Samstag, 1. Januar 2022

Fotoparade 2021 – Jahresrückblick mit vielen Fotos meiner Reisen und Ausflüge 2021

Auch dieses Jahr gibt's wieder eine Fotoparade; wie immer organisiert von Michael von Erkunde die Welt. Es ist schon die elfte Runde. Ich mag die Idee, sich am Jahreswechsel hinzusetzen, die Erlebnisse und Erfahrungen des alten Jahres Revue passieren zu lassen und dabei durch Fotos zu wühlen. Hierbei kommen eine Menge Erinnerungen hoch – und mir fiel auf, dass ich in diesem zweiten Coronajahr doch wieder deutlich mehr unterwegs war und sogar auch wieder ein paar Mal spontan ins Ausland gereist bin! 

Schon immer habe ich eine Masse halbfertige Reise-Ideen im Hinterkopf. Außerdem packe ich gerne Möglichkeiten beim Schopf und verreise spontan. Das war dieses Jahr gut so: Es lohnt sich in diesen unplanbaren Zeiten, flexibel zu sein und immer dann wegzufahren, wenn die Inzidenzen zuhause und in der Zielregion sowie die Reisebeschränkungen es zulassen. Das Jahr 2021 hat uns zum Glück Impfungen gebracht, und seitdem fühle ich mich etwas sicherer. Mir wäre es unwohl dabei, in anderen Ländern von den Bürgern evtl. selbst benötigte Krankenhausbetten zu belegen, also war ich eher in der Nähe, organisiert mit einer Travel Bubble und sonst viel mit dem Auto und relativ kurz unterwegs.

Als Illustration zu meinem Jahr 2021 die beliebtesten neun Fotos meines Instagram-Kanals sowie ein Screenshot von Google Maps mit Punkten, wo ich mich dieses Jahr so rumgetrieben habe, wenn mein Smartphone mitgetrackt hat. ;-)

Meine #Bestnine2021 auf Instagram und die Google-Zeitachse


Bei den roten Punkten sind ein paar berufliche Touren dabei (Deutschland, Schweiz, Österreich – alles andere wurde abgesagt und lief virtuell), eine Pressereise innerhalb Deutschlands, eine Kreuzfahrt (die Punkte rechts unten in Griechenland) und ein paar Reisen mit dem Auto nach Polen und Tschechien sowie nach Österreich und am Jahresende noch ein Citytrip mit dem Flieger nach Norditalien. Vier Hauptstädte habe ich besucht: Athen, Berlin, Prag und Wien – in dieser Reihenfolge. Daneben haben wir viele Tagesausflüge unternommen, meist Sightseeing und Wandern bzw. die Natur erkunden. Davon sind interessanterweise die meisten dieser Fotocollage oben; vor allem Schnee scheint auf Instagram beliebt zu sein. ;-)

Auch dieses Jahr habe ich es nicht geschafft, die Beiträge zu meinen Ausflügen und Reisen zeitnah auf den Blog zu verfrachten; vieles hängt als Entwurf fest und wartet darauf, dass ich mehr Zeit und Lust habe, hier produktiv zu arbeiten. Nicht nur die Pandemie kostet Kraft, und manchmal faulenze ich lieber und genieße die Zeit draußen oder auf einem Kurztrip als auf dem Blog ausführlich über meine Ausflüge und Reisen zu berichten. Über Instagram habe ich wieder einiges zwischendurch gepostet, so dass man oft mitkriegt, wo ich gerade bin oder wo ich die letzten Tage war.

Neun Fotos möchte Michael diesmal nicht, sondern sechs. Oder 12 oder 13 oder doch mehr, wie man möchte. Die Aufgabe der Blogparade lautet, Fotos passend zu Kategorien zu finden. Die Kategorien sind für mich, der ja gerne Genuss, Kultur, Architektur und Bewegung an frischer Luft mag, eher weiter weg von dem, was ich üblicherweise poste und daher eine besondere Herausforderung. Man kann die vorgegebenen Kategorien auch abändern (das wäre ja langweilig!), andere wählen oder sogar weitere Kategorien dazu packen. Und natürlich das schönste Foto. – Na, da schauen wir mal, was ich alles auf der Festplatte finde. :-)

1. Licht und Schatten

Die Welt spielt gerne mit Licht und Schatten – und zum Fotografieren ist das immer eine Herausforderung. Hier sind drei Figuren im Vordergrund, gegen das Licht, und im Hintergrund liegt Wrocław (Breslau).

