Samstag, 16. April 2016

Bummeln, Stadtzentrum und Gangnam

Wir näherten uns Korea: Frühstück und Landung verliefen so wie man sich das vorstellt. Vor der Landung sieht man Meer und dann den modernen Flughafen von oben. Im Flughafen selbst darf man nicht fotografieren. Ich bin also durch die Passkontrolle, habe meinen Koffer geholt, bin durch die Schranke - und war in Korea! Ein paar Meter weiter sah ich schon den ersten Geldautomaten und habe mich erst einmal mit Won ausgestattet.

Um in die Stadt zu kommen gibt es mehrere Möglichkeiten. Taxi, Bahn, Bus. Ich entschied mich für den Bus zum COEX-Center, wo sich ein City Airport Terminal befindet, da direkt daneben mein Hotel war. Bustickets kann man direkt am Ausgang des Flughafens kaufen, alles ist gut organisiert, die Verkäuferin sprach Englisch.

Flughafen Incheon - Ankunft und Busbahnhof

Das Busticket kostete 16.000 Won (ca. 12 Euro), die Busfahrt dauerte eine gute Stunde.

Seoul - Busticket vom Flughafen Incheon zum COEX-Center

Leider fing es an zu regnen. Trotzdem sah man, dass draußen viel blüht. Der Weg vom Hafen und Flughafen über Industriegebiete in die Stadt hinein war interessant. In Korea ist übrigens Rechtsverkehr, wie bei uns auch. Die Schilder waren Koreanisch und Englisch, der Verkehr (obwohl es in der Stadt etwas stauig wurde) schien mir organisiert, unkompliziert, höfliches Miteinander.

Seoul - Busfahrt vom Flughafen Incheon zum COEX-Center

Vom Busbahnhof am Coex Airport City Terminal hätte mich ein Auto zum Hotel gebracht, dafür hatte ich im Bus einen Voucher bekommen. Da eine Regenpause war, bin ich zu Fuß gegangen, es war nicht weit.

Ich hatte von zuhause aus bereits ein Zimmer im InterContinental Seoul Coex gebucht. Es befindet sich im COEX Komplex, der u.a. die größte unterirdische Shopping Mall Asiens, Messehallen, Kongresszentrum, ein Aquarium, Bürogebäude und das Hotel beherbergt. Auch eine Metrostation ist angeschlossen.

Mein Hotelzimmer im InterContinental Seoul Coex

Hier der Blick aus meinem Fenster im 10. Stock.

Blick auf Seoul aus meinem Hotelzimmer im InterContinental Seoul Coex

Nachdem ich ausgepackt, mir einen Kaffee gekocht und geduscht hatte, bin ich los.

Da es noch regnete, habe ich mich erst im Shopping Center umgeschaut und ein rotes Ginsengeis probiert. Es gibt eine große Auswahl an Eis, verschiedenste Geschmäcker. Überhaupt ist in der Mall einiges geboten, vom Aquarium über Klamottenläden, Souvenirshops, ein Friseur, ein Duty Free Shop, viele Restaurants und Cafés.

Seoul - Leckeres Gingseng-Eis vor dem COEX-Komplex, auf dem Weg zur Metrostation

Ich habe mir als erstes eine aufladbare Karte für die Metro gekauft und sie mit 10.000 Won aufgeladen. Das reichte für das Wochenende und ich bekam am Ende sogar noch fast 3.000 Won zurück, obwohl ich viel unterwegs war. Wie das alles funktioniert, ist an den Automaten erklärt; die Karte bekam ich in einem der 24-Stunden-Shops, dessen Name ich vergessen habe.

Seoul - Ticket für die U-Bahn



Ich wollte zum Changdeokgung, einem der bekanntesten Paläste, der auch einen geheimen Garten beinhaltet. Da der Garten nur mit einer Tour zu besichtigen ist und die letzte englischsprachige um 15:30 beginnt, war mir klar, dass ich dafür zu spät war, aber ich wollte mir von außen ein Bild machen und außerdem das Viertel drum herum anschauen, in dem es viele traditionelle Holzhäuser gibt.

