Samstag, 4. Dezember 2021

Bologna: San Luca und Spaziergänge durch Arkaden und die Stadt

Heute war es zwar weiterhin kühl, aber es regnete nicht. Wir haben uns trotzdem nicht stressen lassen und sind gegen 10 Uhr gemütlich los. An der Piazza del Nettuno wurde ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. Außerdem waren viele Menschen in der Stadt, vor allem zum Bummeln und Shoppen. Wir wollten zu der etwas außerhalb gelegenen Kirche San Luca, die uns am Vortag vom Turm aus aufgefallen war.

Wallfahrtskirche San Luca 

Das Santuario della Madonna di San Luca (Heiligtum der allerseligsten Jungfrau vom heiligen Lukas) auf dem Colle della Guardia ist eines der Wahrzeichen Bolognas. 

Bologna - Heiligtum der allerseligsten Jungfrau vom heiligen Lukas

Von der Piazza Maggiore sind wir mit dem San Luca Express, einem Touristenbähnchen, hochgefahren. Die Strecke beträgt einfach 5 Kilometer. Den Rückweg bergab sind wir später zu Fuß gegangen. 

Schon während der Fahrt konnten wir uns einen Eindruck vom Rückweg verschaffen. Hier die Porta Saragozza, eines der alten Stadttore Bolognas. Ein Teil der Stadtmauer Bolognas ist auch erhalten.

Bologna - San Luca Express

Im Innenraum der Kirche San Luca ist eine Marienikone zu sehen, die aus der Hand des Evangelisten Lukas höchstpersönlich stammen soll. Angeblich wurde sie von einem Pilger aus Konstantinopel mitgebracht. Dort war sie zuvor in der Hagia Sophia gelagert. Dieses Lukasbild wurde im Jahr 1433 bei einem schweren Unwetter durch Bologna getragen und hat damals wohl geholfen. Dieser Brauch hält jedenfalls bis heute an.

Freitag, 3. Dezember 2021

Stadtbesichtigung Bologna: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an einem Tag

Die mittelalterliche Altstadt von Bologna mit ihren backsteinroten Ziegeln wurde im Krieg nicht zerstört und zählt zu den schönsten in ganz Europa. Die letzten Jahrzehnte wurde saniert, auch jetzt sieht man noch Bauarbeiten. In so einer großen Stadt wird man wahrscheinlich nie fertig. Ziegel auf Ziegel gemauert, in vielerlei Rot-, Ocker-, Orange-, Rostrot- und Gelbtönen strahlen die jahrhundertealten Palazzi, Kirchen und Wohnhäuser entlang der Plätze und Gassen der Stadt. Selbst einige dieser typischen Geschlechtertürme Norditaliens haben die Zeit überdauert und ragen über das rote Dächermeer. 

Eigentlich wollten wir erst auf einen der Türme, um uns von oben zu orientieren, aber es regnete. Also genossen wir erst ein längers Frühstück im Hotel, bevor wir los sind. Der Frühstücksraum war schon eine Augenweide. Eigentlich ist es ein Sternerestaurant in einem alten Jugendstil-Theater, das renoviert wurde.

Bologna - Frühstücksraum bzw. Restaurant im Hotel I Portici

Erst sind wir trotz Regen zu einem großen Platz namens Piazza VIII Agosto, auf dem einer dieser typischen Wochenmärkte stattfand. Wegen des Regens war wenig los. Unter dem Platz ist eine Tiefgarage, die gut besucht war. Im Schutz der Laubengänge sind wir danach ins Stadtzentrum, auf ähnlichem Weg wie am Vortag abends. 

Einen kleinen Abstecher haben wir gemacht, da wir nachts noch eine malerische kleine Wasserstraße gesehen hatten. Tagsüber war diese gut besucht und nicht mehr ganz so hübsch. Vor dem Fenster standen die Touristen Schlange, um ein Foto zu machen. 

