Donnerstag, 9. Dezember 2010

Transatlantik-Kreuzfahrt

Das Jahr 2010 war ziemlich anstrengend und wenig erfreulich, auch Urlaubsreisen kamen zu kurz. Ich wollte daher kurz vor Jahresende einen entspannenden Urlaub, der keine Zeit für Organisation vorneweg benötigte. - Eine Kreuzfahrt mit möglichst vielen Seetagen eignet sich dafür perfekt!

Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna 2010 ./. Foto: Costa Nach etwas Suchen haben wir eine Route gefunden, die ins Warme führte, ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bot und interessante Länder und Orte ansteuerte:Die Transatlantik-Fahrt mit der Costa Fortuna vom 20. November bis 7. Dezember von Italien nach Brasilien.

Kartenquelle: Costa Kreuzfahrten.

Gebucht haben wir bereits Ende August bei Travelshop, was hier und hier ja auch schon unkompliziert funktioniert hatte. Die An- und Abreise haben wir gleich über den Veranstalter mitgebucht, Flüge und Transfer. Zu dem Zeitpunkt waren nicht mehr alle Kabinenkategorien verfügbar. Wir konnten uns noch eine Außenkabine (ohne Balkon, die waren alle ausgebucht und zudem deutlich teurer) auf dem obersten Deck sichern (Kabine 1106), was klasse war: Raumgroßes Fenster und natürlich super Ausblick.

Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna 2010

Für so eine lange Fahrt würde ich mich in einer Innenkabine ohne Fenster glaube ich unwohl fühlen. Wer da keine Bange hat: Die Preise für 17 Nächte inkl. Vollpension lagen in der Innenkabine bei 599 EUR pro Person, also auch für den kleinen Geldbeutel durchaus erschwinglich.

Mit entscheidend für die Wahl dieses Schiffs war der Stopp in Mindelo. Wir hatten 1999 schon einmal die Kapverdischen Inseln besucht, es aber damals nicht auf die Insel São Vicente mit dieser interessanten Hafen- und Kulturstadt geschafft. Tipp: Bei Kreuzfahrtberater hat man gute Suchoptionen, u.a. auch nach Land. Einige Mitreisende fanden es gut, zwischendurch mal wieder Land unter die Füße zu bekommen und nicht ohne Unterbrechung nach Südamerika durchzufahren. Wir hatten damit keine Probleme. Das kann aber auch ein Argument bei der Reiseplanung sein.

Hier unsere Route:
  • 20.11.2010 Anreise nach Savona, Abfahrt
  • 21.11.2010 Seetag
  • 22.11.2010 Málaga
  • 23.11.2010 Casablanca
  • 24.11.2010 Seetag
  • 25.11.2010 St. Cruz de Tenerife
  • 26.11.2010 Seetag
  • 27.11.2010 Mindelo
  • 28.11.2010 Seetag
  • 29.11.2010 Seetag
  • 30.11.2010 Seetag
  • 01.12.2010 Fortaleza
  • 02.12.2010 Recife
  • 03.12.2010 Maceio
  • 04.12.2010 Salvador da Bahia
  • 05.12.2010 Seetag
  • 06.12.2010 Rio de Janeiro
  • 07.12.2010 Santos - São Paulo und Rückflug
  • 08.12.2010 Ankunft in Deutschland

Mal seh'n, wie ich Zeit finde... Nach und nach werde ich evtl. die einzelnen Tage ergänzen und Beiträge dazu verfassen. Hier fehlt also noch einiges!
:-)

Schön fand ich es, vom doch schon recht kalten und windigen Europa langsam in die Wärme zu fahren. Man merkte von Tag zu Tag, wie es angenehmer und sonniger wurde.

Informationen und Tipps für eine Transatlantik-Kreuzfahrt


Internet auf dem Schiff ist verfügbar, Handynetz auch - beides sehr teuer und damit perfekt geeignet, auch einmal nicht erreichbar zu sein. Das tut der Erholung gut. :-)

Fernsehen gab es aktuelles, solange wir noch nahe Europa waren (ich glaube, bis Teneriffa), danach kam Konserve, ab Brasilien gab es DW-TV als einzigen deutschsprachigen Sender. Für mich kein Problem und irgendwie selbstverständlich, aber manche Mitreisende kritisierten das.


Ich hatte mir vor der Abreise jeweils Pläne der Hafenstädte ausgedruckt. Zusammen mit den Stadtplänen, die man von Costa jeweils am Vorabend erhielt, und mit unseren Reiseführern konnten wir uns so ganz gut orientieren. Da die Schiffe ungern bzw. nicht auf verspätete Passagiere warten, ist es wichtig, dass man die Zeit einschätzen kann, die man benötigt, um wieder zum Schiff zu kommen.

Von der Temperatur her fährt man ja vom herbstlich-winterlichen Europa in den südamerikanischen Sommer. Es regnet ab und zu, außerdem wird es auf dem Schiff windig. Für mit Klimaanlagen gekühlte Räume (oder Busse bei den Ausflügen!) benötigt man zudem einen Pullover zum Drüberziehen. Was Klamotten angeht, braucht man also etwas für die Kälte in Europa und für die Hitze in Brasilien. Auf dem Schiff kann man waschen lassen, wer das mag. Oder sich etwas kaufen.


Ein paar Impressionen finden sich auch hier auf meinem anderen Blog.

