tourismus seit vielen Jahren groß geschrieben und auch viele Europäer fliegen am Jahresende kurz in die Metropole, um dort einzukaufen und die laute und bunte Weihnachtszeit dort zu erleben.

Wie gesagt, bereits im November spürt man die Stimmung; der berühmte Weihnachtsbaum am Rockefeller Center steht ab Thanksgiving und die Eislaufbahn ist geöffnet. In Manhatten wird es bunt, die Schaufenster werden weihnachtlich geschmückt, man hört die typischen Weihnachtslieder und Holiday Season Sonderangebote bestimmen das Bild.

Christmas in New York; Impressionen aus New York City zur Weihnachtszeit

Inzwischen gibt es auch Weihnachtsmärkte nach europäischem Vorbild, und die Saks Fifth Avenue Light Show mit vielen bunten animierten Lichtern. Auch Macy's, eine weitere Kaufhauskette, ist bekannt für das persönliche Treffen mit Santa im Santa Land, was man ja aus vielen Filmen kennt.

In New York City kann es sehr kalt werden (ich habe übel gefroren!), daher packt Euch warm ein, wenn Ihr die besondere Weihnachtsstimmung dieser Metropole erleben wollt. Wer die Stadt in der Advents- oder Weihnachtszeit besuchen möchte, sollte frühzeitig buchen oder auf ein kurzfristiges Schnäppchen hoffen; die Preise für Flüge und Hotelzimmer sind in der Zeit entsprechend hoch.

Sonntag, 15. Dezember 2019

Borobudur: Buddhistische Tempelanlage im Dschungel Javas

Dass ich alte Steine mag, ist ja kein Geheimnis; es gibt sogar eine eigene Kategorie dafür hier auf dem Blog. Verstreut auf dieser Welt gibt es größere und kleinere Sehenswürdigkeiten, die Jahrhunderte alt sind und oft etwas Magisches ausstrahlen.

Ein Ort, der mich mit seiner Stimmung und der handwerklichen Kunst verzaubert hat, ist Borobudur, das nahe Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java liegt. Meinen Reisebericht zu Borobudur habe ich kürzlich überarbeitet und mit ein paar weiteren Fotos, die noch auf der Festplatte schlummerten, ergänzt.

Borobudur - Buddhastatuen mit traumhaft schöner Landschaft im Hintergrund

Faszinierend sind neben den vielen Buddhastatuen auch die unzähligen Reliefs, die Szenen des täglichen Lebens und das Leben Buddhas zeigen. Beeindruckt hat mich außerdem die Landschaft; mitten im Grün des Dschungels wirken die alten Steine umso magischer.

Sonntag, 8. Dezember 2019

Trakai: See und Wasserburg, Litauen

Mein heutiges Foto der Woche stammt von der selben Städtereise wie das von letztem Sonntag. Nur knapp 30 km von der litauischen Hauptstadt Vilnius enfernt und eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Landes, liegt die Wasserburg Trakai mitten im See nahe der kleinen Ortschaft.

Auch wenn es im Winter kalt ist, macht das mit der richtigen Kleidung nichts und man findet Ruhe. Sehr gut gefallen hat mir ein Spaziergang entland des Sees. Im Sommer ist hier sicherlich mehr los, entlang der Anlegestellen und mit den Booten.

Blick von Trakai auf den See und die Wasserburg, Litauen

Hier liegen zwei Ruderboote ganz idyllisch am Rand des Sees. Das strahlt eine Ruhe aus, die ich sehr genossen habe. Im Sommer kann man entlang des Sees auch Boote mieten oder mit einem größeren Ausflugsboot fahren.

Aber im Winter hat es einen ganz besonderen Charme. Mehr über meinen Advents-Kurztip nach Litauen vor 2 Jahren findet sich hier.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Weihnachtsmarkt in Vilnius, Litauen

Ich dachte immer, dass ich kein großer Freund von Weihnachtsmärkten und vorweihnachtlicher Stimmung in Städten bin. Das kommt sicherlich daher, dass ich viele Jahre in Nürnberg gelebt habe und die Innenstadt zur Zeit des Nürnberger Christkindlesmarkt überfüllt ist. Zu viel süßer Glühwein tut sein übriges, manchmal ist die Stimmung eher betrunken als idyllisch.

Umso schöner finde ich es daher, einen für mich unbekannten Weihnachtsmarkt zu besuchen. Städte haben dann eine ganz andere Stimmung als im Sommer. Gut gefallen hat mir z.B. ein Adventswochenende in Wien, aber auch Litauen ist bekannt für seine Weihnachtsmärkte und für die ganz besondere Atmosphäre. Daher gibt es heute am Ersten Advent ein Foto aus Vilnius.

Weihnachtsmarkt in Vilnius, Litauen

Dies hier ist ein Foto des Domplatzes vor der St. Stanislaus Kathedrale mit ihrem bekannten Glockenturm. Der über 25 Meter hohe künstliche Weihnachtsbaum ist in Wirklichkeit ziemlich lila; das verschluckt die Kamera auf die Entfernung.

Man kann auch hier Glühwein oder Kräutertee sowie Snacks kaufen oder sich mit Weihnachtsgeschenken eindecken: An den vielen Ständen werden auch Kunsthandwerk und Souvenirs angeboten. Ein paar mehr Fotos sowie Tipps zu einem Adventswochenende in Litauen finden sich hier.

Sonntag, 24. November 2019

Fjorde von Musandam, Oman

Musandam liegt als Exklave ganz im Norden Omans an der Straße von Hormus. Exklave bedeutet, dass das Land durch einen Korridor, der zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, vom restlichen Oman abgetrennt ist.

Musandam ist bekannt für seine hohen Kalksteinfelsen, die über 2.000 Meter hohe Berge aufragen und die zum Teil steil zum Wasser abfallen. Die dabei entstehenden fjordähnlichen Buchten haben der Region den Beinamen "Norwegen Arabiens" eingebracht, wobei ich solche Vergleiche nicht mag und die Fjorde auch optisch total anders aussehen.

Fjorde von Musandam, Oman

Schön ist eine Bootsfahrt mit dem typischen Segelboot der Region, einem Dhau. Außerdem ist das Wasser warm genug, man kann schwimmen oder schnorcheln.

Man kann die Fjorde bei einer Rundreise durch den Oman besuchen, außerdem sind sie ein beliebter Stopp bei einer Kreuzfahrt durch den Orient. So habe ich sie kennen gelernt. Die Lage zwischen dem Golf von Oman und dem Persoisch-Arabischen Golf ist strategisch von hoher Bedeutung, es gibt Militärstützpunkte. Als unser Schiff sich mitten in der Nacht der Straße von Hormus näherte, kreisten Hubschrauber über uns und das Schiff wurde von oben stark angeleuchtet. Das war schon speziell. 

Sonntag, 17. November 2019

Reisen im Laufe der Jahrzehnte

Sabine von Ferngeweht ist neugierig und will wissen, wie sich der Reisestil verschiedener Reiseblogger im Laufe der Zeit verändert hat. Anlass dafür war ihr 50. Geburtstag, bei dem sie sicherlich vieles reflektiert hat. Seit mehr als 30 Jahren ist Sabine reisend unterwegs und meint, dass sich von den ersten Reisen bis heute einiges verändert hat. - Das Thema der Blogparade lautet daher "Wie hat sich dein Reisestil im Laufe der Jahre verändert? Reist du immer noch genauso wie vor 15, 20 oder 30 Jahren? Oder sehen deine Urlaube heute ganz anders aus als früher?"

Meine Art des Reisens und des Urlaub-Machens hat sich in den letzten 50 Jahren verändert und ist in manchen Grundzügen doch gleich geblieben. Ja, so lange reise ich schon. :-)

Reisen als Kind 


Mit zwei haben meine Eltern mich mit nach Österreich an den Neusiedler See geschleppt, das war im Herbst 1969. Die Jahre danach ging's an den Gardasee und ins Tessin. Von Süddeutschland aus war das gut mit dem Auto zu erreichen. Am Gardasee waren wir mit dem Zelt, im Tessin wohnten wir in einer Ferienwohnung. Kürzlich habe ich mit meiner Mutter alte Alben angeschaut und beim Tagebuch einer Reise an den Lago Maggiore stand bei den meisten Tagen "Regen" mit dabei. Mit zwei kleinen Kindern war ein festes Haus sicherlich besser als ein Zelt.

Am Lago Maggiore 1972

Nach einem Urlaub im Allgäu fingen meine Eltern an, sich für den Norden zu interessieren und es folgten deutsche Nordseeküste, Dänemark und schließlich Schweden, Finnland und Norwegen, einmal sogar mit dem Wohnwagen bis ans Nordkap. Daneben gab's immer schon Kurzreisen oder lange Wochenenden, oft ins Elsass oder in andere Regionen Frankreichs und Deutschlands, oft auch zum wandern, was ich damals hasste. Heute mag ich es.

Früher dachte ich immer, dass ich auf diesen Reisen vor allem viele Sehenswürdigkeiten besucht habe - Schlösser, Burgen, Museen, große und weniger große Städte, Ruinen. Vom Sightseeing gibt es auch viele Fotos oder Eintrittskarten, die mit in den Alben kleben. Und viele Erinnerungen.

Riesenradfahrt im Prater, Wien

Diese Woche war ich beruflich in Wien und hatte zum Glück an einem der Abende etwas freie Zeit, so dass ich in die Innenstadt gefahren bin und einen ganz ganz langen Spaziergang gemacht habe. Auch wenn es derzeit kalt und abends dunkel ist, fasziniert diese schöne Stadt.

