Sonntag, 24. November 2019

Fjorde von Musandam, Oman

Musandam liegt als Exklave ganz im Norden Omans an der Straße von Hormus. Exklave bedeutet, dass das Land durch einen Korridor, der zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, vom restlichen Oman abgetrennt ist.

Musandam ist bekannt für seine hohen Kalksteinfelsen, die über 2.000 Meter hohe Berge aufragen und die zum Teil steil zum Wasser abfallen. Die dabei entstehenden fjordähnlichen Buchten haben der Region den Beinamen "Norwegen Arabiens" eingebracht, wobei ich solche Vergleiche nicht mag und die Fjorde auch optisch total anders aussehen.

Fjorde von Musandam, Oman

Schön ist eine Bootsfahrt mit dem typischen Segelboot der Region, einem Dhau. Außerdem ist das Wasser warm genug, man kann schwimmen oder schnorcheln.

Man kann die Fjorde bei einer Rundreise durch den Oman besuchen, außerdem sind sie ein beliebter Stopp bei einer Kreuzfahrt durch den Orient. So habe ich sie kennen gelernt. Die Lage zwischen dem Golf von Oman und dem Persoisch-Arabischen Golf ist strategisch von hoher Bedeutung, es gibt Militärstützpunkte. Als unser Schiff sich mitten in der Nacht der Straße von Hormus näherte, kreisten Hubschrauber über uns und das Schiff wurde von oben stark angeleuchtet. Das war schon speziell. 

Sonntag, 17. November 2019

Reisen im Laufe der Jahrzehnte

Sabine von Ferngeweht ist neugierig und will wissen, wie sich der Reisestil verschiedener Reiseblogger im Laufe der Zeit verändert hat. Anlass dafür war ihr 50. Geburtstag, bei dem sie sicherlich vieles reflektiert hat. Seit mehr als 30 Jahren ist Sabine reisend unterwegs und meint, dass sich von den ersten Reisen bis heute einiges verändert hat. - Das Thema der Blogparade lautet daher "Wie hat sich dein Reisestil im Laufe der Jahre verändert? Reist du immer noch genauso wie vor 15, 20 oder 30 Jahren? Oder sehen deine Urlaube heute ganz anders aus als früher?"

Meine Art des Reisens und des Urlaub-Machens hat sich in den letzten 50 Jahren verändert und ist in manchen Grundzügen doch gleich geblieben. Ja, so lange reise ich schon. :-)

Reisen als Kind 


Mit zwei haben meine Eltern mich mit nach Österreich an den Neusiedler See geschleppt, das war im Herbst 1969. Die Jahre danach ging's an den Gardasee und ins Tessin. Von Süddeutschland aus war das gut mit dem Auto zu erreichen. Am Gardasee waren wir mit dem Zelt, im Tessin wohnten wir in einer Ferienwohnung. Kürzlich habe ich mit meiner Mutter alte Alben angeschaut und beim Tagebuch einer Reise an den Lago Maggiore stand bei den meisten Tagen "Regen" mit dabei. Mit zwei kleinen Kindern war ein festes Haus sicherlich besser als ein Zelt.

Am Lago Maggiore 1972

Nach einem Urlaub im Allgäu fingen meine Eltern an, sich für den Norden zu interessieren und es folgten deutsche Nordseeküste, Dänemark und schließlich Schweden, Finnland und Norwegen, einmal sogar mit dem Wohnwagen bis ans Nordkap. Daneben gab's immer schon Kurzreisen oder lange Wochenenden, oft ins Elsass oder in andere Regionen Frankreichs und Deutschlands, oft auch zum wandern, was ich damals hasste. Heute mag ich es.

Früher dachte ich immer, dass ich auf diesen Reisen vor allem viele Sehenswürdigkeiten besucht habe - Schlösser, Burgen, Museen, große und weniger große Städte, Ruinen. Vom Sightseeing gibt es auch viele Fotos oder Eintrittskarten, die mit in den Alben kleben. Und viele Erinnerungen.

Riesenradfahrt im Prater, Wien

Diese Woche war ich beruflich in Wien und hatte zum Glück an einem der Abende etwas freie Zeit, so dass ich in die Innenstadt gefahren bin und einen ganz ganz langen Spaziergang gemacht habe. Auch wenn es derzeit kalt und abends dunkel ist, fasziniert diese schöne Stadt.

Als Foto der Woche gibt es daher kein aktuelles Nachtfoto sondern eins aus dem Archiv von unserem Adventswochenende in Wien vor 10 Jahren. Wenn die Sicht halbwegs okay ist, würde ich bei einem Wien-Besuch als erstes den Prater besuchen und mit dem berühmten Wiener Riesenrad fahren: Man bekommt dabei einen Überblick über die Stadt und kann sich danach besser orientieren.

Riesenradfahrt im Prater, Wien

Das Riesenrad im Prater ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Wiens. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war damals eines der größten Riesenräder der Welt. Inzwischen gibt es größere, aber der Charme des Wiener Riesenrads ist geblieben.

Wir haben damals auch eine Wien-Tour auf den Spuren des Dritten Manns gemacht. In diesem berühmten Film, den ich jedem ans Herz legen möchte, gibt es eine lange Szene, die im Riesenrad spielt.

