Donnerstag, 30. September 2021

Impressionen Q3 2021

Im Juli hatte ich Urlaub und war viel unterwegs, so dass ich die Foto-Collage etwas vergrößere bzw. aufteile. Das erste Foto zeigt den Weißenstädter See im Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf im Hintergrund. Bei einer Wanderung im Frankenwald sind wir auf einen der Trekkingplätze gestoßen, die diesen Sommer gut gebucht sind. Danach bin ich wieder im Fichtelgebirge gewandert, schöne Fingerhüte am Wanderweg. In dem bekannten Mittelgebirge entspringen vier bedeutende Flüsse, die in vier Himmelsrichtungen abfließen. Diesmal habe ich mir die Quellen der Naab und des Weißen Mains angeschaut. Bei Regen war ich auf dem Weißensteinturm nahe Stammbach im Frankenwald. Besonders ist das Gestein dort: Der Gipfel des Bergs und der Aussichtsturm bestehen aus rot-grünem Eklogit. Es regnete. Die nächste Besichtigung oben rechts war im Frankenwald: Bei Stadtsteinach kann man eine renovierte Schneidmühle besichtigen, außerdem gibt's eine Kunstmühle, die ich besichtigen durfte. Dort kaufe ich gerne mein Mehl.

Collage Instagram-Fotos Juli 2021

Wieder Regen - perfekt für einen Museumsbesuch wie das Erika Fuchs Haus in Schwarzenbach/Saale! Das Museum für Comic und Sprachkunst ist der Übersetzerin der Disney-Comics gewidmet und lohnt einen Besuch. Daneben: Das 500. Konzert von The Echos habe ich im Schönen Hof der Plassenburg in Kulmbach erlebt, der für seine gute Akustik bekannt ist. Open Air. Das Wetter wurde wieder besser, zuhause blüht der Lavendel und es gab Madeleines. Danach ging's für vier Tage auf Rundtour durch Sachsen, Polen und Tschechien. Seit langem wollte ich mir das Haus Schminke in Löbau anschauen, eines der bedeutendsten Bauwerke der klassischen Moderne. Übernachtet habe ich in Görlitz, davon das letzte Foto. 

Nochmal Juli, ausnahmsweise, weil ich so viel erleben durfte: Auf dem Weg nach Osten wurde es wärmer und es gibt viel zu sehen. Ausgestiegen bin ich in Legnica (Liegnitz), hier ein Foto der Bürgermietshäuser, die Heringsbuden genannt werden. Auffällig die Bogengänge. Außerdem kleine Orte, oft mit Störchen und idyllisch wie hier Środa Śląska (Neumarkt in Schlesien). Mein Tagesziel Wrocław bzw. Breslau hat mir auch super gefallen, hier der Rynek genannte Marktplatz mit Rathaus. Vorbild der Jahrhunderthalle von Breslau war das Pantheon in Rom. Als Pionierleistung des Stahlbetonbaus und der modernen Architektur gehört sie zum Welterbe, hier mit Iglica (Nadel). Die Friedenskirche von Świdnica (Schweidnitz) ist die größte Fachwerkkirche Europas. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 entstanden drei evangelische Kirchen ohne Steine in einer Bauzeit von weniger als einem Jahr. Außen Fachwerk, innen Barock.

Collage Instagram-Fotos Juli 2021 - Teil 2


Montag, 23. August 2021

Faszinierende Flüsse & Flusslandschaften in Deutschland: Der Main

Mögt Ihr Flüsse?! - Ich habe mich früher wenig dafür interessiert und kann mich erst seit einigen Jahren dafür begeistern. Spannend finde ich nämlich, wie Flüsse früher - als es noch keine Autobahnen gab - Menschen verbunden haben. An Flüssen entstanden Städte. Ware und Menschen wurden auf Flüssen transportiert und heute gibt es Flusskreuzfahrten auf diesen klassischen Routen.

Meine Reiseblogger-Freundin Marion von Escape from Reality hat im Frühjahr nach Tipps rund um Rhein, Main, Mosel, Elbe & Co. gefragt. Daraus entstand der lange Artikel Alles im Fluss: Faszinierende Flüsse & Flusslandschaften in Deutschland. Ich hatte eine Zeitlang überlegt, worüber ich berichten möchte, und bin dann doch bei dem Fluss vor der Haustür gelandet, über den ich bereits ein wenig hier auf dem Blog habe. Von mir gibt's also etwas über die beiden Quellen des Mains und den Zusammenfluss bei Kulmbach.