Büßerinnenbrücke in Wrocław (Breslau) - Tekla und Martynka

Dahin bin ich im Juli gefahren, als meine Zweitimpfung gerade 15 Tage her war, ich also ohne Tests nach Polen und Tschechien reisen durfte. Die sog. Büßerinnenbrücke verbindet die beiden Turmspitzen der Magdalenenkirche und ist ein beliebter Aussichtspunkt, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Die kleine Hexe Martynka rechts im Bild kriegt etwas von der Sonne ab, während das Gesicht der eitlen Tekla, die zur Strafe für ihre Faulheit die Brücke kehren muss, im Schatten liegt. Ihr Gesicht ist auf dem Foto daher kaum zu erkennen.

2. Tierisch

Tiere fotografiere ich eher selten. Manchmal sind sie einfach zu schnell, und oft schaue ich sie einfach an, ohne dran zu denken, dass ich fotografieren könnte. Libellen habe ich welche fotografiert; die sieht man ja auch weniger als früher und ich freue mich jedesmal an der Eleganz und den Farben, wenn ich eine sehe. Leider wurden die mit meinem Smartphone nicht ganz scharf. Dieser Schmetterling jedoch saß ganz brav an dieser Wilden Karde, als ich wandernd bzw. erkundend dran vorbei schlenderte und ließ sich willig auf Speicherkarte bannen.

Schmetterling und Wilde Karde - Stein-Erlebnispfad in den Haßbergen

So einen Schmetterling hatte ich zuvor noch nie gesehen, also habe ich ihn fotografiert, um später zu recherchieren, wie er heißt. Russischer Bär oder Spanische Flagge, es gibt wohl mehrere Namen für dieses beeindruckende Insekt. Wir haben uns den Stein-Erlebnispfad in den Haßbergen angeschaut. Auf einer einfachen Rundtour, die auch für Kinder geeignet ist, erfährt man viel über Steinbrüche sowie Tiere und Pflanzen, die sich dort angesiedelt haben. Zwischendurch hat man super Ausblicke bis nach Thüringen. Auch zu empfehlen ist der Biergarten der Diakonie, ein paar Meter vom Parkplatz entfernt. 

Größer geht's auch, klar! Näher auch. Das hier sind meine Lieblingskühe, nicht weit von einer Stelle, an der ich oft vorbeiradle. Schon im Vorjahr hatte ich zwei Kühe beobachtet, die diese auffällige Musterung aufwiesen. Dieses Jahr gab's plötzlich vier von der Sorte, zwei davon kleine Kälbchen!

Frankenwald - zwei Kühe auf der Weide bei Seibelsdorf

Im Frankenwald gibt es zum Glück Landwirte, die ihre Tiere artgerecht halten. Ziegen an Hanglagen, Schweine draußen mit Möglichkeit zum Aufwärmen im Winter, Enten an kleinen Tümpeln, oder Kühe auf großen Weiden. Auf der Weide hier sind auch noch braun-weiß gescheckte Kühe, die ich nicht auseinander halten kann. Aber diese hier sind besonders. Ich bin mir nicht sicher, es können Galloway-Rinder sein. 

Ein drittes tierisches Foto habe ich noch – auch eins meiner Lieblingstiere. Esel finde ich so toll, da sie (wie Katzen, auch Lieblingstiere) ihren eigenen Kopf haben und mir daher etwas ähneln. ;-)

Stur oder störrisch sagt man gerne, aber eigentlich bedeutet das nur, dass man sie nicht so einfach zähmen kann wie andere Spezies. Auf Nordzypern habe ich mal eine ganze Menge frei lebende Esel gesehen, und in Griechenland gibt's viele Esel. Als Kind hatte ich ein Fotobuch, das ein kleines Mädchen mit einem Esel auf einer griechischen Insel begleitete. Vielleicht hat das ja geprägt.

