Sonntag, 29. Dezember 2013

Meine Reisen 2013

Am Jahresende hält man ja gerne Rückschau auf das vergangene Jahr und plant das kommende. Dieses Jahr 2013 war für mich relativ turbulent, weil ich zum einen ungeplante gesundheitliche Probleme hatte (eine Zahnarztgeschichte, die etwas ausgeartet ist und mich ein paar Monate lang stark einschränkte...) und weil ich beruflich viel in Shanghai war.

Das Foodblog habe ich zwischendurch immer mal gefüllt, aber auf meinem Reiseblog schlummern Dutzende Beiträge, die als Entwurf gekennzeichnet sind. Ich war einfach zu faul, mich hinzusetzen und die Fotos zu sortieren, Berichte dazu zu schreiben und das Ganze zu veröffentlichen. Ob das 2014 anders wird, bleibt abzuwarten - ich bin zu alt und weise für gute Vorsätze fürs Folgejahr. ;-)

Okay, zurück zu 2013, es fing eigentlich gut an: Am 1. Januar bin ich im Mekong geschwommen. Das war beeindruckend. Das Jahresende ist geruhsamer, ich bin zu Hause. Auch mal schön. :-)

Barbara schwimmt im Mekong, die Lan Diep rechts im Bild

Hier eine Liste meiner (Kurz-)Reisen 2013, mit Links, falls darüber schon etwas auf diesem Blog zu finden ist:


Ein paar Reise-Impressionen 2013:


Oben habt Ihr ja schon gesehen, wie ich im Mekong schwimme (der kleine Fleck, der winkt, das bin echt ich!), hier noch ein Schnappschuss in Phnom Penh.

Phnom Penh Straßenszene


Die 2 Tage Paris waren wirklich gefüllt mit Mode, Macarons, Kunst und Spa. Hier ein Blick ins Spa des Hotel Le Royal Monceau, nahe des Triumphbogens. Es trägt die Handschrift von Philippe Starck.

Spa im Hotel Le Royal Monceau, Paris

Ich mag alte Steine. In El Djem war ich 1987 schon einmal, aber meine Erinnerung war verblasst. Ich war eine Woche auf einer sog. Inforeise in Tunesien, da kamen wir auf der langen Busfahrt von Sousse nach Djerba auch nach El Djem. Manche wissen ja, dass man über mich auch Reisen buchen kann, ich bin selbständige Reiseberaterin bei Amondo, die Ente heißt Amanda und darf ab und zu mitreisen.

El Djem, Tunesien - Amondo-Inforeise

Im April ging es nach Miami und Fort Lauderdale. Von dort zum Ausspannen mit der Celebrity Silhouette (mit der waren wir im Herbst 2011 schon einmal gefahren, ein traumhaftes Schiff!) über die Bahamas, Puerto Rico, St. Maarten, Madeira nach Rom. In Rom haben wir 5 Tage verbracht. Ein Traum!

Celebrity Silhouette in Puerto Rico


Anfang September habe ich meine Mutter auf eine Schnupperkreuzfahrt begleitet. Von Bremerhaven ging es mit der MS Artania und Phoenix Reisen nach England, Frankreich und in die Niederlande. Auch eine wunderschöne Reise. Außerdem hatten wir wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Hier ein Spaziergang im beeindruckenden Dover Castle mit Blick auf den Kreuzfahrthafen.

Blick von Dover Castle auf die MS Artania

In Shanghai und Umgebung habe ich auch fleißig fotografiert. Hier der China-Pavillon, das Wahrzeichen der Expo 2010. Er beherbergt heute das China Art Museum.

China-Pavillon Expo, Shanghai

Und für die Statistik:

Ende 2009 hatte ich schon einmal einen Eintrag mit damals 20 Staaten, die ich in einem Jahr besucht hatte. Dieses Jahr sind's fast so viele: Visited 19 countries (8%).