Mainquelle - Quelle des Weißen Main

Im zweiten Corona-Jahr bieten sich kurze Ausflüge innerhalb Deutschlands an, und Flusslandschaften finde ich besonders faszinierend. Den Artikel kann ich daher jedem ans Herz legen.

Montag, 19. Juli 2021

Kleine Dreiländer-Rundtour nach Polen und Tschechien

Derzeit ist es ja nicht schlecht, wenn man flexibel ist: Die Corona-Situation ändert sich fast täglich und macht daher langfristige Planungen schwer. Die Einreisebedingungen in andere Länder und zurück nach Deutschland ändern sich genauso schnell. Da sind die guten alten Touren mit dem Auto praktisch. Heute sagt man Roadtrip, aber geändert hat sich nicht viel: Man überlegt sich grob eine Route und fährt los.

Während in den Niederlanden und einigen südlichen Reiseländern die Corona-Zahlen wieder steigen, sind sie in unseren östlichen Nachbarländern auf erfreulich niedrigem Niveau. Da ich vier freie Tage hatte, bin ich über die Oberlausitz nach Polen und Tschechien gefahren. Wer wie ich doppelt geimpft ist, darf derzeit ohne Test einreisen; für Tschechien füllt man ein Online-Formular aus.

Wrocław (Breslau) - Gemütlicher Spaziergang am Abend

Das Foto zeigt Wrocław (Breslau), das mir sehr gut gefallen hat. Bei 30°C und Sonne war es ein Traum, die Stadt zu erlaufen. Die Altstadt um den Ring (Stare Miasto) hat mich beeindruckt, aber ebenso das viele Wasser und die freundlichen Menschen.

Ich hatte meine Route grob mit Google Maps geplant (siehe unten) und mir auch bereits Hotels ausgesucht und ein paar Tage vor der Reise gebucht. Wichtig war mir eine gute Balance aus Sehenswürdigkeiten, Stadt und Natur - und es sollte nicht zu stressig sein. Hier meine Tour, beginnend ab Nordbayern:

  • Donnerstag 15.07.2021: Haus Schminke in Löbau, Spaziergang durch Görlitz
  • Freitag 16.07.2021: Stippvisite Legnica, Spaziergang durch Wrocław (Breslau)
  • Samstag 17.07.2021: Jahrhunderthalle und WuWA, Friedenskirche in Świdnica, Fahrt durchs Riesengebirge nach Turnov
  • Sonntag 18.07.2021: Burg Valdštejn im Böhmischen Paradies, Kutná Hora, Rückfahrt

Ich hatte Glück mit dem Wetter bzw. habe mir es so eingerichtet, dass es passte. Da es im Riesengebirge regnete, blieb ich länger in Wrocław und Świdnica und war nur kurz in Jelenia Góra. Erst wollte ich die Burg Valdštejn am Samstagnachmittag erwandern, wegen des Regens wurde es dann Sonntagvormittag. Da hatte ich strahlend blauen Himmel.

Wenn ich Zeit finde, suche ich ein paar Fotos raus und schreibe mehr über die einzelnen Stationen. Dann werde ich die Tage mit den Berichten verlinken. Auf Instagram hatte ich ein paar Fotos und Infos geteilt (hier klicken).

Kutná Hora - Dom der heiligen Barbara

Dieses Foto zeigt meine Kirche - ich heiße ja Barbara. ;-) Auf tschechisch Chrám svaté Barbory ist dieser faszinierend aussehende gotische Kirchenbau natürlich nicht mir, sondern der heiligen Barbara geweiht. Kutná Hora in Tschechien wurde durch Bergbau reich; die Altstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO.

Tipps für Polen und Tschechien: 

Samstag, 5. Juni 2021

Eine Woche Griechische Inseln: Blaue Reise zu Corona-Zeiten mit Mein Schiff 5

Nachdem ich im Jahr 2020 nur eine Reise im Februar unternommen hatte und der Rest des Jahres von Corona und Vorsicht geprägt war, wollte ich dieses Jahr - das Impfungen brachte - wieder etwas mehr von der Welt sehen. Langsam, vorsichtig, herantastend, mit Netz und doppeltem Boden. 

