Sonntag, 9. Juni 2019

Ockerfelsen von Roussillon

Als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet, ist Roussillon definitiv einen Besuch wert. Es liegt im Luberon, ungefähr zwischen Gordes und Apt. Der Luberon ist bekannt für seine schöne Landschaft: Als Naturpark geschützt, findet man hier duftende Lavendelfelder, Weinberge, Olivenhaine, malerische Bergdörfer und schöne Wanderwege. Roussillon ist ein nettes Dörfchen, in dem sich Künstler angesiedelt haben und das im Sommer voll mit Touristen werden kann. Besonders gut gefallen haben mir die Ockerfelsen, durch die man stundenlang spazieren kann.

Die ockerhaltige farbige Erde wird als Rohstoff bei der Herstellung von natürlichen Farben verwendet. Es ist belegt, dass hier bereits zur Römerzeit ein Dorf war und dass damals bereits Ocker abgebaut wurde. Die Ockersteinbrüche wurden jahrhundertelang genutzt; in der Antike und im Mittelalter waren die Ockertöne nicht nur in der Kunst sehr beliebt. Heute wird Ocker künstlich aus Eisenoxidfarben hergestell. Seit 1930 wird in Roussillon kein Ocker mehr abgebaut, es gibt aber einen Ockerlehrpfad und eine Farbenfabrik, die man besichtigen kann. Ich mochte das Wandern und Klettern innerhalb der Felsformationen!

Roussillon (Provence)

Das Dia stammt aus den 1990er Jahren (ca. 1993 oder 1994, schätze ich) und ist eingescannt.

Die Provence im Süden Frankreichs hat viele schöne Ecken, der Luberon und die Ockerfelsen von Roussillon sind eine davon. Wenn man von hier weiter nach Gordes fährt, gelangt man nach fünf weiteren Minuten zum Zisterzienserkloster Notre-Dame de Sénanque, dessen romanischer Baustil besonders gut zur Geltung kommt, wenn der davor angebaute Lavendel blüht.

Sonntag, 2. Juni 2019

Nachts im Flughafen

Mein heutiges Foto der Woche ist wieder eins, das mit der analogen Spiegelreflex geschossen wurde und das ich eingescannt habe. Es stammt von Anfang 2002 und zeigt mich ziemlich übermüdet früh morgens am Flughafen von Kuala Lumpur. Fotos von Flughäfen mitten in der Nacht habe ich einige...

Dass es dunkel ist, erkennt man zum einen daran, dass es relativ leer ist, zum zweiten an den Fenstern nach draußen. Wir haben den Flug vor Ort in KL organisiert und flogen von hier nach Chiang Mai, um dann Thailand von Norden nach Süden zu bereisen. Da wir um die Zeit von Chinesisch Neujahr unterwegs waren, war es damals schwierig, bezahlbare Flüge zu kriegen. Daher mussten wir von der Uhrzeit her nehmen, was es an Flügen gab. Ich hatte erst überlegt, von Kuala Lumpur nach Bangkok zu fliegen, aber der Flug nach Chiang Mai kostete genauso viel und brachte uns gleich einiges weiter.

Barbara am Flughafen von Kuala Lumpur 2002

Anfang 2002 haben wir eine Reise auf eigene Faust von Singapur über Malaysia nach Thailand gemacht. Hin- und Rückflug nach Singapur und die ersten Nächte in Singapur hatte ich vorab gebucht, den Rest organisierten wir vor Ort und spontan.

Wir waren damals mit einem Reise-Rucksack und dem kleinen schwedischen Handgepäckrucksack, den man auf dem Foto erkennt, unterwegs. Mein großer Rucksack wog glaube ich nur ca. 7 kg, ein paar Klamotten kamen unterwegs noch dazu. In der Region braucht man nicht viel Kleidung; ich hatte für Flüge, Bahn-, Schiff- und Busfahrten die Jeans und einen Pulli, wegen der Klimaanlagen. Das schwerste waren glaube ich die Reiseführer, weil ich mich während der Reise einlas und wir teils auch nach den Tipps in den Reiseführern Unterkünfte auswählten. So hatte ich für Malaysia und Singapur jeweils einen Reiseführer für Sightseeing und Kultur und einen für die Reisetipps; für Thailand das gleiche nochmal, also vier dicke Wälzer insgesamt. Heute ist man mit vielen digitalen Informationen leichter unterwegs.