Als Foto der Woche gibt es daher kein aktuelles Nachtfoto sondern eins aus dem Archiv von unserem Adventswochenende in Wien vor 10 Jahren. Wenn die Sicht halbwegs okay ist, würde ich bei einem Wien-Besuch als erstes den Prater besuchen und mit dem berühmten Wiener Riesenrad fahren: Man bekommt dabei einen Überblick über die Stadt und kann sich danach besser orientieren.

Riesenradfahrt im Prater, Wien

Das Riesenrad im Prater ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war damals eines der größten Riesenräder der Welt. Inzwischen gibt es größere, aber der Charme des Wiener Riesenrads ist geblieben.

Wir haben damals auch eine Wien-Tour auf den Spuren des Dritten Manns gemacht. In diesem berühmten Film, den ich jedem ans Herz legen möchte, gibt es eine lange Szene, die im Riesenrad spielt.

Sonntag, 10. November 2019

Ausgrabungsstätte Nora, Sardinien

Nur wenige Kilometer von Cagliari entfernt liegen die Überreste von Nora, einer im 9. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern gegründeten Stadt.

Die Lage war wahrscheinlich mit entscheidend für die Anlage dieser wohl ältesten Stadt Sardiniens. Nicht weit vom Meer entfernt, war es wohl ein guter Hafen. Nach den Römern kamen die Punier, die Karthager und die Römer, von denen die meisten Relikte erhalten sind. Man sieht u.a. die Reste eines Amphitheaters, eines Tempel und einer Therme. Mir haben die Mosaike und eine Säule gut gefallen.

Ausgrabungsstätte Nora, Sardinien

Bedeutendster Fund ist die Stele von Nora, die allerdings nicht im archäologischen Park sondern in einem Museum in Cagliari befindet. Sie ist wegen phönizischer Inschriften bekannt, die aber nicht wirklich entziffert wurden, da sie nur fragmentarisch enthalten sind. Fest steht, dass auf ihr das Wort Sardinien erwähnt wird; in einer frühen Form natürlich.

Nicht weit von der archäologischen Ausgrabungsstätte gibt es einen Strand, der zum Baden einlädt.

Sonntag, 3. November 2019

Weite im norwegischen Fjell

Heute habe ich wieder ein eingescanntes Dia aus grauer Vorzeit als Foto der Woche. Es stammt vom September 1988, als in Norwegen schon Schnee lag. Trotzdem war es möglich, schöne Wanderungen im Fjell zu unternehmen.

Das norwegische Wort fjell und das schwedische fjäll (das durch den Rucksack so bekannt ist) bedeuten eigentlich nur so etwas wie Gebirge oder Fels und bezeichnen die hügelige Bergtundra oberhalb der im Norden recht niedrig liegenden Waldgrenze

Norwegen 1988

Wenn die Straßen und Wege weniger werden, findet man meist einen Platz, wo man das Auto stehen lassen kann und mit Wanderstiefeln und guter Ausrüstung weiter geht.

Wer mag, ist tage- oder wochenlang unterwegs; ich mag lieber mehrstündige Touren und den Blick auf die Weite der gefühlt unendlichen Natur. 

Sonntag, 27. Oktober 2019

Wandern am Lac de Sainte-Croix, Provence

Mir gefällt die Provence sehr gut, die Sonne, das Licht, die Landschaft, die Gerüche, das Essen - einfach alles. Sehr gerne mag ich die etwas höher gelegene Region um Riez und Verdon. Anfang der 1970er Jahre hat man eine Staumauer gebaut, um den Fluss Verdon zu einem See anzustauen und für die Energieerzeugung zu nutzen. Entstanden ist der Lac de Sainte-Croix, der zweitgrößte französische Stausee.

Damals wurde das Dorf Les Salles-sur-Verdon überflutet ein paar hundert Meter weiter wieder aufgebaut. Der Stausee ist bei Einheimischen und Touristen beliebt; ich war in den 1990ern ein paar Mal hier und Anfang der 2000er Jahre wieder. Man kann baden und fand zumindest damals immer ein ruhiges Fleckchen. Die nahegelegene Schlucht Gorges du Verdon, umgangssprachlich Grand Canyon du Verdon genannt, die der Verdon ins Gestein geschnitten hat, ist beeindruckend.

Wandern am Lac de Sainte-Croix, Provence




































Dieses Foto stammt von 2003. Da es um die Verdonschlucht herum bergig ist, kann man dort auch wunderbar wandern. Es gibt eine Reihe von Fotos von mir von dieser Wanderung, oft mit dem See im Hintergrund und mit knallrotem Kopf, da es doch anstrengend ist,so viel bergauf zu marschieren.

Leider waren die Wanderwege damals nicht gut ausgeschildert, so dass wir uns ziemlich verlaufen hatten. Da ist es wichtig, genügend zu trinken und etwas Proviant dabei zu haben.

Sonntag, 20. Oktober 2019

Moulin Rouge, Montmartre

Hier ein Foto des berühmen Pariser Variete´s mit der roten Mühle: Moulin Rouge liegt im Vergnügungsviertel Pigalle am Montmartre und irgendwie komme ich immer zufällig vorbei, weil es auf dem Weg liegt.

Genau wie der Eiffelturm wurde es 1889 eröffnet und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Paris. Mein Foto stammt vom März 2008, als ich nach einem geschäftlichen Termin das Wochenende dran gehängt habe, um mal wieder Pariser Luft zu schnuppern. Meine Berichte dazu sind hier und hier.

Moulin Rouge, Montmartre

Der Montmartre ist der höchste Berg der Staddt und war schon immer als Aussichtspunkt bekannt; früher standen hier wirklich Windmühlen. Einige dieser Windmühlen wurden zu (Tanz-)Cafés oder Varietés ausgebaut, wie die rote Mühle. Es gibt noch andere Varietés in Paris, aber das Moulin Rouge ist auch wegen Literatur und Filmen darüber wohl eins der bekanntesten.

Ich war in den 1990ern mal zu einer Dinner-Show dort und habe neben Champagner, den es dazu gab, auch die Tanznummern genossen. Das war eine interessante Erfahrung.

Sonntag, 13. Oktober 2019

Gemüsemarkt in Südchina

Mein heutiges Foto der Woche habe ich Anfang 2006 im Süden Chinas geschossen. Ich schätze, es war in Guangzhou, der Hauptstadt der Provinz Guangdong. Ich kenne die Stadt am Perlflussdelta seit 1990 und mag sie sehr gerne. Im Winter ist es eher feuchtkalt, aber heutzutage gibt es genügend Gebäude, in denen man sich beim Erkunden der Stadt zwischendurch aufwärmen kann.

Stadt und Region wurden bei uns früher auch als Kanton bezeichnet, und die kantonesische Küche ist eine der bekanntesten chinesischen Regionalküchen. Vielseitig, nicht so scharf, viel Gemüse und Meeresgetier. In China gibt es das Gerücht, dass die Kantonesen alles essen, was vier Beine hat, außer Tisch und Stühle. Das Vorurteil stammt aus der Zeit, als man dort sehr arm war und gegessen hat, was man fand, einschl. Katzen, Hunden und Schlangen.

Gemüsemarkt in Südchina

Früher waren die Märkte kleiner und nicht so reich an verschiedenen Gemüsesorten, dabei liefert das Klima gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Auf diesem Foto sieht man die Gemüseabteilung in einem der großen Lebensmittelmärkte. Oft gibt es neben solchen Märkten auch einfache Restaurants, die mit frischen Zutaten aus den Märkten kochen.

Sonst ist die Region um Guangzhou als Fabrik der Welt bekannt und ich habe dort schon einige Fabriken besucht; es gibt Industrie ohne Ende. Guangzhou ist die größte Stadt im Perlflussdelta und die Region ist eine der größten zusammenhängenden Stadtlandschaften (Megalopolen) weltweit. Hongkong, Shenzhen und ein paar weitere Städte gehören dazu; die Megalopole hat über 60 Millionen Einwohner.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Europäische Städte von oben: Sibiu

Wenn ich eine neue für mich unbekannte Stadt entdecke, gehe ich gerne als erstes in die Höhe!

Aussichtspunkte für den perfekten Überblick und für den perfekten Ausblick sind nicht nur bei mir beliebt, daher hat Katja auf ihrem Blog Well Spa Portal bei Reisebloggern geheime Tipps für die besten Aussichtspunkte Großstädte gesammelt.

Blick von oben: Sibiu und die Transsylvanischen Alpen

Klar, dass dabei eine Menge zusammenkam - neben deutschen Großstädten waren auch europäische Geheimtipps gewünscht. Also habe ich länger überlegt und kam dann auf das rumänische Sibiu, über das ich im Blog hier geschrieben habe.

Was mein Geheimtipp für Sibiu ist, findet Ihr in der Zusammenfassung. Und, wer Anregungen möchte, weitere geheime und weniger geheime Tipps und ein paar Ideen für Städtereisen, der wird bei der Zusammenstellung Über den Dächern der Stadt von Katja ganz sicher fündig!

Sonntag, 6. Oktober 2019

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau 1991

Beim Durchschauen meiner alten Dias fiel mir eins in die Hände, das ich so typisch für Moska fand. Ich war im April 1991 dort und hatte das Glück, dass mich Freunde durch die Stadt führten. Dieses Tor erinnerte mich entfernt an das Brandenburger Tor; wenn man näher kommt, wirkt es dann doch ganz anders.

