Dienstag, 15. November 2016

Kurzreise nach Kutaissi, Georgien

Seit Ende September fliegt Wizz Air von Deutschland nach Kutaissi in Georgien, u.a. von Memmingen aus zweimal wöchentlich. Der Flug dauert zwischen 3 und 4 Stunden. Ich kannte Georgien nur aus Büchern, Dokumentationsfilmen und vom Drüberfliegen, also habe ich zugeschlagen und ohne groß nachzudenken für 41,68 Euro ein Flugticket gekauft. Der Flug ging Freitag nachmittags los und ich bin am Montag zurück gekommen. Also ein langes Wochenende für einen ersten Eindruck. Mir hat es super gefallen: Eine längere Reise wird sicher folgen.

Hier meine einzelnen Beiträge (teils noch nicht online, ich arbeite noch dran):

Die Stadt Kutaissi wird oft auch Kutaisi geschrieben, auf georgisch heißt sie ქუთაისი. Sie ist die zweitgrößte Stadt des Landes und beherbergt seit 2012 das neue Parlamentsgebäude Georgiens, das allerdings nicht genutzt wird. Kutaissi hat 200.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Region Imeretien. Vor knapp 3.000 Jahren war hier die Hauptstadt des antiken Königreichs der Kolchis, dem legendären Land des Goldenen Vlieses. Jäger und Sammler bewohnten bereits vor Jahrtausenden die Region; Weinanbau ist bis 5.000 v.Chr. nachvollziehbar, das gab's also lange vor den alten Römern.

Bagrati-Kathedrale, Kutaissi

Es gibt zwei UNESCO-Welterbestätten in bzw. um Kutaissi: Hier auf dem Foto die renovierte Bagrati-Kathedrale, die man von der Stadt aus gut sehen und erlaufen kann, außerdem etwas außerhalb die Gelati-Klosteranlage, die ich am Sonntag besucht habe. Neben alten Steinen locken ein ursprüngliches Land, eine traumhaft schöne Natur mit guter touristischer Infrastruktur sowie freundliche Menschen, wärmeres Wetter, neue Erfahrungen und eine ausgezeichnete Küche.

Ich bin wie letztes Mal mit kleinem Handgepäck geflogen und habe mir ein paar Tage vor Abflug noch den sog. Priority Check-in dazu gekauft, der ein weiteres Handgepäck (bei mir eine Handtasche; Laptoptasche würde auch gehen) beinhaltet. Für Hin- und Rückflug hat mich das weitere 10,- Euro gekostet. Das nächste Mal verzichte ich evtl. darauf; eine kleine Tasche kriege ich auch im Rucksack unter. Da in Deutschland Schneewetter war, bin ich mit einer dicken Winterjacke geflogen, die dann aber die ganze Zeit im Hotel hing. In Georgien vor Ort waren 20°C, da reichte eine leichte Jacke.

Kutaissi von oben

Das Klima in Georgien ist subtropisch kontinental; das Schwarze Meer wärmt und der Kaukasus schützt vor eisiger Luft aus dem Norden. Georgien ist ungefähr so groß wie Bayern und hat 3,7 Mio. Einwohner. Der große und der kleine Kaukasus, die man übrigens gut sehen kann, sind natürliche Grenzen des Landes im Norden und Süden, westlich liegt das Schwarze Meer. Im Norden grenzt Russland an Georgien, im Osten Aserbaidschan, im Süden die Türkei und Armenien. Die Landesteile Abchasien und Südossetien am Rande Georgiens gelten als abtrünnig, sie werden von Russland und wenigen weiteren Staaten als souverän anerkannt und sind nicht sicher zu bereisen, hierfür gibt es Reisewarnungen aber man kommt da auch nicht aus Versehen hin!