Esel bei Lindos, Rhodos

Aufgenommen habe ich das Foto auf Rhodos Ende Mai. Von dem Ausflug dort gibt's weiter unten noch ein anderes Foto. Das Licht an dem Tag war offensichtlich klasse zum Fotografieren.

3. Gewässer 

Das Wort Gewässer ist ja weit gefasst. Ich hatte kurz überlegt, ob ich das Meer zeigen soll, bin dann aber doch bei einem belebten Fluss hängen geblieben.

An diesem Foto von Prag, das von einem Sonntag Ende Juli stammt, gefällt mir, dass die Moldau von fröhlichen Familien oder Freunden bevölkert wird. Man sieht massenweise Tretboote, die man sich dort ausleihen kann – und das Angebot wird bei dem schönen Wetter auch rege genutzt.

Prag - Sonntag an der Moldau

Wir sind relativ spontan nach Prag gefahren. Anlass war eher spaßeshalber, dass ich noch ein paar Tage Autobahnmaut in Tschechien gut hatte und als gebürtige Schwäbin die paar Euro natürlich ausnutzen wollte. Da ich die Woche davor schon in Tschechien war und es mir so super gefiel, sind wir einfach nochmal hingefahren und haben uns für die Hauptstadt entschieden, die wir schon einige Jahre nicht mehr besucht hatten. Prag ist normalerweise sehr überlaufen, aber diesen Sommer waren wenig Touristen dort. 

Wir hatten ein Hotel im Stadtzentrum, sind viel herumgelaufen und haben die Stadt an der Moldau zusammen mit vielen Einheimischen genossen. Am ersten Abend waren wir auf einem der großen Boote, die am Flussufer liegen, und haben dort entspannt Bier getrunken und Pinsa gegessen; auch hier war das Gewässer einfach schön.

4. Aussicht

Das Futurium mitten in Berlin hat seit 2019 geöffnet. Es dient als Museum, Bühne und Forum und hat die Zukunft zum Thema. Wir waren Anfang Juni in Berlin und haben uns umgeschaut, was es neues und bekanntes gab. Das Wetter war traumhaft, so dass wir auch mal wieder eine kleine Bootsfahrt unternommen haben. Außerdem sind wir viel gelaufen und haben uns auch in Museen und Ausstellungen umgeschaut. Das Konzept eines Raumes, der sich mit Zukunftsthemen beschäftigt, hat uns interessiert, daher sind wir hin.

Berlin 2021 - Aussicht vom Futurium

Überall musste man sich mit Kontaktdaten eintragen, oft auch voranmelden, aber meist hat es geklappt. Außerdem brauchte man überall Schnelltests, so dass wir das in Berlin auch kennengelernt haben. Das Futurium kam im Dezember 2021 nochmal in die Medien: Der Koalitionsvertrag wurde hier durch die Spitzenvertreter der Ampel-Parteien unterzeichnet und damit das Regierungsprogramm besiegelt. Die Themen Forschung und Zukunftsfragen sollen ja eine größere Rolle spielen; da passte das Ambiente. 

Neben den Ausstellungen fand ich auch das Dach interessant. Es gibt einen Rundgang, der Skywalk genannt wird. Die Ausblicke sind beeindruckend. Hier habe ich endlich einmal ein Foto der Charité schießen können, die letztes und dieses Jahr ja auch in aller Munde ist. Im Vordergrund die typische Berliner S-Bahn, und im Hintergrund kann man den Fernsehturm erkennen.

Berlin 2021 - Aussicht vom Futurium

Nicht nur die Aussicht ist beeindruckend, sondern auch die Dachfläche. Das Gebäude ist nicht nur barrierefrei, sondern auch energie- und klimafreundlich als Niedrigst-Energiehaus gebaut. Neben den weißen Wegen sieht man Dachfläche mit solaren Energiekollektoren für Photovoltaik, die der Stromgewinnung dienen. Daneben sind einige Reihen Solarthermie-Rohre, die zur Wärmegewinnung genutzt werden. Der Hybrid-Energiespeicher des Gebäudes erhält durch eine besondere Technik ein Vielfaches an Kapazität normaler Wasserspeicher. 