Statt der Pferde wird es von zwei sozialistischen Vorzeigemenschen gekrönt. Ein Traktorfahrer und ein Kolchosemädchen werden dargestellt. Es stellt den Haupteingang des Ausstellungsgeländes der Errungenschaften der Volkswirtschaft dar. Ich habe es im April 1991 fotografiert, damals war das die Leistungsschau der UdSSR.

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau April 1991

Im Hintergrund erkennt man den zentralen Pavillon der Ausstellung, der für mich diese typische Architektur aufweist. Davor stand damals eine Lenin-Statue.

Sonntag, 29. September 2019

Familienurlaub in der Ferienwohnung im Tessin

Heute geht's mit dem Foto der Woche noch weiter zurück in die Vergangenheit, ins Jahr 1972. Damals hat man viel schwarzweiß fotografiert und die Fotos vom eigentlich wunderschönen Lago Maggiore mit seinen Palmen und den Farben wirken auf solch kleinen Fotos heutzutage einfach nicht mehr.

Da ist es schön, wenn sich im elterlichen Fotoalbum neben inzwischen unbrauchbaren Landschaftsaufnahmen auch Fotos finden, die Menschen zeigen. So wie hier - das vorne im coolen weißen Ensemble mit der schwarzen Sonnenbrille, das bin ich!

Villa Anna Maria - Ranzo, Tessin 1972

Die Villa Anna Maria war damals ein Haus im Tessin, nicht weit von der italienischen Grenze entfernt, mit mehreren Ferienwohnungen, nicht weit vom See entfernt. Ferienwohnungen waren damals bei Familien mit kleinen Kindern beliebt.

Ich erinnere mich gerne an Urlaube im Tessin: Das Licht dort ist ein Traum, die Berge und der See faszinieren mich auch heute noch.

Sonntag, 22. September 2019

Oslo 1988

Da ich gerade in Oslo bin, gibt's ergänzend zu den Fotos, die ich live oder fast live auf Instagram teile, als Foto der Woche auch noch eins aus dem Archiv. Ich war mehrmals in Oslo, dieses Foto stammt vom September 1988. Rechts kann man noch ein wenig das Rathaus erkennen, das so typisch für die Stadt ist.

Oslo - Blick auf den Hafen vor dem Rathaus 1988

Oslo liegt ja am Wasser; der Oslofjord ist mit ca. 118 Kilometer Länge einer der längsten Fjorde Norwegens. Am Ende ist die Hauptstadt des Landes. Daher ist es auch schön, die Stadt mit dem Schiff zu erreichen oder von dort weg zu fahren.

Das Foto stammt von der Anhöhe, auf der sich auch die Festung Akershus (norwegisch Akershus festning) befindet. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

Sonntag, 15. September 2019

Nochmal Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung (Transsib 1991)

Da ich auf mein zugegeben echt mies eingescanntes Dia als Foto der letzten Woche so viele Mails bekommen habe, mache ich gerade weiter mit zwei weiteren Fotos von jenem Tag - irgendwann im Frühjahr 1991 an der chinesisch-sowjetischen Grenze.

Ich erinnere mich noch gut, dass es in China bereits Frühling war, bzw. in der Region um Peking und Tianjin blühte und grünte es. Je weiter ich mit dem Zug in Richtung Norden fuhr, desto winterlicher wurde es wieder. In der Mandschurei war es kalt, an der Grenze zwischen der Inneren Mongolei (die Grenzstation der VR China nannte man damals Manzhouli, jetzt Manjur) und der UdSSR war es auch winterlich kalt, wie man an der Kleidung des Eisenbahnbeamten sieht. So blieb es dann auch... Ich hatte erst überlegt, von Moskau aus einen kurzen Ausflug nach Leningrad (so hieß St. Petersburg damals) zu machen, allerdings gab's dort Neuschnee, so blieb ich in Moskau. Den Frühling habe ich erst wieder gesehen, als ich durch die Ukraine fuhr. Da blühten die Felder, dass es eine Pracht war!

Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung eines Waggons Transsibirischen Eisenbahn 1991

Nach ein paar Tagen in Moskau bin ich nämlich mit der Bahn weiter nach Prag. Die Fahrt durch das westliche Russland und die Ukraine war echt ein Traum. Auch der Blick vom Bahnhof in Kiew auf die Stadt werde ich nie vergessen. Leider fuhr ich durch (ich hatte ja nur ein Transitvisum) und hatte keine Zeit, mir die Stadt anzuschauen. In Lwiw (Lemberg, Lviv, Lvov, Lwow) wurde der Zug geteilt; ein Teil fuhr nach Budapest und weiter nach Rumänien. Ich fuhr mit dem restlichen Zug durch die damalige Tschechoslowakei weiter nach Prag. Eine andere Alternative wäre die Fahrt von Moskau über Minsk nach Berlin gewesen. Aber Prag lag näher an meinem damaligen Wohnort Nürnberg, oder war einfach interessaner als das Berlin des Jahres 1991. Also bin ich lieber nach Prag.

Freitag, 13. September 2019

Reise-Tipps für die Normandie

Meine Reiseblogger-Freundin Marion von Escape from Reality reist gerne in die Normandie. Sie mag dabei die Landschaft, schwindelerregende Klippen, Kreidefelsen, traumhafte Strände sowie zauberhafte Dörfer und Städte mit Geschichte.

Da sie von der Normandie nicht genug bekommen hat, hat sie andere Reiseblogger nach ihren den besten Tipps für die Normandie gefragt. Sehr gerne bin ich mit einem meiner Lieblingsplätze dabei.

UNESCO-Weltkulturerbe in Le Havre: Architektur von Auguste Perret

Ich kenne die Normandie nur von einem Tagesausflug, über den ich hier berichtet habe. Neben dem malerischen Honfleur und dem mondänen Seebad Deauville gefiel mir aber die Großstadt Le Havre besonders gut und daher habe ich sie für Marion und ihre Leser ausgewählt.

Warum die Stadt seit einiger Zeit UNESCO-Welterbe ist und was mir besonders gefiel, findet Ihr in der Zusammenfassung 14 Reiseblogger-Tipps für die Normandie bei Marion. 

Sonntag, 8. September 2019

Umspuren eines Eisenbahnwaggons

Mein heutiges Foto der Woche ist ein eingescanntes Dia, das die Umspurung eines Waggons zeigt. Die Eisenbahnnetze dieser Welt haben unterschiedliche Spurweiten und wenn ein Zug von einem System ins nächste fährt, ist eine sog. Umspurung nötig. Das ist gar nicht so selten und dauert. Manchmal macht es daher auch Sinn, an einem Bahnhof den Zug zu wechseln. Die Eisenbahn in Russland (und der gesamten früheren UdSSR) ist nach sog. russischen Normalien gebaut und hat eine Spurweite von 1520 mm, ist also eine sog. Breitspur. Ich denke, mein Foto habe ich am Grenzbahnhof der transmandschurischen Eisenbahn geschossen, in Sabaikalsk. Ganz sicher bin ich mir nicht; früher hatten die Dias ja keinen Geotag.

Sabaikalsk entstand 1897 durch den Bau der Chinesischen Osteisenbahn, die Teil der ursprünglichen Strecke der Transsibirischen Eisenbahn war. Der Ort liegt direkt an der Grenze und war damals der erste bzw. letzte Stopp auf dem Territorium des Russischen Reiches. Als ich im April 1991 dort war, war es für mich der Grenzübertritt in die UdSSR und ich bin mit einem Transitvisum gereist, heute ist es wieder Russland.

Umspuren eines Eisenbahnwaggons - Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn 1991

Ich fand es total interessant, eine Weile zuzuschauen, was hier passiert. Dann bin ich aber weiter und habe den Aufenthalt (wie lange das war, weiß ich gar nicht mehr - ein paar Stunden sicherlich) genutzt, um einen Spaziergang durch den Ort zu machen. Für mich war das total interessant: Nach über einem Jahr China schmeckte der Laib Roggenbrot, den ich mir dort kaufte und von dem ich so wie er war abgebissen habe, richtig gut. Das war doch eine Abwechslung zu Reis, den ich langsam nicht mehr sehen konnte. Die Läden waren ansonsten sehr armselig bestückt, es gab wenig zu kaufen. Was mir noch auffiel war, dass der Abakus zum Rechnen in den Läden ein anderer war als der in China übliche. Inzwischen nutzt man wahrscheinlich elektronische Hilfsmittel. ;-)

Donnerstag, 5. September 2019

Die schönsten Wanderungen in den Alpen

Im Sommerhalbjahr locken die Alpen mit wunderschönen Wanderwegen. Da ist es manchmal schwierig, sich zu entscheiden: Abhängig von der Zeit, die man hat und der körperlichen Fitness steht man vor der großen Auswahl an einfachen mehrstündigen Touren, evtl. mit Anfahrt über eine Seilbahn, über Tagestouren bis hin zu Fernwanderwegen.

Um die Entscheidung leichter zu machen, haben Thomas und Jannik, die das Blog trekkinglife betreiben, Outdoor-Blogger und Blogger mit Wanderpassion gefragt, was ihre schönsten Wandertouren sind. So ist eine schöne Sammlung der 19 schönsten Wanderwege in den Alpen zusammen gekommen.