Wir hatten damals ca. 3 Wochen Zeit, von Singapur ging es mit Bussen nach KL (zu Fuß über die Grenze, Umsteigen in JB), von dort mit dem Flugzeug nach Chiang Mai, von dort mit der Bahn über Nacht nach Bangkok, von dort mit dem Flieger (eine Boeing 747 für die kurze Strecke!) nach Phuket und von dort dann weiter mit dem Flugzeug nach Singapur. Eine interessante Reise mit viel Zeit an den einzelnen Orten und mit Muse, auszuruhen, sich zu bewegen und viel anzuschauen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Abendspaziergang durch Eisenberg (Thüringen)

Ich lasse mich gerne von den braunen Schildern an der Autobahn leiten, die offiziell "Touristische Unterrichtungstafeln" heißen. Diese Schilder gibt es seit Jahrzehnten, auch international: In Frankreich sind sie mir schon früher aufgefallen, da gab es sie seit den 1970ern, in Deutschland wurden die ersten Mitte der 1980er aufgestellt. Die Entscheidung darüber, welche Sehenswürdigkeit ein Schild verdient, ist Ländersache, die Vorschläge dazu kommen von den Kommunen.

Meist sind die Ziele nicht weiter als 10 km von der Autobahnausfahrt entfernt und eignen sich daher auch für einen spontanen Spaziergang. Ich lasse mich gerne davon inspirieren, wenn ich lange unterwegs bin und mein Körper etwas frische Luft und Bewegung möchte. So auch diesmal, als meine Smartwatch abends meinte, die knapp 2.500 Schritte seien doch etwas wenig und das braune Schild für die Schlosskirche Eisenberg auftauchte. Eisenberg liegt sehr nah an der Autobahn, es ist also kein großer Umweg. Der Weg in die Altstadt und zur Schlosskirche sind gut beschildert.

Innenstadt von Eisenberg (Thüringen)

Eisenberg hat eine lange Geschichte; seit der Steinzeit lassen sich Siedlungen nachweisen. Prägend für die heutige Bausubstanz war u.a. das Ende des 17. Jahrhunderts, als Eisenberg durch Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg zur Residenzstadt wurde. Er ließ das Schloss Christiansburg und an der Ostseite des Schlosses die barocke Schlosskirche bauen.

Schlosskirche Eisenberg


Die Kirche ist hier links im Foto.

Eisenberg - Schlosskirche und Schloss Christiansburg

Die Schlosskirche gilt als die prunkvollste Barockkirche Thüringens und hat mich interessiert.

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Bund in Shanghai

Diesen Blick vom Bund aus auf die Skyline von Pudong kennt jeder. Inzwischen ist auch der Shanghai Tower fertig, der hier rechts noch als Baustelle in den Himmel ragt.

Ein Besuch hier ist nicht nur für ausländische Touristen und Geschäftsleute Pflicht, sondern auch für chinesische Touristen. Die Fotos, auf denen keine Menschen zu sehen sind, werden also direkt am Ufer oder früh morgens geschossen und zeigen eine Idylle, die nicht der Realität entspricht. In Wirklichkeit ist es am Bund immer voll und laut.