Berlin 2021 - Futurium

Man kann am dritten Foto erkennen, dass das Dach nach innen geneigt ist. Diese Art Trichter sammelt Regenwasser in einem Auffangbecken und führt dieses einer Zisterne zu. Der gesammelte Niederschlag wird für die Gebäudekühlung genutzt; an diesem Tag hörte man da auch ein Brummen: die Kühlanlage.

5. Hoch hinaus

Wenn man eine neue Stadt kennenlernt, macht es einfach Spaß, sie von oben anzuschauen. Und wenn sich dafür so coole fast 1000 Jahre alte Türme wie hier in Bologna anbieten, dann kann ich nicht widerstehen! 

Seit kurzem gibt es einen Direktflug von Nürnberg nach Bologna und Anfang Dezember waren wir für ein langes Wochenende dort. Das Wetter war zwar auch nicht viel wärmer als daheim, aber das mittelalterliche Stadtbild, die 38 km Bogengänge, das Essen und diese Türme waren eine super Abwechslung und die Inzidenz in Italien deutlich niedriger als zuhause. Trotzdem liefen die meisten Einheimischen auch draußen in der Stadt mit Maske herum.

Bologna - Stadt der Türme


In Bologna gab es im Mittelalter ungefähr 180 dieser sog. Geschlechtertürme; eine Handvoll sind noch da. Diese beiden Backsteintürme sind die bekanntesten; sie heißen Torre Garisenda (der sehr schiefe kleinere, er ist 48 Meter hoch und neigt sich über 3 Meter) und Torre degli Asinelli (1109 erbaut, 97 Meter hoch). 

Den Asinelli-Turm kann man besteigen und hoch hinaus! Mit dem Smartphone vor Ort scannt man einen QR-Code und bucht für 5 Euro pro Person ein Ticket für einen Timeslot. Es dürfen zeitgleich nur wenige Menschen hoch; zwischendurch muss man auch mal warten und die Gegenrichtung passieren lassen. Im Treppenhaus (das sieht man auf der Collage oben als zweites Foto von link) und oben ist Maskenpflicht. 

Bologna - Ausblick vom Torre degli Asinelli

Die Stufen nehmen kein Ende und mit meiner dichten KN95-Maske war das echt kein Spaß... Bis zur Plattform sind es 498 Stufen, aber man wird mit einer super Aussicht auf die rote Stadt und auf die sanften Hügel der umgebenden Landschaft entschädigt. Ein Traum!

6. Schwarz-Weiß

Die Friedenskirche von Świdnica (Schweidnitz) gilt als größte Fachwerkkirche Europas. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 entstanden in Niederschlesien drei evangelische Kirchen, die ohne Steine und Nägel nur mit Fachwerk gebaut werden mussten, und zwar innerhalb einer Bauzeit von weniger als einem Jahr. Zwei Kirchen sind erhalten und heute UNESCO-Welterbe.

Friedenskirche von Świdnica (Schweidnitz), Polen

Die Kirche ist im Original dunkelbraun und weiß, bietet sich daher für ein Schwarz-Weiß-Foto an. Der Himmel war hellgrau; hier ging also auch wenig Farbe verloren, als ich das Foto mit Graustufen abgespeichert habe.

Außen also schönes Fachwerk – aber ich war sehr erstaunt, als ich eintrat: Farbenprächtiger Barock, alles bunt und golden bemalt, extrem prachtvoll und aufwändig geschmückt.

Friedenskirche von Świdnica (Schweidnitz), Polen
Der Kontrast von innen und außen ist sehr spannend. Aufgefallen sind mir einige Logen, die von reichen Familien der Umgebung genutzt wurden. Die Orgel stammt übrigens aus dem Jahr 1669. Auch das Deckengewölbe ist aufwändig bemalt. Innen ist es sehr dunkel; ein Stativ wäre wahrscheinlich besser zum Fotografieren gewesen.

