Montag, 31. Dezember 2018

Silvester in Regensburg


Dieses Jahr war ich über Weihnachten und Neujahr zu Hause und nicht auf Reisen. Ein paar Tage vor Silvester sprach der Gärtner der Spielwiese an, dass wir ja mal wieder nach Regensburg könnten. Ich war schon ein paar Mal dort und bekam sogar einmal eine gute Stadtführung, was ich sehr empfehlen kann. Ein paar sommerliche Impressionen aus Regensburg habe ich auf dem Blog schon mal gezeigt.

So kam ich auf die Idee, die Stadt an Silvester zu besuchen. Es war nicht mehr ganz einfach, ein zentral gelegenes Hotel zu finden, aber ich bekam dann doch noch ein schönes Zimmer im Hotel Elements direkt am Dom. Mir ist es bei Städtereisen wichtig, im Stadtzentrum zu wohnen. Gerade an Silvester trinkt man ja auch mal was, da ist es super, wenn man zu Fuß zurück ins Hotel kommt. Parkplätze gab es direkt daneben.



Wir kamen am 31. Dezember nachmittags in der viertgrößte Stadt Bayerns an und blieben bis 1. Januar nachmittags. In den 24 Stunden war genügend Zeit, durch die schöne Altstadt von Regensburg zu bummeln und das Leben zu genießen.

Bummel durch die Altstadt von Regensburg


Seit dem 2006 gehört die weitgehend erhaltene Regensburger Altstadt samt Stadtamhof mit ihren historischen Ensembles und Baudenkmälern zum UNESCO-Welterbe. Eine starke Zunahme an Touristen gibt es bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts, außerdem bevölkern viele Studenten die Stadt - Regensburg ist also vielseitig und es tut sich was.

Ich mische jetzt die Fotos der beiden Tage. Da es am ersten Tag dunkel war und am zweiten Tag viel geregnet hat, war es zum Fotografieren nicht ideal.



Eine Hauptsehenswürdigkeit ist die Steinerne Brücke mit dem Brückturm. Sie wurde 1135 bis 1146 gebaut und gehört zu den bedeutendsten Brückenbauwerken des Mittelalters. Sie war Vorbild für die berühmte Prager Karlsbrücke. Daneben findet man die historische Wurstkuchl; sie gilt als älteste Wurstbraterei der Welt. Man sieht die Brücke auf dem obersten Foto des Beitrags. Hier ist der Blick durch den Brückturm, wenn man von der Altstadt hin kommt.

Regensburg war im Mittelalter und bis in die Neuzeit eine Handelsstadt von europäischer Bedeutung. Entsprechend prachtvoll sind einige der Patriziergebäude in der Altstadt.



Das Enslin-Haus hier auf dem Foto ist gotisch mit einer frühklassizistischen Fassade. Es war im 15. Jahrhunder Besitz der Familie Peringer, wurde dann aber Ende des 18. Jahrhunderts vom Conditormeister Johann Caspar Enslin im Zopfstil überformt. Ich finde, das passt auch zu einer Konditorei.

Übrigens befindet sich auch das erste Kaffeehaus Deutschlands in Regensburg, seit 1686. Davon habe ich nur die Barbara-Pralinen bewundert, es aber nicht fotografiert. Es liegt gegenüber des Rathauses. Das Alte Rathaus beherbergt ein Museum zur Geschichte der Regensburger Reichstage. Am Rathaus treffen sich auch die Teilnehmer von Stadtführungen der Touristeninformation. Außerdem gibt es Stadtführungen der Stadtmaus, die unterschiedliche Treffpunkte haben, u.a. am Dom.



Das Alte Rathaus, hier rechts im Bild, mit dem Reichssaal ist historisch relevant, es war Sitz des Immerwährenden Reichstages. Der Immerwährende Reichstag war von 1663 bis 1806 die Bezeichnung für die Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich. Zuvor tagte der Reichstag in unterschiedlichen Städten, ab 1594 in Regensburg, 1663 wurde er nicht mehr aufgelöst, daher die Bezeichnung. Die letzte Tagung 1803 mit der Annahme des Reichsdeputationshauptschlusses statt, der die Neuordnung des Reiches anordnete. 1806 erfolgte die endgültige Auflösung des Reiches.