Shanghai - Blick vom Bund aus auf die Skyline von Pudong

Ich war das erste Mal 1990 hier, 2000 das nächste Mal und seitdem immer mal wieder. Vor der Expo 2010 wurde die international "The Bund"genannte Uferpromenade (das U wird im Englischen ähnlich wie ein A gesprochen, chinesisch Wàitān 外灘) neu gestaltet und verlängert. Der Bund liegt am westlichen Ufer des Huangpu-Flusses gegenüber von Pudong (was "östlich des Huangpu bedeutet) in Puxi (und das bedeutet logischerweise "westlich des Huangpu"). Ursprünglich wurde er von den Niederländern, die seit 1601 mit China Handel trieben, als Schutzwall gegen die Fluten des Flusses errichtet. Die Bezeichnung Bund bedeutet Kaimauer und ist etymologisch interessant: Englisch, persisch, indisch, malayisch/indonesisch - überall wird der Wortstamm benutzt, auch die diversen Städte mit Vornamen Bandar (im Iran) oder Banda (in Indonesien) gehen darauf zurück.

Von hier kann man die für das heutige Shanghai so außergewöhnliche Mischung von Alt und Neu am besten beobachten. Auf der Puxi-Seite am Bund findet man architektonische Juwelen der Kolonialzeit, aus der Zeit, als Shanghai schon einmal weltweit bekannt war, nämlich den 1920er- und 30er-Jahren. Auf der anderen Seite sind die futuristischen Wolkenkratzer des Stadtteils Pudong beeindruckend: Links gut zu erkennen der Oriental Pearl TV Tower. Nachts finde ich diesen Ausblick noch schöner. Davon und von der Puxi-Seite gibt's hier im Blog verteilt auch ein paar Fotos.

Sonntag, 19. Mai 2019

Landesgartenschaugelände in Kronach

In Deutschland finden ja regelmäßig Gartenschauen statt; Bundes- und Landesveranstaltungen. Im Jahr 2002 war das oberfränkische Kronach Gastgeber der Bayerischen Landesgartenschau, die unter dem Motto "Neue Ufer" stand. Früher war das Gebiet, wo sich die Flüsse Haßlach und Kronach mit der Rodach vereinen, durch Industrieanlagen geprägt und ein innerstädtischer Problembereich mit massiven Umweltproblemen.

Um die Landesgartenschau hier austragen zu können, wurden erst Betriebe umgesiedelt, dann Altlasten beseitigt und schließlich das Gelände umgestaltet. Diese Aktion war eine der größten Altlastensanierungen, die in Bayern je durchgeführt wurden.

Nach der erfolgreichen Landesgartenschau 2002 steht das Gelände heute allen Bewohnern und Besuchern Kronachs zur Verfügung. Die 14 Hektar große Parkanlage bietet viele Details und lädt zu Spaziergang, Nordic Walking (ausgeschilderte Routen), Wanderung oder einer Radtour ein. Ich bin gerne im Café Seebühne mit Biergarten, das mitten im Parkgelände unweit der Seebühne liegt und beliebt für eine Rast ist. Der Kronacher Landesgartenschau-Park ist auch heute noch Schauplatz vieler Aktionen und Konzerte.



Mein Foto der Woche zeigt eine Installation, deren Umfeld seit der Landesgartenschau renoviert wurde. Der Lampenschirm war kaputt und wurde repariert, aber die Betonsofas und der Fernseher sind original. Man hat von hier einen traumhaft schönen Blick auf die Festung Rosenberg.

Fernseher und Kronach gehören zusammen, seit die Produktion der Loewe-Fernsehgeräte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Kronach kam. Das Unternehmen wurde bereits 1923, dem Jahr der Einführung des Hörfunks in Deutschland, von den Brüdern David Ludwig Loewe und Siegmund Loewe gegründet, damals in Berlin. Loewe produziert mit seinen hochwertigen Geräten auch heute noch Hightech in Deutschland und ist damit einer der wenigen verbliebenen Fernsehhersteller mit Sitz in Europa. Leider ist das Unternehmen derzeit insolvent und alle hoffen, dass es irgendwie weiter geht.

Sonntag, 12. Mai 2019

Alte Steine in Rom

Rom ist eine meiner liebsten Städte - seit ich das erste Mal zu Schulzeiten dort war finde ich die Stadt faszinierend. Überall trifft man auf Denkmäler der Vergangenheit. Vor allem im Frühling ist Rom ein Traum, wenn es noch nicht allzu heiß ist.