Sonntag, 10. November 2019

Ausgrabungsstätte Nora, Sardinien

Nur wenige Kilometer von Cagliari entfernt liegen die Überreste von Nora, einer im 9. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern gegründeten Stadt.

Die Lage war wahrscheinlich mit entscheidend für die Anlage dieser wohl ältesten Stadt Sardiniens. Nicht weit vom Meer entfernt, war es wohl ein guter Hafen. Nach den Römern kamen die Punier, die Karthager und die Römer, von denen die meisten Relikte erhalten sind. Man sieht u.a. die Reste eines Amphitheaters, eines Tempel und einer Therme. Mir haben die Mosaike und eine Säule gut gefallen.

Ausgrabungsstätte Nora, Sardinien

Bedeutendster Fund ist die Stele von Nora, die allerdings nicht im archäologischen Park sondern in einem Museum in Cagliari befindet. Sie ist wegen phönizischer Inschriften bekannt, die aber nicht wirklich entziffert wurden, da sie nur fragmentarisch enthalten sind. Fest steht, dass auf ihr das Wort Sardinien erwähnt wird; in einer frühen Form natürlich.

Nicht weit von der archäologischen Ausgrabungsstätte gibt es einen Strand, der zum Baden einlädt.

Sonntag, 3. November 2019

Weite im norwegischen Fjell

Heute habe ich wieder ein eingescanntes Dia aus grauer Vorzeit als Foto der Woche. Es stammt vom September 1988, als in Norwegen schon Schnee lag. Trotzdem war es möglich, schöne Wanderungen im Fjell zu unternehmen.

Das norwegische Wort fjell und das schwedische fjäll (das durch den Rucksack so bekannt ist) bedeuten eigentlich nur so etwas wie Gebirge oder Fels und bezeichnen die hügelige Bergtundra oberhalb der im Norden recht niedrig liegenden Waldgrenze

Norwegen 1988

Wenn die Straßen und Wege weniger werden, findet man meist einen Platz, wo man das Auto stehen lassen kann und mit Wanderstiefeln und guter Ausrüstung weiter geht.

Wer mag, ist tage- oder wochenlang unterwegs; ich mag lieber mehrstündige Touren und den Blick auf die Weite der gefühlt unendlichen Natur. 

Sonntag, 27. Oktober 2019

Wandern am Lac de Sainte-Croix, Provence

Mir gefällt die Provence sehr gut, die Sonne, das Licht, die Landschaft, die Gerüche, das Essen - einfach alles. Sehr gerne mag ich die etwas höher gelegene Region um Riez und Verdon. Anfang der 1970er Jahre hat man eine Staumauer gebaut, um den Fluss Verdon zu einem See anzustauen und für die Energieerzeugung zu nutzen. Entstanden ist der Lac de Sainte-Croix, der zweitgrößte französische Stausee.

Damals wurde das Dorf Les Salles-sur-Verdon überflutet ein paar hundert Meter weiter wieder aufgebaut. Der Stausee ist bei Einheimischen und Touristen beliebt; ich war in den 1990ern ein paar Mal hier und Anfang der 2000er Jahre wieder. Man kann baden und fand zumindest damals immer ein ruhiges Fleckchen. Die nahegelegene Schlucht Gorges du Verdon, umgangssprachlich Grand Canyon du Verdon genannt, die der Verdon ins Gestein geschnitten hat, ist beeindruckend.

Wandern am Lac de Sainte-Croix, Provence




































Dieses Foto stammt von 2003. Da es um die Verdonschlucht herum bergig ist, kann man dort auch wunderbar wandern. Es gibt eine Reihe von Fotos von mir von dieser Wanderung, oft mit dem See im Hintergrund und mit knallrotem Kopf, da es doch anstrengend ist,so viel bergauf zu marschieren.

Leider waren die Wanderwege damals nicht gut ausgeschildert, so dass wir uns ziemlich verlaufen hatten. Da ist es wichtig, genügend zu trinken und etwas Proviant dabei zu haben.

Sonntag, 20. Oktober 2019

Moulin Rouge, Montmartre

Hier ein Foto des berühmen Pariser Variete´s mit der roten Mühle: Moulin Rouge liegt im Vergnügungsviertel Pigalle am Montmartre und irgendwie komme ich immer zufällig vorbei, weil es auf dem Weg liegt.

Genau wie der Eiffelturm wurde es 1889 eröffnet und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Paris. Mein Foto stammt vom März 2008, als ich nach einem geschäftlichen Termin das Wochenende dran gehängt habe, um mal wieder Pariser Luft zu schnuppern. Meine Berichte dazu sind hier und hier.

Moulin Rouge, Montmartre

Der Montmartre ist der höchste Berg der Staddt und war schon immer als Aussichtspunkt bekannt; früher standen hier wirklich Windmühlen. Einige dieser Windmühlen wurden zu (Tanz-)Cafés oder Varietés ausgebaut, wie die rote Mühle. Es gibt noch andere Varietés in Paris, aber das Moulin Rouge ist auch wegen Literatur und Filmen darüber wohl eins der bekanntesten.

Ich war in den 1990ern mal zu einer Dinner-Show dort und habe neben Champagner, den es dazu gab, auch die Tanznummern genossen. Das war eine interessante Erfahrung.