Samstag, 27. November 2010

Mindelo

Einer der Hauptgründe für uns, gerade diese Reise zu buchen, war der Zwischenstopp auf den Kapverdischen Inseln.

Einige Jahre zuvor hatten wir drei dieser Inseln besucht, aber São Vicente mit der bekannten Hafenstadt Mindelo kannten wir noch nicht. So freuten wir uns also darauf, einen ersten Einblick zu bekommen.

Blick auf Mindelo, Kapverdische Inseln

Wir kamen ja von Norden und sahen daher als erstes die Insel Santo Antão, die von der Ferne wunderschön aussieht und sich sicherlich gut für einen Wanderurlaub eignet. Hier ein Foto:

Santo Antão von der FerneNach und nach kamen immer mehr Passagiere an Deck, um die Inseln zu bewundern. Auch das Wetter spielte mit, man merkte doch, dass man in Richtung Süden fuhr.

Vor Mindelo liegt eine kleine Insel mit einer Art Festung drauf.

Hafeneinfahrt MindeloUnser Schiff fuhr zum Porto Grande, der als einer der schönsten und sichersten Natürhäfen gilt.

Basis bildet ein großer unterseeischer Vulkankrater. Der Hafen wird schon sehr lange genutzt und spielte eine wichtige Rolle als Umschlagplatz für die Sklavenverschiffung nach Amerika.

Die kapverdischen Inseln waren früher unbewohnt. Nach ihrer Entdeckung Mitte des 15. Jahrhunderts wurden sie von Portugiesen und später auch von anderen europäischen Siedlern besiedelt, die sich mit afrikanischen Sklaven mischten.

So entstand ein super Mix an freundlichen Menschen unterschiedlichster Hautfarbe. Auf Reiseführern oder Prospekten sieht man oft kleine schokobraune Kinder mit blonden Löckchen abgebildet, die man dort wirklich sehr oft sieht. Das Zusammenleben funktioniert, das Land zählt zu den sichersten der Welt. Leider ernährt es seine Menschen nicht besonders gut, daher ist über die Hälfte der Bevölkerung im Ausland als Gastarbeiter tätigt und schickt Geld in die Heimat.

Costa Fortuna vor MindeloAnkunft auf Mindelo war um 13:00, alle an Bord um 18:30 und ab 19:00 legte das Schiff wieder ab. Organisierte Ausflüge wurden keine angeboten, allerdings stand ein kostenpflichtiger Shuttlebus zur Verfügung, der zum Stadtzentrum und Hotel Porto Grande fuhr. Tickets hierfür konnte man im Ausflugsbüro oder am Informationsbüro für 6,- EUR (hin und zurück) erwerben. Es gab allerdings wohl wenige Busse; jedenfalls empfahl das Costa Magazin Today, dass "diejenige die laufen gefallen, diese Strecke zu Fuß durchzulaufen". Es war auch wirklich nicht weit.

Fußweg Hafen von MindeloEs gab keine Einreisekontrollen, man benötigte kein Visum o.ä., sondern konnte einfach durch das Hafengelände schlendern, dem großen Strom der Menschen nach, und in Richtung Stadt marschieren. Vor dem Hafen standen Taxis, mit denen man Ausflüge unternehmen konnte. Mitreisende unternahmen eine Tour zum Monte Verde, von dem man eine super Aussicht hat, und waren ganz angetan. Ich glaube, sie zahlten 20,- EUR, bin mir aber nicht mehr sicher. Andere fuhren zu den Stränden im Nordwesten der Insel - allerdings war das Wetter nicht so ganz nach Baden, eher bewölkt.

Sowohl Taxifahrer als auch Läden in der Stadt nahmen problemlos Euros, man musste also kein Geld tauschen. Sonst gibt es natürlich auch Geldautomaten.

Wir hatten Lust auf Erkundungen zu Fuß und sind stundenlang durch die Gegend gelaufen. Ein paar Impressionen:


Man trifft immer mal interessante Menschen, die kommunikationsfreudig sind und mit denen man schnell ins Gespräch kommt. Da wir kein Portugiesisch sprechen, wurden wir eher von Heimkehrern angesprochen, von Männern, die jahrelang im Ausland gearbeitet hatten (einer in den Niederlanden, er war auch öfter in Deutschland gewesen und übte ein wenig Niederländisch und Deutsch mit uns, sprach aber auch super Englisch). Man hat das Gefühl, dass sie alle Zeit der Welt haben. Hektik und Stress sind uns nicht begegnet.

Einer unserer Mitreisenden bezeichnete die Menschen als "tiefenentspannt". Nach einer Woche Seereise waren wir das fast auch schon. ;-)

Spaziergang in Mindelo - Blick auf die Costa FortunaWir kauften noch im Supermarkt ein, der kapverdische Zuckerrohrschnaps (Grogue) ist zu empfehlen. Da wir vor Jahren schon auf Fogo einen Weinberg besucht hatten, kauften wir auch noch zwei Flaschen Wein aus Fogo. Mit dem Verkäufer im Supermarkt konnten wir uns auch noch gut unterhalten, er erzählte ein wenig, während er mit Hilfe eines Taschenrechners Escudos in Euro umrechnete.