7. Aufgeblüht

Ja, hier blüht nur ein bisschen Oleander im Vordergrund - aber ich, ich bin total aufgeblüht, als ich hier stand! Um diese Stelle herum hat natürlich noch viel mehr geblüht, klar, das Foto habe ich Ende Mai auf Rhodos geschossen, und zu der Jahreszeit blüht die Insel. Aber hier war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich im Urlaub draußen (außerhalb des Schiffs) in der Sonne, bei warmem Wetter (zuhause war es kalt und regnerisch) auf festem Boden stand und diese einmalige Aussicht genießen und richtig durchschnaufen konnte. In dem Moment bin ich aufgeblüht.

Rhodos - Paulusbucht bei Lindos

Ich liebe diesen mediterranen Duft, den man sich fast vorstellen kann, wenn man das Foto sieht. 

Der Apostel Paulus soll an diesem Naturhafen an Land gegangen sein, daher heißt die Bucht Paulusbucht oder St. Paul's Bay. Sie liegt etwas südlich der Stadt Lindos, die neben einer Akropolis auch eine wunderschöne Altstadt mit engen Gassen hat.

Rhodos - Lindos Mai 2021

Es war ziemlich heiß und wir waren mit unserer Reisegruppe nicht die einzigen Touristen. Bei der Tour war es ja wichtig, dass man in der Travel Bubble zusammen blieb, um sich nirgends infizieren zu können, daher musste man aufpassen, dass man sich nicht verlor. Zum Glück war auf einem gemütlichen Spaziergang Zeit, die Stadt und die üppig blühende Natur zu bewundern. Und eine Dose Bier gegen den Durst konnte ich unterwegs dann doch kaufen. Mit Maske und Abstand natürlich. :-)

8. Eng

Als Kontrast zu dem frühsommerlichen Blütenmeer habe ich mich beim Thema Eng für einen Wanderweg im Frankenwald entschieden. Das Foto stammt vom November und hat es mit dieser winterlichen Schneelandschaft sogar in die Top 9 ganz oben geschafft. 

Einer unserer liebsten Wanderwege in der Region ist der DÖ94 mit dem Namen 'Auf Jägersteigen'. Er ist nur 6 km lang und besteht vor allem aus schmalen Wegen, von denen es früher viele gab. Sie wurden im Wald angelegt, teils mit Steinen aufgefüllt, teils in Fels gehauen. Neben Jägern nutzen auch andere Menschen diese Wege; oft einfach um von A nach B auf direktem Weg zu kommen.

Frankenwald - DÖ94 Auf Jägersteigen

Die Wege sind so schmal, dass man den Großteil der Tour hintereinander gehen muss; um nebeneinander herzulaufen ist es zu eng. Heute sagt man Single Trail dazu und sieht das Ganze sportlich. Ich bin auch gerne mit dem Mountainbike auf Single Trails unterwegs; davon gibt's aber selten Fotos. Und dieser Weg hier wäre mir zu eng bzw. zu gefährlich.

Es geht durch verschiedene Landschaften, mal durch Laubwälder, mal durch Nadelwälder, mal bergauf, mal bergab, an einem alten Burgstein vorbei und zu zwei Aussichtsfelsen. Man hat die Weite der Natur aber dann doch die Enge der Wege. Wunderschön!

9. Einschlag

Auch dieses Thema lässt sehr viele Interpretationen zu. Ich habe mich für ein Foto entschieden, das eine mittelalterliche Art Kanone darstellt. Waffen mag ich allgemein nicht so und ich weigere mich, die Vokabeln für die unterschiedlichsten Waffenarten zu lernen. Wer weiß, wie so etwas heißt, darf es gerne in die Kommentare schreiben. 

Meist hat man früher mit schweren Geschossen und Schwung gearbeitet. Und wer auf der anderen Seite war, bekam etwas ab... Einen Einschlag. ;-)

Cheb (Eger) - Burg mit schwarzem Turm und Geschoss

Dieses Foto zeigt die Burganlage der Stadt Cheb (Eger) im Osten Tschechiens. Auch das ist nicht weit von daheim; von uns aus ist man locker in einer Stunde dort. Ich war auch schon oft in der Region und in der Stadt; aber früher war mir gar nicht bewusst gewesen, wie gut erhalten bzw. restauriert die Burg ist! 