Georgien selbst zählt zu den sicheren Reiseländern - bis auf den etwas abenteuerlichen und auch relativ gefährlichen Straßenverkehr. Gängige Fremdsprachen sind Russisch, Englisch und Deutsch, mit Zeichensprache und einem Lächeln kommt man auch weiter. Religion: Traditionell ist man georgisch orthodox. Seit 1991 ist das Land unabhängig, nach der Auflösung der Sowjetunion. Georgien heißt übrigens in der Landessprache საქართველო, Sakartwelo, das hört man ab und zu. Und das hier ist die Flagge.



Tipps für eine (Kurz-)Reise nach Georgien


  • Die Zeitverschiebung beträgt während unserer Winterzeit 3 Stunden (Uhr vorstellen). Da man in Georgien eher länger schläft, Frühstück im Hotel meist ab 8 Uhr serviert wird und die meisten Geschäfte erst um 10 Uhr öffnen, sind es gefühlt eher weniger. 
  • Der Hinflug mit Wizzair ab Memmingen war 3:15 Std. unterwegs, der Rückflug dauerte 4 Stunden. Beim Rückflug musste ich mal aufstehen und mich bewegen, weil ich die Sitze für die doch relativ lange Strecke nicht so bequem fand. 
  • Man kann als Deutscher mit dem Personalausweis einreisen. Wenn man seinen Reisepass vorzeigt, bekommt man einen Einreisestempel.  
  • Wer nur kurz da ist und sich vor allem Kutaissi anschauen möchte, man kann mit dem Bus in die Stadt fahren; ich habe mich vom Hoteleigentümer abholen und bringen lassen (je Strecke 25 Lari in einem neuen Touareg, das Busticket kostet 5 Lari pro Person). Er hat auch einen Tagesausflug am Sonntag für mich organisiert. Es gibt ein Linienbusnetz und Minibusse.  
  • Die typischen Hotelbuchungsportale oder deutsche Reiseveranstalter haben (noch) keine große Auswahl an Hotels, auch die üblichen Ketten sind in Kutaissi nicht vertreten. Man kann übers Internet suchen, ich habe über booking.com gebucht.
  • Steckdosen sind die gleichen wie bei uns, 220 V. Man braucht keinen Adapter.
  • Die georgische Küche ist eine der besten der Welt, das Essen und der Wein sind berühmt. Einer der Gründe für mich, da wirklich hin zu fahren, war, georgische Spezilitäten im Land zu essen. Wer Auberginen, Walnüsse oder gefüllte Teigtaschen mag, fühlt sich in Georgien wie im Himmel! Chatschapuri heißt das gefüllte Brot mit Käse, Chinkali die Teigtaschen, Tqemali eine Würzsauce mit kleinen Pflaumen.
  • Das Trinkwasser sollte man nicht trinken, auch bei Salaten o.ä. sollte man aufpassen, vor allem bei so kurzen Reisen. Ich habe mir nichts geholt, weiß aber von anderen, dass sie mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatten. Sicherheitshalber Medikamente dagegen einpacken.
  • Die georgische Landeswährung heißt Georgischer Lari (GEL). Man kann mit Kreditkarte und den meisten EC-Karten an Geldautomaten Geld ziehen, außerdem gibt es Wechselstuben. Am Flughafen soll es einen Geldautomaten geben, den ich allerdings nicht gefunden habe. Eine Wechselstube am Flughafen war auch spät abends geöffnet, die einen guten Kurs bot und vor dem Rückflug auch zurückwechselte, sogar Münzen! Für 1 EUR bekommt man derzeit ca. 2,70 GEL. 10 Lari entsprechen ca. 3,70 Euro.
  • Auch Sonntags kann man einkaufen, viele Geschäfte sind täglich bis 22 Uhr geöffnet, manche kleine Läden auch noch nach Mitternacht. Da kann man z.B. Wasser oder eine Kleinigkeit zu essen kaufen.
  • Man kann auch Autos mieten, am Flughafen gibt es einen Sixt-Schalter. Ans Autofahren dort muss man sich gewöhnen, es ist nicht vergleichbar mit hier. Überholen bei Gegenverkehr, Rinder und Schweine auf der Fahrbahn, hohes Unfallrisiko. Ich würde darauf achten, ein größeres sicheres Fahrzeug zu nehmen. Wer so kurz dort ist wie ich es war und es etwas stressfrei will, mietet sich ein Auto samt Fahrer. Das ist absolut bezahlbar! 
  • Ich hatte mir den aktuellen Reiseführer Georgien aus dem Reise Know-How Verlag von Marlies Kriegenherdt gekauft. Für so eine kurze Reise kommt man auch ohne, nur mit Internet-Recherche aus, aber ich lese gerne noch etwas über die Hintergründe, daher war das für mich optimal. Das Buch ist gut recherchiert und liefert viele Informationen und gute Tipps.  
  • Es gibt eine Touristeninformation am Stadtpark, daher stammt mein Stadtplan mit Infos, auf dem folgenden Foto zweiter von links. Die Mitarbeiter dort waren sympathisch und geben Tipps. Online findet man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten hier.
  • Es gab immer mal wieder freies WLAN. Mit meinem Vodafone-Tarif hätte Internet pro Tag 5,99 Euro gekostet. Bei der Einreise drückte mir jemand eine kostenlose SIM-Karte in die Hand, die ist auf dem Foto unten, Start pack Tourist genannt. Keine Ahnung, wie viel man damit surfen oder telefonieren kann, ein wenig geht wohl.   
  • Wenn mir noch was einfällt, ergänze ich.
Georgien - Reiseführer, Broschüren usw.

