Sonntag, 9. November 2025

Burgruine Kyffhäuser mit Denkmal und Panorama Museum Bad Frankenhausen

Nach dem Auschecken aus dem Hotel und dem Frühstück sind wir über Land zum Kyffhäuser gefahren. Das Wetter war novembertypisch neblig bei ca. 8°C. Die Straßen des Mittelgebirges sind teils kurvig; in den Sommermonaten sind wohl viele Motorräder unterwegs. 

Die Sehenswürdigkeiten sind durch braune Hinweisschilder gut zu finden, auch die Parkplätze unterhalb der Burg sind gut beschildert.  

Kyffhäuser: Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal mit Barbarossa

Hoch auf dem Kyffhäuser steht eines der bedeutendsten Denkmäler Deutschlands: Das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal wurde zur Erinnerung an die Reichseinigung im Jahr 1871 und zum Ehren des damaligen Kaisers erbaut. Wenn kein Nebel ist, ist es von weitem zu sehen, auch von der Autobahn aus. Im Burgmuseum und im Denkmalturm gibt es Ausstellungen, die über die Geschichte des Denkmals, über die Barbarossa-Sage und über die Reichsburg Kyffhausen berichten. 

20251109 Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal auf dem Kyffhäuser
Der Sage nach sitzt Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, schlafend in einem unterirdischen Schloss im Kyffhäusergebirge an einem steinernen Tisch. Sein roter Bart wächst durch den Tisch oder um den Tisch herum. Alle hundert Jahre erwacht er und erkundigt sich beim Zwerg Alberich oder bei wem auch immer, ob noch Raben um den Berg fliegen. Dann schläft er weitere hundert Jahre, und so geht das schon länger. 

Wenn die Raben nicht mehr um den Kyffhäuser kreisen, soll er wieder erscheinen und es sollen bessere Zeiten kommen, meinte die Überlieferung. - Da er in den dunkelsten Stunden Deutschlands im letzten Jahrhundert nicht als Retter auftauchte, gehe ich persönlich davon aus, dass er wirklich im Saleph östlich von Antalya ertrunken ist... Die Sage handelte übrigens erst von seinem Enkel Friedrich II. und wurde später abgeändert. 

20251109 Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal mit Barbarossa


Die Wiederentdeckung des sog. Friedenskaisers Barbarossa im 19. Jahrhundert hängt mit der erstarkenden Nationalbewegung im Reich zusammen. Kaiser Wilhelm I., der auf dem Nationaldenkmal abgebildet ist, wäre wohl gerne auch so bekannt geworden. Sein Sohn Wilhelm II. nutzte den Mythos, um seinem neuen Reich eine Verankerung in der Geschichte zu geben. Er lässt 1890-1896 das Denkmal auf dem Kyffhäuser errichten. 

Es ist das drittgrößte der deutschen Nationaldenkmäler nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Porta Westfalica, das man ebenfalls gut von der Autobahn sieht. Die Ausstellung am Fuße des Turms informiert über Nationaldenkmäler in anderen Ländern. 

Wir sind natürlich hoch, aber da sich der Turm in den Wolken befand, gab es oben nichts zu sehen. Man kann vor Ort Eintrittskarten kaufen, oder wir wir Kombikarten, die die Barbarossahöhle mit einschließen. Im Winter ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, im Sommer länger.    

Kyffhäuser: Mittelalterliche Burgruine Kyffhausen

Interessanter fand ich fast die Geschichte der Reichsburg Kyffhausen, die auf dem nordöstlichen Bergsporn des Kyffhäusergebirges thront und die man vom Parkplatz aus gut beschildert nach einem kurzen Spaziergang erreicht. Im 12. Jahrhundert war sie eine der mächstigsten mittelalterlichen Burgen Deutschlands.

Ruinen der Reichsburg Kyffhausen: Unterburg
In Ober-, Mittel- und Unterburg unterteilt war die Burg insgesamt ganze 600 Meter lang. Am besten erhalten ist die 100 m lange Unterburg (Foto oben), von der noch Teile der Ringmauer und Grundrisse von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden erhalten sind. 