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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Smog in Shanghai und Impressionen

Im Herbst und Winter war ich wieder für einige Wochen beruflich in Shanghai und habe ein paar Impressionen vom Smog, der am 6. Dezember seinen Rekord erreichte, sowie ein paar weitere Fotos und kurze Berichte.

Die Qualität der Luft war wirklich ziemlich heftig; das war wohl auch der Grund, warum ich eine Erkältung samt Husten bekam - der Dreck musste irgendwie wieder raus... Uns fiel auf, dass wir nur noch sehr flach atmeten - keiner wollte mit dieser Luft die Lungen füllen.

Barbara im Smog in Waigaoqiao, Shanghai
Diese Maske hier ist nur Spaß, ich sah sie herumliegen und habe sie einfach mal aufgesetzt. Bei graugelber Luft, die in den Atemwegen schmerzt, helfen nur richtige Masken.

Die Smog-Werte entwickelten sich Anfang Dezember langsam von unhealthy über very unhealthy bis hin zu hazardous, also richtig gesundheitsgefährdend. In Zahlen: Die Luftbelastung der gefährlichen Feinstaubpartikel PM2,5 erreichte den Wert von 602,5 µg/m³. Die von der WHO vorgegebene Sicherheitsrichtlinie beträgt 25...

Wenn man die Menschen fragt, ist das der Preis für die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand. Wie bei uns früher auch... Eine Freundin aus Shanghai hat mir schon vor Jahren erzählt, sie hätten sich an die schlechte Luft gewöhnt...









Hier ein Foto vom 6. Dezember abends (da wurde es langsam schon wieder besser, bei uns in Pudong war's gefühlt schlechter, man sah weniger weit).

Shanghai Bund am 06.12.2013 mit Smog
Der Bund sah fast aus wie früher, die Wolkenkratzer im Hintergrund sah man kaum. ;-)

Am Sonntag, dem 8.12. bin ich dann auch geflohen, auf eine Insel etwas nördlich der Stadt.

Chongming liegt an der Mündung des Jangtsekiangs ins Ostchinesische Meer. Die Insel entstand erst vor gut 1000 Jahren durch Ablagerung von angeschwemmtem Schlamm. Sie wird derzeit mit Wohnblöcken und touristisch erschlossen und legt Wert auf Umweltschutz. Es gibt dort einige Naturparks.

Man kommt bequem mit öffentlichen Bussen (fahren am Science and Technology Museum ab) nach Chongming, das Ticket kostet 12 CNY. Von dort fährt man mit dem Taxi weiter.

Shanghai Chongming - Dongtan Wetland Park


Wir hatten uns für den Dongtan Wetland Park entschieden, also Feuchtgebiete mit angelegten Wegen, die wir mit gemieteten Fahrrädern erkundet haben. Die Fahrradmiete kostete 20 CNY für 2 Stunden und 10 CNY für jede weitere. Der Eintritt in den Park kostete 80 CNY und lohnt sich meiner Meinung.

Es war schön, ein wenig zu radeln und die Landschaft zu genießen. Außerdem war es sehr leer, wenig Menschen, was mir zur Abwechslung auch gut tat.

Shanghai Chongming - Dongtan Wetland Park
Der Park ist gut erschlossen und professionell aufgezogen. Im Sommerhalbjahr ist er bei Vogelkundigen beliebt, auch viele Zugvögel machen dort Station.

So sehen in China inzwischen Autobahnen und Brücken (hier die große Jangtsekiang-Brücke) aus - alles etwas länger und größer. Die Brücke ist 16,63 km lang, südlich davon ist ein 8,9 km langer Tunnel.

Shanghai Changjiang Daqiao

Am Tag zuvor, also am 7. Dezember, hatte ich versucht, möglichst wenig an der Luft zu sein. So habe ich einen Ausflug am Nachmittag zum Jade-Buddha-Tempel gemacht. Ob die Gläubigen wohl für saubere Luft beten?

