Sonntag, 12. Februar 2006

Tagesausflug nach Borobudur und Yogyakarta

Heute hatte ich mir einen richtigen Sonntagsaus"flug" organisiert - es ging nämlich früh morgens los mit dem Flugzeug von Jakarta nach Yogyakarta.

Ein schöner Flug mit einer beeindruckenden Aussicht. Ich bin mit Adam Air geflogen; der Flug mit Garuda wäre nur wenig teurer gewesen, allerdings terminlich nicht so passend.

Flug über die Insel Java von Jakarta nach Yogyakarta

Ich hatte alles in einem Reisebüro in Jakarta organisieren lassen, da ich nur einen einzigen Tag Zeit hatte. Es klappte einwandfrei, die Kosten waren unter 100 EUR inklusive allem.

Bei der Ankunft am Flughafen Yogyakarta wurde ich bereits erwartet und hatte für den ganzen Tag eine qualifizierte Reiseleiterin und einen Chauffeur samt Auto zur Verfügung.

Borobudur - die größte buddhistische Tempelanlage der Welt


Als erstes fuhren wir nach Borobudur - eine beeindruckende buddhistische Tempelanlage, die mit Hilfe von Geldern in Verbindung mit der Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe schön renoviert wurde. Borobudur befindet sich gut 40 km nordwestlich vom Flughafen Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien. Für die Besichtigung von Borobudur sollte man sich einige Stunden gönnen.

Barbara am Eingang zu Borobudur

Überall hört man, dass Borobudur am schönsten sei, wenn die Sonne erwacht und ihren Zauber auf die Ruinen wirft. Man sollte es also möglichst früh am Morgen besuchen. So früh konnte ich wegen der Anreise ab Jakarta ja nicht dort sein, aber auch so war es beeindruckend.

Gebaut wurde der Terrassentstupa des Candi Borobudur mit seiner pyramidenförmigen Gestalt wohl zwischen 750 und 850 während der Herrschaft der Sailendra-Dynastie, aus Vulkangestein. Die Anlage geriet im 10. und 11. Jahrhundert in Vergessenheit (damals verlagerte sich das Machtzentrum der Insel weiter nach Osten, evtl. wegen eines Ausbruchs des Vulkans Merapi im Jahr 1006) und wurde mit Asche und dem Dschungel begraben. Im 19. Jahrhundert wurde Borobudur wiederentdeckt, ursprünglich sogar durch den gleichen britischen Forscher Sir Thomas Stamford Raffles, der auch Singapur gegründet hat. Aber erst zwischen 1973 und 1983 wurden große Teile der Anlage restauriert.

Borobudur

Vom Eingangsbereich geht man über Treppen zu dem etwas erhöht liegenden Areal. Man kann die Terrassenstupa auch von unten anschauen und bekommt so einen Eindruck von der Größe.

Die Führung war sehr interessant und ich bin begeistert, was in Borobudur im Lauf der Zeit alles geschaffen wurde.

Buddhafiguren Borobudur

Der quadratische Tempel hat eine Seitenlänge von über 120 Metern und eine Höhe von 35 Metern. Zehntausende Arbeiter haben zur Blütezeit der buddhistischen Sailendra-Dynastie daran gearbeitet.

Borobudur

Man läuft sehr lange an aus vulkanischem Stein gemeiselten Figuren vorbei, zum einen viele meditierende Buddhas, dann aber auch viele in Stein gehauene Figuren, die unterschiedliche Geschichten aus dem Leben Buddhas erzählen.

Borobudur

Es gibt intern viele enge Gassen und massenhaft Treppen und Torbögen, das ist alles sehr verschachtelt. Die Reiseführerin kannte sich aus und konnte viel erklären, so dass die "alten Steine" für mich lebendig wurden.

Außer mir waren natürlich ein paar weitere Touristen dort, auch indonesische Reisegruppen, überlaufen war es jedoch nicht.

Borobudur

Bekannt von vielen Fotos ist dieser Buddhakopf auf dem oberen Foto, bei dem quasi der steinerne Deckel fehlt. Man findet weitere dieser typischen Buddhaköpfe, aber auch viele Buddhafiguren, denen der Kopf fehlt.

Borobudur

Traumhaft ist auch die Region um Borobudur herum; vieles war wolkenverhangen. Ich konnte mich kaum sattsehen. Ist dieser Blick nicht ein Traum?!

Borobudur

Highlight meiner Tagestour war natürlich Borobudur und es war sicherlich gut, als erstes dort hin zu fahren, bevor es voller wurde oder zu heiß.

Der Tag ging weiter mit einer Menge Sehenswürdigkeiten, Tempeln, Gärten, Besichtigung zweier Handwerksbetriebe (Silber und Batik), nur unterbrochen von einem leckeren Mittagessen.