Außerdem blüht alles und die Luft in der Großstadt ist angenehm. Ich mag es, ganz entspannt am Ufer des Tiber entlang zu schlendern. Da sieht man viel fühlingshaftes Grün. 

Interessant finde ich in Rom das Zusammentreffen von alt und neu - und zwar fast überall. Das Foto hier stammt aus dem jüdischen Viertel, nicht weit vom Portikus der Octavia entfernt.



In Rom war ich schon öfter, allerdings habe ich hier im Reiseblog noch nicht so viel darüber geschrieben (die Beiträge findet man am besten über die allgemeine Suche im Blog links oben oder hier), dafür findet sich ein Bericht in meinem Food-Blog. Das Foto oben ist Anfang Mai 2013 entstanden.

Sonntag, 5. Mai 2019

Die Kalksinterterrassen in Pamukkale, Türkei

Nachdem ich letzte Woche ein Foto aus der Nähe Dubrovniks gezeigt hatte, wollte ich diese Woche ein altes Dia von Dubrovnik 1987 veröffentlichen. Ich habe eine Weile auf dem Dachboden gesucht und einiges an Bildern durchforstet, allerdings keins gefunden. Die Fotos sind wohl in einem anderen Karton und das muss warten... Dafür fand ich einige andere von der damaligen Reise mit einem selbst ausgebauten VW-Bus über Land in die Türkei.

Roadtrip würde man Neudeutsch heute dazu sagen; früher war das die übliche Art, Urlaub zu machen: Man setzte sich ins Auto und fuhr einfach los. Wir hatten damals einen Reiseführer (mit viel Text und ein paar nicht sehr ansprechenden Schwarz-Weiß-Fotos) der Türkei dabei und eine Landkarte für die westliche Hälfte des Landes. Vom Osten der Türkei gab's damals in Deutschland keine Karten zu kaufen, aber der Atlas vermittelte das Bild, dass es dort Straßen gibt, und so war es dann auch. In der Türkei nutzt man seit 1929 die lateinische Schrift, so dass wir die Straßenschilder vor Ort problemlos lesen konnten (auf dem Hinweg in Griechenland war das oft ein Problem, da haben wir uns teilweise ganz schön heftig verfahren...) und auch ohne Navigationsgerät meist dort hin kamen wo wir hin wollten.

Barbara in einer der Kalksinterterrassen von Pamukkale, Türkei 1987

Nicht nur die vielen Sehenswürdigkeiten kultureller Art, sondern auch die Natur hat mich in der Türkei begeistert. Viel Zeit haben wir damals in Pamukkale verbracht. Pamukkale ist weltbekannt durch seine Kalksinterterrassen, die durch kalkhaltige Thermalquellen im Laufe der Jahrtausende entstanden sind. Beim Durchsickern des Kalkgesteins haben sie sich mit mineralischen Stoffen angereichert, die beim Abkühlen an der Erdoberfläche zu Kalksinter erstarren. Man darf seit 1996 nicht mehr wild baden, trotzdem wurde das gemacht, die Hotels vor Ort taten ihr übrigens, so dass das Areal vor ein paar Jahren gesperrt wurden, um es zu reinigen. Seit 1998 steht Pamukkale mit seinen Kalksinterterrassen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Wir waren 1987 dort und damals konnte man noch in den ca. 36°C warmen Becken planschen. Am Abend wurde es dann doch etwas kühl, jedenfalls habe ich mir auf dem Foto ein Handtuch umgehängt. Vom Tag gibt's übrigens einige Fotos bzw. Dias von mir, wie ich mich im Bikini in den Becken räkele - ohne das auf Instagram zu teilen; ich war also definitiv meiner Zeit voraus. ;-)

Beeindruckend fand ich auch die Ruinen des angrenzenden antiken Kurbads Hierapolis. Zur Zeit der Römer war dies Teil der römischen Provinz Asia und hier wurde die römische Badekultur zelebriert. Das Thermalwasser wurde damals schon wegen seiner heilenden Wirkung verehrt.