Ihre politische, wirtschaftlliche und kulturelle Blütezeit erlebte die Region unter den Stauerkaisern. Friedrich II Barbarossa hat hier eine Kaiserpfalz errichten lassen und heute noch sieht man viel Romanik. Zuvor gab es auf dem Felssporn über dem Fluss Eger eine slawische Wallburg. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde eine steinerne Burg gebaut; die wurde dann durch Barbarossa erweitert. Interessant ist die schwarze Farbe des Turms: Das Baumaterial ist schwarzer Basalt aus dem nahegelegenen Kammerbühl, das vulkanischen Ursprungs ist. 1774 hat man den Turm mit Bruchsteinen erhöht.  

10. Rot

Zur Farbe rot fiel mir spontan Knossós ein. Der Tempel mit den roten Säulen hat es sogar in die beliebtesten Fotos ganz oben geschafft. Diese Hauptsehenswürdigkeit der Insel Kreta ist normalerweise sehr überlaufen; nicht in diesem Pandemiejahr. Im Rahmen unserer Kreuzfahrt haben wir diesen bedeutenden minoischen Palast besichtigt.

Knossos - Kreta
Die Dimensionen sind riesig und dadurch, dass vieles rekonstruiert wurde, erhält man einen guten Eindruck der ersten Hochkultur Europas. Wandteile und Säulen wurden aus farbigem Beton wieder aufgebaut. Vor allem das Rot sticht ins Auge und macht sich auch auf den Fotos gut als Kontrast zu dem blauen Himmel und dem saftigen Grün der Büsche.

Knossos Thronsaal - Kreta

Der sog. Thronsaal ist innen ebenfalls rot bemalt. Den Namen bekam der Raum von dem Alabasterthron, der rechts an der Wand zu erkennen ist. Der Thronsaal ist das Herzstück des Palastes und jeder Besucher von Knossós möchte eine Blick reinwerfen. Hier war sogar eine ganz kleine Schlange; man musste kurz warten, um hineinschauen und fotografieren zu können. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie lange die Schlange normalerweise ist. Wir waren bei unserer Kreta-Reise 2018 nur in Phaistos, weil das nicht so überfüllt ist und ich ungern Schlange stehe.

11. Minimalistisch

Minimalismus und Reisen... Reisen ist ja oft überschwängliche Natur, spektakuläre Landschaften, überbordende Sehenswürdigkeiten, bunte Städte, farbenfrohes Essen, also wenig minimalistisch. Aber es geht auch anders, und wieder spielte der Zufall die Hauptrolle. Auf der Rückfahrt von Berlin machten wir in Dessau eine kleine Pause, weil wir die Bauhaus Stadt mögen und ich gerne im Biergarten des Kornhauses direkt an der Elbe sitze. 

Dessau Bauhaus Museum

Eher durch Zufall kamen wir in der Innenstadt bei einer Runde entlang der Bauhaus-Gebäude (ich schaue da immer gerne, was sich seit meinem letzten Besuch getan hat) am nagelneuen Bauhaus Museum Dessau vorbei. 
 
Das Museum wurde im September 2019 eröffnet, und für 2020 hatte ich mir fest vorgenommen, es zu besuchen. Da kam ja Corona dazwischen und ich hatte das total vergessen! – Wir haben uns einen Parkplatz gesucht und sind fast gerannt, da es schon spät war. Tickets bekommt man nur übers Internet, d.h. schnell mit dem Smartphone geschaut, ob noch freie Plätze sind, einen Slot gebucht und auf den letzten Drücker rein ins ziemlich leere Museum.
 
Dessau Bauhaus Museum
Die Zeit drin war natürlich etwas knapp, aber für einen ersten Eindruck ideal. Bauhaus-Möbel sind ein Inbegriff von Reduktion und passen daher super zum Thema Minimalismus. Geometrische Formen, der Materialeinsatz auf ein Minimum beschränkt, kein Detail zu viel. Ich mag das. 