Wanderweg nahe Livigno, Italien

Ich bin mit einer Region dabei, die bei vielen nur vom Wintersport her bekannt ist. Livigno im Dreiländereck zwischen Schweiz, Österreich und Italien hat die letzten Jahre viele Wanderwege neu ausgeschildert und lockt zudem mit einem Gourmet-Wanderpfad.

Mehr dazu und weitere Ideen und Inspirationen für den nächsten Wanderurlaub findet Ihr bei trekkinglife.

Sonntag, 1. September 2019

Beyazıt-Platz und Haupttor zur Universität Istanbul

Mein heutiges Foto der Woche stammt wieder vom Dachboden. Es ist ein Dia aus dem Sommer 1987 und zeigt in der linken Hälfte des Fotos den Haupteingang der İstanbul Üniversitesi - der Universität Istanbul. Sie liegt ziemlich zentral in Istanbul im Stadtteil Fatih und ist eine der größten und renommiertesten Universitäten der Türkei.

Gegründet wurde sie bereits im 15. Jahrhundert und zwar kurz nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453. Damals endete das Byzantinische Reich und der osmanischen Sultan Mehmed II. ergriff die Macht, nachdem seine Truppen die Stadt erobert hatten. Ein paar Tage später gab er den Befehl, eine Madrasa - eine islamische Schule - zu gründen.

Haupteingang der Universität Istanbul 1987

Wenn man durch Istanbul bummelt, stößt man irgendwann auf den Beyazıt Meydanı, den Platz, der hier zu sehen ist. Früher war hier ein Forum, das wohl auf Kaiser Konstantin den Großen zurück geht, der um 330 seine Residenz in das später nach ihm benannte Konstantinopel verlegte. Man hat im 20. Jahrhundert bei Straßenbauten archäologische Funde gemacht. Die Geschichte dieser Stadt ist hoch interessant und fasziniert mich immer wieder.

Sonntag, 25. August 2019

Aomori, Japan

Mein Foto der Woche führt uns diesmal nach Aomori. Die Stadt liegt ganz im Norden der japanischen Hauptinsel Honshū.Wir haben sie im Rahmen einer Kreuzfahrt besucht und ich fand es schön, eine relativ normale japanische Stadt kennen zu lernen. Wir haben uns einfach treiben lassen.

Diese Straßenkreuzung fand ich so speziell, dass ich ein Foto gemacht habe. Das schwarze Eckhaus sieht total interessant aus und fällt auf. Ich denke, dass es eine Bar ist (zumindest reime ich mir das anhand der Schriftzeichen zusammen).

Aomori - Straßenszene mit Eckhaus

Aomori ist bekannt für seine von innen beleuchteten Figuren aus Papier, die man hier an diesem Gebäude gut sehen kann. Ich kann mir vorstellen, dass diese Gesichter auch nachts leuchten.

Über meinen Besuch in Aomori vor 5 Jahren habe ich hier ausführlich geschrieben.

Sonntag, 18. August 2019

Khao Ta-Pu (James-Bond-Insel), Thailand

Mein heutiges Foto der Woche stammt aus Thailand und zeigt diese berühmte James-Bond-Insel. Sie 30 Meter hohe Felsnadel heißt in Wirklichkeit Khao Ta-Pu und gehört zur Insel Khao Phing Kan im Nationalpark Ao Phang-nga.

Wir haben Anfang 2002 mit Bus und Boot ab Phuket einen Ausflug in die Provinz Phang-Nga gemacht und waren begeistert von den schönen Inseln der Bucht. Die Tour war sehr abwechslungsreich, wir besuchten u.a. eines der muslimisch geprägten Dörfer, die auf Pfählen im Meer stehen und konnten im Meer schnorcheln. In der Phang-nga-Bucht es viele Kalksteinfelsen, die interessant verwittert sind.

Khao Ta-Pu (James-Bond-Insel), Thailand

Dieser Nagelfelsen (das ist die Übersetzung des thailändischen Namens) ist wahrscheinlich einer der am meisten fotografierten Felsen der Welt. Inzwischen soll es dort sehr voll sein; damals waren auch ein paar Boote, es war aber überschaubar.

Der James Bond Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" mit Roger Moore hat ihn berühmt gemacht und während der Busfahrt wurde eine alte Videokopie davon gezeigt, quasi zur Einstimmung. Man wird dann zur Pingan-Insel (Khao Phing Kan) gebracht, die für die Dreharbeiten zur Hälfte weggesprengt wurde und von der man diesen beeindruckenden Blick hat. Wenn man weiter weg ist, erkennt man die Felsnadel kaum; sie geht inmitten der anderen Inseln fast unter.

Sonntag, 11. August 2019

Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv, Frankreich

Meist fotografiere ich selbst, daher gibt's nicht allzu viele Fotos von mir. Auf diesem hier, das im Sommer 2003 geschossen wurde, kneife ich die Augen zusammen, wahrscheinlich wegen der Sonne.

Man erkennt dabei eine der Kameras, mit denen ich früher fotografiert habe. Meine erste Spiegelreflex habe ich mir 1989 oder 1990 gekauft, bevor ich zum Studium nach China bin. Dies hier müsste ein anderer Fotoapparat sein, einer mit Metallgehäuse, was mir im Nachhinein lieber war. Die Objektive passten auf beide Kameras, was praktisch war. Ich hatte auch ein großes Teleobjektiv, das ich aber oft nicht mit hatte, weil es so schwer war.

Aiguille du Midi - Barbara mit analoger Spiegelreflex 2003

Das Foto hier entstand in der Nähe von Chamonix, wo wir spontan ein wunderbares altmodisches Hotel mit dem Charme der 1920er Jahre gefunden hatte. Bevor es Smartphones gab, fuhr man einfach ein Hotel nach dem anderen ab (Straßenschildern folgend) und fragte, ob sie freie Zimmer haben. Die Preise waren in Frankreich gut ersichtlich in der Nähe des Eingangs angebracht. Das Hotel hat uns damals gut gefallen: Es gab einen kleinen Balkon mit Blick aufs Mont-Blanc-Massiv. Das Wetter war allerdings nicht so gut. Aber auch bei gutem Wetter hätte ich es nicht ins Hochgebirge gewagt. Etwas wandern kann man auch tiefer und mit der Seilbahn kommt man immerhin auf 3842 Meter. Da wird die Luft schon dünn!

Die Aiguille du Midi (3842 m) ist ein beliebter Aussichtspunkt für Touristen, dient aber auch als Ausgangspunkt für alpine Berg- und Skitouren ins Mont-Blanc-Massiv. Wir sind hoch gefahren, obwohl alles im Nebel war. Als wir dann oben waren, kam doch noch ein wenig die Sonne heraus und wir hatten einen schönen Ausblick.

Sonntag, 4. August 2019

Shanghai Pudong Airport Terminal 1

Ich mag ja Flughäfen... Viele haben ihre ganz einfache Atmosphäre, manche sind alt, dreckig und laut, andere modern, steril, leer - und in Shanghai mag ich das ältere Terminal 1 am liebsten.

Der Shanghai Pudong International Airport (上海浦东国际机场, Shànghǎi Pǔdōng Guójì Jīchǎng) wurde, wie es sich gehört, zum 50. Gründungstag der Volksrepublik China am 01.10.1999 eröffnet; ich war im Dezember 2000 das erste mal dort. Das heutige Terminal 1 wurde vom französischen Architekten Paul Andreu entworfen. Von außen ähnelt es der Silhouette einer übers Wasser schwebenden Möwe mit ausgebreiteten Flügeln, was zum Flughafenthema natürlich super passt. Von innen ist die Deckenkonstruktion mit den Stangen, die von oben nach unten zeigen, so besonders.



Wer das erste Mal in Shanghai ankommt, sollte mit dem Transrapid fahren, auch wenn dieser nicht ins Stadtzentrum fährt (man kann ab der Endstation mit der U-Bahn weiter fahren). Shanghai kenne ich seit 1990 und war seitdem öfter dort, oft auch wochenlang. Erzählen könnte ich viel darüber, und ein paar Beiträge sind auch auf dem Blog. Dafür bitte hier klicken.

Sonntag, 28. Juli 2019

Fischauktionshalle in Hamburg-Altona

Das aktuelle Foto der Woche stammt vom Sommer 1998 und ist eingescannt. Ich finde, dass Hamburg sich gut dazu eignet, mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Wie man hier sieht, habe ich es damals schon gerne etwas übertrieben und war wohl ziemlich müde. ;-)

Im Hintergrund sieht man die Altonaer Fischauktionshalle, die1895/96 erbaut wurde und von ihrem Stil her an antike römsiche Markthallen und Basiliken erinnern sollte. Schon seit langem wurden am Altonaer Elbufer Fischmärkte abgehalten, wenn morgens die Schiffe ihren Fang in den Hafen brachten und als die Auktionshalle in Betrieb ging, erzielte sie hohe Umsätze. Hier wurde versteigert, gehandelt und versandt sowie gelagert; Fischereigeräte wurden repariert.

Fischauktionshalle in Hamburg-Altona - Sommer 1998

1943 wurde die Halle großteils zerstört, bekam danach ein Notdach und wurde etwas renoviert. Mitte der 1950er Jahre hörten die Auktionen auf und das Gebäude verfiel. Eigentlich sollte es abgerissen werden, aber um 1980 entschied man sich um und hat die Fischauktionshalle restauriert. Seit 1984 steht der mit Ziegelwerk ausgefachte Stahlträgerbau unter Denkmalschutz und erinnert an die Bedeutung des Fischhandels der ehemals konkurrierenden Städte Hamburg und Altona.