Das U-Bahn-System ist gut durchdacht und gut ausgeschildert, es befördert jährlich ca. 2,5 Milliarden Fahrgäste und ist damit eines der am stärksten in Anspruch genommenen Metronetze der Welt. Es besteht aus neun Linien, die an verschiedenen Punkten miteinander verbunden sind. Als ich mich am Bahnsteig orientierte, sprach mich ein Herr an, der fragte, ob ich Hilfe benötigte. Es stellte sich heraus, dass er bereits einige Male in Deutschland als Arzt hospitiert hatte. Er erklärte mir, wo ich hin muss, wobei das mit Hilfe der Netzkarten, die überall hängen, auch einfach zu finden gewesen wäre. Trotzdem war es natürlich schön, alles erklärt zu bekommen. Außerdem haben wir uns ein wenig unterhalten, bei solchen Gesprächen erfährt man immer eine Menge über Land und Leute. Ein netter Einstieg in diese Stadt, in der ich viele freundliche Menschen getroffen habe.

Leider hatte es sich ziemlich eingeregnet. Changdeokgung, mein Ziel, war wie erwartet schon geschlossen, sah aber trotz Regen von außen hübsch aus.

Changdeokgung, Seoul

Der geheime Garten (huwon, secret garden) ist nur mit guided tour zu besichtigen, die englischen sind um 11:30, 13:30, 14:30 und 15:30 Uhr und kosten 5.000 Won. Den Palast selbst kann man für 3.000 Won mit Tour oder auf eigene Faust besichtigen, er schließt im April um 17 Uhr.

Ich bin weiter durch den Regen an interessanten Restaurants vorbei (es war noch zu früh, ich hatte noch keinen Hunger) gebummelt und kam irgendwann nach Insadong, eine Straße bzw. ein Gebiet, das für Kultur und Kunsthandwerk bekannt ist. Traditionelle Kleidung, Tees, Keramik, Papierwaren, Küchenutensilien und Geschirr, Eis und Snacks, alles was das Herz begehrt. Es gibt auch eine Touristeninformation dort sowie einige Restaurants.

Insadong

Da es so regnete, bin ich in einem Shoppingcenter gelandet, das einen offenen Innenhof hatte, um den sich in mehreren Etagen viele Läden reihten. Ich fand es schön, Leute zu beobachen. Man findet dort Snacks und Kunsthandwerk. Ich habe mir eine Spieluhr gekauft, die dort individuell zusammen gebaut wird und bei meinen Reisemitbringseln hier zu sehen ist.

Langsam wurde es dämrig und Zeit fürs Abendessen. Die Auswahl in Insadong war riesig, vom klassischen koreanischen Barbecue über Teigtaschen, Bibimbap, ausländische Restaurants, es gibt alles. Bei dem starken Regen hatte ich auf die berühmten Food-Nachtmärkte (ich war schon so oft in Asien und kenne eine Menge davon - wer das erste Mal da ist, sieht das sicher anders) keine Lust und suchte mir etwas drinnen. Mehr durch Zufall bin ich in einem Buffetrestaurant im Keller der CJmall gelandet, das mich entfernt an das Eataly in Turin erinnerte: Traditionelle und typische koreanische Produkte werden verkauft, ich sah erst den kleinen Shop, daraus wird dann wenn man ein paar Stufen weiter runtergeht, in einem großen Areal frisch gekocht. Es gibt verschiedene Stationen, an denen gegrillt oder genudelt wird, es gibt Vorspeisen, Salate, Smoothies, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Teigtaschen, Gemüse und Desserts und Gebäck, eine wirklich riesengroße Auswahl. Das Season's Market (Slogan "from farm to table", der Rest auf der Visitenkarte ist koreanisch, eine Website konnte ich nicht finden) war super gut besucht, Familien, Pärchen, Freundesgruppen, ich war die einzige Langnase dort.



Ich habe von fast allem probiert. Dazu ein Bier und später ein Kräutertee. Es war sehr vielseitig und eine geniale Möglichkeit, in der kurzen Zeit, die ich hatte, viel von der koreanischen Küche mitzukriegen.

Von dort bin ich als Verdauungsspaziergang quasi in Richtung Süden gelaufen, bis ich an der Seoul City Hall war. Es gab viel zu sehen, von einem Giordano-Laden, in dem ich ein T-Shirt kaufte über Cheonggyecheon, ein Stadterneuerungsprojekt auf dem Gelände eines Flusses, der früher eine Schnellstraße war, bis hin zu modernen Wolkenkratzern. Von der Ciy Hall bin ich mit der Metro zurück ins Hotel.

