Montag, 25. Dezember 2017

Chankanaab auf Cozumel, Mexiko

Ankunft am Hafen von Cozumel war für 10 Uhr geplant (Abfahrt um 18:30 Uhr), ab ca. 8 Uhr konnte man die Insel schon gut erkennen, auch die Kreuzfahrtschiffe, die vor uns ankamen. Ich finde es immer faszinierend, wie die großen Schiffe sich quasi hintereinander einreihen und in den Hafen fahren. An diesem Tag waren sechs Kreuzfahrtschiffe in Cozumel, allein vier davon von Carnival Cruises. Die Insel ist Touristen gewohnt und darauf eingerichtet.

Es gibt auf Cozumel zwei unterschiedliche Hafenanlagen. Die MSC Armonia lag heute am sog. International Pier, der sich südlich von der Stadt San Miguel befindet. Eine Woche später waren wir am nördlichen Pier in der Stadt. Innerhalb des Hafengeländes gibt es verschiedenste Shops und Bars, zum Teil auch am heutigen Weihnachtstag geöffnet. Auf dem Pier wird man noch einmal kontrolliert und muss alle Taschen öffnen; man darf nach Mexiko nichts vom Schiff zu essen an Land bringen!

MSC Armonia vor Cozumel an Weihnachten

Neben uns lagen noch zwei Schiffe von Carnival, vor allem mit amerikanischen Touristen an Bord.

Cozumel - Anfahrt auf International Pier

Am heutigen Weihnachtstag war nicht allzu viel los in den vielen Läden. Die Menschen verteilen sich und verlassen die Anlage oft schnell. Außerhalb gibt es weitere Shops, die meist billiger sind als die innerhalb der Hafenanlagen, in die man nur mit dem Kreuzfahrtticket darf.

Cozumel - Shops am International Pier

Für Cozumel werden vom Schiff aus verschiedene Ausflüge angeboten, allerdings ist es auch nicht schwer, selbst etwas zu organisieren oder nach dem Landgang noch einen Ausflug zu buchen. Für letzteres gibt es innerhalb der Hafenanlage neben den Shops Stände mit Prospekten. Wenn man die Hafenanlage verlässt, sind genügend Taxis da, so dass man auch spontan mit einem Taxifahrer eine Tour machen kann. Die meisten sprechen gutes Englisch und sind auf Kurzzeitgäste eingerichtet. Sie sind professionell und wissen, dass man rechtzeitig wieder am Hafen sein muss.

Cozumel - Infrastruktur nahe International Pier

Bei Taxifahrern habe ich folgende Preise erfragt: Vom International Pier ins Stadtzentrum 8 USD, nach Chankanaab 12 USD, 4 bis 5 Stunden über die ganze Insel 80 USD, an die Ost- und Südküste. Es macht keinen Unterschied, ob man direkt am Pier oder ein paar Straßen weiter ein Taxi nimmt, sie haben feste Preise. Man kann auch Mopeds mieten (45 USD) oder verschiedene Fahrzeuge, z.B. Jeeps ab 80 USD, inkl. Versicherung 95 USD (jeweils unverhandelt, ich habe nur gefragt und mir den erstgenannten Preis gemerkt). In der Nähe des Piers befindet sich eine Tankstelle, an der man die Fahrzeuge wieder auftanken kann; allerdings war dort nachmittags eine ziemliche Schlange.

In Cozumel kann man alles mit US-$ bezahlen, man braucht keine Pesos (Mex$) zu wechseln.

Cozumel - Shops nahe International Pier

Ich war schon öfter auf Cozumel und wollte etwas entspannen. Vor vielen Jahren bereits hatte ich Chankanaab das erste Mal besucht und es hatte mir super gefallen. Wir sind damals sogar mit wilden Delfinen geschwommen, die etwas außerhalb des Parks spielten. Ein beeindruckendes Erlebnis!

Chankanaab ist ein bekannter Nationalpark mit Meeresschutzgebiet und nur 5,5 km vom International Pier entfernt. Ich bin zu Fuß los in Richtung des Parks.

Cozumel - Discover Mexico Park

Die Strecke ist am Anfang neben der Straße auch mit Fahrrad- und Fußgängerweg gut ausgebaut und gut beschildert, später geht‘s nach rechts abbiegend der Küste entlang auf einer schmalen Straße ohne Gehweg, allerdings nicht sehr befahren. Oben sieht man den Discover Mexico Park, der das Land und seine Kultur, einschließlich eines Schokoladenmuseums näher bringt. Der Park ist oft Bestandteil der gebuchten Ausflüge, aber man kann vom Pier aus auch zu Fuß hin; das ist nicht so weit.