Die vielen Touristen an diesem Tag prägten das Bild in der Stadt, die sonst sicherlich etwas anders wirkt. Allzu viele Kreuzfahrtschiffe landen nicht, so sind Frachtschiffe und private Yachten häufiger zu Gast. Wir hatten den Eindruck, dass die Bewohner sich nicht durch diese Masse neugieriger Menschen stören ließen. Einer unserer Gesprächspartner, der im Ruhestand ist und ab und zu als Tourguide arbeitet, erzählte, die anderen Reedereien würden Ausflüge organisieren, dafür stünden auch ausreichend Busse und Reiseführer zur Verfügung. Costa hätte nicht bei ihnen nachgefragt.

Tipp: Wer sich ein wenig in das kapverdische Lebensgefühl einhören möchte, dem empfehle ich die Musik von Cesária Évora, die aus Mindelo stammt und deren Musik man überall auf den Inseln hört.

Costa Fortuna - Nacht in den Tropen Party mit dekorierten FrüchtenObwohl es relativ bewölkt war, spürte ich nach so vielen Stunden doch die Sonne und war leicht erschöpft, als wir wieder auf dem Schiff waren. Abends ab 22:00 fand auf dem Pool-Deck noch eine Party namens "Nacht in den Tropen" statt, mit Lifemusik, leckeren Snacks und tropischen Getränken sowie traumhaften Schnitzereien aus Eisblöcken und mit Früchten. Man konnte also klasse Vitamine tanken.

Dies ist Teil eines Reiseberichts über meine Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna. Details dazu finden sich hier.

Donnerstag, 25. November 2010

Santa Cruz de Tenerife

Heute war ein kurzer Stopp auf Teneriffa: Ankunftszeit 8 Uhr, Abreise um 14 Uhr, d.h. man muss um 13:30 Uhr wieder an Bord sein. Wir entschieden uns daher, in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife zu bleiben; für die paar Stunden gibt es hier genug zu sehen. Mitreisende machten Ausflüge, aber alle meinten, dafür war die Zeit dann doch knapp. Wer noch nicht auf Teneriffa war, für den ist es aber sicherlich eine Idee, einen Ausflug zu buchen, um ein wenig von der Insel zu sehen. Ich kannte Teneriffa schon; 1999 war ich mal für 2 Wochen hier gewesen.

Das moderne Wahrzeichen der Stadt wurde erst 2003 eröffnet, das war also neu für mich: Die Kongress- und Konzerthalle Auditorio de Tenerife wurde von dem  spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfen und ist fußläufig gut erreichbar.

+++ Baustelle - hier fehlt noch was +++

Auditorio de Tenerife in Santa Cruz


Dies ist Teil eines Reiseberichts über meine Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna. Details dazu finden sich hier.

Dienstag, 23. November 2010

Casablanca

Casablanca, auf arabisch الدار البيضاء (ad-Dār al-bayḍāʾ, beides heißt übersetzt weißes Haus) wurde im 15. Jahrhundert von den Portugiesen gegründet, davor war hier eine Berbersiedlung namens Anfa. Casablanca ist heute die größte Stadt Marokkos. Sie liegt direkt am Atlantik, südlich der Hauptstadt Rabat und ist hierzulande am meisten durch den gleichnamigen Film bekannt. Casablanca boomte ab Anfang des 20. Jahrhunderts und war im Zweiten Weltkrieg ein strategisch wichtiger Hafen, es gab dort auch ein Treffen zwischen Roosevelt und Churchill, die sog. Casablanca-Konferenz. Den Film mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart hatte ich auf Festplatte dabei, wir hatten ihn unterwegs auf dem Laptop zur Einstimmung angeschaut; obwohl der Film natürlich nicht das wahre Casablanca zeigt; er wurde in Hollywood gedreht. Heute ist Casablanca eine dynamische, aufstrebende Metropole, die mit breiten Boulevards, Alleen und modernen Gebäuden an vielen Stellen fast europäisch wirkt. Sie ist auch das industrielle Zentrum Marokkos.

Die Hassan-II.-Moschee ist die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Das Minarett ist mit 210 Metern Höhe das höchste Minarett und das höchste religiöse Bauwerk, höher als das Ulmer Münster. Die wollte ich natürlich sehen!

Hassan-II.-Moschee, Casablanca

In Casablanca war ein langer Stopp: Morgens um 8 Uhr war Ankunft, Abfahrt um 22 Uhr. Es gab auch entsprechend lange Ausflüge, z.B. eine 11,5 stündige Tour, die Casablanca und Rabat besuchte, eine 13 stündige Tour nach Fes (8 Stunden davon Fahrzeit) oder nach Marrakesch mit ähnlich langer Anfahrt. Die beiden langen Touren würde ich nicht machen; wir sprachen danach mit Gästen, die sie gebucht hatten und sich zuvor nicht vorstellen konnten, wie es ist, stundenlang im Bus zu sitzen und dann nur relativ kurze Zeit in diesen sehr sehenswerten Königsstädten zu verbringen. Wer Fes oder Marrakesch sehen möchte, sollte lieber für längere Zeit dort hin fahren, aber nicht unbedingt als Tagestour von Casablanca aus, wenn man nur einen Tag Zeit hat. Casablanca und Rabat sind auch sehenswert und nah, die beiden Städte kann man entweder organisiert oder auf eigene Faust anschauen. 

Ich entschied mich trotzdem für einen organisierten Ausflug, und zwar für Casablanca bei Nacht, 4 Stunden Dauer inkl. Abendessen, pro Person kostete das 79,- Euro. Das bedeutete, wir hatten den Tag über Zeit, uns auf eigene Faust anzuschauen. Und wir konnten den Morgen gemütlich angehen lassen.



