Sonntag, 13. Oktober 2019

Gemüsemarkt in Südchina

Mein heutiges Foto der Woche habe ich Anfang 2006 im Süden Chinas geschossen. Ich schätze, es war in Guangzhou, der Hauptstadt der Provinz Guangdong. Ich kenne die Stadt am Perlflussdelta seit 1990 und mag sie sehr gerne. Im Winter ist es eher feuchtkalt, aber heutzutage gibt es genügend Gebäude, in denen man sich beim Erkunden der Stadt zwischendurch aufwärmen kann.

Stadt und Region wurden bei uns früher auch als Kanton bezeichnet, und die kantonesische Küche ist eine der bekanntesten chinesischen Regionalküchen. Vielseitig, nicht so scharf, viel Gemüse und Meeresgetier. In China gibt es das Gerücht, dass die Kantonesen alles essen, was vier Beine hat, außer Tisch und Stühle. Das Vorurteil stammt aus der Zeit, als man dort sehr arm war und gegessen hat, was man fand, einschl. Katzen, Hunden und Schlangen.

Gemüsemarkt in Südchina

Früher waren die Märkte kleiner und nicht so reich an verschiedenen Gemüsesorten, dabei liefert das Klima gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Auf diesem Foto sieht man die Gemüseabteilung in einem der großen Lebensmittelmärkte. Oft gibt es neben solchen Märkten auch einfache Restaurants, die mit frischen Zutaten aus den Märkten kochen.

Sonst ist die Region um Guangzhou als Fabrik der Welt bekannt und ich habe dort schon einige Fabriken besucht; es gibt Industrie ohne Ende. Guangzhou ist die größte Stadt im Perlflussdelta und die Region ist eine der größten zusammenhängenden Stadtlandschaften (Megalopolen) weltweit. Hongkong, Shenzhen und ein paar weitere Städte gehören dazu; die Megalopole hat über 60 Millionen Einwohner.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau 1991

Beim Durchschauen meiner alten Dias fiel mir eins in die Hände, das ich so typisch für Moska fand. Ich war im April 1991 dort und hatte das Glück, dass mich Freunde durch die Stadt führten. Dieses Tor erinnerte mich entfernt an das Brandenburger Tor; wenn man näher kommt, wirkt es dann doch ganz anders.

Statt der Pferde wird es von zwei sozialistischen Vorzeigemenschen gekrönt. Ein Traktorfahrer und ein Kolchosemädchen werden dargestellt. Es stellt den Haupteingang des Ausstellungsgeländes der Errungenschaften der Volkswirtschaft dar. Ich habe es im April 1991 fotografiert, damals war das die Leistungsschau der UdSSR.

Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Moskau April 1991

Im Hintergrund erkennt man den zentralen Pavillon der Ausstellung, der für mich diese typische Architektur aufweist. Davor stand damals eine Lenin-Statue.

Sonntag, 29. September 2019

Urlaub in der Ferienwohnung im Tessin

Heute geht's mit dem Foto der Woche noch weiter zurück in die Vergangenheit, ins Jahr 1972. Damals hat man viel schwarzweiß fotografiert und die Fotos vom eigentlich wunderschönen Lago Maggiore mit seinen Palmen und den Farben wirken auf solch kleinen Fotos heutzutage einfach nicht mehr.

Da ist es schön, wenn sich im elterlichen Fotoalbum neben inzwischen unbrauchbaren Landschaftsaufnahmen auch Fotos finden, die Menschen zeigen. So wie hier - das vorne im coolen weißen Ensemble mit der schwarzen Sonnenbrille, das bin ich!

Villa Anna Maria - Ranzo, Tessin 1972

Die Villa Anna Maria war damals ein Haus im Tessin, nicht weit von der italienischen Grenze entfernt, mit mehreren Ferienwohnungen, nicht weit vom See entfernt. Ferienwohnungen waren damals bei Familien mit kleinen Kindern beliebt.

Ich erinnere mich gerne an Urlaube im Tessin: Das Licht dort ist ein Traum, die Berge und der See faszinieren mich auch heute noch.

Sonntag, 22. September 2019

Oslo 1988

Da ich gerade in Oslo bin, gibt's ergänzend zu den Fotos, die ich live oder fast live auf Instagram teile, als Foto der Woche auch noch eins aus dem Archiv. Ich war mehrmals in Oslo, dieses Foto stammt vom September 1988. Rechts kann man noch ein wenig das Rathaus erkennen, das so typisch für die Stadt ist.

Oslo - Blick auf den Hafen vor dem Rathaus 1988

Oslo liegt ja am Wasser; der Oslofjord ist mit ca. 118 Kilometer Länge einer der längsten Fjorde Norwegens. Am Ende ist die Hauptstadt des Landes. Daher ist es auch schön, die Stadt mit dem Schiff zu erreichen oder von dort weg zu fahren.

Das Foto stammt von der Anhöhe, auf der sich auch die Festung Akershus (norwegisch Akershus festning) befindet. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

Sonntag, 15. September 2019

Nochmal Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung (Transsib 1991)

Da ich auf mein zugegeben echt mies eingescanntes Dia als Foto der letzten Woche so viele Mails bekommen habe, mache ich gerade weiter mit zwei weiteren Fotos von jenem Tag - irgendwann im Frühjahr 1991 an der chinesisch-sowjetischen Grenze.