Früher war ich öfter in Hamburg und erinnere mich an einige Besuche dort am frühen Sonntagmorgen mitten im Sommer. Oft war das nicht, aber es kam schon vor, dass wir nach einer schönen Feier nicht ins Bett gegangen sind sondern zur Auktionshalle fuhren. Dort konnte man frühstücken, Brötchen mit frischem Fisch und Krabben gegen den Kater essen und dem Markttreiben zuschauen, bis die Stadt dann langsam erwacht.

Sonntag, 21. Juli 2019

Nürnberg

Warum immer weit weg in die Ferne schweifen, wenn es hierzulande schöne und interessante Reiseziele gibt?! Als ich mit dem Blog anfing, wollte ich nur Tipps außerhalb Deutschlands teilen, aber seit einigen Jahren habe ich das geändert und schreibe gerne über Reiseziele hier, oft auch über die etwas unbekannteren.

Unbekannt ist Nürnberg nicht; man trifft dort seit Jahrzehnten auch viele internationale Touristen und natürlich Geschäftsleute, die zur Messezeit alle Hotels in Beschlag nehmen. Etwas ruhiger wird es, wenn weder Messe noch Christkindlmarkt ist. Dann findet man schöne Unterkünfte im Stadtgebiet und kann von dort die Altstadt erkunden.



Nürnberg ist nämlich ideal geeignet, um sich die Stadt zu Fuß zu erlaufen. Die Kaiserburg ist natürlich ein Highlight, daneben finde ich die Stadtmauer, Albrecht-Dürer-Haus, die diversen Kirchen und die historischen Felsengänge besonders sehenswert. Wenn man sich dann bergab vom Schönen Brunnen am Hauptmarkt in Richtung Lorenzkirche hält, kommt man auf die Museumsbrücke, auf der häufig Marktstände aufgebaut sind. Bekannt ist dieser Blick auf das Heilig-Geist-Spital und die Vordere Insel Schütt, den ich hier vor ein paar Jahren eingefangen habe.

Und wer genug vom Trubel in der Stadt hat, fährt ein wenig raus. Es wird schnell grün und ländlich - Franken hat einen hohen Freizeitwert.

Sonntag, 14. Juli 2019

Myrtle Beach, South Carolina, USA

In den USA gibt es ja eine Menge an touristischer Infrastruktur. Interessant finde ich z.B. Myrtle Beach, das an der Atlantikküste South Carolinas liegt. Die Stadt zieht sich am Sandstrand entlang, im Zentrum des sog. Grand Strand, der 60 Meilen lang sein soll. Die teureren Hotels mit Meerblick sind direkt am Strand, weiter hinten wird es kleiner, einfacher, teils auch billiger.

Neben Hotels und Shopping Centern mitsamt Entertainment Industrie wie Vergnügungsparks ist Myrtle Beach vor allem für seine Golfplätze bekannt.

Myrtle Beach, South Carolina

Das Foto stammt vom Dezember 2006 und wurde damals mit einer analogen Spiegelreflex aufgenommen. Ein paar der Golfplätze habe ich damals bespielt und war wirklich begeistert davon. Selbst Golf-Anfänger, wie ich es bin, kommen gut zurecht, alles ist sehr professionell aufgezogen. Und in Myrtle Beach kann man sich in vielen Outlets gleich recht günstig mit Schuhen, Schlägern oder Golf-Bags ausstatten.

Sonntag, 7. Juli 2019

Alcazaba in Málaga, Spanien

Mein heutiges Foto der Woche stammt aus Málaga, der zweitgrößte Stadt Andalusiens ganz im Süden Spaniens. Málaga und die Costa del Sol sind auch wegen des angenehmen Klimas ein beliebtes Urlaubsziel; es gibt viele Direktflüge aus Deutschland zum Flughafen Málaga.

Die meisten Urlauber fahren vom Flughafen direkt in ihre Urlaubsorte und schauen sich zum Besichtigen eher Granada oder Ronda an und lassen Málaga links liegen. Schade drum, die Stadt hat nämlich einiges zu bieten!

Alcazaba in Málaga, Spanien

Bei einer Geschichte, die 2.700 Jahre zurück geht, ist das natürlich klar. Nach den Phöniziern, die die Stadt damals gründeten, gehörte Málaga zu Karthago und nach dem Zweiten Punischen Krieg zu Rom. Während der Völkerwandungerungszeit kamen die Vandalen, Alanen, Westgoten und Oströmer, 711 erobterten die Mauren die Stadt, die dann einige Jahrhunderte lang Mālaqa hieß. Aus dieser Zeit stammt auch die Festungsanlage Alcazaba oberhalb der Stadt.

Man kann sie heute besichtigen. Die Mauern und Bollwerke der mittelalterlichen Festungsanlage sind teils rekonstruiert, teils original erhalten. Schön sind auch einige Details der Bauten im Maurischen Stil und Innenhöfe mit Gärten. Der Ausblick auf die Stadt und aufs Meer sind auch lohnenswert. Ein paar weitere Fotos aus Málaga finden sich in meinem Beitrag von 2007.

Samstag, 6. Juli 2019

Impressionen Q2 2019

Hier der Rückblick auf das zweite Quartal 2019 mit ein paar Highlights, die ich auf Instagram gepostet habe. Im April wurde mir wieder einmal bewusst, wie schön Bayern ist. Das Foto oben links zeigt den Ammersee bei Schondorf. In der Mitte ein Foto aus Freising, das etwas nördlich von München liegt und vor allem für die älteste Brauerei der Welt Weihenstephan bekannt ist. Rechts oben ein Foto vom Walberla, dem Zeugenberg Ehrenbürg nahe Forchheim. Das Walberla ist eines der Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz.

Collage Instagram-Fotos April 2019

Unten links der Ammersee drei Wochen später und etwas weiter südlich. Ich bin morgens entlang des Sees gejoggt, dabei entstand eine kleine Bilderreihe. Nach dem Chiemsee und dem Starnberger See ist der Ammersee übrigens der drittgrößte See in Bayern, im Hintergrund sieht man die Alpen. Die beiden Fotos unten in der Mitte und rechts zeigen das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Dieses besterhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters ist UNESCO-Welterbe und ich durfte es auf Einladung der Bayerischen Schlösserverwaltung im Rahmen eines Instawalk vom Keller bis zum Dachstuhl erkunden.

Einmal im Jahr Anfang Mai verwandelt sich die Kronacher Altstadt für über eine Woche in eine beeindruckende Bühne der Lichtkunst: Kronach leuchtet nennt sich das Festival, von dem ich gleich einige Fotos geteilt habe, u.a. dieses hier mit den für den Frankenwald typischen Flößern, die früher Holz bis in die Niederlande brachten. Langsam werden die Tage wieder länger und manchmal finde ich Zeit für eine Radtour am Feierabend, zuhause im Frankenwald (oben Mitte) und bevor es dunkel wird. Und mit etwas Unterstützung komme ich sogar die vielen Berge hoch - mein E-Mountainbike ist mein liebstes Sportgerät! Oben rechts und unten links zwei Fotos aus Straßburg. Die gut erhaltene historische Altstadt Grande Île wird von einem Nebenfluss des Rheins namens Ill umflossen.

Collage Instagram-Fotos Mai 2019

Dienstag, 2. Juli 2019

Langes Wochenende in Bulgarien: Sofia und Plovdiv

Mir war mal wieder nach einem langen Wochenende und einer Kurzreise in eine Region, die ich noch nicht kenne. Für mich ist das die beste Art der Entspannung - ich mache mir dabei keinen Stress, sondern genieße eine Stadt oder eine Region in dem Tempo, nach dem mir gerade ist. Meist bereite ich mich gar nicht besonders vor sondern lasse mich treiben und entscheide spontan, was ich mir anschaue.

Da Wizzair ab Nürnberg, meinem nächstgelegenen Flughafen, Direktflüge nach Sofia anbietet und ich zudem von Skipper Marcus den Tipp bekommen habe, dass die Stadt super sei, habe ich ein langes Wochenende in Bulgarien gebucht. Der Flug geht Freitagabends um 21.35 Uhr ab Nürnberg los, man landet um 00:40 Uhr in Sofia. Zurück geht es am Montagabend um 19:40 Uhr, so dass man um 20:50 Uhr wieder in Nürnberg ist.

Sofia - Alexander-Newski-Kathedrale

Ich habe mir also in der Nähe des Flughafens Sofia ein Hotel gesucht, das mich dort abgeholt hat und wollte mir am ersten Tag Sofia anschauen. Der Flughafen ist nur 12 km von Sofia entfernt. Da ich unbedingt Plovdiv, eine der beiden Kulturhauptstädte Europas dieses Jahr, sehen wollte, habe ich von zuhause aus ein Busticket dorthin gebucht. Man kann auch mit der Bahn fahren (oder ein Auto mieten), aber der Bus schien mir nach einiger Recherche am unkompliziertesten. Hin und zurück habe ich 10,- Euro bezahlt, für einfach 150 km und gut 2 Stunden Fahrt, mit festreserviertem Sitzplatz in einem klimatisierten Bus. Der Bus ging um 16:30 bzw. 16:00 Uhr, so dass ich zuvor die jeweilige Stadt anschauen konnte und mich dann im Bus erholen konnte. So der Plan, der auch super funktioniert hat.