Wir waren trotzdem schon um 6:30 Uhr an Deck und schauten uns an, wie das Schiff einlief. Man sah die Moschee von der Ferne. Hinter uns kam ein Mein Schiff eingelaufen, d.h. man sah den Tag über einige deutsche Touristen in der Stadt.

Casablanca: Altstadt und Stadtzentrum 


Wir sind erst mal frühstücken gegangen, während andere bereits für ihre Ausflüge los zogen. Dann haben wir uns unsere Tagesrucksäcke mit Pulli drin aufgesetzt, etwas zu trinken und die Kameras eingepackt und sind los marschiert. Wenn man eine Stadt bereits vom Schiff aus von oben gesehen hat, bekommt man eine grobe Orientierung. Innerhalb Casablancas haben wir auch öfter Stadtpläne gesehen, außerdem kann man ja fragen. Französisch ist ideal, Arabisch wäre natürlich auch nicht schlecht, aber viele sprechen oder verstehen auch etwas Englisch oder sogar Deutsch. Wir hielten uns erst in Richtung Altstadt Casablancas (Medina) und haben uns dort ein wenig umgeschaut. Daneben wurde es moderner, Art Deco, zwischendrin Märkte oder große Plätze, immer wieder Parks und Palmen am Straßenrand. Hier einige Impressionen.













Dann fiel uns in der Ferne ein weißes hohes Gebäude aus, das an eine Kirche erinnerte.

Cathédrale Sacré Coeur, Casablanca


Wir sind hin und haben uns dieses beeindruckende Bauwerk näher angesehen.



Die Cathédrale Sacré Coeur ist eine ehemalige katholische Kirche im Herzen Casablancas. Sie wurde 1930 von einem französischen Architekten entworfen in einem ganz eigenen Stil, der neugotische mit Art Deco Elementen verbindet. Mit der weißen Farbe wollte er wahrscheinlich die weiße Stadt betonen.



Das Gebäude wird seit 1956 nicht mehr als Kirche genutzt sondern für Ausstellungen oder kulturelle Veranstaltungen. Wenn man hinein geht und sich umschaut, erkennt man an vielen Stellen, dass es modert oder ein wenig vernachlässigt wirkt. Tauben nisten im Treppenhaus.

Beeindruckend fand ich, dass man über ein ungesichertes Treppenhaus auch nach oben aufs Dach kommt und dort herumgehen kann. Wer das macht, sollte schwindelfrei sein und bitte, auf eigene Gefahr. Es ist nicht abgesichert. Der Ausblick von oben hat sich gelohnt, wir waren total begeistert!



Nach so viel weißer Kathedrale, die uns wirklich beeindruckt hat, sind wir wieder durch Straßen gelaufen in Richtung Wasser und in Richtung der überall gut erkennbaren Hassan-II.-Moschee.

Hassan-II.-Moschee, Casablanca


Die Hassan-II.-Moschee heißt nach dem damaligen marokkanischen König Hassan II., der von 1961 bis zu seinem Tod 1999 König von Marokko war. Er war der Vater des heutigen Königs Mohammed VI.. Anlass für den Bau war sein 60. Geburtstag 1989. Fertig gestellt wurde die Moschee 1993. Wir fanden sie sehr beeindruckend, sowohl von der Ferne als auch die vielen kleinen Details. Man sollte sich mindestens eine Stunde dafür Zeit nehmen.

Hassan-II.-Moschee, Casablanca

Hassan-II.-Moschee, Casablanca



Hassan-II.-Moschee, Casablanca

Neben der Moschee wird kräftig gebaut; so wie es aussieht, teure Wohnanlagen.

Wir sind nach knapp anderthalb Stunden auf dem Areal der Moschee zurück aufs Schiff, das war nicht weit zu Fuß. Angefüllt mit vielen Eindrücken haben wir uns in einen Liegestuhl gesetzt und etwas getrunken. Wir hatten tagsüber doch etwas Sonne abbekommen, da tat Ausspannen gut.

Casablanca bei Nacht


Um 17 Uhr ging unser Ausflug los: Wir fuhren mit dem Bus eine Panorama-Strecke vom Hafen durch die modernen Vororte der Stadt, die seit dem 19. Jahrhundert professionell geplant und gebaut wurden. Ein Fotostop beim Platz Mohamed V. im Zentrum der Stadt, dann ging es weiter. Man sieht Architektur, Springbrunnen, Licht. Mir fiel auf, dass viel schöne Bausubstanz verfällt, teils aber auch renoviert wird.



Weiter ging es über den Boulevard Moulay Youssef, auf dem einige Art Deco Gebäude zu sehen sind zur Hassan-II.-Moschee, die wir ja tagsüber schon angeschaut hatten. Das meiste hatten wir tagsüber schon bei unserem Spaziergang gesehen.

Hassan-II.-Moschee, Casablanca

Nachts wirkt sie wieder ganz anders, beleuchtet, am Meer, ganz besonders. Wir konnten sie nur ein wenig besichtigen (als Frau kommt man eh nicht überall hin), dann ging es weiter entlang der Corniche, der berühmten, malerischen Küstenstraße bis zu einem Restaurant. Die Corniche verbindet die Urlaubsorte Anfa und Ain Diab mit ihren Villen, mit in den Fels gehauenen Swimming-Pools, Badeanstalten und unzähligen Restaurants, Bars und Nachtlokalen. Wenn ich mal länger nach Casablanca fahre, dann würde ich da wahrscheinlich wohnen wollen.



