Samstag, 8. November 2025

Kyffhäuserregion: Erlebnisbergwerk, Barbarossahöhle, Stippvisite Sondershausen und Nordhausen

Nach etwas Ausschlafen ging's los in Richtung Sondershausen. Ich wollte zumindest das älteste und tiefste noch befahrbare Kalibergwerk der Welt von außen anschauen. 

Erlebnisbergwerk Glückauf Sondershausen

Hier findet einmal jährlich der sog. Kristalllauf statt. 680 Mieter unter Tage läuft man gute 10 km. Dafür hatte ich mich letztes Jahr bereits angemeldet, hing zu jener Zeit leider mit einer Corona-Infektion in Florida fest und freute mich nun darauf, dieses Jahr unter Tage bei 27°C zu schwitzen. 

Da der Brügmann-Schacht, den alle Teilnehmenden nutzen müssen, nicht befahrbar war, fiel das Event aus. Ein albernes Gesicht und meine Laufschuhe habe ich zumindest mal in die Nähe gebracht. 

Erlebnisbergwerk Sondershausen


Auch die üblichen Führungen finden zurzeit nicht statt, bis das Ersatzteil eingebaut ist. Aber auch von außen ist das Bergwerk beeindruckend. Hier wird immer noch Steinsalz gefördert.  

Wir sind von dort kurz nach Sondershausen und dann weiter (gut beschildert) zur Barbarossahöhle, um die 14 Uhr Führung zu erwischen. Es gibt übrigens ein Kombiticket, das die Höhle und die Museen auf dem Kyffhäuser einschl. Hochsteigen zum Denkmal kombiniert. 

Barbarossahöhle und Informationszentrums Geopark Kyffhäuser

Die Kyffhäuser-Region ist geprägt von Friedrich I. Barbarossa, dem bekannten mittelalterlichen Herrscher aus dem Adelsgeschlecht der Staufer. 

Er soll nicht ertrunken sein, sondern lebt noch immer und schläft hier irgendwo unterirdisch, lässt seinen Bart wachsen und wartet, bis er zurückkehren und sein Kaiserreich wieder einen kann. Die Barbarossahöhle hieß früher anders, wurde aber kurz nach ihrer Entdeckung 1865 nach Barbarossa benannt. Sie ist eine von zwei zugänglichen Anhydrithöhlen auf der Welt (die andere ist in der Region Perm im Westural). 

Barbarossahöhle


Parken kann man am Besucherparkplatz; hier ist ein Parkticket zu lösen, das für einen Tag gilt. Die Höhle ist nur mit einer Führung zu besichtigen, was sich wirklich lohnt. Wir hatten einen super Führer, der sehr kompetent und sympathisch informierte.   

Durch die Feuchtigkeit in der Höhle wandelt sich Anhydrit an der Oberfläche in Gips um und vergrößert dabei das Volumen. Die entstehenden Gipsschichten lösen sich nach und nach vom Untergrund und hängen wie herabfallende Tapeten an den Decken und Wänden der unterirdischen Hohlräume und Grotten. Sehr beeindruckend sind auch die Seen. 

Barbarossahöhle mit Tisch, Thron und Krone

Und es gibt natürlich einen Tisch mit Krone und einen Kaiserthron, auf dem man sich fotografieren lassen konnte. Das war mir dann doch zu albern. ;-)

Nach dem Besuch der Höhle blieb Zeit für die Besichtigung des imposanten Informationszentrums Geopark Kyffhäuser. Die Öffnungszeiten sind die gleichen wie die der Höhle.  

Informationszentrum Geopark Kyffhäuser

Das Gebäude ist imposant. Innen kann man sich zu verschiedenen Themen informieren, auch interaktiv, zum Anfassen. Das geht von einer Reise in die Erdgeschichte über verschiedene Gesteine, Tiere, Pflanzen bis hin zu Archäologie. 

20251108 Informationszentrum Geopark Kyffhäuser innen

Dafür sollte man etwas Zeit einplanen. Auch für Kinder stelle ich mir das spannend vor! Auf dem Weg zum Parkplatz gibt's übrigens auch noch einen Kinderspielplatz. 

Stippvisite Sondershausen  

Auf dem Rückweg zu unserem Hotel in Nordhausen kamen wir wieder durch Sondershausen und haben uns zentral bei der St. Trinitatiskirche einen Parkplatz gesucht. Von dort kann man in Richtung Marktplatz gehen und sieht bei der Treppe hoch zum Rathaus einen Fotopunkt, der hier links in der Collage abgebildet ist. Darauf habe ich mich gestellt; man sieht eine perspektivische Darstellung des Schlosses.

Sondershausen - Collage

Sondershausen ist Kreisstadt des Kyffhäuserkreises und hat ca. 20.000 Einwohner. Bis 1918 Residenzstadt des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen, danach kurz Hauptstadt des Freistaats Schwarzburg-Sondershausen, war die Stadt allerdings schon seit der Steinzeit bewohnt bzw. besucht und entsprechend reich an Geschichte. Die hiesigen Adligen ließen an Stelle einer alten Burg ein Schloss errichten, dem man ansieht, dass es über mehrere Jahrhunderte hinweg gewachsen ist. 

Sondershausen feiert dieses Jahr 900 Jahre Stadtjubiläum und seine Geschichte mit reichhaltigen Traditionen als Musik-, Residenz-, Berg- und Garnisonsstadt. Auf der Collage oben in der Mitte der Blick vom Markt über die Alte Wache auf das Schloss, und rechts der Innenhof. 

Schloss Sondershausen

Dieses Foto zeigt den klassizistischen Westflügel des Residenzschlosses, ein Anbau aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausmaße fand ich beeindruckend. Daneben gibt es einen Schlosspark, für den es leider schon zu spät war. Auch das Museum im Schloss lohnen sicher einen Besuch. 

Tipp: Wer mehr lesen möchte, Kathleen von Immer auf Reisen hatte mehr Zeit vor Ort. Sie hat im Oktober 2025 einen Artikel zu Sondershausen geschrieben.  

Abendspaziergang durch Nordhausen 

Wir sind weiter nach Nordhausen, haben u.a. das Jugendstil-Badehaus, ein paar Straßen der Altstadt und Innenstadt erkundet und waren Abendessen. Am Alten Rathaus steht die farbenprächtige Kopie des Roland (das Original ist gegenüber im Neuen Rathaus untergebracht). Die Rolandsfigur ist das Wahrzeichen der Stadt und symbolisiert die Reichsfreiheit von 1220 bis 1802. 

Nordhausen Altes Rathaus mit Roland
Neben dem Alten Rathaus steht ein Brunnen, auf dem ein Aar mit einem Ring thront. Der Brunnen steht seit 2004 dort. Die Geschichte vom Aar ist älter, es gab in Nordhausen sieben Wunder, er ist eines davon und symbolisiert wohl den Zusammenschluss von Oberstadt und Neustadt im Jahr 1365. In der Region gibt es offensichtlich eine Menge Geschichten und alte Sagen. 

Dies ist ein Artikel über mein Wochenende in Nordthüringen. Weitere Informationen und der Link zum zweiten Tag finden sich hier

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