Dienstag, 4. April 2017

Kurzreise nach Marrakesch

Vor elf Jahren war ich das erste Mal in Marrakesch, darüber gibt's einen kurzen Beitrag hier im Blog, mit Eckdaten der Reise, meinen Erlebnissen und ein paar Fotos von Marrakesch. Vieles hat sich verändert: Damals musste man noch in Paris umsteigen und die Anreise dauerte entsprechend lange. Inzwischen gibt es zahlreiche Direktflüge ab Deutschland sowie eine Menge neue Hotels und neu ausgebaute Riads; die touristische Infrastruktur ist da und immer mehr internationale Touristen reisen nach Marrakesch.



Ich war daher gespannt auf das veränderte Marrakesch und habe die Gelegenheit genutzt, für ein paar Tage in die Stadt und die Region hineinzuschnuppern. Marrakesch verbindet Schätze der Vergangenheit mit Moderne, man findet Tradition und Tourismus, Eselkarren und Limousinen, Armut und Reichtum, Orient und Internationales. Das macht es so spannend, das fesselt und das macht den Zauber dieser Stadt aus.

Dies hier ist die Übersichtsseite mit allgemeine Informationen und Tipps. Bei den einzelnen Tagen, die hier verlinkt sind, finden sich Fotos über mein Programm und die Sehenswürdigkeiten bzw. Erlebnisse am jeweiligen Tag sowie eine Menge Fotos.




Tipps für eine (Kurz-)Reise nach Marrakesch


  • Für die Einreise benötigt man einen Reisepass, der bei Einreise noch 6 Monate lang gültig sein muss. Es gibt bei Ein- und Ausreise einen Stempel in den Pass. Impfungen sind keine vorgeschrieben.
  • Die Zeitverschiebung beträgt 1 Stunde (Uhr zurückstellen). Die automatische Umstellung beim Handy funktionierte seltsamerweise nicht, also muss man die Zeit manuell einstellen (wichtig, falls man den Wecker nutzt!). Während des Ramadan wird die Sommerzeit ausgesetzt.
  • Währung ist der Marokkanische Dirham (DMG, auch Dh abgekürzt), 10 Dhs entsprechen ungefähr 1 Euro. Der Euro wird in Marrakesch gerne angenommen, auch Münzen; man bekommt dann auch Euro-Münzen zurück. Es gibt viele Geldautomaten (ATM), dan denen man Geld ziehen kann (auch schon am Flughafen!), außerdem gibt es Wechselstuben. Im Normalfall kann man auch an der Hotelrezeption wechseln. Die Währung darf man nicht wieder ausführen: Man kann aber vor dem Rückflug am Flughafen nochmal einkaufen, um das letzte Geld auszugeben. 
  • Fotografieren: Bitte seid rücksichtsvoll und vorsichtig, was das Fotografieren von Menschen angeht: Sehr viele Marokkaner möchten nicht fotografiert werden, daher bitte erst fragen. Die meisten Gaukler, Wasserträger usw. am Djemaa El Fna oder bei anderen Sehenswürdigkeiten fordern Geld dafür, dass man sie fotografiert. Den Betrag sollte man vorher aushandeln. Militärische Anlagen dürfen prinzipiell nicht fotografiert werden.
  • Die meisten Steckdosen passen für unsere Stecker, allerdings soll es manchmal in älteren Hotels spezielle alte Steckdosen geben: Zur Sicherheit einen Adapter mitnehmen. 
  • Am Flughafen werden lokale SIM-Karten verteilt, an vielen Stellen, in Riads, Hotels, Cafés und Restaurants gibt es kostenloses WLAN. Das funktionierte nicht immer. Vodafone wollte 7,99 Euro pro Tag oder 29,99 Euro für eine Woche Telefon und mobiles Netz. Auch in Marrakesch sieht man überall Menschen, die in ihr Smartphone starren.
  • Neben den Medikamenten, die man sowieso braucht, gehören Schmerzmittel und Mittel gegen Magen-Darm-Erkrankungen in die Reiseapotheke. Sonnenschutzmittel nicht vergessen! 
  • Das Leitungswasser sollte man nicht trinken! Der typische marokkanische Pfefferminztee besteht aus grünem Tee (aus Nordmarokko) und Pfefferminze, man kann ihn nach Geschmack mit Würfelzucker süßen. Er tut gut und hilft auch bei leichten Magenverstimmungen. 
  • Auch wenn sehr viele westliche Touristen dort sind, sollte man sich bei der Kleiderwahl außerhalb des Hotels doch etwas nach den Landessitten richten: Weite leichte Kleidung, Schultern und Knie möglichst bedeckt, auch bei Männern. Eine Sonnenbrille und ein Sonnenhut tun gute Dienste. Für Busse und Klimaanlagen ist es sinnvoll, immer eine Jacke oder einen warmen Pullover dabei zu haben.
  • Marokko ist ein sicheres Reiseland. Taschendiebstahl findet man seltener als in Südeuropa, allerdings sollte man natürlich aufpassen, vor allem im Trubel oder am Djemaa El Fna. Terroranschläge kommen nicht häufiger vor als in anderen Ländern.
  • Vegetarier finden leckere Vorspeisen, meist Salate. Auch Couscous mit Gemüse wird gerne serviert. Viele der klassischen marokkanischen Gerichte enthalten Fleisch oder Fisch.  
  • Typische Mitbringsel aus Marokko sind Kleidung, Ledersachen (Taschen usw.), Gewürze oder auch Arganöl, das flüssige Gold des Landes. Es wird meist in Handarbeit hergestellt. Beim Einkaufen sollte man sich Zeit lassen, möglichst auf Qualität achten und natürlich feilschen. Im Artikel über die Souks steht noch mehr darüber. 