Meine Reisedaten:
  • Freitag, 28.06.2019 Hinflug nach Sofia
  • Samstag, 29.06.2019 Stadtbesichtigung Sofia und Busfahrt nach Plovdiv, Abend in Plovdiv
  • Sonntag, 30.06.2019 Stadtbesichtigung Plovdiv und Busfahrt nach Sofia, Abend in Sofia
  • Montag, 01.07.2019 Sofia und Rückflug

Sobald die einzelnen Reiseberichte fertig sind verlinke ich sie hier.

Wissenswertes zu Bulgarien


Die Republik Bulgarien hat 7 Mio. Einwohner und ist seit 2007 in der EU. Bulgarien liegt im Osten der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden an Rumänien, im Osten ans Schwarze Meer, im Süden an die Türkei und Griechenland und im Westen an Nordmazedonien und Serbien. Hauptstadt und Regierungssitz ist Sofia mit 1,2 Mio. Einwohnern.

Das Land wird durch Tiefebenen geprägt, die durch die Flüsse Donau und Mariza samt Nebenflüssen gebildet werden. Daneben gibt es zwei große Gebirgsketten, das Balkangebirge (mit dem höchsten Berg des Landes namens Botew, 2.376 m hoch) und die Rhodopen, von denen ich zuvor ehrlich gesagt noch nie gehört hatte. Man kann dort wohl schön wandern.

Plovdiv - Archäologisches Museum

Das Land hat eine reiche Geschichte, von der ich einen Teil auf der Reise mitbekommen habe. Das Land ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, der Goldschatz der sog. Varna-Kultur zählt zu den ältesten der Welt. Die indogermanischen Thraker herrschten während der Bronzezeit und gründeten um 450 v. Chr. ein eigenes Reich, das sich bis zur Donau erstreckte. Thrakien gehörte dann zu Griechenland und kam später zu Rom.

Sonntag, 30. Juni 2019

Am Kushiro-Fluss in Japan

Das heutige Foto ist eine Szene aus Kushiro. Kushiro ist der Name einer japanischen Stadt und auch der Name eines Flusses, der in der Stadt ins Meer mündet.

Ich bin u.a. hier am Fluss entlang gelaufen, habe das Fischerboot beobachtet und die Stadt und den Fluss auf mich wirken lassen. Links im Foto erkennt man die Promenade, die am Fluss entlang führt, und deren Lichter ich nicht so hätte abschneiden sollen. Ziemlich weit rechts hinten im Foto sieht man einen buddhistischen Tempel, der auf einem Hügel steht.

Am Kushiro-Fluss in Japan

Wir hatten kurz überlegt, ob wir eine der Brücken über den Fluss nehmen und ihn besichtigen sollen, aber von der Ferne sah er nicht so beeindruckend aus. Ich fand es spannender, die Boote, Autos, Menschen entlang der Fluss-Promenade zu beobachten.

Über meine Erkundigungen in der nordjapanischen Stadt Kushiro habe ich hier ausführlich geschrieben.

Sonntag, 23. Juni 2019

Ringling Museum of Art, Sarasota

Ich finde es ja immer interessant, wenn man nicht auf den ersten Blick sieht, wo ein Foto aufgenommen wurde. So ergeht es einem in manchen deutschen Neubaugebieten, aber auch in China, wenn man plötzlich in Neu-Holland oder Pseudo-Hallstadt steht oder wenn man europäische Stilrichtungen in den Emiraten sieht. Mein heutiges Foto der Woche zeigt einen typisch italienischen Palazzo - denkt man! ;-)

Ganzjährig mildes subtropisches Klima, kilometerlange Sandstrände und ein entspannter Lebensstil ist zwar typisch für Italien, aber das Foto hier stammt aus den USA: Sarasota liegt an Floridas Golfküste und ist neben der traumhaften Landschaft, die als Erholungsort dient, vor allem für die imposanten Anwesen des Zirkuskönigs John Ringling bekannt, die etwas nördlich der Stadt liegen.

Ringling Museum of Art, Sarasota, Florida, USA

Das Ringling Museum of Art wurde 1927 bis 1930 erbaut und wird der Stilrichtung Neorenaissance zugeordnet. Neben den sehr sehenswerten Innenräumen mit bedeutenden Kunstwerken lohnen auch die gepflegten Gartenanlagen, die wie hier auf die Gebäude zeigen, von denen man aber auch einen traumhaft schönen Blick aufs Meer hat.

Das Areal gilt als Vermächtnis des erfolgreichen Zirkusunternehmers John Ringling und seiner Frau Mable, deren Leidenschaft neben dem Zirkus auch dem Sammeln von Kunstwerken galt. Neben dem Ringling Museum of Art, das auf dem Foto zu sehen ist, gibt es eine Ausstellung über die große Zeit des Zirkus. Die Ringling Bros. World's Greatest Shows wurde 1884 von fünf Brüdern gegründet, deren Vater aus Deutschland eingewandert war. Jeden Tag gab es eine Show in einer anderen Stadt! Dafür hatte das Unternehmen zwei Sonderzüge und eine beeindruckende Logistik zu managen. Ich war im Frühjahr 2009 dort und wir haben einen ganzen Tag hier verbracht und gestaunt. Zirkusleben vor über 100 Jahren trifft Kunst.

Das Innere eines italienischen Barocktheaters wurde hierher gebracht und wieder aufgebaut. Repliken von berühmten Statuen wie Michelangelos David oder auch die Kapitolinische Wölfin mit Romolus und Remus findet man im Innenhof und den Museumsbauten. Die Originale sind auch nicht ohne: Ein Werk von Lucas Cranach dem Älteren ist mir aufgefallen, auch ein Rubens ist zu finden. Der Anbau zeigt zeitgenössische Kunst in Wechselausstellungen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Chiang-Kai-shek-Gedächtnispark, Taiwan

Die Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle liegt mitten in Taipei und gehört zu den typischen Sehenswürdigkeiten, die man hier besichtigt. Errichtet wurde sie in Gedenken an Chiang Kai-shek, den langjährigen Präsidenten und obersten Militärsbefehlshaber Taiwans. Das Monument ist von einem Park umgeben, überall wiederholt sich das Weiß der Gebäude und das Blau der Dächer.

Ich kam mit meiner taiwanesischen Freundin zusammen mit dem Taxi hier an, bevor wir durch den Park weiter sind und uns die Gedächtnishalle samt Museum angeschaut haben. Der Park war wunderschön, überall blühte es und der Spaziergang war ideal nach unserem üppigen Mittagessen.

Eingang zum Park nahe der Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle, Taipei

An diesem Foto finde ich so interessant, dass das Blau und Weiß der Kopfbedeckung des Mädchens mit dem Perlenohrgehänge von Jan Vermeer die Farben der typisch chinesischen Gebäude aufnimmt. Das war sicher Zufall, zu dem Termin fand eine Ausstellung mit dem Bild als Highlight statt.

Normalerweise hängt das Gemälde im Mauritshuis in Den Haag, das von 2012 bis Mitte 2014 renoviert wurde. In dieser Zeit gingen einige der Bilder auf Weltreise. Ich war im März 2014 in Taiwan, die Ausstellung, die hier auf den Plakaten beworben wurde, war vom 18. Januar bis 4. Mai 2014 in Taipei und macht das Foto so speziell.

Meine Berichte zu Taiwan findet man über diesen Link

Sonntag, 9. Juni 2019

Ockerfelsen von Roussillon

Als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet, ist Roussillon definitiv einen Besuch wert. Es liegt im Luberon, ungefähr zwischen Gordes und Apt. Der Luberon ist bekannt für seine schöne Landschaft: Als Naturpark geschützt, findet man hier duftende Lavendelfelder, Weinberge, Olivenhaine, malerische Bergdörfer und schöne Wanderwege. Roussillon ist ein nettes Dörfchen, in dem sich Künstler angesiedelt haben und das im Sommer voll mit Touristen werden kann. Besonders gut gefallen haben mir die Ockerfelsen, durch die man stundenlang spazieren kann.

Die ockerhaltige farbige Erde wird als Rohstoff bei der Herstellung von natürlichen Farben verwendet. Es ist belegt, dass hier bereits zur Römerzeit ein Dorf war und dass damals bereits Ocker abgebaut wurde. Die Ockersteinbrüche wurden jahrhundertelang genutzt; in der Antike und im Mittelalter waren die Ockertöne nicht nur in der Kunst sehr beliebt. Heute wird Ocker künstlich aus Eisenoxidfarben hergestell. Seit 1930 wird in Roussillon kein Ocker mehr abgebaut, es gibt aber einen Ockerlehrpfad und eine Farbenfabrik, die man besichtigen kann. Ich mochte das Wandern und Klettern innerhalb der Felsformationen!

Roussillon (Provence)

Das Dia stammt aus den 1990er Jahren (ca. 1993 oder 1994, schätze ich) und ist eingescannt.

Die Provence im Süden Frankreichs hat viele schöne Ecken, der Luberon und die Ockerfelsen von Roussillon sind eine davon. Wenn man von hier weiter nach Gordes fährt, gelangt man nach fünf weiteren Minuten zum Zisterzienserkloster Notre-Dame de Sénanque, dessen romanischer Baustil besonders gut zur Geltung kommt, wenn der davor angebaute Lavendel blüht.