Shanghai - Jade Buddha Tempel


So ging die Zeit herum, natürlich vor allem mit Arbeiten. In der Fabrik und im Büro war die Luft irgendwann fast genauso dunstig wie draußen.

Und wenn man möglichst wenig raus sollte, gibt es ja noch immer das Hotelzimmer und zum Glück diesmal auch etwas Zeit und Muße, ein Buch zu lesen.

Ich hatte Sternenzimmer und andere Hotelgeschichten vom Schweizer Autor François Loeb dabei, das im Allitera Verlag erschienen ist. Es war mir als Rezensionsexemplar angeboten worden und ich hatte spontan zugesagt, da ich ja viele Wochen im Jahr in Hotels verbringe.

Die Leseecke meines Hotelzimmers mit Loebs Buch Sternenzimmer

Loeb ist bekannt für Surreales, was mir eigentlich ganz gut gefällt. "Das wiederkehrende Moment des fantastisch-grotesken erobert in seinen Geschichten das Geschehen. Seine sprachlich gelungenen Hotelgeschichten sind gut geeignet als „Bettmümpfeli“ mit Gänsehaut-Garantie für kalte Winternächte." So hieß es in der Beschreibung. Und "... in den Eingangsportalen historischer Grandhotels begegnen uns mysteriöse Gäste, geheimnisvolle Empfangschefs, alles verändernde Zeitsprünge bis hin zu surrealen Parallelwelten." Klingt spannend!

Sternenzimmer und andere Hotelgeschichten von Loeb, François
Das Buch besteht aus 28 Kurzgeschichten, die in verschiedenen Hotels spielen, von denen ich aber noch nicht alle gelesen habe. Sie sind meist nur 2 bis 3 Seiten lang und daher ideal als kleines Betthupferl. Teils sind sie aber auch länger, so dass man einen Abend damit verbringen kann. Von meinem - durch den Smog und die Metropole ja auch irgendwie surrealen - Alltag brauchte ich immer einige Minuten, um in die Welt des Buchs zu wechseln.

Von der Sprache her gefallen mir die Texte, sie sind wunderbar, teils altmodisch, formuliert. Vom Inhalt her überraschen sie mich, oft gehen sie harmlos los, spielen mit Erwartungen, sezieren die Gedankenwelt der Erzähler, und explodieren in einem überraschenden Ende. Bei manchen hätte ich mehr erwartet und fühlte mich etwas leer zurück gelassen, andere Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Zu viel will ich nicht verraten: Ich finde, es eignet sich gut als Weihnachtsgeschenk nicht nur für Menschen, die viel Zeit in Hotels verbringen und die aus ihrem üblichen Hotel-Trott durch solche phantastische Geschichten ausbrechen möchten.

Als Taschenbuch passt es locker ins Gepäck, es hat einen stabilen Einband und eine Schrift, die ich auch abends noch ohne Lesebrille entziffern kann. Für mich eine optimale Gutenachtlektüre, die ich gerne weiter empfehle.

So ging auch dieser Einsatz vorbei. Zurück ging es am 11. Dezember und diesmal war ich froh, obwohl die Luft langsam wieder besser wurde. Diesmal bin ich von Terminal 1 des Pudong Airport, des internationalen Flughafens Shanghais, heim geflogen, da gefällt mir die Architektur ganz gut.

Shanghai Pudong Airport Terminal 1

Das Terminal 1 wurde von Paul Andreu, einem französischen Architekten, der sich auf Flughäfen spezialisiert hat, entworfen und im Oktober 1999 eröffnet. Ich war im Dezember 2000 erstmals dort und erinnere mich noch gut daran, wie beeindruckt ich damals war. Das Terminal 2 gefällt mir deutlich weniger gut. In Terminal 1 konzentrieren sich die Airlines der Sky Team Vereinigung, um China Eastern herum. Ich bin diesmal mit KLM geflogen.