12. Natur pur

Für das Thema 'Natur pur' muss ich nicht weit gehen – ich bin vor vielen Jahren in eine ländliche Region gezogen, weil ich genug von Städten hatte. Ich mag Kultur, Geschichte und Städte unheimlich gerne, aber ich will da nicht wohnen sondern hin reisen.

Natur habe ich lieber vor der Haustüre, oder im Umkreis von einer halben Stunde Fahrzeit. Dieses Foto stammt vom Februar und ist im Frankenwald entstanden, auf einer Wanderung nahe Schauenstein.

Frankenwald

Solche Felsen, die so malerisch mit Moos bewachsen sind, findet man an vielen Stellen im Wald. Oft sehe ich sie zufällig, wenn ich auch mal querfeldein gehe, oder die Wander- oder Radwege sind so angelegt, dass man an besonders imposante Stellen geleitet wird. Ich habe hier mit Absicht kein spektakuläres Foto ausgewählt, sondern eins, das ich überall im Frankenwald aufgenommen hätte können. Natur pur – für manche im Urlaub, für mich immer wenn ich will. :-)

13. Kurbäder 

Seit diesem Jahr sind einige Kurbäder Teil des Welterbes der UNESCO. Wie der Zufall so spielt, habe ich dieses Jahr auch einige davon besucht, so dass ich eine weitere Kategorie mit aufnehme. Elf dieser traditionsreichen Bäder sind jetzt die sog. Great Spas of Europe. Einige davon habe ich früher schon besucht und mich an der Bäderarchitektur erfreut. Kurz nach der Ernennung war ich in Karlsbad und etwas später in Baden bei Wien und im Rahmen der Pressereise mit Franken Tourismus auch in Bad Kissingen.

Für mich hat diese Bäderarchitektur, oft mit so schön fröhlich-reinen gelb-weißen Fassaden, etwas entspannendes. Der Blutdruck geht sofort runter, der Körper schaltet in Erholungsmodus.

Bad Bocklet: Brunnenbau mit Quelle

Spannend finde ich das Wasser, das in solchen Kurbädern ja einen hohen Stellenwert hat. In Karlsbad läuft jeder mit diesen kleinen Kännchen herum und trinkt schluckweise aus einer der vielen Quellen. Das Wasser dort schmeckt mir ehrlich gesagt überhaupt nicht. Je nach Lebensphase und je nach körperlichem Zustand eignen sich wohl auch immer wieder andere Wässer und man merkt evtl. dadurch, dass man sie probiert, was einem gut tut. Mir tut definitiv das Wasser von Bad Bocklet gut! 

Davon stammt dieses Fotos; es zeigt den Brunnen, die sog. Balthasar-Neumann-Quelle. Das Wasser ist stark eisenhaltig und für jemanden wie mich, der Eisen schon als Infusion bekam, richtig wohlschmeckend und gesund. Ich habe mir gleich eine Flasche abgefüllt und mit nach Hause genommen. :-)

14. Schönstes Foto 2021

Hier habe ich lange überlegt und mich dann doch nicht für eine besonders schöne Fotografie, sondern für einen besonders schönen Moment entschieden. Mein schönstes Foto zeigt eine glückliche Barbara, die genießt, dass man im Sommer 2021 wieder ein Stück Normalität leben konnte! 

Wir waren Anfang September spontan in Wien und Baden bei Wien. An dem Wochenende sollte eigentlich die bekannte Genussmeile stattfinden; ein Fest der Weinbauern mit einer Wanderroute durch die schöne Landschaft mit den vielen Weinbergen und vielen Stopps, um Wein zu kosten und sich außerdem mit Kleinigkeiten zum Essen zu stärken. Die letzten Jahre sprach sich dieses Event herum und es war vor der Pandemie wohl auch ziemlich überlaufen.

Genussmeile Thermenregion Wienerwald - Blick auf Gumpoldskirchen

Dieses zweite Corona-Jahr war die Genussmeile eigentlich abgesagt. Wir sind trotzdem hin und wollten einfach durch die Weinberge wandern. Als wir dort waren, hatten einige der Weinbauern ihren Ausschank mitten in den Weinbergen trotzdem geöffnet, einfach weil Wochenende war; einige Genusswanderer fanden sich ein – und es war wunderschön!