Da ich nicht allzu früh ins Bett wollte und mich außerdem das Nachtleben reizte, bin ich (nach einer Pause im Hotelzummer, um die Daheimgebliebenen über meinen Tag zu informieren) in einen der Clubs. Davon gibt es in Gangnam ja eine ganze Menge. Die meisten erinnern sich wahrscheinlich an Psy mit dem K-Pop Hit Gangnam Style, der 2012 die Hitparaden eroberte. In dem Lied geht es um die koreanische Jugend und den luxuriösen Lebensstil, der im Bezirk Gangnam typisch ist. Wenn ich schon dort war, wollte ich das einmal auskosten!

Ich habe mich für den Club Octagon entschieden. Das Hinkommen war nicht so einfach, da es stark regnete und man im Hotel meinte, dass keine Taxis zu kriegen seien. Ich bin dann einfach auf die Straße raus und habe ein Taxi angehalten, was kein Problem war. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob dem älteren Taxifahrer klar war, wo ich hin wollte, da ich ja kein Koreanisch kann und meine Aussprache sicher nicht korrekt war. Ich hatte den Namen des Clubs auf einen Zettel geschrieben, wobei das Abmalen der koreanischen Buchstaben auch nicht ganz einfach und leserlich war. Aber irgendwie hat es geklappt und für umgerechnet knapp 4 Euro fürs Taxi war ich dort. Der Eintritt kostete 30.000 Won, ein Getränk ist inklusive.



Innen drin wird, wie in Asien öfter, kräftig geraucht. Es gibt mehrere Etagen und mehrere Räume, in denen DJs und internationale Gast-DJs Musik auflegen und Menschen tanzen. Die Soundanlage ist klasse, außerdem hat mir die Lichtmaschine gefallen. Die Musik war gut tanzbar, die Tanzfläche relativ voll, aber ein Plätzchen habe ich gefunden.

Alleine ist das natürlich alles nicht so spannend, aber man kann schnell andere Menschen kennen lernen, wenn man möchte, denke ich, wobei Gespräche bei der Lautstärke fast nicht möglich sind. Nach allzu viel Kontakt war mir nicht, ich habe getanzt (was nach dem reichlichen Abendessen echt gut tat) und meinen Gratis-Drink (aus Versehen Jägermeister mit Red Bull, eigentlich nicht so ganz mein Geschmack) getrunken. Mir sind eine Menge Ausländer aufgefallen, aber natürlich auch sehr viele meist junge Koreaner und Koreanerinnen, die tanzten oder in Gruppen Tische reserviert hatten und dort auch viel tranken.

Irgendwann habe ich dann ein Taxi genommen und bin zurück ins Hotel. In Gangnam war so mitten in der Nacht wirklich noch etwas los.

Dies ist Teil meines Berichts über mein Wochenende in Seoul. Allgemeine Informationen dazu und Links auf die anderen Tage finden sich hier

Kommentare:

  1. Hallo Barbara,
    toller Artikel. Wir fliegen dieses Jahr nach Seoul, Süd Korea. Bin schon sehr gespannt was mich erwartet. Erstaunt hat mich, dass man in dem Club rauchen durfte. Dachte das in Räumen und an öffentlichen Plätzen Rauchverbot herrscht. Da habe ich mich wohl geirrt. :)

    Liebe Grüße
    Peggy

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    Antworten
    1. Hallo Peggy,
      ich hatte Dir schon mal geantwortet, aber irgendwie stimmt zurzeit mit den Kommentaren irgendetwas nicht; der Kommentar fehlt. Schön, dass Ihr Euch auch für Südkorea entschieden habt; das ist glaube ich ein sehr interessantes Land. Seoul jedenfalls fand ich sehr schön. Das mit dem Rauchen hat mich gar nicht gewundert; ich kenne das aus anderen asiatischen Städten viel mehr. Ich weiß echt nicht, ob Rauchen in Seoul verboten ist; als Nichtraucher achte ich da nicht so drauf, nur in dem Club fiel es mir auf. Genießt Eure Reise!
      Liebe Grüße
      Barbara

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Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

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