Serviert wurde ein sog. landestypisches Abendessen, das aber wirklich gut war. Verschiedene Vorspeisen, Couscous, Tajine, frisches Obst. Dazu gab es traditionellen Tanz und Musik. Nach dem typischen Pfefferminztee ging's dann entlang der beleuchteten Küste zurück zum Schiff.

Ich fand das, was ich von Casablanca an diesem einen Tag erleben konnte, sehr vielfältig. Die Stadt bewegt sich zwischen Tradition und Moderne, man findet verwinkelte Gassen, breite Boulevards, exotische Gewürze und buntes Treiben in den verwinkelten Gassen der Medina und in Souks, alte und neue Moscheen, aber auch viel Architektur des frühen 20. Jahrhunderts, teils etwas in die Jahre gekommen aber dafür mit einem besonderen Charme.

Dies ist Teil eines Reiseberichts über meine Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna. Details dazu finden sich hier.

Samstag, 20. November 2010

Anreise nach Savona und Abfahrt

Wir hatten das Komplettpaket von Costa inkl. Anreise gebucht und flogen früh morgens von Nürnberg über Frankfurt nach Mailand. Alle Flüge wurden von Lufthansa durchgeführt und verliefen so, wie man sich das vorstellt.

Der Blick auf die verschneiten Alpen beeindruckt mich jedes Mal. :-)

Flug mit Lufthansa über die Alpen

Der Flughafen Mailand Malpensa birgt keine Überraschungen, man kommt an, alles gut beschriftet, Gepäck abholen, Ausgang.

Flughafen Mailand Malpensa Am Flughafen in Mailand holten wir also unser Gepäck ab und trafen direkt nach der Einreise auf einige freundliche Costa-Mitarbeiter, die uns auf einer Liste abhakten, eine Busnummer nannten und uns den Weg zu unserem Bus beschrieben.

Milano Malpensa
Wir besorgten uns noch etwas zu trinken für die Busfahrt (das ist sinnvoll, im Bus bekam man nämlich nichts!) und gingen zum passenden Ausgang. Dort herrschte Chaos und Gedränge, obwohl ja eigentlich klar war, dass jeder einen Sitzplatz in einem der Busse erhalten würde...

Diese Gebäude links am Flughafen Malpensa gefallen mir, die habe ich glaube ich schon mal in einer Architekturzeitschrift oder einem Buch gesehen. (Weiß da jemand etwas drüber?)

Gegen 11:15 Uhr waren wir in unserem Bus. Der Busfahrer fuhr durch ein regnerisches Norditalien. Zum Glück würden wir ja in die Wärme reisen, dann war der europäische Herbst nicht ganz so schlimm.

Ankunft in Savona war ca. 14 Uhr.

In Savona besitzt Costa ein großes Terminal, davor hielt eine Masse Busse und es wuselte. Im Gebäude herrschte wieder etwas Chaos, viele Menschen, die unterschiedlichste Sprachen sprachen und umher irrten oder auf Sofas, Koffern u.ä. saßen und warteten. Bei Royal Caribbean lief das deutlich professioneller ab, bei MSC auch.

Costa Fortuna in Savona, Italien

Man hatte bereits im Bus bei der Ankunft in Savona eine neue Nummer bekommen und sollte so lange warten, bis diese aufgerufen wurde. Die großen Koffer wurden vom Bus aus direkt aufs Schiff gebracht. Wir füllten irgendwelche Papiere aus (Gesundheitsbogen usw.) und fragten uns dann durch, wann wir spätestens wieder am Terminal sein müssten, um mit zu dürfen (ich glaube, das war 16:30 Uhr) und verbrachten den Nachmittag lieber mit einem Spaziergang durch Savona.

Ein Tipp ist vielleicht, bereits in Mailand die schweren Sachen des Handgepäcks in die großen Koffer umzuladen, so dass man beim Spaziergang nicht so schwer bepackt ist. ;-)



Savona war mir bisher nicht bekannt und ich war positiv überrascht: Eine hübsche Stadt mit für die Riviera typischer Architektur, wirklich schönen und beeindruckenden Häusern, malerischen Plätzen, einem Dom, einer Festung und natürlich mit dem dominierenden großen Hafen.

Wir sind eine längere Zeit durch die Stadt gebummelt. Sie hat das typische italienische Flair, man sieht betende Menschen in der Kirche, kann in Bars Espresso schlürfen, schaut in kleine Lädchen rein, radebrecht mit Passanten, genießt die Architektur, usw.

Schön auch dieser Blick von einer Passage auf den Turm und das Schiff, mit dem wir später reisen würden.

Als wir wieder ins Kreuzfahrtterminal kamen, war es deutlich ruhiger. Sehr viele Passagiere waren inzwischen an Bord und es war nicht mehr so hektisch. Unsere Nummer war allerdings immer noch nicht dran, also warteten wir noch ein wenig (es gab irgendwo Sandwichs und kalte Pizza) und konnten schließlich einchecken.

Hier ein Foto des Costa-Kreuzfahrtterminals von innen - schon deutlich leerer als gegen Mittag. Die übliche Prozedur: Auf dem Weg zum Schiff wird man begrüßt, es werden Fotos geschossen, usw. Auf dem Schiff (man kam auf Deck 3 im Atrium an) bekam man einen Willkommensdrink und musste sich dann auf eigene Faust sein Zimmer suchen.

