Sonntag, 5. Dezember 2021

City-Trip Bologna: Langes Winterwochenende mit Sightseeing

Ein paar Tage Abstand von daheim und eine Stadt besuchen, die ich noch nicht kenne - ich mag solche kurzen Städtereisen! Bologna wird seit kurzem von Nürnberg aus direkt angeflogen und ich habe einen günstigen Flug mit Ryanair gekauft. Dummerweise, ohne vorher nach Hotelpreisen zu schauen: Zeitgleich fand eine Konferenz statt, so dass es nicht einfach war, ein bezahlbares Hotel im Stadtzentrum zu bekommen. 

Nach etwas Suchen und Überlegen habe ich mich für teuer und zentral entschieden und dafür anderswo gespart: Wir sind nur mit Handgepäck geflogen. Erst hatte ich gedacht, dass das im Winter schwierig wird, aber es ging. Wir haben auf dem Flug einfach schon viel angezogen. ;-)

Bologona - Aussicht vom Turm Asinelli

Nach Bologna wollte ich schon ewig. Bisher hatte es sich irgendwie noch nie ergeben und ich bin nur vorbei gefahren. Man kann sicherlich länger dort verweilen oder auch die nahegelegenen Städte besuchen, aber für einen ersten Eindruck war unsere Kurzreise ideal. Ein wenig Kunst und Kultur, Schlemmen und fröhliches Leben genießen.

Bologna hat viele Namen: Die Rote, die Gelehrte, die Fette. Die Hauptstadt der Emilia-Romagna ist wegen der roten Ziegel und der politischen Richtung als rote Stadt bekannt: La rossa. Jeder, der im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, dass die älteste Universität Europas in Bologna ist. Ich kenne sogar jemanden, der dort studiert hat. La dotta, die Gelehrte. 

Und was mich auch begeistert hat: La grassa, die Fette. Früher meinte man damit die üppigen Felder und reichen Ernten der Region. Heute ist Bologna das kulinarische Zentrum Italiens. Hier findet man eine große Auswahl bester italienischer Produkte und kann wahrscheinlich Wochen damit verbringen, sich durch zu schlemmen. Vor der Reise bekam ich mehr Tipps von meinen Foodbloggerfreunden als ich abarbeiten konnte. Mit Handgepäck muss man vor Ort genießen; mit dem Auto kann man sich den Kofferraum füllen.

Bologna - La Grassa

Uns hat die Stadt super gefallen! Sie ist extrem vielfältig, hat eine tolle Altstadt mit Arkadengängen, Kirchen, Palästen und diesen beeindruckenden Türmen. Die Landschaft darum herum ist angenehm hügelig; einen kleinen Einblick konnten wir durch die Tour am Samstag erleben. Die Stadt lebt, es gibt durch die Universität viele junge Menschen verschiedener Nationen. Die Möglichkeiten, was kulinarisches angeht, sind extrem vielfältig. Es war nasskalt und ich habe teils gefroren; das nächste Mal würde ich die Stadt doch lieber besuchen, wenn es wärmer ist. Die Vorweihnachtszeit mit den Lichtern hatte aber auch ihren Charme.

Hier unsere Reisetage im Überblick. Wir waren von Donnerstag bis Sonntagfrüh dort.

Samstag, 4. Dezember 2021

Bologna: San Luca und Spaziergänge durch Arkaden und die Stadt

Heute war es zwar weiterhin kühl, aber es regnete nicht. Wir haben uns trotzdem nicht stressen lassen und sind gegen 10 Uhr gemütlich los. An der Piazza del Nettuno wurde ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. Außerdem waren viele Menschen in der Stadt, vor allem zum Bummeln und Shoppen. Wir wollten zu der etwas außerhalb gelegenen Kirche San Luca, die uns am Vortag vom Turm aus aufgefallen war.

Wallfahrtskirche San Luca 

Das Santuario della Madonna di San Luca (Heiligtum der allerseligsten Jungfrau vom heiligen Lukas) auf dem Colle della Guardia ist eines der Wahrzeichen Bolognas. 

Bologna - Heiligtum der allerseligsten Jungfrau vom heiligen Lukas

Von der Piazza Maggiore sind wir mit dem San Luca Express, einem Touristenbähnchen, hochgefahren. Die Strecke beträgt einfach 5 Kilometer. Den Rückweg bergab sind wir später zu Fuß gegangen. 

Schon während der Fahrt konnten wir uns einen Eindruck vom Rückweg verschaffen. Hier die Porta Saragozza, eines der alten Stadttore Bolognas. Ein Teil der Stadtmauer Bolognas ist auch erhalten.

Bologna - San Luca Express

Im Innenraum der Kirche San Luca ist eine Marienikone zu sehen, die aus der Hand des Evangelisten Lukas höchstpersönlich stammen soll. Angeblich wurde sie von einem Pilger aus Konstantinopel mitgebracht. Dort war sie zuvor in der Hagia Sophia gelagert. Dieses Lukasbild wurde im Jahr 1433 bei einem schweren Unwetter durch Bologna getragen und hat damals wohl geholfen. Dieser Brauch hält jedenfalls bis heute an.