Genussmeile Thermenregion Wienerwald

Nicht überlaufen, traumhaftes Wetter, Bewegung an der frischen Luft, Abstand zu anderen Menschen, die Möglichkeit, super Wein oder auch mal roten Sturm (wie auf dem Foto oben) zu trinken und das Leben zu genießen. – Das haben wir 2021 alle gelernt: Spontan sein, auch mal etwas machen, was man sonst nicht tun würde, es darauf ankommen lassen, flexibel agieren, genießen, was sich ergibt, meist zufällig, selten geplant. Das alles macht das Leben aus! :-)

Mit diesem Rückblick wünsche ich meinen Lesern und Leserinnen ein frohes, gesundes und glückliches Neues Jahr 2022 mit vielen schönen Erlebnissen!

P.S.: Auf meinem Foodblog gibt's auch einen Jahresrückblick.

Und ich möchte ein paar weitere Reiseblogs verlinken, deren fotografischen Rückblick ich gerne gelesen habe:  

8 Kommentare:

  1. Was für ein schöner Jahresrückblick! Und toll, dass du 2021 auch ein paar spontane Reisen machen konntest. Jedes Bisschen mehr Normalität tut gut!

    Ganz liebe Grüße
    Barbara

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    1. Hallo Barbara
      das freut mich, dass Dir mein Rückblick gefällt! Ich war beim Anschauen der vielen Fotos und beim Auswählen selbst erstaunt, wie viel ich doch unterwegs war. Seit der Impfung war es entspannter und ich habe sehr viel draußen unternommen.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  2. Liebe Barbara,
    was für eine schöne Übersicht. ;) MIr geht es übriens auch immer so wie dir. Ich habe schon immer viele Reiseideen im Kopf und plane drumherum auch gern spontan. Dadurch veschieben sich manche Reiseideen auch einfach mal um 1-2 Jahre und neue kommen hinzu... da wir ja auch (immer noch) mit Schulkind reisen. Da sind die Zeiten doch begrenzt... Ich finde den Rückblick sehr gelungen, da ist auch noch ein wenig Inspiration dabei - und schwups wird die Reise-Ideen-Liste wieder ein Stück länger... ;)
    Viele Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,
      mit Schulkindern oder wenn man beruflich feste Urlaubstermine hat, ist es sehr schwer, so spontan zu sein. Aber da bieten sich ja immer noch Wochenenden an, und ich sehe, Ihr wart auch ein wenig unterwegs.
      Danke für Deinen lieben Kommentar.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Liebe Barbara,
    Du bist ja auch ganz schön rumgekommen dieses Jahr. Die Zwerge von Breslau habe ich 2019 kennengelernt, die Stadt ist echt toll. Athen steht auch noch auf meiner Wunschliste, bisher war ich nur auf Kreta. Die roten Wände von Knossos kenne ich daher nur zu gut :) Mein Lieblingsfoto ist das mit dem Esel, was aber daran liegt, dass ich Esel einfach liebe!
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap
    PS: Herzlichen Dank für den Link :)

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    1. Hallo Miriam,
      noch eine, die Esel mag! :-) Ich wusste doch, dass wir einiges gemeinsam haben.
      Ja, 2021 war doch wieder mehr Reisen angesagt.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Liebe Barbara,

    ich bin immer ein Fan von der Fotoparade, denn es ist immer eine kleinen Zeitreise durch die schönen Momente des Jahres.

    Bad Bocklet kommt mit sehr bekannt vor :-) Doch mein Favorit sind die beiden lustigen Hexen.

    Liebe Grüße, Katja

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  5. Bologna von oben sieht ja toll aus! Ich war vor ein paar Jahren dort, aber auf Grund des Verkehrs kamen wir so viel später an als gedacht, dass ich letztlich kaum etwas von dort gesehen habe.

    Und wer kennt das nicht, mit den Beiträgen, die in den Entwürfen festhängen? Also ich auf jeden Fall!

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