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Sonntag, 6. Oktober 2019

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau 1991

Beim Durchschauen meiner alten Dias fiel mir eins in die Hände, das ich so typisch für Moskau fand. Ich war im April 1991 dort und hatte das Glück, dass mich Freunde durch die Stadt führten. Dieses Tor erinnerte mich entfernt an das Brandenburger Tor; wenn man näher kommt, wirkt es dann doch ganz anders.

Statt der Pferde wird es von zwei sozialistischen Vorzeigemenschen gekrönt. Ein Traktorfahrer und ein Kolchosemädchen werden dargestellt. Es stellt den Haupteingang des Ausstellungsgeländes der Errungenschaften der Volkswirtschaft dar. Ich habe es im April 1991 fotografiert, damals war das die Leistungsschau der UdSSR.

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau April 1991

Im Hintergrund erkennt man den zentralen Pavillon der Ausstellung, der für mich diese typische Architektur aufweist. Davor stand damals eine Lenin-Statue.

Sonntag, 15. September 2019

Nochmal Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung (Transsib 1991)

Da ich auf mein zugegeben echt mies eingescanntes Dia als Foto der letzten Woche so viele Mails bekommen habe, mache ich gerade weiter mit zwei weiteren Fotos von jenem Tag - irgendwann im Frühjahr 1991 an der chinesisch-sowjetischen Grenze.

Ich erinnere mich noch gut, dass es in China bereits Frühling war, bzw. in der Region um Peking und Tianjin blühte und grünte es. Je weiter ich mit dem Zug in Richtung Norden fuhr, desto winterlicher wurde es wieder. In der Mandschurei war es kalt, an der Grenze zwischen der Inneren Mongolei (die Grenzstation der VR China nannte man damals Manzhouli, jetzt Manjur) und der UdSSR war es auch winterlich kalt, wie man an der Kleidung des Eisenbahnbeamten sieht. So blieb es dann auch... Ich hatte erst überlegt, von Moskau aus einen kurzen Ausflug nach Leningrad (so hieß St. Petersburg damals) zu machen, allerdings gab's dort Neuschnee, so blieb ich in Moskau. Den Frühling habe ich erst wieder gesehen, als ich durch die Ukraine fuhr. Da blühten die Felder, dass es eine Pracht war!

Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung eines Waggons Transsibirischen Eisenbahn 1991

Nach ein paar Tagen in Moskau bin ich nämlich mit der Bahn weiter nach Prag. Die Fahrt durch das westliche Russland und die Ukraine war echt ein Traum. Auch den Blick vom Bahnhof in Kiew auf die Stadt werde ich nie vergessen. Leider fuhr ich durch (ich hatte ja nur ein Transitvisum) und hatte keine Zeit, mir die Stadt anzuschauen. In Lwiw (Lemberg, Lviv, Lvov, Lwow) wurde der Zug geteilt; ein Teil fuhr nach Budapest und weiter nach Rumänien. Ich fuhr mit dem restlichen Zug durch die damalige Tschechoslowakei weiter nach Prag. Eine andere Alternative wäre die Fahrt von Moskau über Minsk nach Berlin gewesen. Aber Prag lag näher an meinem damaligen Wohnort Nürnberg, oder war einfach interessaner als das Berlin des Jahres 1991. Also bin ich lieber nach Prag.

Ich war damals 23 Jahre alt und ganz alleine unterwegs. Außer dass manche Schmuggler an den Grenzen (es gab ja nur zwei) wollten, dass ich ihr Gepäck für meins ausgab, fühlte ich mich sicher.

Bahnhof Sabaikalsk 1991

Letztes Wochenende habe ich ein wenig recherchiert und noch dieses Dia gefunden. Mit einem Abgleich über Fotos, die bei Google Maps hochgeladen sind, bin ich mir jetzt ziemlich sicher, dass das Dia den Bahnhof Sabaikalsk zeigt, über den ich ja schon letzte Woche geschrieben habe. Inzwischen befindet sich weiter rechts ein Anbau.

Ein paar weitere eingescannte Dias gibt's heute auch auf der Facebook-Seite zum Blog.

Sonntag, 8. September 2019

Umspuren eines Eisenbahnwaggons

Mein heutiges Foto der Woche ist ein eingescanntes Dia, das die Umspurung eines Waggons zeigt. Die Eisenbahnnetze dieser Welt haben unterschiedliche Spurweiten und wenn ein Zug von einem System ins nächste fährt, ist eine sog. Umspurung nötig. Das ist gar nicht so selten und dauert. Manchmal macht es daher auch Sinn, an einem Bahnhof den Zug zu wechseln. Die Eisenbahn in Russland (und der gesamten früheren UdSSR) ist nach sog. russischen Normalien gebaut und hat eine Spurweite von 1520 mm, ist also eine sog. Breitspur. Ich denke, mein Foto habe ich am Grenzbahnhof der transmandschurischen Eisenbahn geschossen, in Sabaikalsk. Ganz sicher bin ich mir nicht; früher hatten die Dias ja keinen Geotag.

Sabaikalsk entstand 1897 durch den Bau der Chinesischen Osteisenbahn, die Teil der ursprünglichen Strecke der Transsibirischen Eisenbahn war. Der Ort liegt direkt an der Grenze und war damals der erste bzw. letzte Stopp auf dem Territorium des Russischen Reiches. Als ich im April 1991 dort war, war es für mich der Grenzübertritt in die UdSSR und ich bin mit einem Transitvisum gereist, heute ist es wieder Russland.