Zum Weiterlesen


Auch andere deutschsprachige Blogger waren schon in Georgien. Hier einige Links zu Reiseberichten zu Georgien:



Und hier nochmal meine einzelnen Beiträge als Links:

Georgisches Geld

Kommentare:

  1. Nachtfahrten sind absolut zu vermeiden! Ansonsten ein sehr spannendes Reiseland das man wärmstens empfehlen kann! Marion

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    1. Auch das Fahren tagsüber fand ich teilweise haarig, da braucht man viele PS, um auch mal schnell beschleunigen zu können...
      Wir haben einen Unfall gesehen, der kurz zuvor passiert sein muss, d.h. auch die Einheimischen haben das Überholen im Dorf auf einer zweispurigen Fahrt mit Gegenverkehr nicht immer im Griff. Manchmal wird's da doch eng; und eins der Autos lag dann auf dem Dach im Straßengraben.

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  2. Das klingt enorm nachahmenswert.Muss ich mal im Hinterkopf behalten...

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    1. Georgien ist so nah und mit dem günstigen Flug echt erschwinglich. Fahr' da mal hin! :-)

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  3. Moin,
    das ist eine sehr coole Idee eines der schönsten und fruchtbarsten Länder Europas zu besuchen. Doch schade, dass Du nicht dem Geheimnis der Naturweine, der Orange Weine von Georgien auf die Spur gegangen bist. Da gibt es ganz besondere Weine zu verkosten. Das will ich unbedingt mal machen. Danke für die Anregung via Memmingen zu fliegen.
    Servus aus München,
    Götz

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  4. Moin Götz,
    in 2 Tagen ist auch für mich Turbo-Reisenden nicht alles machbar: Eine Tour in die Weingebiete Georgiens ist sicherlich super, aber dafür war erstens die Zeit zu kurz und zweitens würde ich das eher zur Zeit der Weinlese mchen; jetzt im November war das zu spät. Die Weinherstellung ist ja ganz speziell und älter als anderswo; da findet man inzwischen super Berichte. Und das schöne: Georgien ist nicht groß, das ist alles nicht weit. Vielleicht finde ich das nächste Mal Zeit, das genauer anzuschauen, diesmal musste das Wein trinken reichen.
    VG Barbara

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Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

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