Costa-Terminal in Savona, Italien

Wir sind erst kurz an Deck, unsere Kabine war auch oben, Deck 11. Die Zimmertüren waren offen, die Bordkarten lagen auf dem Bett.

Daneben lag die Bordzeitung, die bei Costa "Today" heißt sowie eine Karte mit der Tischnummer fürs Abendessen und der Information, dass wir bei der ersten Sitzung um 18:30 Uhr gebucht seien. Eigentlich hatten wir bei der Reisebuchung die zweite Sitzung (21:00 Uhr) angegeben, aber das hatte letztes Mal bei MSC auch schon nicht geklappt. Nach kurzem Überlegen entschieden wir, dass das eigentlich auch okay sei, nicht so spät, wir waren ja gesundheitlich etwas angeschlagen - und beschlossen daher, es nicht zu ändern.

Mit der Kabine hatten wir Glück: Es war eine Außenkabine ganz oben auf Deck 11, so dass man eine schöne Aussicht hatte.

Viele Außenkabinen haben ja nur ein kleines Bullauge oder ein relativ kleines Fenster. Hier hatten wir eine Glaswand als Fenster, fast wie ein Wintergarten. Ein Traum!

Besonders gefiel mir die Leseecke, die auf dem kleinen Foto oben im hinteren Teil (draufklicken = größer) zu erkennen ist. Da hatte man etwas Ruhe und Muße, gute Bücher zu lesen oder einfach ungestört aufs Meer zu blicken.






Um 17:00 sollten wir auslaufen, es wurde dann eine gute Stunde später, aber das ist ja kein Problem. Wir waren rechtzeitig an Bord und konnten das Auslaufen von Deck beobachten - es war sehr beeindruckend!




Dies ist Teil eines Reiseberichts über meine Transatlantik-Kreuzfahrt mit der Costa Fortuna. Details dazu finden sich hier.

Sonntag, 11. Juli 2010

1 Woche Faulenzen in Ägypten

Die letzten Wochen und Monate waren aus verschiedenen Gründen ziemlich anstrengend und nervenaufreibend, so dass uns meine bessere Hälfte eine Woche Sonnenbaden und Nichtstun am Meer verordnet hat. Das passende Reiseziel lieferte er gleich mit: Rotes Meer, Ägypten.

Radisson Blu Resort El Quseir vom Meer aus gesehen

Nach einigem Recherchieren im Internet und einem längeren Telefonat mit einer Ägypten-erprobten Freundin haben wir uns für das Radisson Blu Resort El Quseir entschieden. Bei 5 vor Flug gab's das kurzfristig zusammen mit einem Air Berlin Flug und den passenden Transfers. Also genau das richtige, wenn man keine Zeit und Energie hat, etwas selbst zu organisieren.

Wir waren eine Woche weg (8 Nächte) und hatten ein Zimmer mit Meerblick. Das Meer sah man seitlich vom Balkon aus - schön entspannend!

Gut war, dass wir trotz der seltsamen Ankunfts- und Abflugzeiten das Hotel nutzen konnten, also nicht um 11 Uhr bereits aus dem Zimmer mussten, obwohl wir erst spät abends zur Rückreise abgeholt wurden. Das war gut, so konnte man vor dem Transfer nochmal duschen und sich in Ruhe im eigenen Zimmer umziehen.

Die Gäste im Hotel waren international gemischt, was ich sehr angenehm fand. Es war auch nicht voll.

Wir hatten Halbpension. Das nächste Mal würde ich nur Frühstück buchen, es gibt Snacks am Pool, den Room Service, zwei Spezialitätenrestaurants, BBQ am Strand, usw., die man nach Lust und Laune besuchen kann, so dass man auch innerhalb des Resorts nicht hungern muss. Außerdem kann man - wenn man Appetit auf Buffet hat - dieses natürlich auch nutzen (100 LE). Mehr Infos zum Hotel finden sich hier in meinem Beitrag Impressionen.

Radisson Blu Resort El Quseir - Blick vom Restaurant in Richtung Meer
Mein Fazit: Ein optimales Reiseziel!

Durch die kurzen, von vielen Städten angebotenen und preisgünstigen Flüge leicht und schnell erreichbar, optimal zum Entspannen und Sonne tanken. Mir gefiel auch der hohe Salzgehalt des Roten Meers. Ich denke daher, dass dies auch im Winter (Wind beachten!) eine tolle Destination für einen Spontan-Trip ist.

Hier ein paar weitere Informationen zu unserer Reise, chronologisch:

Ein paar Impressionen finden sich auch auf meinem anderen Blog, hier klicken.

Meine Checkliste für eine Schnorchelreise ans Rote Meer:
  • Weniger Klamotten als gedacht, vor allem kaum Socken.
  • Für tagsüber leichte Kleidchen, die sich schnell über den Bikini drüber ziehen lassen.
  • Für abends etwas nettes (möglichst wenig Ausschnitt).
  • Mittel gegen Teerflecken (oder besser doch die Butter aus dem Restaurant verwenden).
  • Schnorchelausrüstung vor der Abreise durchsehen und evtl. ergänzen.
  • Badeschuhe für ruhige Tage, Flossen für windigere.
  • Dünne T-Shirts fürs Schnorcheln (gegen Sonnenbrand auf dem Rücken).
  • Tauchtauglichkeitsbescheinigung vom Arzt, falls man doch tauchen möchte...
  • Sonnenhut
Fast alles kann man auch vor Ort kaufen, z.B. Badeschuhe oder Taucherbrillen.