Manche Mutige waren auf eigene Faust unterwegs und ich kannte einen Fall, in dem ein schwieriger Krankenhausaufenthalt im Ausland fällig wurde, zwei andere mit Quarantäne und verfallenem Rückflug - alles sehr aufwändig und wenig erholsam. In Bayern durfte man ab 21. Mai wieder touristisch reisen, Quarantänepflichten für die Wiedereinreise nach Deutschland waren für die meisten Länder auch weggefallen. So war ich dankbar, als es erste Reisen gab, die komplett als Pauschalangebot mit Flug, Reise und mit Coronakonzept angeboten wurden. Ich habe lange überlegt, aber da das Wetter im Mai daheim so übel war, mich die Maßnahmen des Sicherheitskonzepts überzeugten und wir eine erste Impfung intus hatten, habe ich spontan 8 Tage vor Abflug eine dieser Blauen Reisen von TUI Cruises gebucht. 

Barbara mit Mein Schiff 5 - Blaue Reise Griechische Inseln - Kreta

Blau, weil nie klar war, wo die Reise denn hingehen sollte. Die allerersten Reisen der TUI Cruises bestanden, wenn ich das richtig mitbekommen habe, nur aus Hafen und Seetagen und Schauen auf Küsten und Inseln vom Schiff aus. Inzwischen ist das besser, man darf an Häfen anlegen. Landgänge sind weiterhin nur in der Gruppe möglich, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine sichere Travel Bubble quasi.

Montag, 31. Mai 2021

Rhodos: Tagesausflug nach Lindos

Nach zwei Seetagen war heute die erste Möglichkeit, wieder festen Boden unter die Füße zu kriegen. Das Schiff fuhr nach Rhodos, und wir hatten uns für den Ausflug Abwechslungsreiches Rhodos entschieden, der uns am Nachmittag in knapp 4 Stunden einen ersten Eindruck von der Insel geben sollte. 

Es ging nach Lindos, das als eines der schönsten Dörfer Griechenlands bekannt und normalerweise entsprechend überlaufen ist. Es hat diese kleinen weißen Häuser, die sich an den Berg schmiegen, wie man auf dem Foto gut erkennen kann. Oben am Berg sieht man die Ruinen einer Akropolis und neben dem Ort befinden sich zwei schöne Buchten. Eine zum Baden, die andere ist ein Naturhafen. 

Rhodos - Ausflug nach Lindos


Aber von vorne: Der Tag begann mit einem Blick auf die türkische Küste und dem Einlaufen in den Hafen von Rhodos. Das Foto unten zeigt den Blick von unserem Balkon. Der Hafen von Rhodos ist der größte und wichtigste Hafen der Insel. Er ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe und auch für Fähren, die aus verschiedenen Teilen Griechenlands und von anderen Ländern dort ankommen. 

Rhodos - Hafen von Rhodos vom Balkon aus

Der Hafen liegt zentral; man könnte von dort aus zu Fuß in die Altstadt, wenn man sich frei bewegen dürfte...

Die Altstadt von Rhodos ist als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe. Man sieht die imposante Stadtmauer sehr gut. Dahinter befinden sich enge Gassen, malerische Plätzen und viele historische Gebäude, u.a. der Großmeisterpalast, der im 14. Jahrhundert von den Johanniter-Rittern erbaut wurde.

Rhodos - Blick auf die Altstadt von Rhodos vom Schiff aus

Wir hatten uns am Vortag einen Vortrag zu Rhodos angehört. Ein Lektor war an Bord, der die wichtigsten Informationen gut vermittelte. Rhodos spielt seit der Antike eine wichtige Rolle in der Geschichte, was natürlich auch an der Lage im östlichen Mittelmeer liegt. Sie ist die viertgrößte Insel Griechenlands und die größte der sog. Dodekanes-Inseln. Die Ritter des Johanniterordens eroberten Rhodos im Jahr 1309 und hielten die Insel fast 200 Jahre lang unter ihrer Herrschaft. 1522 wurde Rhodos von den Osmanen erobert und war Teil des Osmanischen Reiches bis zu dessen Niedergang im 20. Jahrhundert. 1912 eroberten die Italiener die Insel und besetzten sie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 

Sonntag, 18. April 2021

Spaziergang durch das mittelalterliche Creußen

Creußen liegt südlich von Bayreuth am Rande der Fränkischen Schweiz und mit eigener Autobahnausfahrt nicht weit weg von der A9 direkt an der B2. Auch mit der Bahn ist das mittelalterliche Städtchen gut zu erreichen; die Züge zwischen Nürnberg und Bayreuth halten hier und Creußen ist gut angebunden. Der Rote Main fließt nicht weit von seiner Quelle in einer Schleife um die auf einem Sandsteinfelsen errichtete Altstadt.

