Sonntag, 29. November 2009

Advents-Wochenende in Wien

Wir sind relativ spontan für ein langes Wochenende nach Wien gefahren.

Kurz zuvor hatte ich bei einem Zwischenstopp am Flughafen Wien in einem Magazin gelesen, dass immer mehr Touristen ein paar Tage der Vorweihnachtszeit in Wien verbringen, es gibt hübsche Weihnachtsmärkte, usw. Das klang ganz interessant und da uns nach einer kurzen Auszeit war, haben wir einen Kurztrip gebucht.

Advents-Wochenende in Wien

Eckdaten:
  • Flug mit Air Berlin von Nürnberg nach Wien am Donnerstagabend, Rückkehr Sonntagabend
  • 3 Nächte von Do-So im Hotel Prinz Eugen (nahe des Südbahnhofs und Schloss Belvedere)
  • Transfer und Programm in Wien selbst organisiert, spontan, viel marschiert
Wir haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert, da mein Mitreisender das erste Mal in Wien war. In drei Tagen lässt sich eine Menge erleben!

Air Berlin Dash8-Q400Auf dem Hinflug am Donnerstagabend hatten wir eine Dash8-Q400, die im Innenraum extrem laut war, da wir Sitzplätze nahe der Triebwerke hatten. Also achtet darauf, lieber hinten oder vorne zu sitzen! Aber man fliegt ja nicht lange. :-)


Am Wiener Flughafen dauerte es etwas, bis ich die Ticketschalter für den Wiener Nahverkehr fand. Wir kauften uns ein 72-Stunden-Ticket für 13,60 EUR, das ich sehr empfehlen kann. Auch die Fahrt vom Flughafen in die Stadt ist inklusive, so dass sich das wirklich lohnt.

Nachtrag: Es gibt außerdem die sog. Vienna Card für 18,50 EUR, die weitere Vergünstigungen beinhaltet. Das kann sich auch rechnen, je nachdem, was man alles besichtigen möchte.

Vom Wetter her war es winterlich kalt, hier ein Foto aus dem Hotelzimmer am Freitagmorgen:

Wien - Blick aus dem Hotelzimmer
Das hat uns jedoch nicht abgeschreckt, nach einem guten, reichhaltigen Frühstück sind wir los. Erst zu Fuß, die Umgebung erkunden, in Richtung Belvedere und den dortigen Park.

Schloss Belvedere, Wien


Wien - Schloss Belvedere

Es gibt das Untere und das Obere Belvedere, eine bekannte barocke Schlossanlage, die auch im Winter sehenswert ist. Es gibt dort Ausstellungen, wir sind jedoch mehr oder weniger durch den Park durch, haben die Paläste angeschaut und gefroren.

Man sieht auch einen Weihnachtsmarkt, der so früh am Morgen aber noch nicht geöffnet hatte. Schön fand ich auch die Parkanlage, die mit bunten Blüten im Frühjahr oder Sommer sicherlich wunderschön ist.

Wien - Schloss Belvedere


Besuchenswert ist auch der Botanische Garten der Universität Wien, der sich am westlichen Ende des Parks gut ausgeschildert befindet.

Wiener Karlskirche und Adventmarkt


Wenn man durch den Park komplett durch geht und sich danach links hält (also Richtung Westen) gelangt man zur Wiener Karlskirche. Sie liegt am Karlsplatz und ist einer der bedeutendsten barocken Kirchenbauten nördlich der Alpen und eines der Wahrzeichen Wiens.

Wien - Karlskirche

Von innen ist die Wiener Karlskirche auch echt beeindruckend, wobei zurzeit noch renoviert wird.

Es gibt einen Aufzug, mit dem man hoch fahren und die große Kuppel von innen genauer anschauen kann. Sehr imposant. Die Kuppelfresken wurden renoviert, anscheinend hat man dafür den Aufzug gebaut und ihn danach nicht mehr abgebaut, was unter Wienern umstritten ist. In kaum einer Kirche hat man die Möglichkeit, die Fresken so weit oben so genau anzuschauen; das hat was, finde ich.

Wien - Karlskirche

Der Weihnachtsmarkt an der Karlskirche war schon geöffnet, da konnte man bereits Kleinigkeiten zu essen kaufen oder auch Handwerkskunst, die sich als Weihnachtsgeschenk oder Reisemitbrinsel eignet. Der Adventmarkt hier am Karlsplatz ist gefühlt nicht ganz so kommerzialisiert wie andere der Märkte, die Stimmung war irgendwie angenehm und es gibt viel zu sehen.

Wien - Weihnachtsmarkt an der Karlskirche

Gut gefallen hat mir die Jugendstil-Architektur der Stadtbahnstation am Karlsplatz. Darin befindet sich ein Café, das allerdings geschlossen war.