Bologna - Canale di Reno


Es war relativ wenig Wasser im Canale di Reno. Interessant: Zwei Flüsse durchziehen die Stadt, der Reno und die Savena. Seit dem Mittelalter oder ab dem 16. Jahrhundert (oder noch früher? - da habe ich unterschiedliche Aussagen gefunden) wurden unterirdische Höhlen und Kanäle zur Wasseraufbereitung und Umleitung des Wassers angelegt. Normalerweise gibt es Führungen zu den unterirdischen Zisternen, Wasserwegen und hydraulischen Systemen, mit denen z.B. Wasserspiele zu Zeiten der Renaissance realisiert wurden. Außerdem wurde mit Wasserkraft Maschinen angetrieben, für Mühlen, usw. Die Führungen finden zurzeit nicht statt, wegen der Corona-Maßnahmen. 

Bologna - Palazzo del Podestà


Oberirdisches Wasser sieht man an anderen Stellen: In der Stadt gibt es schöne Brunnen, z.B. den Neptunbrunnen Giambolognas auf der zentralen Piazza Nettuno. Ein Foto davon gibt's im Artikel von gestern. Hier ein Foto des Palazzo del Podestà an der Piazza Maggiore. Das imposante Gebäude wurde 1201 errichtet und 1484 im Renaissancestil umgebaut. Unter den Bogengängen sind Läden und eine einladende Bar.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Flug nach Bologna mit Ryanair und erste Erkundungen

Der Weg zum Flughafen war nicht schön; Schneematsch auf der Autobahn. Zum Glück ging der Flug erst um 13:30 Uhr, so dass wir Tageslicht hatten und nicht allzu früh los mussten. Wir hatten viel Puffer, kamen relativ gut durch und hatten am Flughafen Zeit. Der Flughafen war relativ ausgestorben, es herrscht Maskenpflicht und es gibt deutlich weniger Flüge als früher.

Der Flug war okay. Zwischen den Wolken sah man sogar die schneebedeckten Gipfel der Alpen. 

Flugh nach Bologna mit Ryanair.jpg
Wir sind pünktlich nach einer guten Stunde Flugzeit gelandet und fuhren mit dem Bus von einer Außenposition zum Flughafen. Es regnete.

Flughafen Bologna
Im Flughafen ging es relativ schnell. Da wir kein Aufgabegepäck hatten, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und gingen in Richtung Ausgang bzw. zum Bahnhof, an dem der Marconi Express abfährt. 

Der Marconi Express - vom Flughafen Bologna in die Stadt 

Der Marconi Express ist ein sog. Peoplemover. Er fährt seit 2020 zwischen dem Flughafen und dem Hauptbahnhof von Bologna mit einer Zwischenstation. Da außer unserem Flug zeitgleich weitere Flüge ankamen, war es relativ voll. Der Bahnhof ist aber gut organisiert. Man kann mit Kreditkarte ein Ticket ziehen. Der Bahnsteig ist mit Glas von der Schiene getrennt, d.h. an den Stellen, an denen der Zug Türen hat, gehen die Glastüren auf.

Donnerstag, 30. September 2021

Impressionen Q3 2021

Im Juli hatte ich Urlaub und war viel unterwegs, so dass ich die Foto-Collage etwas vergrößere bzw. aufteile. Das erste Foto zeigt den Weißenstädter See im Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf im Hintergrund. Bei einer Wanderung im Frankenwald sind wir auf einen der Trekkingplätze gestoßen, die diesen Sommer gut gebucht sind. Danach bin ich wieder im Fichtelgebirge gewandert, schöne Fingerhüte am Wanderweg. In dem bekannten Mittelgebirge entspringen vier bedeutende Flüsse, die in vier Himmelsrichtungen abfließen. Diesmal habe ich mir die Quellen der Naab und des Weißen Mains angeschaut. Bei Regen war ich auf dem Weißensteinturm nahe Stammbach im Frankenwald. Besonders ist das Gestein dort: Der Gipfel des Bergs und der Aussichtsturm bestehen aus rot-grünem Eklogit. Es regnete. Die nächste Besichtigung oben rechts war im Frankenwald: Bei Stadtsteinach kann man eine renovierte Schneidmühle besichtigen, außerdem gibt's eine Kunstmühle, die ich besichtigen durfte. Dort kaufe ich gerne mein Mehl.

