Sonntag, 23. Juni 2019

Ringling Museum of Art, Sarasota

Ich finde es ja immer interessant, wenn man nicht auf den ersten Blick sieht, wo ein Foto aufgenommen wurde. So ergeht es einem in manchen deutschen Neubaugebieten, aber auch in China, wenn man plötzlich in Neu-Holland oder Pseudo-Hallstadt steht oder wenn man europäische Stilrichtungen in den Emiraten sieht. Mein heutiges Foto der Woche zeigt einen typisch italienischen Palazzo - denkt man! ;-)

Ganzjährig mildes subtropisches Klima, kilometerlange Sandstrände und ein entspannter Lebensstil ist zwar typisch für Italien, aber das Foto hier stammt aus den USA: Sarasota liegt an Floridas Golfküste und ist neben der traumhaften Landschaft, die als Erholungsort dient, vor allem für die imposanten Anwesen des Zirkuskönigs John Ringling bekannt, die etwas nördlich der Stadt liegen.

Ringling Museum of Art, Sarasota, Florida, USA

Das Ringling Museum of Art wurde 1927 bis 1930 erbaut und wird der Stilrichtung Neorenaissance zugeordnet. Neben den sehr sehenswerten Innenräumen mit bedeutenden Kunstwerken lohnen auch die gepflegten Gartenanlagen, die wie hier auf die Gebäude zeigen, von denen man aber auch einen traumhaft schönen Blick aufs Meer hat.

Das Areal gilt als Vermächtnis des erfolgreichen Zirkusunternehmers John Ringling und seiner Frau Mable, deren Leidenschaft neben dem Zirkus auch dem Sammeln von Kunstwerken galt. Neben dem Ringling Museum of Art, das auf dem Foto zu sehen ist, gibt es eine Ausstellung über die große Zeit des Zirkus. Die Ringling Bros. World's Greatest Shows wurde 1884 von fünf Brüdern gegründet, deren Vater aus Deutschland eingewandert war. Jeden Tag gab es eine Show in einer anderen Stadt! Dafür hatte das Unternehmen zwei Sonderzüge und eine beeindruckende Logistik zu managen. Ich war im Frühjahr 2009 dort und wir haben einen ganzen Tag hier verbracht und gestaunt. Zirkusleben vor über 100 Jahren trifft Kunst.

Das Innere eines italienischen Barocktheaters wurde hierher gebracht und wieder aufgebaut. Repliken von berühmten Statuen wie Michelangelos David oder auch die Kapitolinische Wölfin mit Romolus und Remus findet man im Innenhof und den Museumsbauten. Die Originale sind auch nicht ohne: Ein Werk von Lucas Cranach dem Älteren ist mir aufgefallen, auch ein Rubens ist zu finden. Der Anbau zeigt zeitgenössische Kunst in Wechselausstellungen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Chiang-Kai-shek-Gedächtnispark, Taiwan

Die Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle liegt mitten in Taipei und gehört zu den typischen Sehenswürdigkeiten, die man hier besichtigt. Errichtet wurde sie in Gedenken an Chiang Kai-shek, den langjährigen Präsidenten und obersten Militärsbefehlshaber Taiwans. Das Monument ist von einem Park umgeben, überall wiederholt sich das Weiß der Gebäude und das Blau der Dächer.

Ich kam mit meiner taiwanesischen Freundin zusammen mit dem Taxi hier an, bevor wir durch den Park weiter sind und uns die Gedächtnishalle samt Museum angeschaut haben. Der Park war wunderschön, überall blühte es und der Spaziergang war ideal nach unserem üppigen Mittagessen.

Eingang zum Park nahe der Chiang-Kai-shek-Gedächtnishalle, Taipei

An diesem Foto finde ich so interessant, dass das Blau und Weiß der Kopfbedeckung des Mädchens mit dem Perlenohrgehänge von Jan Vermeer die Farben der typisch chinesischen Gebäude aufnimmt. Das war sicher Zufall, zu dem Termin fand eine Ausstellung mit dem Bild als Highlight statt.

Normalerweise hängt das Gemälde im Mauritshuis in Den Haag, das von 2012 bis Mitte 2014 renoviert wurde. In dieser Zeit gingen einige der Bilder auf Weltreise. Ich war im März 2014 in Taiwan, die Ausstellung, die hier auf den Plakaten beworben wurde, war vom 18. Januar bis 4. Mai 2014 in Taipei und macht das Foto so speziell.