Batik in Yogyakarta, Indonesien

Unklar war immer, wie lange das Wetter halten würde. Ich hatte Glück, es begann erst am späten Nachmittag zu regnen.

Yogyakarta und Taman Sari


Yogyakarta ist bekannt als Stadt der Künste, es gibt schöne Gebäude im Kolonialstil und daneben wie in den meisten asiatischen Großstädten eine Menge neuer Bauten, teils schön, oft weniger.

Eine Masse Menschen sind unterwegs, es gibt viele Märkte, alles ist bunt. Gefallen haben mir natürlich auch die vielen Garküchen.

Fahrt durch Yogyakarta

In Yogyakarta beeindruckte mich vor allem der Wasserpalast des Sultans, Taman Sari.

Taman Sari, Yogyakarta


Der hatte so etwas erholsames nach der schwülen Hitze und dem Gewusel überall.

Früher haben der Sultan und sein großer Harem dort entspannt. Danach war es mir auch, aber baden durfte man dort nicht. ;-)

Wasserpalast Taman Sari, Yogyakarta

Der Taman Sari wurde 1765 als Rückzugsort des Sultans erbaut und später bei einem Erdbeben beschädigt. Die Anlage war früher viel größer, quasi ein Lustschloss mit vielen Häusern, einer Moschee, sprudelnden Quellen und großen Parkanlagen. Schöner duftender Garten, so ungefähr lautet die Übersetzung. Heute ist nur ein Teil erhalten, alles wirkt vergänglich und hat dadurch einen besonderen Charme.

Wasserpalast Taman Sari, Yogyakarta

Ich war fast alleine dort; das war sehr entspannend nach dem Trubel der Großstadt Yogyakarta. An den Farben des Himmels sieht man, dass das Regenwetter im Anmarsch war.

Wasserpalast Taman Sari, Yogyakarta

Am schönsten fand ich diese abgeschlossenen Wasserbecken, die sich hinter dem Wohnkomplex des Sultans befinden. Es gibt drei Wasserbecken hintereinander, die durch die Gebäude mit schönen Durchsichten erreichbar sind.

Tipps und Fazit meines Tagesausflugs nach Borobudur und Yogyakarta


Ideal ist es natürlich, wenn man mehr Zeit hat und sich auch in Yogyakarta länger umsehen kann. Die Stadt ist interessant und vielseitig; man kann dort gut essen, entspannt leben, und hat auch die Möglichkeit sich mit lokalen Handwerkern auszutauschen. Zu sehen, wie Silber verarbeitet oder Batik hergestellt wird, ist faszinierend. Mir hat das gut gefallen und ich habe genne eingekauft.

In der Nähe von Yogyakarta liegt auch Prambanan, einer der größten hinduistischen Tempel in Südostasiens und die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens, der sehenswert sein soll. Interessant natürlich, dass in einem moslemischen Staat diese großen buddhistischen und hinduistischen Anlagen zu besichtigen sind.

Mein Tagesausflug beinhaltete Flug, Auto mit Chauffeur, gute Reiseführerin, Mittagessen, Eintrittsgelder. Ich hatte alles durch ein Reisebüro in Jakarta organisieren lassen, was viel unkomplizierter und preisgünstiger war als wenn ich es übers Internet selbst versucht hätte. Die Erfahrung des Schweizer Reisebüroinhabers war Gold wert und ideal, da ich so wenig Zeit hatte. 

Mein Fazit: Ein wunderschöner Ausflug mit vielen interessanten Eindrücken und Erlebnissen.

Kommentare:

  1. Hi,

    plane ähnliches :) weisst Du noch ungefähr was der Flug von jakarta nach yogyakarta gekostet hat?

    Danke!

    Flo

    AntwortenLöschen
  2. Hi Flo, Adam Air darf nicht mehr fliegen, die waren sehr billig. Garuda verlangt wohl um die 60 US$.

    In Indonesien war es zumindest vor 2 Jahren noch so, dass man besser ein kleines Reisebüro vor Ort aufgesucht hat: die waren billiger als das Internet - auch wenn man Hotels bucht.

    AntwortenLöschen
  3. Die Reiseleiterin und der Chaufeur - waren die speziell nur für Sie da, also gar nicht in einer Gruppe?

    AntwortenLöschen
  4. @ Segelfilmer: Ja, es war kein Gruppe, nur ich allein. Die ganze Tour hatte ich inkl. Flüge, Auto mit Chauffeur und deutschsprechender kompetenter Reiseleiterin in einem Reisebüro, das einem Schweizer gehört, in Jakarta gebucht. Ich war alleine unterwegs.