Sonntag, 24. November 2013

Shanghai Film Park

Heute bin ich mit Freunden zum Shanghai Film Park. Hier werden TV- und Kinofilme produziert, chinesische und internationale. Dazu wurde das alte Shanghai der goldenen 1920er und 1930er Jahre wieder aufgebaut, mitsamt Straßenbahn und allem, was dazu gehört.

Der Eintritt kostet 80 Yuan. Man kann in den Kulissen herumschlendern, allerdings sind oft Teilbereiche gesperrt, wenn Filmaufnahmen stattfinden. Diese sind natürlich auch interessant und es macht Spaß, ein Weilchen zu zu schauen.

Shanghai Film Park


Erkennt Ihr diese Straße? Früher fuhr auf der Nanjing Lu eine Straßenbahn. Lustig ist das alte Ambiente und dann die modern gekleideten Touristen.

Shanghai Film ParkWie man sieht, hatten wir Pech mit dem Wetter und es regnete den ganzen Tag.

Shanghai Film ParkEs gibt ein Museum über die chinesische Filmindustrie, das ich sehr sehenswert fand. Man kann zudem in Werkstätten schauen, in denen Kulissen hergestellt werden.

Zudem gibt es Stuntshows und kleine Aufführungen, 2x täglich um 10:30 bis 10:50 und 10:30 bis 13:50.

Shanghai Film ParkAnreise zum Shanghai Film Park 


Der Filmpark liegt in Songjiang, ziemlich weit im Südwesten Shanghais und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen. Vielleicht am ehesten bis zur Endstation der Linie 5 oder mit der Linie 9 bis Songjiang und dort hoffen, dass man ein Taxi bekommt.

Wir sind mit dem Auto gefahren. Die Adresse ist 915 Beisong Gong Lu, near Yingcheng Lu, Chedun, Songjiang district, 松江区车墩镇北松公路4915号, 近影城路.

Fazit


Sicher nicht eine der Hauptsehenswürdigkeiten Shanghais, aber ganz nett, wenn man längere Zeit in der Stadt verbringt und auch einmal live miterleben möchte, wie sie früher aussah. Wer auf chinesische Filmstars steht, hat die Chance, dort auch einmal welchen bei Filmaufnahmen zu zu sehen.

Weitere Tipps für Shanghai und Tagesausflüge von Shanghai aus habe ich hier zusammengestellt.

Samstag, 23. November 2013

Expo Gelände Shanghai

2010 fand die Weltausstellung Expo in Shanghai statt. Motto war "Better City, Better Life", was als Anregung für chinesische Mega-Cities durchaus ein passend ist.

Das Expo-Gelände war über 5 qkm groß, Metrostationen wurden gebaut, über 70 Millionen Besucher kamen. Teile des Geländes sind noch zu sehen, manche Gebäude stehen noch oder wurden umgenutzt. Auch der Expo-Boulevard existiert noch und mündet inzwischen in einem Shopping Center, das gerade im Werden ist.

Nahe des Flusses Huangpu finden sich Restaurants, Veranstaltungsgebäude, Kinos und etwas Infrastruktur, so dass das Gelände jederzeit einen Besuch wert ist. Erreichbar ist es sehr gut, u.a. durch die Metrostation China Art Museum (Linie 8), die heutzutage überdimensioniert wirkt.

Hier der China-Pavillon, das Wahrzeichen der Expo 2010. Er beherbergt heute das China Art Museum.

China Art Museum, Shanghai - früher China Pavillion der Expo 2010


Baustelle - da kommt noch mehr.

Weitere Tipps für Shanghai und Tagesausflüge von Shanghai aus habe ich hier zusammengestellt.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Wasserstadt Zhujiajiao

Zhujiajiao ist eine der bekannteren Wasserstädte in der Nähe Shanghais. Man kann den Ort gut als Tagesausflug besuchen. Ich war schon öfter dort und finde es immer wieder schön und entspannend, mit den kleinen Gassen am Kanal, mit den vielen Brücken (das Venedig Chinas... es gibt 36 Steinbrücken), den Tempeln und den vielen Häusern der Ming- und Qing-Zeit. Auch Mission Impossible 3 wurde hier gedreht; die Apotheke kann man besichtigen!