Sonntag, 9. Juni 2019

Ockerfelsen von Roussillon

Als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet, ist Roussillon definitiv einen Besuch wert. Es liegt im Luberon, ungefähr zwischen Gordes und Apt. Der Luberon ist bekannt für seine schöne Landschaft: Als Naturpark geschützt, findet man hier duftende Lavendelfelder, Weinberge, Olivenhaine, malerische Bergdörfer und schöne Wanderwege. Roussillon ist ein nettes Dörfchen, in dem sich Künstler angesiedelt haben und das im Sommer voll mit Touristen werden kann. Besonders gut gefallen haben mir die Ockerfelsen, durch die man stundenlang spazieren kann.

Die ockerhaltige farbige Erde wird als Rohstoff bei der Herstellung von natürlichen Farben verwendet. Es ist belegt, dass hier bereits zur Römerzeit ein Dorf war und dass damals bereits Ocker abgebaut wurde. Die Ockersteinbrüche wurden jahrhundertelang genutzt; in der Antike und im Mittelalter waren die Ockertöne nicht nur in der Kunst sehr beliebt. Heute wird Ocker künstlich aus Eisenoxidfarben hergestell. Seit 1930 wird in Roussillon kein Ocker mehr abgebaut, es gibt aber einen Ockerlehrpfad und eine Farbenfabrik, die man besichtigen kann. Ich mochte das Wandern und Klettern innerhalb der Felsformationen!

Roussillon (Provence)

Das Dia stammt aus den 1990er Jahren (ca. 1993 oder 1994, schätze ich) und ist eingescannt.

Die Provence im Süden Frankreichs hat viele schöne Ecken, der Luberon und die Ockerfelsen von Roussillon sind eine davon. Wenn man von hier weiter nach Gordes fährt, gelangt man nach fünf weiteren Minuten zum Zisterzienserkloster Notre-Dame de Sénanque, dessen romanischer Baustil besonders gut zur Geltung kommt, wenn der davor angebaute Lavendel blüht.

Sonntag, 2. Juni 2019

Nachts im Flughafen

Mein heutiges Foto der Woche ist wieder eins, das mit der analogen Spiegelreflex geschossen wurde und das ich eingescannt habe. Es stammt von Anfang 2002 und zeigt mich ziemlich übermüdet früh morgens am Flughafen von Kuala Lumpur. Fotos von Flughäfen mitten in der Nacht habe ich einige...

Dass es dunkel ist, erkennt man zum einen daran, dass es relativ leer ist, zum zweiten an den Fenstern nach draußen. Wir haben den Flug vor Ort in KL organisiert und flogen von hier nach Chiang Mai, um dann Thailand von Norden nach Süden zu bereisen. Da wir um die Zeit von Chinesisch Neujahr unterwegs waren, war es damals schwierig, bezahlbare Flüge zu kriegen. Daher mussten wir von der Uhrzeit her nehmen, was es an Flügen gab. Ich hatte erst überlegt, von Kuala Lumpur nach Bangkok zu fliegen, aber der Flug nach Chiang Mai kostete genauso viel und brachte uns gleich einiges weiter.

Barbara am Flughafen von Kuala Lumpur 2002

Anfang 2002 haben wir eine Reise auf eigene Faust von Singapur über Malaysia nach Thailand gemacht. Hin- und Rückflug nach Singapur und die ersten Nächte in Singapur hatte ich vorab gebucht, den Rest organisierten wir vor Ort und spontan.

Wir waren damals mit einem Reise-Rucksack und dem kleinen schwedischen Handgepäckrucksack, den man auf dem Foto erkennt, unterwegs. Mein großer Rucksack wog glaube ich nur ca. 7 kg, ein paar Klamotten kamen unterwegs noch dazu. In der Region braucht man nicht viel Kleidung; ich hatte für Flüge, Bahn-, Schiff- und Busfahrten die Jeans und einen Pulli, wegen der Klimaanlagen. Das schwerste waren glaube ich die Reiseführer, weil ich mich während der Reise einlas und wir teils auch nach den Tipps in den Reiseführern Unterkünfte auswählten. So hatte ich für Malaysia und Singapur jeweils einen Reiseführer für Sightseeing und Kultur und einen für die Reisetipps; für Thailand das gleiche nochmal, also vier dicke Wälzer insgesamt. Heute ist man mit vielen digitalen Informationen leichter unterwegs.

Wir hatten damals ca. 3 Wochen Zeit, von Singapur ging es mit Bussen nach KL (zu Fuß über die Grenze, Umsteigen in JB), von dort mit dem Flugzeug nach Chiang Mai, von dort mit der Bahn über Nacht nach Bangkok, von dort mit dem Flieger (eine Boeing 747 für die kurze Strecke!) nach Phuket und von dort dann weiter mit dem Flugzeug nach Singapur. Eine interessante Reise mit viel Zeit an den einzelnen Orten und mit Muse, auszuruhen, sich zu bewegen und viel anzuschauen.