Dienstag, 24. Februar 2026

Tagesausflug nach Capri

Ich hatte mir vorab aus dem Internet Informationen und Fahrpläne über die Fähren bzw. Boote herausgesucht, die von Sorrent nach Capri fahren. Am einfachsten ist es aber, einfach zum Hafen zu gehen, etwas Zeit einzuplanen und vor Ort das Ticket zu kaufen. 

Die Firma mit der besseren Internetseite hatte seltenere Abfahrten, so dass wir doch spontan vor Ort eine Tour mit dem größeren Schiff gebucht haben. Wir sind mit der Fähre von Caremar um 09:25 Uhr hin und die Rückfahrt war um 18:40 Uhr. Gezahlt haben wir 70,60 EUR für 2 Personen für die Hin- und Rückfahrt. 

Caremar Fähre nach Capri im Hafen von Sorrent
Ich fand es total interessant zu sehen, welche Fahrzeuge aus der Fähre kamen. Da waren kleine Transporter dabei, die wohl Waren zwischen dem Festland und der Insel transportieren. Kleinwagen transportierten Einwohner von Capri nach Sorrent, damit diese irgendwo anders hin fahren können. 

Eine etwas überforderte Touristin mit einem Mietwagen kam vom Schiff und war glaube ich froh, wieder an Land zu sein. Eigentlich ist es für Nichtansässige nicht erlaubt, mit dem Auto auf die Insel zu fahren, aber ich glaube, in der Nebensaison gibt es Ausnahmen. Viele Motorräder und Motorroller sah man - damit hätte ich mich auch am wohlsten gefühlt, denke ich. Hier ein paar Fotos von der Fähre. 

Collage - Fotos der Caremar Fähre
Es gibt einen klimatisierten Bereich für die Passagiere, mit bequemen Sesseln. Man kann aber auch raus, frische Luft schnappen und die Gegend ohne Fenster dazwischen anschauen. Die Fahrt habe ich absolut genossen. Das Wetter passte, man sah fast bis nach Neapel, natürlich den Vesuv, und die ganze Küste von Sorrent aus bis zum Ende der Halbinsel - und dann natürlich Capri. 

Capri ist eine der bekanntesten Inseln der Welt! Entsprechend überfüllt ist es im Hochsommer und auch jetzt gab es einige Touristen vor Ort. Viele der Hotels und Pensionen sowie der Panorama-Sessellift oder die bekannte Blaue Grotte waren geschlossen, man sah überall Renovierungstätigkeiten, Putzaktionen, um die Insel für die Saison zu schmücken. In der Hauptsaison sollte man auf der Insel übernachten, wenn man alleine oder mit wenig Menschen unterwegs sein möchte. 

Blick auf Capri von der Fähre aus

Kurz nach uns kam die Fähre aus Neapel an, u.a. mit Kreuzfahrttouristen auf Tagesausflug. Sonst war es aber doch übersichtlich und wir waren z.B. ganz allein auf dem Gelände der Villa Jovis am nordöstlichen Zipfel der Insel. 

Inselrundfahrt mit dem Boot um Capri herum 

Da wir nur einen Tag hatten und ich nicht ganz fit war, wollten wir uns erst einen Überblick verschaffen und haben gleich am Hafen zwei Tickets für eine Inselrundfahrt gebucht. Das Boot fuhr einmal im Uhrzeigersinn um die Insel. Dabei wurde man mit vielen Informationen versorgt. 

Capri - Blick auf den Hafen
Das Foto ist vom Ausflugsboot aus geschossen, der Blick zurück zum Hafen. Man kann gut erkennen, wie steil die Insel ist. Dieser Berg teilt die Insel in zwei ungleiche Hälften Capri und Anacapri; dahinter und rechts davon liegt Anacapri, links ist der Capri-Teil.

Während die früheren Reisenden gerne Neapel oder Amalfi oder Sorrent einen Besuch abstatteten, war Capri lange Zeit kein Reiseziel. Man mochte diesen schroffen Felsen, diese raue Wildheit und Natur nicht so gerne. Erst die Entdeckung bzw. eher: die Vermarktung der Blauen Grotte durch den deutschen Dichter August Kopisch im Jahr 1826 sorgte dafür, dass Capri so bekannt wurde. Heute im Zeitalter der Influencer ist das nicht weniger geworden: Wenn man in Soziale Medien schaut, bekommt man das Gefühl, dass das Filmen in der Grotte und das Teilen während der Tour oder danach wichtiger ist als das Präsentsein und Genießen. - Für uns war das eh keine Option, im Winter ist die Grotte geschlossen. 

Das Ausflugsschiff war nicht ganz voll besetzt, aber doch gut besucht und man hörte unterschiedlichste Sprachen. Da es im Internet und in Reiseführern massig Fotos der Faraglioni gibt (die berühmten Wahrzeichen von Capri und eins der beliebtesten Fotomotive ganz Italiens!), habe ich mich dazu entschieden, hier ein Foto zu zeigen, das beweist, dass man beim Fotografieren nicht der einzige ist. 

Capri - Blick auf die Faraglioni vom Boot aus

Diese markanten Kalksteinfelsen entstanden durch Erosion. Der mittlere Felsen hat einen natürlichen Höhlendurchgang. Der Legende nach bringt es Glück, wenn man mit einem kleinen Boot durchfährt und sich küsst. - Da unser Boot darum herum fuhr, konnte ich das nicht testen. 

Ich fühlte mich trotzdem extrem glücklich darüber, dass ich diese Ausfahrt so genießen konnte. Das Wetter passte, ich habe nicht gefroren und war begeistert von den Ein- und Ausblicken.     