Der Wandel in Marrakesch


Ich habe die Stadt 2006 kennen gelernt und fand es interessant zu beobachten, wie sich Marrakesch verändert hat. Heute ist Marrakesch mit ca. 1 bis 1,5 Million Einwohner die viertgrößte Stadt des Landes und hat die letzten Jahre eine starke Entwicklung durchgemacht. Die Altstadt, die sog. Medina, umfasst viele Sehenswürdigkeiten und ist UNESCO-Weltkulturerbe. Die Zahl der Einwohner wächst, viele junge Menschen aus dem Umland kommen in die Stadt, da es hier bessere Arbeitsbedingungen gibt. Wie viele es sind, weiß man nicht genau, da es zwar Volkszählungen aber kein Meldesystem gibt und diese Zahlen geschätzt werden müssen.



Was natürlich extrem zugelegt hat, ist der Tourismus und der Anteil an Touristen im Straßenbild. Kam ich mir vor 11 Jahren noch fast als Exot vor und gab es fast nur französische Touristen, sind inzwischen vor allem die Sehenswürdigkeiten so voll mit Menschen aller Herren Länder, dass man am Eingang oder an besonderen Punkten wirklich Schlange stehen muss, bis man in Ruhe schauen oder ein Foto schießen kann. Das ist wie überall ein zweischneidiges Schwert und wird die nächsten Jahre in ähnlichem Tempo weiter gehen. Der Flughafen ist auf Wachstum ausgelegt, Hotels und Konferenzzentren ebenso, Chinesen dürfen visumfrei einreisen und kommen inzwischen auch gerne in diese schöne rote Stadt. Marrakesch ist auf internationalen Tourismus eingestellt.

Trotzdem habe ich nicht das Gefühl gehabt, ständig übers Ohr gehauen zu werden, wie in manchen anderen Regionen dieser Welt. Handwerk kostet, hat aber, wenn man etwas sucht, eine gute Qualität. Essen kann man günstig oder sehr teuer, das war aber vor 11 Jahren auch schon so. Wie viel die normalen Menschen vor Ort von dem Reichtum mitkriegen, kann ich schlecht einschätzen. Marokko ist ein Land, das sich gut entwickelt, aber der Lebensstandard ist natürlich nicht mit unserem zu vergleichen. Daran sollte man auch denken, falls man das erste Mal außerhalb Europas reist: Das Leitungswasser sollte man nicht trinken und vieles ist ursprünglich, was ja nicht schlecht ist.



Zum Weiterlesen


Marrakesch hat sich die letzten Jahre zu einem Trendziel entwickelt. Mit mir waren einige weitere Blogger dort; zudem gibt es eine Reihe weiterer Reiseblogger, die die letzten Jahre über Marrakesch geschrieben haben. Daher hier nur eine Auswahl:

Bei meinen einzelnen Berichten habe ich auf weitere Blog-Beiträge verlinkt. Und hier noch weitere Angebote:

Tipps für die Reisebuchung


Wir sind mit Air Arabia geflogen, mit einem Direktflug ab Frankfurt. Je nachdem wo man wohnt bieten sich andere Abflughäfen an. Bei der Flugzeit von ca. 4 Stunden sind Direktflüge sinnvoll. Man sollte beim Buchen darauf achten, welches Gepäck inklusive ist. Je nachdem, ob man gerne einkaufen möchte, ist ein Flug nur mit Handgepäck meist zu wenig; bei manchen Airlines kosten Koffer extra und verteuern den Flugpreis, ohne dass man es auf den ersten Blick bemerkt.



Der Flughafen in Marrakesch ist nicht weit von der Stadt, so dass man (auch mit Transfer oder günstigen Taxis) gut auf eigene Faust weiter kommt. Man kann also Flug und Hotel oder Riad separat buchen. Oft rechnen sich aber Packages, ich habe kürzlich für eine Freundin Preise verglichen; da war beim Preis, den man sonst für das Hotel (ein nettes Riad) bei dem Pauschalangebot, das ich gefunden hatte, der Flug schon mit dabei.

Wer Zeit hat und nur in Marrakesch bleiben möchte (evtl. mit einem Tagesausflug in den Hohen Atlas, so wie ich), dem rate ich, mindestens eine Woche zu bleiben. Die Stadt bietet viel, da vergeht die Zeit schnell. Wer entspannen, Golf spielen oder in Ruhe einige Bücher lesen möchte, kann natürlich deutlich länger bleiben, dann bleibt auch Zeit für mehr Ausflüge und Erkundungen.

Und hier die Links zu meinen Beiträgen:



Vielen Dank an das Marokkanische Fremdenverkehrsamt, das mich zu dieser Reise eingeladen hat. Ob, was und wie ich darüber schreibe, steht mir frei und stellt meine persönliche Meinung dar.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

LinkWithin

Blog Widget by LinkWithin