Auf dem Weg sieht man immer mal wieder das Meer und kann sich an Fauna und Flora erfreuen. Ich fand es beeindruckend, was in dieser Jahreszeit alles blüht und was es für große bunte Schmetterlinge gibt. Ein großer strahlend blauer Falter hat mich eine Zeitlang begleitet. Durch meinen schnellen Schritt habe ich auch mehrere Leguane verschreckt, die sich gesonnt hatten und erschrocken sind, dass da jemand anmarschiert kommt.

Cozumel - Straße nach Chankanaab

Irgendwann war mir die Strecke dann doch zu langweilig und zu weit und ich habe für den Rest der Strecke (ungefähr die Hälfte war ich gelaufen) ein Taxi genommen.

Chankanaab - Eingangsbereich

Chankanaab ist vielseitig und bietet viel touristische Infrastruktur. Tauchen, Zipline, knabbernde Fische für die Füße, Seelöwen, Delfine (ich mag es nicht, wenn Tiere eingesperrt werden und habe mir keine der Shows angeschaut), Manatees. Es waren viele Familien hier; auch für Kinder ist der Park ideal. Dass er nicht weit vom Hafen ist, erkennt man rechts am folgenden Bild, da sind die Carnival-Schiffe zu erkennen, die neben unserem Schiff am Pier lagen.

Chankanaab - Platz für Delfine und Manatees

Chankanaab besitzt eine Lagune, die durch einen unterirdischen Kanal mit dem offenen Meer verbunden ist, so dass Fische hier hinein- und wieder hinausschwimmen können. Um die Lagune herum gibt es Wege.

Chankanaab - Plan

Wenn man auf das Foto klickt, wird der Plan größer. Natürlich gibt es auch Shops und Restaurants sowie WCs, alles was der Tourist an einem Tag brauchen kann. Der Park schließt um 17 Uhr. Es ist kein Problem, von dort ein Taxi zurück zum Pier zu bekommen. Einige Eckdaten habe ich weiter unten gesammelt.

Gut gefällt mir ein üppig grüner Botanischer Garten mit Repliken archäologischer Mayafunde.

Chankanaab - Archäologischer Park

Pflanzen und Repliken sind beschildert und ein paar kamen mir bekannt vor; ich habe einige schon in Echt gesehen. Mir fiel auf, dass diesmal viele chinesische Touristen hier waren; einem älteren Ehepaar half ich bei einer großen Karte, sie wussten nicht, wo Cozumel liegt und ich habe es ihnen gezeigt und noch ein wenig geplaudert. Sie meinten, es gefalle ihnen gut hier, aber ins Wasser wollten sie nicht.

Chankanaab - Archäologischer Park mit Maya-Inschrift

Am Ende dieses archäologischen Pfads wurde es Mayadorf aufgebaut, in dem man erfährt, wie sie lebten und leben, u.a. dass auch die Maya eine Art Sauna nutzen. Man kann auch zuschauen, wie Tortillas hergestellt werden und kosten. Wer es gehaltvoller möchte, schaut sich Agaven an, geht etwas weiter (alles ist gut beschildert) ins Tequila Museum und probiert diesen.

Chankanaab - Mayadorf

Neben diesen Einrichtungen gibt es auch Umkleidekabinen und Schließfächer. Ich habe mich umgezogen und bin in Richtung Wasser. Am tollsten finde ich an Chankanaab nämlich das vorgelagerte Riff.

Chankanaab - ideal zum Schnorcheln

Man kann vom Liegestuhl (davon gibt es genügend, sie sind im Eintrittspreis inkludiert) ins Wasser, um am Riff zu schnorcheln, dann wieder zurück auf die Liege, um zu sonnenbaden. Und dann wieder ins Wasser zum Schnorcheln. Dann wieder auf die Liege. Dann wieder ins Wasser... Dann wieder sonnenbaden! Es gibt übrigens freies WLAN, d.h. man kann zwischendurch Freunde neidisch machen mit aktuellen Fotos. ;-)

Damit man sich keinen Sonnenbrand holt, kann man unter eine der Palapas. So heißen die strohgedeckten Sonnenschirme. Perfekt!

