Sonntag, 19. Mai 2019

Landesgartenschaugelände in Kronach

In Deutschland finden ja regelmäßig Gartenschauen statt; Bundes- und Landesveranstaltungen. Im Jahr 2002 war das oberfränkische Kronach Gastgeber der Bayerischen Landesgartenschau, die unter dem Motto "Neue Ufer" stand. Früher war das Gebiet, wo sich die Flüsse Haßlach und Kronach mit der Rodach vereinen, durch Industrieanlagen geprägt und ein innerstädtischer Problembereich mit massiven Umweltproblemen.

Um die Landesgartenschau hier austragen zu können, wurden erst Betriebe umgesiedelt, dann Altlasten beseitigt und schließlich das Gelände umgestaltet. Diese Aktion war eine der größten Altlastensanierungen, die in Bayern je durchgeführt wurden.

Nach der erfolgreichen Landesgartenschau 2002 steht das Gelände heute allen Bewohnern und Besuchern Kronachs zur Verfügung. Die 14 Hektar große Parkanlage bietet viele Details und lädt zu Spaziergang, Nordic Walking (ausgeschilderte Routen), Wanderung oder einer Radtour ein. Ich bin gerne im Café Seebühne mit Biergarten, das mitten im Parkgelände unweit der Seebühne liegt und beliebt für eine Rast ist. Der Kronacher Landesgartenschau-Park ist auch heute noch Schauplatz vieler Aktionen und Konzerte.



Mein Foto der Woche zeigt eine Installation, deren Umfeld seit der Landesgartenschau renoviert wurde. Der Lampenschirm war kaputt und wurde repariert, aber die Betonsofas und der Fernseher sind original. Man hat von hier einen traumhaft schönen Blick auf die Festung Rosenberg.

Fernseher und Kronach gehören zusammen, seit die Produktion der Loewe-Fernsehgeräte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kronach kam. Das Unternehmen wurde bereits 1923, dem Jahr der Einführung des Hörfunks in Deutschland, von den Brüdern David Ludwig Loewe und Siegmund Loewe gegründet, damals in Berlin. Loewe produziert mit seinen hochwertigen Geräten auch heute noch Hightech in Deutschland und ist damit einer der wenigen verbliebenen Fernsehhersteller mit Sitz in Europa. Leider ist das Unternehmen derzeit insolvent und alle hoffen, dass es irgendwie weiter geht.

Sonntag, 12. Mai 2019

Alte Steine in Rom

Rom ist eine meiner liebsten Städte - seit ich das erste Mal zu Schulzeiten dort war finde ich die Stadt faszinierend. Überall trifft man auf Denkmäler der Vergangenheit. Vor allem im Frühling ist Rom ein Traum, wenn es noch nicht allzu heiß ist.

Außerdem blüht alles und die Luft in der Großstadt ist angenehm. Ich mag es, ganz entspannt am Ufer des Tiber entlang zu schlendern. Da sieht man viel fühlingshaftes Grün. 

Interessant finde ich in Rom das Zusammentreffen von alt und neu - und zwar fast überall. Das Foto hier stammt aus dem jüdischen Viertel, nicht weit vom Portikus der Octavia entfernt.



In Rom war ich schon öfter, allerdings habe ich hier im Reiseblog noch nicht so viel darüber geschrieben (die Beiträge findet man am besten über die allgemeine Suche im Blog links oben oder hier), dafür findet sich ein Bericht in meinem Food-Blog. Das Foto oben ist Anfang Mai 2013 entstanden.

Sonntag, 5. Mai 2019

Die Kalksinterterrassen in Pamukkale, Türkei

Nachdem ich letzte Woche ein Foto aus der Nähe Dubrovniks gezeigt hatte, wollte ich diese Woche ein altes Dia von Dubrovnik 1987 veröffentlichen. Ich habe eine Weile auf dem Dachboden gesucht und einiges an Bildern durchforstet, allerdings keins gefunden. Die Fotos sind wohl in einem anderen Karton und das muss warten... Dafür fand ich einige andere von der damaligen Reise mit einem selbst ausgebauten VW-Bus über Land in die Türkei.

Roadtrip würde man Neudeutsch heute dazu sagen; früher war das die übliche Art, Urlaub zu machen: Man setzte sich ins Auto und fuhr einfach los. Wir hatten damals einen Reiseführer (mit viel Text und ein paar nicht sehr ansprechenden Schwarz-Weiß-Fotos) der Türkei dabei und eine Landkarte für die westliche Hälfte des Landes. Vom Osten der Türkei gab's damals in Deutschland keine Karten zu kaufen, aber der Atlas vermittelte das Bild, dass es dort Straßen gibt, und so war es dann auch. In der Türkei nutzt man seit 1929 die lateinische Schrift, so dass wir die Straßenschilder vor Ort problemlos lesen konnten (auf dem Hinweg in Griechenland war das oft ein Problem, da haben wir uns teilweise ganz schön heftig verfahren...) und auch ohne Navigationsgerät meist dort hin kamen wo wir hin wollten.

Barbara in einer der Kalksinterterrassen von Pamukkale, Türkei 1987

Nicht nur die vielen Sehenswürdigkeiten kultureller Art, sondern auch die Natur hat mich in der Türkei begeistert. Viel Zeit haben wir damals in Pamukkale verbracht. Pamukkale ist weltbekannt durch seine Kalksinterterrassen, die durch kalkhaltige Thermalquellen im Laufe der Jahrtausende entstanden sind. Beim Durchsickern des Kalkgesteins haben sie sich mit mineralischen Stoffen angereichert, die beim Abkühlen an der Erdoberfläche zu Kalksinter erstarren. Man darf seit 1996 nicht mehr wild baden, trotzdem wurde das gemacht, die Hotels vor Ort taten ihr übrigens, so dass das Areal vor ein paar Jahren gesperrt wurden, um es zu reinigen. Seit 1998 steht Pamukkale mit seinen Kalksinterterrassen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Wir waren ein Jahr davor dort und damals konnte man noch in den ca. 36°C warmen Becken planschen. Am Abend wurde es dann doch etwas kühl, jedenfalls habe ich mir auf dem Foto ein Handtuch umgehängt. Vom Tag gibt's übrigens einige Fotos bzw. Dias von mir, wie ich mich im Bikini in den Becken räkele - ohne das auf Instagram zu teilen; ich war also definitiv meiner Zeit voraus. ;-)

Beeindruckend fand ich auch die Ruinen des angrenzenden antiken Kurbads Hierapolis. Zur Zeit der Römer war dies Teil der römischen Provinz Asia und hier wurde die römische Badekultur zelebriert. Das Thermalwasser wurde damals schon wegen seiner heilenden Wirkung verehrt.