Sonntag, 2. Juni 2019

Nachts im Flughafen

Mein heutiges Foto der Woche ist wieder eins, das mit der analogen Spiegelreflex geschossen wurde und das ich eingescannt habe. Es stammt von Anfang 2002 und zeigt mich ziemlich übermüdet früh morgens am Flughafen von Kuala Lumpur. Fotos von Flughäfen mitten in der Nacht habe ich einige...

Dass es dunkel ist, erkennt man zum einen daran, dass es relativ leer ist, zum zweiten an den Fenstern nach draußen. Wir haben den Flug vor Ort in KL organisiert und flogen von hier nach Chiang Mai, um dann Thailand von Norden nach Süden zu bereisen. Da wir um die Zeit von Chinesisch Neujahr unterwegs waren, war es damals schwierig, bezahlbare Flüge zu kriegen. Daher mussten wir von der Uhrzeit her nehmen, was es an Flügen gab. Ich hatte erst überlegt, von Kuala Lumpur nach Bangkok zu fliegen, aber der Flug nach Chiang Mai kostete genauso viel und brachte uns gleich einiges weiter.

Barbara am Flughafen von Kuala Lumpur 2002

Anfang 2002 haben wir eine Reise auf eigene Faust von Singapur über Malaysia nach Thailand gemacht. Hin- und Rückflug nach Singapur und die ersten Nächte in Singapur hatte ich vorab gebucht, den Rest organisierten wir vor Ort und spontan.

Wir waren damals mit einem Reise-Rucksack und dem kleinen schwedischen Handgepäckrucksack, den man auf dem Foto erkennt, unterwegs. Mein großer Rucksack wog glaube ich nur ca. 7 kg, ein paar Klamotten kamen unterwegs noch dazu. In der Region braucht man nicht viel Kleidung; ich hatte für Flüge, Bahn-, Schiff- und Busfahrten die Jeans und einen Pulli, wegen der Klimaanlagen. Das schwerste waren glaube ich die Reiseführer, weil ich mich während der Reise einlas und wir teils auch nach den Tipps in den Reiseführern Unterkünfte auswählten. So hatte ich für Malaysia und Singapur jeweils einen Reiseführer für Sightseeing und Kultur und einen für die Reisetipps; für Thailand das gleiche nochmal, also vier dicke Wälzer insgesamt. Heute ist man mit vielen digitalen Informationen leichter unterwegs.

Wir hatten damals ca. 3 Wochen Zeit, von Singapur ging es mit Bussen nach KL (zu Fuß über die Grenze, Umsteigen in JB), von dort mit dem Flugzeug nach Chiang Mai, von dort mit der Bahn über Nacht nach Bangkok, von dort mit dem Flieger (eine Boeing 747 für die kurze Strecke!) nach Phuket und von dort dann weiter mit dem Flugzeug nach Singapur. Eine interessante Reise mit viel Zeit an den einzelnen Orten und mit Muse, auszuruhen, sich zu bewegen und viel anzuschauen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Abendspaziergang durch Eisenberg (Thüringen)

Ich lasse mich gerne von den braunen Schildern an der Autobahn leiten, die offiziell "Touristische Unterrichtungstafeln" heißen. Diese Schilder gibt es seit Jahrzehnten, auch international: In Frankreich sind sie mir schon früher aufgefallen, da gab es sie seit den 1970ern, in Deutschland wurden die ersten Mitte der 1980er aufgestellt. Die Entscheidung darüber, welche Sehenswürdigkeit ein Schild verdient, ist Ländersache, die Vorschläge dazu kommen von den Kommunen.

Meist sind die Ziele nicht weiter als 10 km von der Autobahnausfahrt entfernt und eignen sich daher auch für einen spontanen Spaziergang. Ich lasse mich gerne davon inspirieren, wenn ich lange unterwegs bin und mein Körper etwas frische Luft und Bewegung möchte. So auch diesmal, als meine Smartwatch abends meinte, die knapp 2.500 Schritte seien doch etwas wenig und das braune Schild für die Schlosskirche Eisenberg auftauchte. Eisenberg liegt sehr nah an der Autobahn, es ist also kein großer Umweg. Der Weg in die Altstadt und zur Schlosskirche sind gut beschildert.

Innenstadt von Eisenberg (Thüringen)

Eisenberg hat eine lange Geschichte; seit der Steinzeit lassen sich Siedlungen nachweisen. Prägend für die heutige Bausubstanz war u.a. das Ende des 17. Jahrhunderts, als Eisenberg durch Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg zur Residenzstadt wurde. Er ließ das Schloss Christiansburg und an der Ostseite des Schlosses die barocke Schlosskirche bauen.

Schlosskirche Eisenberg


Die Kirche ist hier links im Foto.

Eisenberg - Schlosskirche und Schloss Christiansburg

Die Schlosskirche gilt als die prunkvollste Barockkirche Thüringens und hat mich interessiert.

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Bund in Shanghai

Diesen Blick vom Bund aus auf die Skyline von Pudong kennt jeder. Inzwischen ist auch der Shanghai Tower fertig, der hier rechts noch als Baustelle in den Himmel ragt.

Ein Besuch hier ist nicht nur für ausländische Touristen und Geschäftsleute Pflicht, sondern auch für chinesische Touristen. Die Fotos, auf denen keine Menschen zu sehen sind, werden also direkt am Ufer oder früh morgens geschossen und zeigen eine Idylle, die nicht der Realität entspricht. In Wirklichkeit ist es am Bund immer voll und laut.

Shanghai - Blick vom Bund aus auf die Skyline von Pudong

Ich war das erste Mal 1990 hier, 2000 das nächste Mal und seitdem immer mal wieder. Vor der Expo 2010 wurde die international "The Bund"genannte Uferpromenade (das U wird im Englischen ähnlich wie ein A gesprochen, chinesisch Wàitān 外灘) neu gestaltet und verlängert. Der Bund liegt am westlichen Ufer des Huangpu-Flusses gegenüber von Pudong (was "östlich des Huangpu bedeutet) in Puxi (und das bedeutet logischerweise "westlich des Huangpu"). Ursprünglich wurde er von den Niederländern, die seit 1601 mit China Handel trieben, als Schutzwall gegen die Fluten des Flusses errichtet. Die Bezeichnung Bund bedeutet Kaimauer und ist etymologisch interessant: Englisch, persisch, indisch, malayisch/indonesisch - überall wird der Wortstamm benutzt, auch die diversen Städte mit Vornamen Bandar (im Iran) oder Banda (in Indonesien) gehen darauf zurück.

Von hier kann man die für das heutige Shanghai so außergewöhnliche Mischung von Alt und Neu am besten beobachten. Auf der Puxi-Seite am Bund findet man architektonische Juwelen der Kolonialzeit, aus der Zeit, als Shanghai schon einmal weltweit bekannt war, nämlich den 1920er- und 30er-Jahren. Auf der anderen Seite sind die futuristischen Wolkenkratzer des Stadtteils Pudong beeindruckend: Links gut zu erkennen der Oriental Pearl TV Tower. Nachts finde ich diesen Ausblick noch schöner. Davon und von der Puxi-Seite gibt's hier im Blog verteilt auch ein paar Fotos.

Sonntag, 19. Mai 2019

Landesgartenschaugelände in Kronach

In Deutschland finden ja regelmäßig Gartenschauen statt; Bundes- und Landesveranstaltungen. Im Jahr 2002 war das oberfränkische Kronach Gastgeber der Bayerischen Landesgartenschau, die unter dem Motto "Neue Ufer" stand. Früher war das Gebiet, wo sich die Flüsse Haßlach und Kronach mit der Rodach vereinen, durch Industrieanlagen geprägt und ein innerstädtischer Problembereich mit massiven Umweltproblemen.

Um die Landesgartenschau hier austragen zu können, wurden erst Betriebe umgesiedelt, dann Altlasten beseitigt und schließlich das Gelände umgestaltet. Diese Aktion war eine der größten Altlastensanierungen, die in Bayern je durchgeführt wurden.

Nach der erfolgreichen Landesgartenschau 2002 steht das Gelände heute allen Bewohnern und Besuchern Kronachs zur Verfügung. Die 14 Hektar große Parkanlage bietet viele Details und lädt zu Spaziergang, Nordic Walking (ausgeschilderte Routen), Wanderung oder einer Radtour ein. Ich bin gerne im Café Seebühne mit Biergarten, das mitten im Parkgelände unweit der Seebühne liegt und beliebt für eine Rast ist. Der Kronacher Landesgartenschau-Park ist auch heute noch Schauplatz vieler Aktionen und Konzerte.



Mein Foto der Woche zeigt eine Installation, deren Umfeld seit der Landesgartenschau renoviert wurde. Der Lampenschirm war kaputt und wurde repariert, aber die Betonsofas und der Fernseher sind original. Man hat von hier einen traumhaft schönen Blick auf die Festung Rosenberg.

Fernseher und Kronach gehören zusammen, seit die Produktion der Loewe-Fernsehgeräte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kronach kam. Das Unternehmen wurde bereits 1923, dem Jahr der Einführung des Hörfunks in Deutschland, von den Brüdern David Ludwig Loewe und Siegmund Loewe gegründet, damals in Berlin. Loewe produziert mit seinen hochwertigen Geräten auch heute noch Hightech in Deutschland und ist damit einer der wenigen verbliebenen Fernsehhersteller mit Sitz in Europa. Leider ist das Unternehmen derzeit insolvent und alle hoffen, dass es irgendwie weiter geht.