Ich erinnere mich noch gut, dass es in China bereits Frühling war, bzw. in der Region um Peking und Tianjin blühte und grünte es. Je weiter ich mit dem Zug in Richtung Norden fuhr, desto winterlicher wurde es wieder. In der Mandschurei war es kalt, an der Grenze zwischen der Inneren Mongolei (die Grenzstation der VR China nannte man damals Manzhouli, jetzt Manjur) und der UdSSR war es auch winterlich kalt, wie man an der Kleidung des Eisenbahnbeamten sieht. So blieb es dann auch... Ich hatte erst überlegt, von Moskau aus einen kurzen Ausflug nach Leningrad (so hieß St. Petersburg damals) zu machen, allerdings gab's dort Neuschnee, so blieb ich in Moskau. Den Frühling habe ich erst wieder gesehen, als ich durch die Ukraine fuhr. Da blühten die Felder, dass es eine Pracht war!

Bahnhof Sabaikalsk und die Umspurung eines Waggons Transsibirischen Eisenbahn 1991

Nach ein paar Tagen in Moskau bin ich nämlich mit der Bahn weiter nach Prag. Die Fahrt durch das westliche Russland und die Ukraine war echt ein Traum. Auch der Blick vom Bahnhof in Kiew auf die Stadt werde ich nie vergessen. Leider fuhr ich durch (ich hatte ja nur ein Transitvisum) und hatte keine Zeit, mir die Stadt anzuschauen. In Lwiw (Lemberg, Lviv, Lvov, Lwow) wurde der Zug geteilt; ein Teil fuhr nach Budapest und weiter nach Rumänien. Ich fuhr mit dem restlichen Zug durch die damalige Tschechoslowakei weiter nach Prag. Eine andere Alternative wäre die Fahrt von Moskau über Minsk nach Berlin gewesen. Aber Prag lag näher an meinem damaligen Wohnort Nürnberg, oder war einfach interessaner als das Berlin des Jahres 1991. Also bin ich lieber nach Prag.

Sonntag, 8. September 2019

Umspuren eines Eisenbahnwaggons

Mein heutiges Foto der Woche ist ein eingescanntes Dia, das die Umspurung eines Waggons zeigt. Die Eisenbahnnetze dieser Welt haben unterschiedliche Spurweiten und wenn ein Zug von einem System ins nächste fährt, ist eine sog. Umspurung nötig. Das ist gar nicht so selten und dauert. Manchmal macht es daher auch Sinn, an einem Bahnhof den Zug zu wechseln. Die Eisenbahn in Russland (und der gesamten früheren UdSSR) ist nach sog. russischen Normalien gebaut und hat eine Spurweite von 1520 mm, ist also eine sog. Breitspur. Ich denke, mein Foto habe ich am Grenzbahnhof der transmandschurischen Eisenbahn geschossen, in Sabaikalsk. Ganz sicher bin ich mir nicht; früher hatten die Dias ja keinen Geotag.

Sabaikalsk entstand 1897 durch den Bau der Chinesischen Osteisenbahn, die Teil der ursprünglichen Strecke der Transsibirischen Eisenbahn war. Der Ort liegt direkt an der Grenze und war damals der erste bzw. letzte Stopp auf dem Territorium des Russischen Reiches. Als ich im April 1991 dort war, war es für mich der Grenzübertritt in die UdSSR und ich bin mit einem Transitvisum gereist, heute ist es wieder Russland.

Umspuren eines Eisenbahnwaggons - Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn 1991

Ich fand es total interessant, eine Weile zuzuschauen, was hier passiert. Dann bin ich aber weiter und habe den Aufenthalt (wie lange das war, weiß ich gar nicht mehr - ein paar Stunden sicherlich) genutzt, um einen Spaziergang durch den Ort zu machen. Für mich war das total interessant: Nach über einem Jahr China schmeckte der Laib Roggenbrot, den ich mir dort kaufte und von dem ich so wie er war abgebissen habe, richtig gut. Das war doch eine Abwechslung zu Reis, den ich langsam nicht mehr sehen konnte. Die Läden waren ansonsten sehr armselig bestückt, es gab wenig zu kaufen. Was mir noch auffiel war, dass der Abakus zum Rechnen in den Läden ein anderer war als der in China übliche. Inzwischen nutzt man wahrscheinlich elektronische Hilfsmittel. ;-)

Sonntag, 1. September 2019

Beyazıt-Platz und Haupttor zur Universität Istanbul

Mein heutiges Foto der Woche stammt wieder vom Dachboden. Es ist ein Dia aus dem Sommer 1987 und zeigt in der linken Hälfte des Fotos den Haupteingang der İstanbul Üniversitesi - der Universität Istanbul. Sie liegt ziemlich zentral in Istanbul im Stadtteil Fatih und ist eine der größten und renommiertesten Universitäten der Türkei.

Gegründet wurde sie bereits im 15. Jahrhundert und zwar kurz nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453. Damals endete das Byzantinische Reich und der osmanischen Sultan Mehmed II. ergriff die Macht, nachdem seine Truppen die Stadt erobert hatten. Ein paar Tage später gab er den Befehl, eine Madrasa - eine islamische Schule - zu gründen.

Haupteingang der Universität Istanbul 1987

Wenn man durch Istanbul bummelt, stößt man irgendwann auf den Beyazıt Meydanı, den Platz, der hier zu sehen ist. Früher war hier ein Forum, das wohl auf Kaiser Konstantin den Großen zurück geht, der um 330 seine Residenz in das später nach ihm benannte Konstantinopel verlegte. Man hat im 20. Jahrhundert bei Straßenbauten archäologische Funde gemacht. Die Geschichte dieser Stadt ist hoch interessant und fasziniert mich immer wieder.