Der Platz ist als Drogenumschlagsplatz bekannt. Außer Glühwein haben wir nichts Auffälliges gesehen...

Wien - Karlsplatz

Stadtzentrum Wien mit Stephansdom und Weihnachtsmärkten


Man ist damit schon ziemlich zentral und wir sind einfach weiter in Richtung Zentrum und Stephansdom, eines der Highlights Wiens.

Die Domkirche St. Stephan zu Wien am Stephansplatz in der Inneren Stadt ist das Wahrzeichen Wiens. Dahinter steckt viel Geschichte: Seit 1365 ist "der Steffl" sog. Domkirche, seit 141479 Kathedrale und damit Bischofssitz. Der Erzbischof von Wien hat seit 1723 hier seinen Sitz. Das Gebäude ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke Österreichs, wobei sogar einige Teile des spätromanischen Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert erhalten sind. Auffällig am Dom sind die bunten Dachziegel, die den k.u.k. Doppeladler und die Wappen der Stadt Wien und Österreichs darstellen.Der höchste Turm, der Südturm, misst über 136 Meter und war das höchste Gebäude im ehemaligen Österreich-Ungarn; kein anderer Turm durfte so hoch werden. Man kan hoch, über viele Stufen zur Türmerstube, von der aus man bei gutem Wetter einen super Ausblick auf Wien hat. Wegen des trüben Wetters haben wir uns das diesmal gespart.

Wien - Stephansdom

Aber natürlich sind wir rein: Im Innern mischen sich die Baustile, hier findet man auch viel Barock. Man kann viele Altäre, letzte Ruhestätten und einen beeindruckenden Domschatz besichtigen.

Wir sind vom Stephansdom aus weiter gebummelt, haben uns treiben lassen und uns schließlich zu einem bestimmten Zeitpunkt und Ort mit Bekannten auf einem Weihnachtsmarkt zum Punsch-Trinken und Plaudern getroffen.

Schön fand ich die beleuchtete Stadt und das Bummeln in der Innenstadt. Es gibt traumhafte Straßen mit wunderschönen Häusern. Hier noch ein Foto davon.

Advent in Wien - Straßenbeleuchtung

Naschmarkt Wien 


Am zweiten Tag, also am Samstag, sind wir als erstes zum berühmten Naschmarkt, der wie erwartet am Samstagmorgen recht voll war. Es gibt dort alles, von lokalem Gebäck über frischen Fisch bis hin zu den exotischsten Zutaten, die man sich vorstellen kann.

Wien - Naschmarkt

Ich fand den Markt sehr sehenswert und habe es genossen, die Menschen zu beobachten.

Am heutigen Tag hatten wir blauen Himmel, so dass es mehr Spaß machte, draußen herum zu marschieren. Es war allerdings immer noch sehr kalt.

Hundertwasserhaus 


Sehenswert ist natürlich auch das Hundertwasserhaus. Dort gibt es auch ein Café und einen Souvenierladen, so dass man zwischendrin etwas Wärme tanken kann.

Wien - Hundertwasserhaus

Mit zu vielen Fotos möchte ich nicht langweilen, nur noch einen Tipp:

Besseres Wetter und Ausblick 


Der Stephansdom lohnt wie oben erwähnt natürlich einen Besuch. Zur Zeit der Dämmerung finde ich es schön, den Turm hinauf zu steigen und den Ausblick von oben zu genießen.

Es ist super, wie langsam die Lichter angehen. Außerdem hilft es bei der Orientierung, man sieht z.B. auch das Riesenrad im Prater von der Ferne. Das bietet sich bei klarem Wetter für Wien-Neulinge auf jeden Fall am ersten Tag eines Wien-Besuchs an.


Am Abend haben wir einen Heurigen im Stadtzentrum besucht, da gab's Wein und lokale Gerichte sowie zünftige Sprüche von der Bedienung und an den Toilettenwänden. Irgendwie habe ich da nicht fotografiert.

Prater und Riesenrad 


Ein Wien-Besuch ohne eine Riesenradfahrt und einen Besuch im Prater ist natürlich nicht vollständig. So sind wir am Sonntagvormittag zum Prater.

Wien - Riesenrad im Prater

Eigentlich bietet sich eine solche Fahrt auch als erstes an, damit man einen Überblick und Orientierung bekommt. Aber da es am Freitag vom Wetter her so diesig war, hatten wir das vertagt. Am Sonntag war es jedoch auch nicht viel besser. Aber es war trotzdem schön und nicht so voll.

Bevor man einsteigt, wird man noch durch ein kleines Museum geschickt, das die Geschichte des Riesenrads lebendig werden lässt.