Freitag, 3. Dezember 2021

Stadtbesichtigung Bologna: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an einem Tag

Die mittelalterliche Altstadt von Bologna mit ihren backsteinroten Ziegeln wurde im Krieg nicht zerstört und zählt zu den schönsten in ganz Europa. Die letzten Jahrzehnte wurde saniert, auch jetzt sieht man noch Bauarbeiten. In so einer großen Stadt wird man wahrscheinlich nie fertig. Ziegel auf Ziegel gemauert, in vielerlei Rot-, Ocker-, Orange-, Rostrot- und Gelbtönen strahlen die jahrhundertealten Palazzi, Kirchen und Wohnhäuser entlang der Plätze und Gassen der Stadt. Selbst einige dieser typischen Geschlechtertürme Norditaliens haben die Zeit überdauert und ragen über das rote Dächermeer. 

Eigentlich wollten wir erst auf einen der Türme, um uns von oben zu orientieren, aber es regnete. Also genossen wir erst ein längers Frühstück im Hotel, bevor wir los sind. Der Frühstücksraum war schon eine Augenweide. Eigentlich ist es ein Sternerestaurant in einem alten Jugendstil-Theater, das renoviert wurde.

Bologna - Frühstücksraum bzw. Restaurant im Hotel I Portici

Erst sind wir trotz Regen zu einem großen Platz namens Piazza VIII Agosto, auf dem einer dieser typischen Wochenmärkte stattfand. Wegen des Regens war wenig los. Unter dem Platz ist eine Tiefgarage, die gut besucht war. Im Schutz der Laubengänge sind wir danach ins Stadtzentrum, auf ähnlichem Weg wie am Vortag abends. 

Einen kleinen Abstecher haben wir gemacht, da wir nachts noch eine malerische kleine Wasserstraße gesehen hatten. Tagsüber war diese gut besucht und nicht mehr ganz so hübsch. Vor dem Fenster standen die Touristen Schlange, um ein Foto zu machen. 

Bologna - Canale di Reno


Es war relativ wenig Wasser im Canale di Reno. Interessant: Zwei Flüsse durchziehen die Stadt, der Reno und die Savena. Seit dem Mittelalter oder ab dem 16. Jahrhundert (oder noch früher? - da habe ich unterschiedliche Aussagen gefunden) wurden unterirdische Höhlen und Kanäle zur Wasseraufbereitung und Umleitung des Wassers angelegt. Normalerweise gibt es Führungen zu den unterirdischen Zisternen, Wasserwegen und hydraulischen Systemen, mit denen z.B. Wasserspiele zu Zeiten der Renaissance realisiert wurden. Außerdem wurde mit Wasserkraft Maschinen angetrieben, für Mühlen, usw. Die Führungen finden zurzeit nicht statt, wegen der Corona-Maßnahmen. 

Bologna - Palazzo del Podestà


Oberirdisches Wasser sieht man an anderen Stellen: In der Stadt gibt es schöne Brunnen, z.B. den Neptunbrunnen Giambolognas auf der zentralen Piazza Nettuno. Ein Foto davon gibt's im Artikel von gestern. Hier ein Foto des Palazzo del Podestà an der Piazza Maggiore. Das imposante Gebäude wurde 1201 errichtet und 1484 im Renaissancestil umgebaut. Unter den Bogengängen sind Läden und eine einladende Bar.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Flug nach Bologna mit Ryanair und erste Erkundungen

Der Weg zum Flughafen war nicht schön; Schneematsch auf der Autobahn. Zum Glück ging der Flug erst um 13:30 Uhr, so dass wir Tageslicht hatten und nicht allzu früh los mussten. Wir hatten viel Puffer, kamen relativ gut durch und hatten am Flughafen Zeit. Der Flughafen war relativ ausgestorben, es herrscht Maskenpflicht und es gibt deutlich weniger Flüge als früher.

Der Flug war okay. Zwischen den Wolken sah man sogar die schneebedeckten Gipfel der Alpen. 

Flugh nach Bologna mit Ryanair.jpg
Wir sind pünktlich nach einer guten Stunde Flugzeit gelandet und fuhren mit dem Bus von einer Außenposition zum Flughafen. Es regnete.

Flughafen Bologna
Im Flughafen ging es relativ schnell. Da wir kein Aufgabegepäck hatten, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und gingen in Richtung Ausgang bzw. zum Bahnhof, an dem der Marconi Express abfährt. 

Der Marconi Express - vom Flughafen Bologna in die Stadt 

Der Marconi Express ist ein sog. Peoplemover. Er fährt seit 2020 zwischen dem Flughafen und dem Hauptbahnhof von Bologna mit einer Zwischenstation. Da außer unserem Flug zeitgleich weitere Flüge ankamen, war es relativ voll. Der Bahnhof ist aber gut organisiert. Man kann mit Kreditkarte ein Ticket ziehen. Der Bahnsteig ist mit Glas von der Schiene getrennt, d.h. an den Stellen, an denen der Zug Türen hat, gehen die Glastüren auf.