Wasserstadt Zhujiajiao

Hinkommen und Tickets


Dem Taxifahrer drückt man am besten die Zeichen auf Chinesisch in die Hand: 朱家角 Zhūjiājiǎo. Vom Norden Pudongs aus kostet die Fahrt ca. 180,- Yuan. Wer in der Stadt wohnt, kann auch mit dem Bus fahren; nahe People's Square (人民广场 - Rénmín Guǎngchǎng) gibt's einen direkten Bus, ich bin auch schon ab Shanghai Indoor Stadium Station (上海体育馆站) gefahren. Beide sind per Metro erreichbar.



Wir sind diesmal mit dem Taxi hin und mit dem Bus zurück, weil wir abends noch etwas in Shanghai unternehmen wollten. Oben eine der typischen mehrgeschossigen Straßenkreuzungen Shanghais, unten eine Mautstelle der Autobahn.



Zhujiajiao Ancient Town ist auf braunen Schildern gut angeschrieben, auch einen großen Parkplatz gibt es. Die Wasserstadt hat mehrere Eingänge, meist lassen einen die Taxifahrer an einem der Kassenhäuschen raus.



Zu dem Ticket bekommt man auch einen Plan. Auf dem Ticket, links im Bild, sind mehrere Attraktionen abreißbar mit aufgedruckt. Der entsprechende Besichtigungspunkt wird dann am jeweiligen Ort von einem Angestellten abgeknipst.

Es gibt drei Arten von Tickets, die unterschiedlich viele Attraktionen beinhalten, zwischen 30 Yuan (4 Attraktionen) über 60 Yuan (8) bis zu 9 Attraktionen für 80 Yuan. Wir hatten das große Ticket, es enthält Kezhi Garden, Shanghai Quanhua Art Gallery, Yuanjin Buddhist Temple, Shanghi Handicraft Exhibition Hall, City God Temple, Great Qing Post Office, Tong Tian He Chinese Pharmacy, Humanistic Museu und Y-Art Gallery sowie ein Highlight, nämlich eine Bootsfahrt!



Zhujiajiao hat auch eine englischsprachige Website (hier klicken!).

Besichtigung Zhujiajiao


Ich würde (nach einigen Erfahrungen damit, dass der Tag dort viel zu schnell vergeht und man dann nur einen Bruchteil gesehen hat...) auf jeden Fall mit der Bootsfahrt beginnen! Es passiert sonst zu schnell, dass man sich woanders festsetzt, zu lange beim Teetrinken verweilt oder plaudert - und wir sind in China, d.h. es geht früh los und endet früh. Ich weiß nicht genau, wie lange die Boote fahren, aber sobald es anfängt zu dämmern fahren sie nicht mehr.

Die Boote fahren in der Nähe des Kassenhäuschens ab und man gewinnt damit schon eimal einen guten Überblick über den Ort und eine Orientierung darüber, wo sich welche Sehenswürdigkeiten befinden und wie man später zu Fuß am besten hin kommt.

Hier ein paar Impressionen von der Bootsfahrt. Meine alte Kamera hatte leider einige Probleme mit der Belichtung... :-(













Wer von den Fotos vom Boot aus noch nicht genug hat; ich habe ein wackliges Video gedreht. ;-)



Wir sind dann am anderen Ende der Altstadt raus und haben uns gemütlich umgeschaut. Hier einer der Tempel, der City God Tempel.