Chankanaab - Zugang zum Riff

Es war nicht allzu voll, nur wenige Leute, die schnorchelten.

Chankanaab - blauer Fisch im Wasser

Die Korallen haben zum Teil ihre Farbe verloren, aber die Fische zum Glück nicht. Es gibt kleine und auch welche, die sehr groß wirken, wenn sie auf einen zuschwimmen.

Chankanaab - Riff mit Fischen

Ich finde es einfach begeisternd, wie dreidimensional es dort ist. Auch wenn man lange im Wasser ist, wird es nicht kalt. Ich konnte mich kaum satt sehen! :-)

Chankanaab - Riff

Damit ich lange Zeit im Wasser schnorchelnd verbringen kann, trage ich ein UV-resistentes Shirt und eine dieser modernen Schnorchelmasken, die fast das gesamte Gesicht bedecken; man hat eine gute Sicht damit, finde ich, mehr Rundumblick als mit normalen Taucherbrillen. Ich hatte keine Flossen mit, daher bin ich nicht viel runtergetaucht. Wer mag, kann sich dort auch eine Ausrüstung oder Flossen leihen.

Chankanaab - Schnorcheln

Die Zeit verging und der Park wurde richtig leer. Langsam bin ich auch los und habe mich mit dem Taxi zurück in Richtung Hafen fahren lassen. Ein wenig bin ich noch durch die relativ leeren Shops gebummelt und dann zurück aufs Schiff. Hier noch ein Blick vom Balkon auf den Pier rechts und die Infrastruktur darum herum, weiter links Hotelanlagen.

Cozumel - International Pier

Wir legten übrigens später ab als geplant, da das Schiff noch auf das Zubringerboot vom Festland wartete. Einer der organisierten Ausflüge nach Tulum dauerte wohl länger als geplant; das Boot legte am kleinen Pier rechts an.

Hier wie versprochen ein paar Tipps für Cozumel und Chankanaab:

Chankanaab auf einen Blick

  • Der Park ist täglich geöffnet bis 17 Uhr
  • Eintritt: 21 USD pro Person, 14 USD für Kinder (man kann mit Kreditkarte bezahlen)
  • Eine Literflasche Wasser kostete 3 USD
  • Es gibt eine gute Infrastruktur, sauber, organisiert, gut beschildert. 
  • Die Taxifahrt zurück zum Schiff bis 17 Uhr organisiert der Park: Man gibt Bescheid wohin man möchte, ein Mitarbeiter des Parks teilt Taxis zu. Ich musste nicht warten. 
  • Die Fahrt dauerte knapp 10 Minuten.
  • Der Preis für die Fahrt vom International Pier und zurück ist fest, 12 USD pro Taxi.

Cozumel - Informationen und Tipps

  • Cozumel ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Kreuzfahrtziel und wird von den meisten Reedereien angefahren. Zudem gibt es Touristen, die dort Urlaub machen (ich selbst war früher für einige Tage dort, mir hatte das damals gut gefallen). Der Kreuzfahrttourismus bildet heute eines der Hauptstandbeine der Tourismusbranche, von der die Insel lebt.
  • Bekannt ist die drittgrößte mexikanische Insel für ihre Korallenriffe und Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten, über die Jacques Cousteau schon 1960 Filme gedreht hat. 
  • Cozumel ist 48 km lang und 16 km breit, die Fläche beträgt 477.961 qm. Damit ist Cozumel die größte mexikanische Karibikinsel. Sie ist der Halbinsel Yucatán vorgelagert. Cozumel ist nur 16 km von Playa del Carmen auf Yucatán entfernt, das gut mit dem Boot erreichbar ist. Dort kann man einen Stadtbummel machen und hat einen wunderbaren Sandstrand in türkisfarbenem Meer, nicht weit von der Bootsanlegestelle.
  • Die Hauptstadt der Insel Cozumel heißt San Miguel. Man landet hier, egal ob man mit Schiff oder Flugzeug anreist. Cozumel hat auch einen eigenen Flughafen. Amerikanische Kreuzfahrtschiffe bieten manchmal Ausflüge nach Chichén Itzá an, mit dem Flieger.
  • Die Insel hat eine lange Geschichte, von der u.a. Maya-Ruinen zeugen. Die Ruinen von San Gervasio im Zentrum der Insel sind die größten noch bestehenden auf Cozumel. Später kamen die Spanier und danach war die Insel Unterschlupf für Piraten.
  • Die Insel ist relativ flach, in der Mitte gibt es Regenwald, die Küste mit ihren traumhaft schönen Riffen steht unter Naturschutz. Im Osten ist es wilder, man kommt mit dem Auto hin und kann dort auch baden. Die Westküste Richtung Yucatán ist belebter, hier finden sich auch die meisten Hotels. Man kann bei San Miguel die Insel queren und über die Ostküste am Süden vorbei an der Westküste wieder hoch zurück zum Hafen. Dafür sollte man einen ganzen Tag einplanen, wenn man unterwegs etwas Zeit für Strand und Schnorcheln haben möchte. 
  • Man kommt mit Englisch und mit US-$ gut zurecht, kann auch an Geldautomaten (ATM) welche bekommen. Meine Kreditkarte wurde jedoch nach der Reise von meiner Bank vorsichtshalber gesperrt, da sie an einem Automaten kopiert worden war. Ich habe da einen Geldautomaten im Shopping Center nahe des Hafens in Verdacht, an dem ich Geld abgehoben habe, bin aber natürlich nicht sicher. Also: Aufpassen!