Sonntag, 12. Mai 2019

Alte Steine in Rom

Rom ist eine meiner liebsten Städte - seit ich das erste Mal zu Schulzeiten dort war finde ich die Stadt faszinierend. Überall trifft man auf Denkmäler der Vergangenheit. Vor allem im Frühling ist Rom ein Traum, wenn es noch nicht allzu heiß ist.

Außerdem blüht alles und die Luft in der Großstadt ist angenehm. Ich mag es, ganz entspannt am Ufer des Tiber entlang zu schlendern. Da sieht man viel fühlingshaftes Grün. 

Interessant finde ich in Rom das Zusammentreffen von alt und neu - und zwar fast überall. Das Foto hier stammt aus dem jüdischen Viertel, nicht weit vom Portikus der Octavia entfernt.



In Rom war ich schon öfter, allerdings habe ich hier im Reiseblog noch nicht so viel darüber geschrieben (die Beiträge findet man am besten über die allgemeine Suche im Blog links oben oder hier), dafür findet sich ein Bericht in meinem Food-Blog. Das Foto oben ist Anfang Mai 2013 entstanden.

Sonntag, 5. Mai 2019

Die Kalksinterterrassen in Pamukkale, Türkei

Nachdem ich letzte Woche ein Foto aus der Nähe Dubrovniks gezeigt hatte, wollte ich diese Woche ein altes Dia von Dubrovnik 1987 veröffentlichen. Ich habe eine Weile auf dem Dachboden gesucht und einiges an Bildern durchforstet, allerdings keins gefunden. Die Fotos sind wohl in einem anderen Karton und das muss warten... Dafür fand ich einige andere von der damaligen Reise mit einem selbst ausgebauten VW-Bus über Land in die Türkei.

Roadtrip würde man Neudeutsch heute dazu sagen; früher war das die übliche Art, Urlaub zu machen: Man setzte sich ins Auto und fuhr einfach los. Wir hatten damals einen Reiseführer (mit viel Text und ein paar nicht sehr ansprechenden Schwarz-Weiß-Fotos) der Türkei dabei und eine Landkarte für die westliche Hälfte des Landes. Vom Osten der Türkei gab's damals in Deutschland keine Karten zu kaufen, aber der Atlas vermittelte das Bild, dass es dort Straßen gibt, und so war es dann auch. In der Türkei nutzt man seit 1929 die lateinische Schrift, so dass wir die Straßenschilder vor Ort problemlos lesen konnten (auf dem Hinweg in Griechenland war das oft ein Problem, da haben wir uns teilweise ganz schön heftig verfahren...) und auch ohne Navigationsgerät meist dort hin kamen wo wir hin wollten.

Barbara in einer der Kalksinterterrassen von Pamukkale, Türkei 1987

Nicht nur die vielen Sehenswürdigkeiten kultureller Art, sondern auch die Natur hat mich in der Türkei begeistert. Viel Zeit haben wir damals in Pamukkale verbracht. Pamukkale ist weltbekannt durch seine Kalksinterterrassen, die durch kalkhaltige Thermalquellen im Laufe der Jahrtausende entstanden sind. Beim Durchsickern des Kalkgesteins haben sie sich mit mineralischen Stoffen angereichert, die beim Abkühlen an der Erdoberfläche zu Kalksinter erstarren. Man darf seit 1996 nicht mehr wild baden, trotzdem wurde das gemacht, die Hotels vor Ort taten ihr übrigens, so dass das Areal vor ein paar Jahren gesperrt wurden, um es zu reinigen. Seit 1998 steht Pamukkale mit seinen Kalksinterterrassen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Wir waren ein Jahr davor dort und damals konnte man noch in den ca. 36°C warmen Becken planschen. Am Abend wurde es dann doch etwas kühl, jedenfalls habe ich mir auf dem Foto ein Handtuch umgehängt. Vom Tag gibt's übrigens einige Fotos bzw. Dias von mir, wie ich mich im Bikini in den Becken räkele - ohne das auf Instagram zu teilen; ich war also definitiv meiner Zeit voraus. ;-)

Beeindruckend fand ich auch die Ruinen des angrenzenden antiken Kurbads Hierapolis. Zur Zeit der Römer war dies Teil der römischen Provinz Asia und hier wurde die römische Badekultur zelebriert. Das Thermalwasser wurde damals schon wegen seiner heilenden Wirkung verehrt.

Sonntag, 28. April 2019

Motorsegler vor der kroatischen Küste

Mein heutiges Foto der Woche stammt von 2011, als wir kurz in Dubrovnik waren. Auf die Idee, mir dazu Fotos rauszukramen kam ich vor ein paar Tagen in einem kroatischen Restaurant. ;-)

Zu dem damaligen Besuch in Dubrovnik gibt es auf dem Blog nur ein paar Fotos; mehr habe ich bisher nicht geschrieben, da mir die Stadt einfach zu voll und hektisch war. Vor allem im Vergleich: Wir kennen die Stadt und die Region aus dem Jahr 1987, damals gab's auch schon Touristen, aber nicht solche Menschenmassen.

Es war in den 1980ern auch komplizierter, in das damalige Jugoslawien einzureisen und dort mit dem Auto auf eigene Faust unterwegs zu sein. Ich erinnere mich gut an die Tankgutscheine und daran, dass diese und das Geld ein paar Wochen später viel weniger wert waren. Und ich erinnere mich daran, dass uns Polizisten anhielten, die meinten, wir seien zu schnell gefahren, was nicht stimmte, ihnen aber ihr mageres Gehalt etwas aufbesserte; damals eine übliche Masche.

Motorsegler vor der kroatischen Küste nahe Dubrovnik

Wir haben damals viel Zeit in Dubrovnik verbracht und die wirklich schöne Stadt auf uns wirken lassen. Die ehemalige Seerepublik Ragusa war ein bedeutender maritimer Stadtstaat im Mittelmeer, entsprechend sind die Stadtmauern von Dubrovnik dimensioniert: Mit einer Länge von 1,9 km und einer Breite zwischen 3 und 6 Metern bilden sie auch heute noch das besterhaltene Fortifikationssystem Europas.

Kroatien ist ein vielseitiges Land, das auch wegen seiner über 1000 Inseln bekannt ist. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, mit einem dieser typischen kroatischen Motorsegler - wie hier auf dem Foto - die Küste entlang zu segeln. Auch moderne Yachten oder Katamarane gibt es, die man mieten kann.

Samstag, 27. April 2019

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Bei mir in der Nähe gibt es einige Welterbestätten der UNESCO, die auch internationale Touristen anlocken. Eine davon ist das Markgräfliche Opernhaus, das im Zentrum Bayreuths steht. Es befindet sich erst seit 2012 auf der Liste des Weltkulturerbes, damals mit der Begründung, dass es das am besten erhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters sei.

Anlass für die Errichtung des Markgräflichen Opernhauses war die Hochzeit von Wilhelmines Tochter im Jahr 1748. Die Blütezeit Bayreuths Mitte des 18. Jahrhunderts lässt sich auf die bekannte Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth zurückführen. Sie wurde 1709 als Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen als älteste Tochter des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I. in Berlin geboren. Erst war geplant, dass sie den englischen König heiraten sollte, aber aufgrund einiger nicht so schöner Vorkommnisse in Preußen kam sie nach Bayreuth und heiratete den dortigen Markgrafen.

Markgräfin Wilhelmine und das Markgräfliche Opernhaus, Bayreuth

Als Markgräfin förderte sie die Künste und war selbst als Komponistin und Intendantin tätig. Damals schrieb man Briefe; ihre Briefwechsel u.a. mit dem Lieblingsbruder Friedrich dem Großen und mit Voltaire sind teils erhalten. Das Niveau ihres Hofes konnte sie innerhalb weniger Jahre auf das von Berlin und Wien heben; sie ist also für die Blütezeit Bayreuths damals verantwortlich. Nach ihrem Tod stand das Fürstentum als Folge dieser Ausgaben vor dem Konkurs; vor allem das Opernhaus und dessen Unterhalt waren teuer. Wilhelmine prägt das kulturelle Leben Bayreuths trotzdem bis heute; auch die Landesgartenschau hatte Wilhelmine als Motto.

Ich war von der Bayerischen Schlösserverwaltung zu einem Instawalk eingeladen und konnte im Rahmen einer Sonderführung hinter die Kulissen schauen.

Markgräfliches Operhaus Bayreuth - Instawalk 2019

Zum Bau des Markgräflichen Opernhauses wurden italienische Architekten und Baumeister engagiert, um ein italienisches Logentheater nachzuempfinden: Das vollständig erhaltene Logenhaus, das aus Holz und Leinwand gefertigt wurde, wurde als selbsttragende Konstruktion in eine steinerne Gebäudehülle eingestellt. Der Innenausbau des Theaters ging verhältnismäßig schnell, da man zum Teil vorgefertigte und außerhalb der Baustelle bemalte hölzerne Architekturglieder und gefasste Skulpturen verwendete. So entstand in weniger als vier Jahren Bauzeit von 1744 bis 1748 dieses Meisterwerk barocker Festarchitektur.

Wer bei Bayreuth und Oper an Richard Wagner denkt: Die für seine Zeit ungewöhnlich große Bühne und der prunkvolle Innenraum des Markgräflichen Opernhauses zogen den Komponisten 1872 nach Bayreuth; das hängt also wirklich zusammen. Für seine Festspiele fand er den Zuschauerraum aber dann doch ungeeignet, so dass er später für seine Festspiele das Bayreuther Festspielhaus errichten ließ.