Es gibt ja viel an Sehenswürdigkeiten aber auch an normalem Leben. So haben wir z.B. eine Katzenfamilie beobachtet, die in der Nähe der Bootsbauer herumgespielt hat. Man sieht normales Leben, Bauern, die mit ihren Booten zu den Reisfeldern fahren, man sieht Fischer, die zwischen den Touristenbooten mit ihren altertümlichen Booten fischen. Die Restaurants (es gibt viele, wir sind in China!) bieten auch viele Gerichte mit Fisch.



Es gibt aber auch viele Handwerker und Künstler, die sich hier angesiedelt haben und ihre Produkte herstellen und auch verkaufen. Ich habe mir einen Kamm gekauft und habe nachher bereut, nicht gleich ein paar mehr mitgenommen zu haben. Qualität und Preis waren wirklich gut.



Wer ein typisch chinesisches Souvenir sucht, wird vielleicht bei diesen schönen Kalligrafien und Bildern fündig. Die Künstler sind entspannter als andernorts.



Der buddhistische Yuanjin Tempel ist schön gelegen und hat mir gut gefallen. Er wurde 1341 erbaut. Man kann längere Zeit darin herumstromern und entdeckt immer wieder neue Details.











Gefreut habe ich mich nicht nur über den Krieger aus Holz, sondern auch über dieses chinesisch und englischsprachige Schild im Eingangsbereich der Klosteranlage.



Klar habe ich mir gleich eine Kaki genommen. Sie lagen überall herum und säumten schon aufgereiht den Weg. Zurzeit im Herbst ist Haupterntezeit. Man kann sie am unteren Foto erkennen (drauf klicken vergrößert die Fotos!), als Reihe orangefarbener Punkte.



Meine Kollegen haben allerdings nicht zugegriffen, da sie Angst hatten, da die Kakis ja nicht ganz sauber sind und ich sie mit Schale gegessen habe. Wahrscheinlich bin ich durch die lange Zeit in China etwas abgehärtet, mir hat die Frucht geschmeckt und sie ist mir gut bekommen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er das Risiko eingeht.

Aber man merkt daran, dass ich Hunger hatte. Also haben wir uns umgeschaut und sind in ein Restaurant, das am Wasser lag. Wir bekamen auch einen Tisch mit Blick auf den Kanal.



Ich neige dazu, immer zu viel zu bestellen... Aber das Essen war wirklich superlecker! Und wenn dann ein oder zwei Gerichte dabei sind, die man nicht so mag, dann kann man sie ja liegen lassen. Auf dem Tisch sind im Uhrzeigersinn grüne geröstete Sojabohnen, gedünsteter Weißfisch mit Ingwer, oben Rindfleisch mit massenweise Knoblauchzehen, kalte Hühnchenteile mit einer leckeren Sauce dazu, in die man die Stücke eintunkt bevor man sie isst. Unten in der Mitte eine der Spezialitäten Zhujiajiaos (und anderer Wasserstädte der Region): Schweinshaxe! Die wird langsam geschmort und mit Gewürzen verfeinert, da ist u.a. Sternanis drin, das schmeckt echt klasse.

Unten links und auf dem nächsten Foto in Großaufnahme ist eine weitere chinesische Spezialität: Stinke-Tofu.

Stinkender Tofu in China

Stinkender Tofu sind Stücke aus in Gewürzlake fermentiertem und mariniertem Tofu, die fritiert werden und wirklich intensiv stinken und schmecken. Das mag nicht jeder, aber probieren kann man es ja mal.

Nicht irritieren lassen darf man sich von Übersetzungen auf Speisekarten in China. Da habe ich schon die tollsten Sachen erlebt und mich halb tot gelacht. Daher glaube ich nicht, dass diese Fische wirklich aus dem Müll stammen. So was kann man echt bestellen, die sind sicher lecker.



Weiter ging's, satt gefuttert und mit etwas Bier zum leichteren Verdauen weiter durch die Gassen. Hier noch ein paar Impressionen:





Interessant auch die vielen Läden - man kann dort wirklich einkaufen, wenn man mag. Man sieht die Ausflügler aus Shanghai, die große Mengen an Süßigkeiten oder eingelegtem Fleisch kaufen und mit nach Hause nehmen.