    AntwortenLöschen
  5. Schön, zu sehen wie wenig sich substanziell verändert hat. wir haben diese Orte fast genau 10 Jahre nach deiner Reise gesehen. Auch die Beschädigungen, die sich nach diversen Vulkanausbrüchen ergeben hatten, sind ja inzwischen vollständig bereinigt und alles glänzt wie eh und je. Natürlich wird auch weiter ausgebaut, Borobudur ist einfach eine tolle Anlage. Wenn es dich interessiert, was wir erlebt haben, vor wenigen Wochen erst, dann findest du das auf unserem Blog www.wegsite.net

    Ich werde hier noch weiter stöbern, mal schauen, was sich noch finden lässt.

    Gruss Aras

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich gehe gleich mal schauen, vielen Dank für den Kommentar!

      Löschen
  6. Upps, ist mein Kommentar nun im Nirvana? Ich habe gerade gestaunt, was du vor 10 Jahren zu Borobudur veröffentlicht hast. Vor allem natürlich verglichen mit dem, was wir vor wenigen Wochen dort erlebt und gesehen haben. Immerhin gab es in den letzten JAhren dort Vulkanausbrüche, die einiges beschädigt und dick mit Asche bedeckt hatten. Davon ist aktuell, also in 2016 kaum etwas zu sehen. Ach, wenn du Lust hast, lies einfach selbst, wir haben das im Blog beschrieben www.wegsite.net

    Gruss Aras

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Kommentare zu ältern Beiträgen müssen bei mir durch die manuelle Kontrolle, da sich dabei extrem viel Spam ansammelt, den ich leicht übersehe. Ich musste Deinen Kommentar also erst freigeben.

      Ihr habt ja wunderschöne Fotos von Borobodur gemacht! Und viele Infos dabei. Das teure Hotel lohnt sich sicher, wenn man damit unbegrenzt und zu allen Tages- und Nachtzeiten auf das Areal kann. In den 10 Jahren ist Borobodur nicht leerer geworden, scheint mir.

      Löschen
  7. Liebe Barbara,
    eine tolle Entdecker-Tour - auch wenn sie nur kurz war. Das mit dem eigenen Reiseleiter haben wir in Kapstadt auch gemacht - und es war ganz perfekt!
    Wir sind auch nicht so die Gruppen-Menschen, ich finde, das ist eine klasse Alternative. Und oft ja nichtmal teuer ...
    Ganz liebe Grüße aus Münster!
    Ines-Boanca

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Ines-Bianca,
      wenn man wenig Zeit hat, ist so eine organisierte Tour mit Guide genial! Die Guides haben ja meist sehr gutes Wissen und helfen auch bei Fragen weiter. Ich löchere die meistens... ;-)
      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen
  8. Liebe Barbara,
    Das ist mal ein Tagesausflug - und für das Budget ja auch super. Der riesige Buddha-Kopf sieht richtig spannend aus. Ich war noch nie weiter in Asien als Jordanien, aber die buddhistischen Tempel würden mich auch sehr interessieren. Und Handwerksstätten sind immer spannend!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Miriam,
      ob das jetzt immer noch für den Preis machbar wäre, kann ich nicht beurteilen; damals war Indonesien sehr billig, auch wegen der niedrigen Spritpreise. Adam Air gibt's nicht mehr.
      Die Handwerker fand ich auch klasse; es ist schön, wenn es erhalten bleibt und nicht alles durch Fabriken ersetzt wird. Ich habe mir da u.a. schöne Silber-Ohrringe gekauft, die ich immer noch gerne trage.
      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen
  9. Liebe Barbara,
    also Borobudur gehört definitiv noch zu den Reisezielen auf meiner Löffelliste, nicht zuletzt natürlich weil es auch UNESCO Weltkulturerbe ist. Ich finde diese Anlage absolut faszinierend. Ich wusste gar nicht, dass der Raffles sie wiederentdeckt hat :)
    Das mit dem Reiseleiter und dem Chauffeur ist eine tolle Idee. Was das Autofahren i Asien angeht, haben wir leider auch schlechte Erfahrungen machen müssen, so dass wir uns geschworen haben das nächste Mal einfach einen Fahrer zu mieten. Das ist so viel stressfreier!
    Lg Miriam

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Miriam,
      in Asien nehme ich mir oft einen Fahrer mitsamt Auto - das ist wirklich viel stressfreier und nicht unbedingt teurer. Der kennt sich aus und ich habe Zeit, aus dem Fenster zu schauen. In manchen Ländern (China) darf man auch gar nicht selber fahren (außer man macht einen extra Führerschein).
      Borobudur lohnt echt!
      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen
  10. Liebe Barbara,
    das hört sich nach einem ganz wunderbaren Ausflug an! In Yogyakarta gibt es eine unserer beliebtesten Partnerhochschulen, auf die sich jedes Jahr etliche unserer Studenten bewerben. Wenn ich Deine Bilder so sehe, verstehe ich warum!
    Viele Grüße von Sanne

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. die IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu finden sich in der Datenschutzerklärung auf dem Blog und in der Datenschutzerklärung von Google.