Wien - Riesenrad im Prater

In der Nähe davon haben wir zu Mittag ein Running Sushi besucht. Regional war das lokale Bier dazu, das Wieselburger Bier, auch Wiesel genannt.

Wien - Barbara beim Running Sushi

Hofburg 


Im Winter wird es schnell dunkel, so dass ein weiterer Besuch der Ringstraße auch schon mit künstlichem Licht stattfand. Hier ein Blick auf die berühmte Hofburg.

Wien - Hofburg abends

Die Hofburg zu Wien war bis 1918 die Residenz der Habsburger in Wien und ist natürlich mit dem gesamten Umgebung sehr repräsentativ. Unser Wochenende war zu kurz, um uns die Museen und Ausstellungen anzuschauen. Aber man braucht ja auch noch ein paar Gründe, um wieder zu kommen! :-)

Von dort ging's zurück zum Hotel und mit dem Zug zum Flughafen.

Wien - Zug zum Flughafen

Das war's an Impressionen unseres langen Wochenendes. Uns hat's gut gefallen, obwohl es recht kalt war.

Tipps für ein Adventswochenende in Wien

  • Es kann kalt werden! Da helfen warme Kleidung und die vielen Gelegenheiten, alkoholische Heißgetränke auf den Weihnachtsmärkten zu verkosten. Die meisten sind für einen guten Zweck, da trinkt man gerne mal einen heißen Punsch mehr... 
  • Von der großen Masse an Weihnachtsmärkten hat uns der Markt an der Karlskirche am besten gefallen. 
  • Wir haben zwei organisierte Touren gemacht, die ich noch kurz vor unserer Reise von Zuhause per Internet gebucht hatte. Es handelte sich dabei um sog. Themenstadtführungen. Die 3. Mann Tour, mit der man die Kanäle der Stadt erkundet und sich in die Zeit des Films zurück versetzt fühlt. Als zweites einen der Klassiker, die Stadtführung "Josefine Mutzenbacher - auf den Wegen der Lust im Alten Wien", auf der man über Anekdoten und Fakten aus der Wiener Sittengeschichte an Originalschauplätzen informiert wird. Beide Führungen fanden wir sehr interessant und können sie weiter empfehlen.
  • Das Internetangebot von Wien Tourismus ist empfehlenswert und eignet sich super zur Vorbereitung.
  • Wien ist sehr unkompliziert: Man spricht und schreibt deutsch, nutzt den Euro und die gleichen Steckdosen wie bei uns, sehr entspannt.

Kommentare:

  1. Interessanter Artikel. Am Adventmarkt in Wien war ich auch schon mal - fand ihn richtig toll.

    Liebe Grüße,
    Michaela

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    1. Wien ist echt auch im Winter sehenswert, aber ich mag's lieber, wenn es warm ist...

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  2. Liebe Barbara,
    Wien ist eine geile Stadt! Egal, ob auf dem Weihnachtsmarkt oder in der Kanalisation, es wird einen bestimmt nicht langweilig. Besonders abends im Bermuda-Dreieck findet man bestimmt auch nette Kneipen und Unterhaltung.
    Liebe Grüße
    Alex

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    1. Hallo Alex,
      ja, die Kneipen in Wien sind auch erlebenswert, da hast Du recht. Die Stadt hat zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten!
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Hallo Barbara, wie gerne möchte ich auch mal zur Vorweihnachtszeit nach Wien. Ich war im Sommer dort und die Stadt hat mir wirklich gut gefallen. Ich kann die guten und praktischen Informationen auf der Wien-Webseite nur bestätigen. Liebe Grüße Sabine

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    1. Hallo Sabine,
      ich kenne auch mehrere Jahreszeiten in Wien - der Herbst mit den vielen Heurigen hat auch seinen Reiz. Ein schönes Reiseziel!
      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Liebe Barbara, ach wenn ich mir deine Bilder so anschaue und deinen Bericht lese, so fällt mir ein, ein Besuch in Wien ist schon viel zu lange her... tatsächlich war ich sogar auch schon mal zum Weihnachtsmarkt in Wien - da bin ich sogar auf Schlittschuhen unterwegs gewesen. ;-)
    Aber eigentlich schreit der Trip nach einer Wiederholung.

    Liebe Grüße, Tanja

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    1. Hallo Tanja,
      Schlittschuhfahren in Wien - wow, das ist ja klasse!
      Liebe Grüße
      Barbara

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  5. Wow, da habt ihr ja viel reingepackt in so ein Wochenende. Wir hatten auch schon mal Wien ins Auge gefasst, aber dann für Silvester. Denn in Wien wird vor allem auch draußen gefeiert.
    Viele Grüße
    Bruno

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