Collage Instagram-Fotos Juli 2021

Wieder Regen - perfekt für einen Museumsbesuch wie das Erika Fuchs Haus in Schwarzenbach/Saale! Das Museum für Comic und Sprachkunst ist der Übersetzerin der Disney-Comics gewidmet und lohnt einen Besuch. Daneben: Das 500. Konzert von The Echos habe ich im Schönen Hof der Plassenburg in Kulmbach erlebt, der für seine gute Akustik bekannt ist. Open Air. Das Wetter wurde wieder besser, zuhause blüht der Lavendel und es gab Madeleines. Danach ging's für vier Tage auf Rundtour durch Sachsen, Polen und Tschechien. Seit langem wollte ich mir das Haus Schminke in Löbau anschauen, eines der bedeutendsten Bauwerke der klassischen Moderne. Übernachtet habe ich in Görlitz, davon das letzte Foto. 

Nochmal Juli, ausnahmsweise, weil ich so viel erleben durfte: Auf dem Weg nach Osten wurde es wärmer und es gibt viel zu sehen. Ausgestiegen bin ich in Legnica (Liegnitz), hier ein Foto der Bürgermietshäuser, die Heringsbuden genannt werden. Auffällig die Bogengänge. Außerdem kleine Orte, oft mit Störchen und idyllisch wie hier Środa Śląska (Neumarkt in Schlesien). Mein Tagesziel Wrocław bzw. Breslau hat mir auch super gefallen, hier der Rynek genannte Marktplatz mit Rathaus. Vorbild der Jahrhunderthalle von Breslau war das Pantheon in Rom. Als Pionierleistung des Stahlbetonbaus und der modernen Architektur gehört sie zum Welterbe, hier mit Iglica (Nadel). Die Friedenskirche von Świdnica (Schweidnitz) ist die größte Fachwerkkirche Europas. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 entstanden drei evangelische Kirchen ohne Steine in einer Bauzeit von weniger als einem Jahr. Außen Fachwerk, innen Barock.

Collage Instagram-Fotos Juli 2021 - Teil 2


Montag, 23. August 2021

Faszinierende Flüsse & Flusslandschaften in Deutschland: Der Main

Mögt Ihr Flüsse?! - Ich habe mich früher wenig dafür interessiert und kann mich erst seit einigen Jahren dafür begeistern. Spannend finde ich nämlich, wie Flüsse früher - als es noch keine Autobahnen gab - Menschen verbunden haben. An Flüssen entstanden Städte. Ware und Menschen wurden auf Flüssen transportiert und heute gibt es Flusskreuzfahrten auf diesen klassischen Routen.

Meine Reiseblogger-Freundin Marion von Escape from Reality hat im Frühjahr nach Tipps rund um Rhein, Main, Mosel, Elbe & Co. gefragt. Daraus entstand der lange Artikel Alles im Fluss: Faszinierende Flüsse & Flusslandschaften in Deutschland. Ich hatte eine Zeitlang überlegt, worüber ich berichten möchte, und bin dann doch bei dem Fluss vor der Haustür gelandet, über den ich bereits ein wenig hier auf dem Blog habe. Von mir gibt's also etwas über die beiden Quellen des Mains und den Zusammenfluss bei Kulmbach.

Mainquelle - Quelle des Weißen Main

Im zweiten Corona-Jahr bieten sich kurze Ausflüge innerhalb Deutschlands an, und Flusslandschaften finde ich besonders faszinierend. Den Artikel kann ich daher jedem ans Herz legen.

Montag, 19. Juli 2021

Kleine Dreiländer-Rundtour nach Polen und Tschechien

Derzeit ist es ja nicht schlecht, wenn man flexibel ist: Die Corona-Situation ändert sich fast täglich und macht daher langfristige Planungen schwer. Die Einreisebedingungen in andere Länder und zurück nach Deutschland ändern sich genauso schnell. Da sind die guten alten Touren mit dem Auto praktisch. Heute sagt man Roadtrip, aber geändert hat sich nicht viel: Man überlegt sich grob eine Route und fährt los.

Während in den Niederlanden und einigen südlichen Reiseländern die Corona-Zahlen wieder steigen, sind sie in unseren östlichen Nachbarländern auf erfreulich niedrigem Niveau. Da ich vier freie Tage hatte, bin ich über die Oberlausitz nach Polen und Tschechien gefahren. Wer wie ich doppelt geimpft ist, darf derzeit ohne Test einreisen; für Tschechien füllt man ein Online-Formular aus.

