Die Ausblicke aus den Fenstern waren teils interessant, teils einschläfernd, die Region war eher flach. Irgendwo sah man unheimlich viele Tomaten. Eine kurze Pause an einem Rasthof gab es auch. Plötzlich fing es stark zu regnen an. Kurz nach 11 Uhr waren wir schließlich in Genua, auch hier regnete es noch leicht. Es war auch gut, dass die Busfahrt zu Ende war, bei deutschen Schlagern ist meine Schmerzgrenze schnell erreicht.... ;-)Das Hafengelände ist groß und unübersichtlich, zumal es regnete. Die Schlangen vor den Fähren nach Nordafrika waren heftig - ich war ganz froh, dass wir die faule Anreise mit dem Bus gewählt hatten und wir nach so langer Fahrt nicht noch Parkplätze o.ä. suchen mussten. Man erhaschte auch relativ schnell einen Blick auf das riesige Schiff, ein "oh" ging durch die Busreihen. Die Splendida überragt die anderen Schiffe deutlich:
Im Bus noch, bereits am Hafen von Genua, wurden wir von einer MSC-Angestellten willkommen geheißen und informiert: Das Gepäck kam automatisch auf die Kabine, man selbst ging zum Check-In, was reibungslos funktioniert hat. Das normale Prozedere, man zeigt Unterlagen vor, wir hatten schon über Internet eingecheckt, wenn ich mich richtig erinnere, also wurde manches überprüft, ein Foto gemacht, die Bordkarte ausgedruckt, usw.
Alles wird durchleuchtet. Die Dame von der Handgepäck-Kontrolle hat sogar noch gefragt, welche Medikamente wir dabei haben (sie hatte Fläschchen erkannt) und ob es sich um Bach-Blüten handle; denen tut es wohl nicht so gut, wenn sie bestrahlt werden, interessanter Tipp. Die Eincheck-Prozedur findet in einem großen Gebäude statt; man kann hier auch noch Getränke-Pakete zubuchen, es sind eine Menge Stände aufgebaut. Auf dem Schiff gibt es Wein- oder Getränkepakete, die man auch bereits beim Buchen ordern kann - wir haben nichts gekauft, da wir flexibel bleiben wollen und ich denke, das war für uns auch eine gute Entscheidung. So ist man flexibel, kann mal Wein, mal Bier, mal Cocktail, mal Wasser, mal Saft, mal Kaffee trinken.
Wir sind so schnell wie möglich auf unsere Kabine (eine kurze Info darüber samt Foto findet sich hier), haben uns kurz frisch gemacht, sind dann ins Buffet-Restaurant und haben ein recht gesundes Mittagessen (Salate, frisches Gemüse, lecker!) gegessen. Es war ziemlich leer und wir hatten einen Tisch direkt am Fenster mit Blick auf die Stadt. Echt schön! Man sitzt auf Deck 14 entsprechend hoch und hat eine tolle Aussicht auf Genua. Der Regen hatte langsam auch aufgehört. Wir haben uns gefreut, dass wir so früh da waren, etwas zu essen bekamen und sogar noch Zeit für einen Stadtbummel durch Genua war!
Unsere Koffer waren noch nicht da, also sind wir mit den Klamotten, die wir im Bus getragen hatten, durch die Stadt marschiert. Im Bus war es kühl, in Genua dann richtig warm, klar, Ende August. Daher der Tipp fürs nächste Mal: Etwas leichtes zum Umziehen ins Handgepäck packen! :-)Vom Schiff ist man in 5-10 Minuten bequem zu Fuß in der Innenstadt. Auch eine Metrostation ist gut zu erreichen, damit könnte man noch abkürzen. Es gibt auch Leihfahrräder. Wir sind aber gelaufen und haben uns einfach treiben lassen. In der Stadt gibt es immer mal Stadtpläne, außerdem ist das Schiff so hoch, dass man es von fast überall sieht und sich daher gut orientieren kann. Kurz vor 13 Uhr sind wir los, um 17 Uhr waren wir zurück.
Die Stadt hat uns wirklich begeistert! Viele kleine Gässchen, interessante Läden, Kirchen, Häuser, usw. Wir sind mit einem Aufzug auf eine Anhöhe gefahren, völlig unscheinbar versteckt sich der Zugang in der Mitte dieses Fotos:
Von oben hat man tolle Ausblicke auf die Stadt, den Hafen und natürlich das Meer.
Die Gänge zum Aufzug hin und das Aufzugsgebäude oben (eine Art Turm) fand ich auch interessant.Auch die Kathedrale San Lorenzo mit viel schwarz und weiß und echt sehenswert haben wir besichtigt, eine Synagoge gesehen, eine Zahnradbahn von außen angeschaut - und sind ganz viele Straßen entlang marschiert, haben Häuser, Kathedralen, Plätze, Brunnen bewundert, usw.
Hier ein paar Impressionen:






Irgendwann haben wir einen wunderbar lauschigen kleinen Platz (die Piazza San Giorgio) gefunden, mit einer anderen kleinen Kirche und ein paar Sitzmöglichkeiten draußen. Wir haben dort einen Caffé getrunken, um wieder etwas Kraft zu sammeln.
Dann war es höchste Zeit, zum Schiff zurück zu kehren. Für das Aquarium oder andere Sehenswürdigkeiten war keine Zeit mehr. Genua lohnt definitiv einmal einen längeren Besuch - logisch eigentlich, wenn man überlegt, welche Geschichte die Stadt hat. Wir sind also zurück zum Schiff.
Unser Gepäck war inzwischen auch schon da. Um 17:30 Uhr war die obligatorische Seenotrettungsübung.Danach sind wir zum Auslaufen an Deck (im Hintergrund die Coral, auf der - wie ich nachher erfahren habe - eine virtuell bekannte Bloggerin war!) und haben Genua und die ligurische Küste noch einmal vom Meer her bewundert.
Wir hatten fürs Essen Sitzung 1 zugewiesen bekommen, obwohl wir die 2. Sitzung gewünscht hatten. Die erste Sitzung beginnt um 19 Uhr, da hatten wir noch keinen Hunger. Das Ändern ging nicht, sie wollen versuchen, was sie tun können, morgen bekommen wir Bescheid. Nachtrag: Am Abend drauf hat es funktioniert: Wir durften ab sofort an der 2. Sitzung teilnehmen. Ich glaube, sie sortieren nach Nationalität, was ich eigentlich nicht mag, aber wir hatten doch Glück und 2 nette junge deutsche Paare am Tisch, mit denen wir viel Spaß hatten. Wir hatten eh keinen Hunger, sonst hätte man auch locker in einem der anderen Restaurants etwas zu essen bekommen können. Stattdessen haben wir auf dem Balkon noch ein bisschen gelesen.
Um 21:30 sind wir ins Theater für das Showprogramm. Mit dem amerikanischen Entertainment auf der Jewel kann es nicht mithalten, aber Vergleiche auf einem solchen Top-Niveau bringen nichts. Wir sind noch etwas auf dem Schiff gebummelt, haben auf Deck 14 an der Bar einen Cocktail getrunken und sind nach einem ereignisreichen Tag kurz nach Mitternacht ins Bett.Dies ist Teil eines Reiseberichts über meine Kreuzfahrt 7 Tage westliches Mittelmeer mit der MSC Splendida, Details dazu finden sich hier.
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