Hier noch einmal im Dunkeln von weiter weg. Es steht ein großer Weihnachtsbaum davor.

In Regensburg gibt es eine Vielzahl historischer Kirchen und mehrere teils ehemalige Klöster. Außerdem wie oben geschrieben auch Patrizierhäuser und einen Herzogshof mit Römerturm am heutigen Alten Kornmarkt. Dieser bildete die frühere Herzogspfalz der agilolfingischen Herzöge. In Regensburg gibt es außerdem einige Türme, die vor allem im 13. und 14. Jahrhundert gebaut wurden. Der höchste ist 50 Meter hoch. Sie waren Machtdemonstration von reichen Kaufleuten und Adligen.

Hier ein paar Impressionen vom Spaziergang am Neujahrstag:










Das fürstliche Schloss St. Emmeram der Thurn und Taxis ist mit 500 Zimmern das größte bewohnte Schloss in Deutschland. Reich geworden ist das Adelsgeschlecht durch den Betrieb der Kaiserlichen Reichspost. Bekannt aus den Medien ist heutzutage Gloria von Thurn und Taxis, die nach dem Tod ihres Mannes das Familienunternehmen sanierte. Neben und nach der Post beschäftigte man sich nämlich mit diversen Privatbanken, Immobilien und Industriebeteiligungen; u.a. wurde ein Teil ihres Erbes versteigert.



Die ehemalige Remise des Schlosses wurde vor einigen Jahren zu einer Gasthausbrauerei namens Brauhaus am Schloss ausgebaut. Sie sieht einladend aus und war am Silvesterabend geöffnet.

Überhaupt waren sehr viele Restaurants und Kneipen geöffnet; für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wie ich unten bei den Tipps nochmal schreibe, kann es natürlich passieren, dass man an Silvester nur noch reservierte Tische findet und weiter ziehen muss. Aber wer etwas sucht, findet sicherlich etwas zu essen und zu trinken.

Ich bin an diesem Tag laut Schrittzähler übrigens um die 20.000 Schritte gegangen. ;-)

Regensburger Dom


Der Dom St. Peter ist die Hauptkirche Regensburgs und Kathedrale des gleichnamigen Bistums. Mit seiner reichen Ausstattung gehört der Regensburger Dom neben dem Dom in Köln zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Deutschland. Mit dem Bau des heutigen Doms wurde 1275 begonnen, nachdem ein Vorgängerbau abgebrannt war. Die erste Bauphase dauerte 200 Jahre, daher stammt der klassische Stil der Gotik.



Im 17. Jahrhundert wurde weitergebaut, damals mit barocken Stilelemente, die allerdings im 19. Jahrhundert weitgehend entfernt wurden. Die Domtürme wurden 1872 vollendet, nach knapp 600 Jahren Bauzeit.



Normalerweise kann man in den Dom hinein und ihn besichtigen. Es gibt es öffentliche Führungen, allerdings nicht zu Silvester und Neujahr. Der Dom ist allerdings offen, aber nicht für Besichtigungen sondern nur für Gottesdienstbesucher.



Wir kamen zufällig an, als die 17 Uhr Messe stattfand und für mich als Nicht-Katholik war das ein interessantes Erlebnis. Die Veranstaltung nennt sich Pontifikalmesse zum Jahresschluss, der Bischof predigt, die Regensburger Domspatzen singen. Ganz bis zum Ende habe ich nicht durchgehalten, zumal es in dem Dom sehr kalt ist, aber immerhin.



Silvesterfeuerwerk in Regensburg


Bereits am frühen Abend gegen 19 oder 20 Uhr werden Absperrungen an der Steinernen Brücke und am Ufer aufgebaut. Gegen 23:30 Uhr füllt sich plötzlich die Innenstadt.Viele, die zuvor in Restaurants ausgeharrt hatten, kommen auf die Straßen und suchen sich einen Platz, um das Feuerwerk zu sehen oder selbst Böller oder Raketen zu zünden.