Samstag, 10. Juli 2010

Rückreise aus Ägypten

Ein letzter entspannter Tag am Meer, mit Schnorcheln, Schwimmen, Spazieren, Essen. :-)

Unser Rückflug ging mitten in der Nacht. Zum Glück war das Zimmer noch für die ganze Nacht gebucht, so dass wir uns nach dem Abendessen noch kurz frisch machen konnten, bevor wir das Hotel verließen.

Eigentlich hätten wir unsere Koffer selbst zur Rezeption tragen können, aber da sie abgeholt wurden und das dauerte, waren wir dann doch etwas spät und der Transfer musste auf uns warten. Wir waren insg. 4 Touristen in einem Minibus, die nach Hurghada zum Flughafen gekarrt wurden.

Die Fahrt war ruhig, ähnlich wie die Hinfahrt. Einen ersten Einblick über die Hotelsituation in Hurghada und die doch große und belebte Region bekommt man auf diese Weise auch. Dort ist wohl viel mehr Trubel als in El Quseir. ;-)

Im Flughafen war so mitten in der Nacht unheimlich viel los, sehr lange Schlangen. Ich bin diese Charter-Urlaubsflüge nicht gewohnt und hatte vergessen, Bescheid zu geben, wo wir sitzen wollen, so dass der Angestellte uns zwei Sitzplätze getrennt voneinander zuschanzte, ohne zu fragen natürlich. Zum Glück hat es sich im Flugzeug später ergeben, dass wir doch zusammen sitzen konnten.

Der Flughafen Hurghada hat interessante Direktflüge, z.B. nach Ufa usw. Uns fiel auf, dass sehr viele Russen zu sehen und hören waren, scheint ein beliebtes Urlaubsziel zu sein. Am Flughafen kann man noch sehr viel kaufen, Souvenirs, usw. Durch den organisierten Transfer ist man viel zu früh am Flughafen, so dass man Zeit totschlagen musste und viele Touristen auf den Sitzen schliefen. Der Flug hatte zudem noch Verspätung.

Auch zu essen und zu trinken gibt es. Da wir kein Geld gewechselt hatten, habe ich die Getränke (man darf ja kein Wasser rein nehmen und muss sich dann drin etwas kaufen) mit Kreditkarte bezahlt und nachher festgestellt, dass das auch die beste Wahl war - man hätte auch mit Euros zahlen können, das wäre deutlich teurer gewesen.

Zum Glück hatte ich doch noch einen Fensterplatz bekommen - ich schlafe selten im Flugzeug (vor 20 Jahren konnte ich das noch...) und schaue dann ganz gerne raus. Das Rote Meer konnte man erkennen, Schiffe, usw. Auch Kairo sah man ganz gut aus der Luft. Irgendwann früh morgens sind wir schließlich in Nürnberg angekommen und mit dem Auto heim gefahren.

Dies ist Teil eines Berichts über unsere Reise nach Ägypten ans Rote Meer - mehr dazu hier.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Ägyptischer Kochkurs

Cooking Class Radisson Blu Resort El Quseir
Das Hotel bietet einmal die Woche einen Kochkurs an. Klar, dass mich das interessiert hat und ich dabei sein wollte.

Die Anmeldung funktioniert ganz einfach mit der Nennung der Zimmernummer, maximal 15 Teilnehmer und 2,50 EUR pro Person sollte das ganze kosten. Wir waren die einzigen.

Als erstes wurden wir durch die Küchen und Lagerräume geführt. Interessant. Alles super hygienisch und sehr gut ausgestattet: Edelstahl, Tiefkühlräume, Kühlschränke, viel Trinkwasser im Gebrauch, alles ordentlich verpackt, auch wir mussten Häubchen tragen. Die urlaubstypischen Magen-Darm-Erkrankungen holt man sich woanders, meist durch Hitze oder durch Fliegen, denke ich - jedenfalls nicht durch Essen aus diesen Küchen.

Für mich sah das ganze nicht hektisch aus, sondern entspannt und so, wie wenn die Leute dort einen guten Umgang miteinander und mit den Speisen pflegen. Ich bin schlecht im Merken von Zahlen, ich glaube, dort arbeiten 30 Leute. Eine Person ist ausschließlich für die Hygiene zuständig.

Zutaten im Lagerraum Radisson Blu Resort El Quseir
Ich finde es nicht so toll, immer alles zu fotografieren und dann Bilder von Leuten, die nichts davon wissen, ins Netz zu stellen. Daher nur ein Foto vom Gemüse. Die Zucchini waren klein und hellgrün, so ganz anders als bei uns - das fiel mir auf.

Die Lebensmittel werden sowohl vom Großmarkt aus Kairo angeliefert wie auch aus der Region bezogen. So bekommt man fangfrische Fische aus Quseir, Lamm oder Gemüse von Bauern aus der Nähe. Es gibt ein Programm des Hotels, in dem sie die Bewohner der Region unterstützen, auch mit Ausbildungsplätzen.