Modell der Reichsburg Kyffhausen

Der Mittelburg ging es ab 1250 ähnlich wie vielen Burgen hierzulande: Sie wurde als Steinbruch genutzt; von ihr ist kaum etwas übrig. Das Denkmal befindet sich darauf. Auch der Burgbrunnen ist erhalten; er soll der tiefste der Welt sein. Heute sind hier das Burgmuseum, das auch ein Modell der Burganlage (ohne die Unterburg) zeigt, ein Spielplatz und Gastronomie untergebracht.    

Ruinen der Reichsburg Kyffhausen: Mittelburg

Hier der Blick in Richtung Mittel- und Oberburg, von der Plattform des Denkmals aus. Man sieht hinten links, dass derzeit restauriert wird.  

Ruinen der Reichsburg Kyffhausen: Barbarossaturm der Oberburg

Die Oberburg wurde auch zerstört, allerdings blieben Mauerreste erhalten und man hat hier den sog. Barbarossaturm teilweise wieder aufgebaut. Er war original wohl fast doppelt so hoch und diente als Wehr- und Wohnturm. Heute sind hier Ausstellungen untergebracht. 

Infotafel am Kyffhäuser
Wir sind den anderen Weg wieder zurück zum Parkplatz. Alles ist gut ausgeschildert. 

Bad Frankenhausen: Panorama Museum 

Bad Frankenhausen ist eine Kur- und Erholungsstadt mit ca. 10.000 Einwohnern. Es gibt einige Reha-Einrichtungen und eine Therme, die aber derzeit generalsaniert wird und geschlossen ist. Daneben steht hier einer der schiefsten Türme Deutschlands, der Turm der Oberkirche. 

Historisch bedeutend war die Schlacht bei Frankenhausen. Sie war eine der bedeutendsten Schlachten während des Deutschen Bauernkriegs. Am 15. Mai 1525 wurden hier die Aufständischen unter Thomas Müntzer besiegt. Damals wurde auch die Kirche beschädigt, und eine Menge mehr. 

Panorama Museum nahe Bad Frankenhausen
Von der Ferne schon zu sehen ist das kreisrunde Panorama Museum, das etwas außerhalb und oberhalb von Bad Frankenhausen liegt. 

Es gibt beschilderte Parkplätze, dann macht man einen kurzen Spaziergang, um das Museum zu erreichen. Da wir Hunger hatten, haben wir uns im Café niedergelassen und erst einmal gemütlich einen Kuchen gegessen.

Eingangsbereich Panorama Museum

Der Eintritt für das Bauernkriegspanorama kostet für Erwachsene 9,50 Euro, es gibt einen Audio-Guide dazu, der sehr nützlich war. Im Sommerhalbjahr gibt es am Wochenende und feiertags auch Führungen, aber nicht im Winter. Bei den Audio-Guides kann man zwischen verschiedenen Programmen bzw. Führungen wählen, von einer 30minütigen Kurzführung bis hin zu einer Langführung, die 70 Minuten dauert.    

Das Bauernkriegspanorama ist ein monumentales Panoramabild über den Bauernkrieg, der Leipziger Maler Werner Tübke hat es zwischen 1976 und 1987 erschaffen, wobei das Ausmalen allein vier Jahre dauerte; da waren auch andere mit beteiligt. Das Bild ist 123 Meter lang und 14 Meter hoch. Man darf es nicht fotografieren. 

Panorama Museum mit Bauernkriegspanorama

In einer angeschlossenen Ausstellung namens Tübke-Kabinett wird über den Maler und den Entstehungsprozess des Gemäldes informiert; hier darf man fotografieren. 

Gut gefallen haben mir auch die Bronzeplastiken der niederländischen Künstlerin Lotta Blokker, die auf dem Vorplatz stehen.  

Panorama Museum abends Bronzeplastik

Wir sind von dort noch kurz zu dem Schiefen Kirchturm in Bad Frankenhausen, aber es war schon dunkel, so dass die Fotos nicht besonders gut wurden. Über die A71 und ein Abendessen in Coburg ging's nach Hause.  

Dies ist ein Artikel über mein Wochenende in Nordthüringen. Weitere Informationen dazu finden sich hier

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