Wrocław (Breslau) - Gemütlicher Spaziergang am Abend

Das Foto zeigt Wrocław (Breslau), das mir sehr gut gefallen hat. Bei 30°C und Sonne war es ein Traum, die Stadt zu erlaufen. Die Altstadt um den Ring (Stare Miasto) hat mich beeindruckt, aber ebenso das viele Wasser und die freundlichen Menschen.

Ich hatte meine Route grob mit Google Maps geplant (siehe unten) und mir auch bereits Hotels ausgesucht und ein paar Tage vor der Reise gebucht. Wichtig war mir eine gute Balance aus Sehenswürdigkeiten, Stadt und Natur - und es sollte nicht zu stressig sein. Hier meine Tour, beginnend ab Nordbayern:

  • Donnerstag 15.07.2021: Haus Schminke in Löbau, Spaziergang durch Görlitz
  • Freitag 16.07.2021: Stippvisite Legnica, Spaziergang durch Wrocław (Breslau)
  • Samstag 17.07.2021: Jahrhunderthalle und WuWA, Friedenskirche in Świdnica, Fahrt durchs Riesengebirge nach Turnov
  • Sonntag 18.07.2021: Burg Valdštejn im Böhmischen Paradies, Kutná Hora, Rückfahrt

Ich hatte Glück mit dem Wetter bzw. habe mir es so eingerichtet, dass es passte. Da es im Riesengebirge regnete, blieb ich länger in Wrocław und Świdnica und war nur kurz in Jelenia Góra. Erst wollte ich die Burg Valdštejn am Samstagnachmittag erwandern, wegen des Regens wurde es dann Sonntagvormittag. Da hatte ich strahlend blauen Himmel.

Wenn ich Zeit finde, suche ich ein paar Fotos raus und schreibe mehr über die einzelnen Stationen. Dann werde ich die Tage mit den Berichten verlinken. Auf Instagram hatte ich ein paar Fotos und Infos geteilt (hier klicken).

Kutná Hora - Dom der heiligen Barbara

Dieses Foto zeigt meine Kirche - ich heiße ja Barbara. ;-) Auf tschechisch Chrám svaté Barbory ist dieser faszinierend aussehende gotische Kirchenbau natürlich nicht mir, sondern der heiligen Barbara geweiht. Kutná Hora in Tschechien wurde durch Bergbau reich; die Altstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO.

Tipps für Polen und Tschechien: 

Samstag, 5. Juni 2021

Eine Woche Griechische Inseln: Blaue Reise zu Corona-Zeiten mit Mein Schiff 5

Nachdem ich im Jahr 2020 nur eine Reise im Februar unternommen hatte und der Rest des Jahres von Corona und Vorsicht geprägt war, wollte ich dieses Jahr - das Impfungen brachte - wieder etwas mehr von der Welt sehen. Langsam, vorsichtig, herantastend, mit Netz und doppeltem Boden. 

Manche Mutige waren auf eigene Faust unterwegs und ich kannte einen Fall, in dem ein schwieriger Krankenhausaufenthalt im Ausland fällig wurde, zwei andere mit Quarantäne und verfallenem Rückflug - alles sehr aufwändig und wenig erholsam. In Bayern durfte man ab 21. Mai wieder touristisch reisen, Quarantänepflichten für die Wiedereinreise nach Deutschland waren für die meisten Länder auch weggefallen. So war ich dankbar, als es erste Reisen gab, die komplett als Pauschalangebot mit Flug, Reise und mit Coronakonzept angeboten wurden. Ich habe lange überlegt, aber da das Wetter im Mai daheim so übel war, mich die Maßnahmen des Sicherheitskonzepts überzeugten und wir eine erste Impfung intus hatten, habe ich spontan 8 Tage vor Abflug eine dieser Blauen Reisen von TUI Cruises gebucht. 

Barbara mit Mein Schiff 5 - Blaue Reise Griechische Inseln - Kreta

Blau, weil nie klar war, wo die Reise denn hingehen sollte. Die allerersten Reisen der TUI Cruises bestanden, wenn ich das richtig mitbekommen habe, nur aus Hafen und Seetagen und Schauen auf Küsten und Inseln vom Schiff aus. Inzwischen ist das besser, man darf an Häfen anlegen. Landgänge sind weiterhin nur in der Gruppe möglich, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Eine sichere Travel Bubble quasi.