Dies ist Teil meines Berichts über unsere Kreuzfahrt in die Karibik ab Kuba mit der MSC Armonia. Allgemeine Informationen zu der Reise, Tipps und Links zu den anderen Tagen finden sich hier.

Kommentare:

  1. Liebe Barbara,
    nach Cozumel hatte ich es bei all den Mexiko Reisen nie geschafft. Ich werd es wohl nochmal nachholen müssen. Diese Taucherbrillen finde ich wirklich faszinierend!
    Ich finde es auch gut, dass Du auf das Schwimmen mit den Delfinen verzichtet hast, darüber denken die meisten leider nicht nach.
    Lg Miriam

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    1. Hallo Miriam,
      Cozumel lohnt sich, wenn man eh in Yucatán ist. Da würde ich jedes Mal wieder hin.
      Ja, Delfine, das ist bei vielen ohne Nachdenken sehr beliebt. Mir tun alle Tiere leid, die hinter Gittern leben müssen. Gerade hier in Cozumel sind wir mal mit wilden Delfinen geschwommen, die hin können, wo sie wollen und trotzdem in die Nähe der Schnorchler kamen, freiwillig. Das ist dann ein ganz anderes Erlebnis. Ganz tolle Tiere!
      Liebe Grüße
      Barbara

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  2. Liebe Barbara,
    danke für den schönen Bericht. Ein Tag in dem Park hört sich sehr erholsam an. Mit einer solchen Maske bin ich noch nie geschnorchelt; das will ich aber unbedingt einmal ausprobieren!
    LG Diana

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    1. Hallo Diana,
      danke für Deinen lieben Kommentar! So viel Erholung war es gar nicht, weil ich immer wieder raus zum Schnorcheln bin; ich konnte mich da gar nicht satt sehen... :-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Liebe Barbara,
    was für ein fantastischer Bericht. Ich danke dir für die vielen Infos. Ob ich es wohl mal nach Mexiko schaffe?
    Deine Taucherbrille gefällt mir übrigens besonders gut. :)

    Viele liebe Grüße
    Kathi

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    1. Hallo Kathi,
      ich kenne von Mexiko ja nur Yucátan, aber da könnte ich glaube ich mein ganzes Leben verbringen. Wirklich eine wunderschöne Region mit sehr freundlichen Menschen. Vielleicht schaffst Du es ja mal!
      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Deine Berichte wecken bei mir immer gleich das Fernweh. Mexiko ist echt superinteressant und ich könnte sofort losfahren. Glaubst Du, dass diese Tauchermasken auch für Kinder gut sind? VG, Nina

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    1. Ich glaube, für kleine Kinder sind sie nicht geeignet; da besteht wohl die Gefahr, dass sie nur die Luft atmen, die in der Maske ist statt sich frische von oben zu holen. Da hatte ich mal was gehört.

      Danke für das Kompliment! Fernweh bei so grauem nebligen Winterwetter kann ich echt nachvollziehen... Habe ich gerade auch wieder. :-)

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  5. Hallo Barbara,

    auch ich kann stundenlang im Wasser schweben und mir die Unterwasserwelt anschauen. Letztes Mal habe ich es leider übertrieben. Blaue Lippen und ein paar Tage später lag ich flach. Aber das war es wert... :-)

    LG Mario

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    1. Hallo Mario,
      das mit den blauen Lippen kenne ich! ;-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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