Relativ voll wurde es am Ufer von der Steinernen Brücke aus in Richtung Osten. Wir sind über die etwas östliche gelegene Eiserne Brücke zu Fuß auf die dortige Insel und haben uns Richtung Westen durchgeschlagen. Dort gibt es einen Platz, von dem aus man sowohl die Altstadt als auch den Dom und das Donauufer der Altstadt sehen kann. Ich hatte nur mein Smartphone dabei; entsprechend mies sind die Fotos. In Wirklichkeit sah es beeindruckender aus. :-)

Silvester in Regensburg - Feuerwerk um Mitternacht über der Altstad

Nach dem Feuerwerk sind wir zu Fuß zurück in die Altstadt und ins Hotel.

Tipps für Regensburg und Tipps für Regensburg an Silvester

  • Regensburg liegt in Bayern und ist über die Autobahn (mehrere Ausfahrten der A3 und A93) und mit der Bahn gut erreichbar. 
  • Hotel bzw. Unterkunft möglichst frühzeitig buchen! Je knapper man zeitlich ist, desto knapper und entsprechend teurer wird das Angebot! Manche Hotels bieten Pauschalen mit Menü an.
  • Wer Wert auf etwas späteres und gutes Abendessen am Silvestertag legt, sollte einen Tisch in einem Restaurant reservieren. Wenn man früher dran ist oder flexibel, findet man auch am Abend selbst noch etwas. Auch an Neujahr waren einige Restaurants und Cafés geschlossen; in der Altstadt findet man aber sicher etwas. 
  • Auf der Steinernen Brücke gibt es kein Feuerwerk, d.h. man sollte sich in der Altstadt oder nahe der Donau einen Platz mit Aussicht suchen. Wir sind über die Eiserne Brücke auf die Donau-Insel (Navi: Wöhrdstraße) und in Richtung Steinerne Brücke gelaufen.
  • In Regensburg darf man noch Feuerwerk zünden und mit Flaschen und Gläsern durch die Gegend laufen, d.h. aufpassen! Wer mag, bringt sich Sekt und Gläser mit und stößt um Mitternacht an. 
  • Viele Museen und öffentliche Führungen sind zu diesen Terminen geschlossen bzw. finden nicht statt. Also vorher informieren. 
  • In der Stadt gibt es Silvesterbälle und -buffets mit Tanz zu Live-Musik. Hierfür muss man frühzeitig buchen. 
  • Wer früh dran ist und Lust hat, auf der Donau zu fahren, bucht sich den Abend über auf einem der Schiffe ein, die mit Buffet und Live-Musik werben und um 24 Uhr wieder in Regensburg sind, so dass man das Feuerwerk vom Schiff aus sehen kann.

Kommentare:

  1. Ich war vpr zwei Jahren im Sommer dort.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  2. Mach dich nicht so schlecht! Die Fotos vermitteln einen guten Eindruck, und der Text rundet alles prima ab! Macht richtig Appetit! Regensburg ist tatsächlich eine der wenigen geschichtsträchtigen Städte, die wir noch nicht kennen. Herzliche Grüße von den Entdeckern!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Smartphone macht bei Tageslicht ganz gute Fotos, aber beim Feuerwerk hätte ich mir doch eine richtige Kamera gewünscht. Mein Mann hat mit einer kleinen Digitalkamera fotografiert; die Fotos sind um Klassen besser.

      Löschen
  3. Regensburg ist eine super süße Stadt. Mach dir doch bitte keine Gedanken über deine Bilder, wenn man solches Wetter hat, ist es einfach authentisch und schlecht sind sie sicher nicht.
    Abgesehen davon, es geht um deine schönen Inhalte, die echt Lust auf Regensburg machen.
    Liebe Grüße, Katja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Katja,
      ja, Du hast recht - man hat nicht immer strahlend blauen Himmel, und Fotos retuschieren können Zeitschriften machen, ich halte mich da zurück.
      Regensburg lohnt nicht nur im Sommer, die Stadt ist wirklich ein Juwel und Regensburg an Silvester fand ich klasse.
      Liebe Grüße
      Barbara

      Löschen

Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. die IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu finden sich in der Datenschutzerklärung auf dem Blog und in der Datenschutzerklärung von Google.