Capri - Blick auf den Eingang zur blauen Grotte vom Boot aus
Von der Ferne konnten wir den Eingang zur Blauen Grotte fotografieren. Wenn man das mit YouTube-Videos im Sommer vergleicht, wirkt es so menschenleer ganz anders. 

Spaziergang nach Capri und zur Villa Jovis

Im Winter ist die Standseilbahn (Funicolare) vom Hafen in die Inselhauptstadt Capri außer Betrieb, aber es fahren Busse. Wir haben uns entschieden, zu Fuß zu gehen. Die Wege führen bergauf; wir haben vor allem Einheimische gesehen, die sie genutzt haben. Man sieht eine Menge - natürlich im Rückblick das Meer, aber auch Häuser und Gärten. Es ist enorm, was im Februar alles blüht oder reif ist. 

Capri - Fußweg in die Stadt Capri
Der Fußweg nach Capri-Stadt ist ganz gut ausgeschildert, nur mit dem Einstieg haperte es ein wenig. Ich habe die Route mit meiner Uhr aufgezeichnet und teile unten den Link dazu auf Komoot. Insgesamt waren wir an dem Tag auf Capri fast 10 km wandernd, spazierend und flanierend unterwegs, in 6:15 Stunden. 

Die  Piazzetta bzw. Piazza Umberto I wurde früher als Salon Europas genannt, da sich hier in der Mitte des 20. Jahrhunderts der internationale Jetset und Hochadel getroffen haben. Es ging darum, zu sehen und gesehen zu werden auf engstem Raum, mit kleinen Cafés und ohne störende Autos. Bei dem jetzt doch etwas kühleren Wetter kann man sich das kaum vorstellen. 

Capri Piazetta mit Chiesa di Santo Stefano
Ein wenig entfernt an der Hauptstraße habe ich mir trotzdem ein Eis gegönnt und wir sind ein wenig durch die Gassen geschlendert. Es ist wirklich malerisch mit schönen Aus- und Einblicken. Der typische Tourist kauft sich nach dem Eis noch ein Paar Capri-Sandalen, die angeblich auch wirklich noch vor Ort handgefertigt waren. Die meisten Läden war geschlossen, aber in der ganzen Region findet man sie. Die Preise beginnen bei 150 EUR.

Wir sind Richtung Villa Jovis. Der Weg in nordöstlicher Richtung zum Monte Tiberio ist gut ausgeschildert und man braucht dafür ca. eine Stunde - je nachdem, wie oft man anhält und die Aussicht oder die Zitronen genießt. 

Capri - Ruinen Villa Jovis

Das Interessante an dieser Ruine ist, dass Kaiser Tiberius hier elf Jahre lebte und das Römische Reich von hier aus regierte. Die Villa Jovis ist die Ruine einer der größten kaiserlichen Villen des römischen Imperiums und bietet einen traumhaften Panoramablick auf den gesamten Golf von Neapel. Es gab dort Zisternen und Bäder und natürlich eine Menge Wirtschafts- und Wohnräume. In den 1930er Jahren hat man ausgegraben. 

Am Eingang gibt es einen Automaten, an dem man sich ein Ticket holt. Außer ein paar Bauarbeitern haben wir niemanden gesehen. Zwischendurch kamen weitere zwei Touristen. Man kann dort wirklich viel Zeit verbringen. Zum einen sind die Ruinen spannend, es gibt Mosaike, usw.   

Capri Villa Jovis - Ausblick auf die Halbinsel von Sorrent
Zum zweiten fand ich spannend, was es alles an Flora gab, und natürlich die ständigen Ausblicke aufs Meer und auf diese einmalige Kulturregion am Golf von Neapel. 

Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher zum Astarita Park gemacht. Die Parkanlage war uns auf dem Hinweg aufgefallen. 

Capri Collage Astarita Park


Es gibt dort einige Wege, ein paar Ziegen, viel Natur und ein paar in Felsen geschlagene Stufen und Aussichtsplattformen. Man kann sich kaum sattsehen! 

Und auch immer toll, sogar im Februar: Es riecht nach Mittelmeer.  

Capri Astarita Park


Nach einem letzten Blick auf unser Ausflugsboot vom Morgen (diesmal deutlich leerer) sind wir weiter zurück in die Stadt.

Capri - Blick vom Astarita Park aufs Meer mit Ausflugsboot

Auf dem Weg haben wir uns noch einen kleinen Imbiss und Wasser besorgt. Zeit für ein gemütliches Abendessen war leider nicht, da unsere Fähre fuhr. 

Die Wege auf Capri sind alle sehr eng. Es gibt spezielle Fahrzeuge, die ich sonst nirgendwo gesehen habe. Sie transportieren Güter, Müll oder als Spezial-Edition auch Menschen, quasi eine Art Minibus für ein bis zwei Passagiere. Hie reiner dieser Personenwägen. Man kann glaube ich gut erkennen, wie klein das Fahrzeug ist.  

Capri - kleines Auto an einer Wegekreuzung

Auf dem Rückweg nach Sorrent mit der Fähre war es dunkel. Ich fand eine Steckdose, um mein Smartphone aufzuladen. 

Und hier wie versprochen noch der Link zu der Route auf Komoot:  

Dies ist ein Artikel über meine Reise nach Neapel und an die Amalfiküste. Weitere Informationen und Links zu den anderen Tagen der Reise finden sich hier oder links über die Zeitleiste.   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. die IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu finden sich in der Datenschutzerklärung auf dem Blog und in der Datenschutzerklärung von Google.