Das meiste wird hier auch hergestellt, die Süßigkeiten werden in dem kleinen Räumchen hinten links gemacht und vorne am Tresen portioniert und verpackt.





Bevor es dunkel wird, lohnt noch ein Besuch im Kezhi Garten. Er stammt aus dem Jahr 1912 und es dauerte 15 Jahre, bis der Garten gestaltet war. Dabei wurden westliche und traditionelle chinesische Ideen kombiniert. Es gibt zwei Teile, den Ke und den Zhi Garten. Ke steht für studieren und zhi für gärtnern bzw. Landwirtschaft-betreiben. Der Sinn dahinter ist, dass es Menschen gut tut, sowohl für ihr Leben selbst etwas anzubauen, mit Händen auf Feldern oder Beeten, aber auch nicht zu vergessen, etwas für den Kopf zu tun und das ganze Leben durch zu lernen. Mir gefällt diese Idee und der Garten ist auch wirklich schön.



Der landwirtschaftliche Bereich wurde die letzten Jahre erweitert; als ich im Jahr 2000 das erste Mal in Zhujiajiao war, gab's den noch nicht. Für uns Europäer ist es schon mal interessant, ein paar typische chinesische Pflanzen auf dem Feld zu sehen. Zum Glück sind sie gut beschriftet. :-)





Ich finde den Bambus-Wald dort ganz bezaubernd!



Man kann auch Häuser besichtigen mit alten Möbeln drin, Werkzeuge, Studierzimmer, Kutschen usw. besichtigen. Das Schlafzimmer von Herrn Ma und seinen Frauen. Gleichzeitig wurde es als Empfangszimmer für Freunde und Bekannte genutzt. Steht so auf dem Schild.



Ein Besuch der großen Steinbrücke lohnt sich bei Dämmerung. Die Ausblicke sind echt schön.





Entlang des Kanals kann man gut essen, auch da gibt es eine Menge Restaurants.

Wir sind dann mit dem Bus zurück, allerdings war der so voll, dass wir die ganze Zeit stehen mussten.

In Shanghai sind wir vor zum Bund und haben die Gegensätze auf uns wirken lassen. Es ist schon irre, an einem Tag gefühlt zurück in die Ming- oder Qing-Zeit zu reisen und dann wieder in der modernen heutigen Zeit mit Hochstraßen und den vielen Lichtern der Großstadt anzukommen. Ich finde das immer beeindruckend, und in China findet man das oft. Es ist irgendwie typisch für das Land, so vielseitig, so viele Kontraste. Einfach sehenswert!




Wir sind in die Bar Rouge am Bund, von der man einen traumhaften Blick auf Pudong hat. Die Adresse ist Bund 18 7. Etage, in der Zhongshan Dong Yi Lu nahe Nanjing Lu 中山东一路18号外滩18号7楼. Die Bar ist bekannt für ihre Terrasse und etwas arrogante Kellner und Gäste. Da muss man manchmal durch. Des Ausblicks wegen.



Der Cocktail war auch gut.



Und der Ausblick!!! :-)




Jedem, der sonst eher das Großstadtleben in Shanghai erfährt, rate ich, sich einmal Zhujiajiao anzuschauen. Es entführt ein (zumindest ein wenig) in das alte China zurück, man sieht normales Leben. Eines der ältesten Postämter Chinas kann man dort besichtigen, die Kräuterapotheke ist typisch und immer noch in Betrieb. Klar ist die Stadt überlaufen, Chinesen und ausländische Touristen schauen sich um und genießen das "alte" Leben und auch das Essen, das für den Ort typisch ist. So sind die kleinen Gassen oft überlaufen, aber in einem der Tempel, im Kezhi Garten, in einer Kunstausstellung oder auf einem kleinen Boot kann man etwas Ruhe spüren und die Seele baumeln lassen.

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