Gesiedelt wird hier seit über 1000 Jahren, Stadtrechte bekam Creußen im Jahre 1358. Enthalten ist der mittelalterliche Kern, die Stadtbefestigung ist neu renoviert und beeindruckt durch Türme und Tore. Es gab hier früher eine Burg, die aber zerstört wurde. Die Stadt hat eine bewegte Geschichte, sie wurde mehrfach angegriffen und einiges wurde zerstört, u.a. litt sie unter dem Einfall der Hussiten, die Markgrafenkriege oder einen großen Stadtbrand. Heute leben knapp 5000 Einwohner hier.

Creußen - Stadttor

Man kann nahe der Stadtmauer auf einem beschilderten Parkplatz parken und von dort gemütlich in die Altstadt rein. Hier erkennt man, dass viele Häuser bereits sehr alt sind; auch die Gassen sind nicht für moderne Autos gemacht, alles ist etwas eng. Wenn man genauer schaut, findet man viele Details, alte hübsche Holztüren, bunt bemalt oder Figuren aus Cortenstahl wie die obere, die z.B. ein Handwerk darstellen.

Creußen - Habergasse

Erhalten hat sich das über 500 Jahre Alte Rathaus, das mir besonders gut gefallen hat. Es wurde um 1350 erbaut, mehrmals zerstört und sieht renoviert aus. Das Dach mit den Fledermausgauben finde ich schön. Innen befindet sich u.a. ein Trauraum und ein historischer Sitzungssaal; es wird also noch genutzt. So kurz nach Ostern erkennt man links im Foto auch noch Osterschmuck.

Creußen - Altes Rathaus

Donnerstag, 15. April 2021

Stippvisite nach Lindenhardt und zur Rotmainquelle

Auch dieses Jahr bin ich wenig unterwegs, und meist im näheren Umkreis. Die 15km-Regel, die wir Anfang des Jahres hatten, wurde zwar gekippt, aber da man eh nirgends übernachten kann, macht es wenig Sinn, weit weg zu fahren.

Als ich beruflich unterwegs war und wie üblich zu viel gesessen bin, habe ich die Gelegenheit genutzt, auf dem Heimweg ein wenig frische Luft zu schnappen und mich etwas zu bewegen. Zwischendurch fing es an zu schneien (Aprilwetter...), so dass meine Wanderung allerdings nicht allzu lange dauerte. ;-)

Pfarrkirche St. Michael, Lindenhardt mit Grünewald-Altar

Seit langem wollte ich mir schon die Kirche in Lindenhardt anschauen. Der Ort ist ein Stadtteil von Creußen und liegt südlich von Bayreuth. Die Kirche ist an der Autobahn A9 angeschrieben: Ein braunes Schild weist nahe der Ausfahrt Trockau auf den berühmten Grünewald-Altar hin.

Pfarrkirche St. Michael, Lindenhardt


Auch von außen ist die Kirche imposant. Sie zählt zu den Markgrafenkirchen, von denen es in Oberfranken eine ganze Menge gibt. Sie entstanden unter der Herrschaft der Markgrafen zu Brandenburg-Bayreuth-Kulmbach. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren viele Kirchen in schlechtem Zustand und wurden danach im Stil des Barock umgebaut oder neu errichtet. Es gibt ein Projekt im Kirchenkreis Bayreuth, in dem diese Kirchen beschrieben werden. Hier der Link zu den Markgrafenkirchen in Oberfranken.   

Die Kirche in Lindenhardt ist dort auch gut beschrieben (Link), so dass man sich vor dem Besuch bereits informieren kann. Auch die Website der Kirchengemeinde lohnt einen Besuch. Als ich gegen 19 Uhr dort war, war sie noch geöffnet und ich bin eingetreten.

Pfarrkirche St. Michael, Lindenhardt

An der Stelle der Kirche gab es bereits um 1130 eine Kirche, die vom Bamberger Bischof Otto dem Heiligen gestiftet wurde. Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder umgebaut, bis sie im Jahr 1684 mit fast dem ganzen Ort abbrannte. Danach wurde die Kirche wieder aufgebaut, wobei wohl Teile noch genutzt werden konnten, brannte 1855 teilweise wieder ab, wurde wieder umgestaltet und erweitert.