Nach der Führung sind wir in die Showküche des mediterranen Restaurants. Dort war alles perfekt für unseren Kochkurs vorbereitet, drei Rezepte ausgedruckt und die Zutaten dafür:

Zutaten für den Kochkurs im Radisson Blu Resort El Quseir
Als erstes haben wir Tahina zubereitet, dazu wurde die Sesampaste mit Wasser und Gewürzen vermischt und beiseite gestellt. Ich mag's ja lieber scharf, die Ägypter auch, also haben wir etwas mehr Chili genommen.

Für die Touristen schmecken sie normalerweise milder ab...

Kofta aus Hackfleisch und Tahini - Kochkurs im Radisson Blu Resort El Quseir
Aus gemischtem Hackfleisch wurden dann Kofta zubereitet: Gemischt heißt hier Rind und Lamm, nicht wie bei uns Rind und Schwein! Logisch, wenn man kurz drüber nachdenkt. Statt die rohe Masse zu probieren, wie ich das zuhause immer mache, wird ein Probestück frittiert und abgeschmeckt. Die Hackröllchen wurden später mit Tahina in einem kleinen Fladenbrot gegessen.

Unser Lieblingsnachtisch stand auch auf dem Plan: Om Ali. Dazu werden Croissantstücke mit Nüssen überstreut, mit heißer gesüßter Milch übergossen und mit Sahne abgedeckt. Die Sahne wird dann mit einem Bunsenbrenner abgeflämmt. Lecker.

Nachtrag: Das habe ich später zuhause nachgemacht, das ausführliche Rezept von Om Ali mit Fotos ist hier (klicken!)

Ich beim Kochkurs in Ägypten
Der Kochkurs war wirklich lustig und interessant. Ich geb's zu, mehr als Kofta formen und Croissants in Schüsselchen zupfen haben wir fast nicht getan - der Sous Chef ist da geübter und hat sicher meist Touristen, die eher zusehen und sich bekochen lassen wollen. Wir haben uns super mit den beiden Köchen verstanden und dabei auch so einiges über Land und Leute und deren Sicht der Dinge gelernt.

Und geschmeckt hat es auch! :-)

Dies ist Teil eines Berichts über unsere Reise ans Rote Meer - mehr dazu hier.

Montag, 5. Juli 2010

Resort-Impressionen

Das Radisson Blu Resort El Quseir ist wohl ca. 5 Jahre alt und sieht wirklich richtig gut aus. Es wirkt irgendwie schon entspannend, wenn man nur guckt. ;-)

Radisson Blu Resort El Quseir
Es wurde im nubischen Stil erbaut. Auch nach Tagen entdeckt man immer wieder neue Details: Verschiedene Muster in den Terrassenhölzern, Leuchten, unterschiedliche Gewölbe, Farben, passende Mülleimer, usw. Das hat mir sehr gut gefallen, erholsam irgendwie.

im HotelFür uns war entscheidend, dass die Anlage nicht allzu groß, gepflegt und ruhig war.

Knapp die Hälfte der Zimmer war belegt, die Gäste kamen wohl vor allem aus Deutschland, Russland, Italien und Frankreich.

Es gab zum Glück kaum Animation (das mag ich nicht so), außer einem Gesangsduo abends und einmal die Woche kurz Bauchtanz oder eine Filmvorführung zum Thema Korallen.

Im Gelände befinden sich ein Spa mit Ayurveda-Behandlungen, ein Friseur/Kosmetiksalon, ein Tennisplatz, ein Kraftraum, Billard, usw. Für die Fussballspiele während der WM wurde ein Bereich mit großem Bildschirm aufgebaut, auf dem die Spiele live übertragen wurden.

Buffetrestaurant

Neben dem Buffet-Restaurant (die meisten Reisenden buchen wohl All inclusive und pauschal) gibt es ein mediterranes und ein orientalisches Restaurant, die Pool Bar, eine Bar namens Zar und ein orientalisches Café, in dem man auch Shisha rauchen kann.

Unser Zimmer war klasse, geschmackvoll, qualitativ hochwertig - perfekt. Das Internet funktionierte meistens, war allerdings nicht allzu schnell. Die Angestellten waren durch die Bank weg sympathisch, zuvorkommend, hilfsbereit.

Meerwasserpool
Das Hotel verfügt über eine Pool-Landschaft und einen Bereich, in dem Meerwasser in einem Becken zum Schwimmen einlädt, s.o..

Der Strand ist langgestreckt, mit ausreichend Liegen und Sonnenschirmen, mal sandiger, mal korallig-steiniger.

Steg ins Wasser
Es gibt einen Steg, der auch die Flagge beherbergt: Meist war sie gelb, die letzten drei Tage rot.

Schnorcheln am Hausriff
Zum Schwimmen ist das Meer vom Strand aus nur bedingt geeignet: Wir sind vor allem geschnorchelt und hätten uns meist noch ein paar Zentimeter mehr Wasser zwischen Bauch und Korallenriff gewünscht. Was man dann sieht, ist allerdings wirklich klasse: Ein schönes Riff, bunte Korallen, viele Lebewesen, von den buntesten Fischen über Seeigel, Muränen, Schnecken, Seegurken, usw.

Heftig fand ich manche Touristen, die ohne nachzudenken mit ihren Badeschlappen über das Riff latschen - dabei wird man überall darauf hingewiesen, dass man damit so viel kaputt macht... :-(

Die letzten drei Tage war es sehr windig, da benötigte man Flossen, um zu steuern. Sonst fand ich die Badeschuhe besser geeignet.

Dies ist Teil eines Berichts über unsere Reise ans Rote Meer - mehr dazu hier.

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