Umspuren eines Eisenbahnwaggons - Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn 1991

Ich fand es total interessant, eine Weile zuzuschauen, was hier passiert. Dann bin ich aber weiter und habe den Aufenthalt (wie lange das war, weiß ich gar nicht mehr - ein paar Stunden sicherlich) genutzt, um einen Spaziergang durch den Ort zu machen. Für mich war das total interessant: Nach über einem Jahr China schmeckte der Laib Roggenbrot, den ich mir dort kaufte und von dem ich so wie er war abgebissen habe, richtig gut. Das war doch eine Abwechslung zu Reis, den ich langsam nicht mehr sehen konnte. Die Läden waren ansonsten sehr armselig bestückt, es gab wenig zu kaufen. Was mir noch auffiel war, dass der Abakus zum Rechnen in den Läden ein anderer war als der in China übliche. Inzwischen nutzt man wahrscheinlich elektronische Hilfsmittel. ;-)

Donnerstag, 4. September 2014

2 Wochen Japan: Kreuzfahrt und Citytrip Tokio

Sehr spontan ging es diesmal bei mir zu: Am Montag habe ich den Flug gebucht, am Donnerstag ging's los. Zwei Wochen Japan zum Kennenlernen.

Für mich eine Premiere, wir wollten zwar schon 2011 nach Japan, damals kam uns aber das Tōhoku-Erdbeben und die folgende Nuklearkatastrophe von Fukushima dazwischen.

Tokio - Park am Kaiserpalast

Jetzt hat es sich also kurzfristig ergeben und war ideal, um den Kopf nach ein paar privaten und nicht so erfreulichen Turbulenzen wieder frei zu kriegen.

Wir haben eine 9tägige Kreuzfahrt mit der Diamond Princess rund um Hokkaido (mit einem Abstecher auf die russische Insel Sachalin) unternommen, gefolgt von 3 Nächten in Tokio. Insgesamt sind 2 Wochen für Japan natürlich zu knapp, aber um einen ersten Einblick zu bekommen, fanden wir es genial!

Unsere Route durch Japan

So nach und nach möchte ich einzelne Fotos und Infos dazu veröffentlichen und hier verlinken. Mal sehen, ob und wie ich es schaffe... Schaut also am besten immer mal rein oder abonniert die neuen Einträge über die Funktion im Blog rechts oben.

Japan mit dem Schiff


Wir sind mit Princess Cruises gefahren, auch dies war eine Premiere. Die Reederei gehört zu Carnival und ist bekannt für interessante Routen rund um den Globus. Japan mit dem Schiff zu erkunden, ist natürlich perfekt. Der Inselstaat mit seinen vielen Hafenstädten lädt dazu ein, man sieht vieles, es ist unkompliziert, man hat Vollpension an Bord, die Kosten sind kalkulierbar und wirklich günstig.

Ich finde, das ist die ideale Art, das Land und auch die Leute kennen zu lernen!!!

Diamond Princess vor Sachalin

Die Diamond Princess ist sogar quasi ein japanisches Schiff: Sie wurde in Nagasaki gebaut und befährt seit 2004 für Princess Cruises internationale Gewässer. Diesen Sommer war sie erstmals ab Japan im Einsatz und wird voraussichtlich die nächsten Jahre im Sommerhalbjahr auch dort auf verschiedenen Routen unterwegs sein.

Dienstag, 26. August 2014

Korsakow und Juschno-Sachalinsk, Russland

Wichtig: Wer mit dem Kreuzfahrtschiff nach Russland kommt und kein russisches Visum hat, darf nur mit einem organisierten Ausflug von Bord. Am besten bucht man bereits von zuhause aus einen Ausflug. Wer wie wir sehr spontan auf Kreuzfahrt geht, der kann es noch auf dem Schiff probieren. Das hat zum Glück geklappt. :-)

Ich habe für uns eine Tour nach Jushno Sachalinsk gebucht. Non-guided tour nannte sich das ganze, das war eine Busfahrt mit einigen Stopps. Um 8 Uhr ging es los. Es hätte auch einen Ausflug nur nach Korsakow gegeben, also in die Hafenstadt, in der wir angelegt haben. Ich wollte aber ein wenig mehr von der Insel sehen.

Informationen über die größte russische Insel Sachalin - Tagesausflug

Sachalin (Сахалин) ist die größte Insel Russlands ganz im Osten und verfügt über die bedeutendsten Erdöl- und Erdgasvorkommen Russlands, was schon faszinierend ist. Man rechnet mit ähnlich großen Vorkommen wie in der ganzen Nordsee! Hauptstadt der Oblast ist Juschno-Sachalinsk mit ca. 180.000 Einwohnern, Hafenstadt ist Korsakow, gleichzeitig die älteste russische Siedlung auf der Insel Sachalin.

Von 1905 bis 1945, also  nach dem Russisch-Japanischen Krieg, gehörte der Ort und der südliche Teil der Insel zu Japan, nach dem Zweiten Weltkrieg kam Korsakow dann an die Sowjetunion. Wie überall auf der Welt und in der Geschichte, kriegt der Sieger des Kriegs das Land.

Diamond Princess vor Korsakow

Diesmal haben wir nicht angelegt, sondern sind vom Schiff aus getendert, was ich eigentlich ganz gerne mag. Man hat vom kleinen Boot (die Rettungsboote des Schiffs werden genutzt) mit Blick auf das große Schiff ein ganz anderes Gefühl. Außerdem kann man tolle Fotos vom Schiff umgeben von Wasser schießen! Das geht sonst, wenn das Schiff im Hafen liegt, meist nicht so gut.