Montag, 10. März 2014

Longshan Tempel, Palastmuseum, Shilin Nachtmarkt

Nach einem geschäftlichen Termin am Morgen habe ich mir mit einem Geschäftspartner zusammen den bekannten Longshan Tempel angeschaut.

Longshan Tempel, Taipei


Der Longshan Tempel (龍山寺 Lóngshānsī, übersetzt heißt das Drachenberg-Tempel) ist Taipeis ältester Tempel. Er wurde 1738 erbaut, und zwar von chinesichen Auswanderern, die sich hier ansiedelten. Der Tempel liegt im Stadtteil Wanhua und ist mit der U-Bahn einfach zu erreichen (Ausgang 4 der Station Longshan Temple). Der Tempel ist beliebt und sehr gut besucht, man ist dort also nicht allein.

Longshan Tempel, Taipei

Vor dem Eingangsbereich sind mir Papierfiguren aufgefallen, kunstvoll und bunt. Davor stauten sich Menschen.

Longshan Tempel, Taipei

Innen drin ist der Tempel auch interessant: Die symmetrische Anlage besteht aus drei Hallen, Vorhalle, Haupthalle, hintere Halle. Mehr als 150 Götterstatuen befinden sich in der Tempelanlage, man hat also eine große Auswahl, wen man verehren möchte.

Der Tempel ist der buddhistischen Göttin Guanyin gewidmet, deren Statue Erdbeben, Taifune und Bomben des 2. Weltkriegs unbeschadet überstand, was natürlich eine besondere Anziehungskraft ausübt. 

Longshan Tempel, Taipei

Im Innenhof befinden sich ein reich verzierter sechseckiger Glockenturm gegenüber vom ebenso prachtvolle Trommelturm. In den Türmen sind Glocken und Trommeln für besondere Anlässe untergebracht. Eine Glocke wird morgens geläutet, die Trommel abends angeschlagen, um die Gläubigen an das Rezitieren ihrer Sutras und die Ausführung ihrer ordnungsgemäßen Zeremonien zu erinnern.

Longshan Tempel, Taipei

Es ist sehr interessant, Gläubige zu beobachten: Manche sind in sich versunken und verbringen viel Zeit hier; viele schauen nur kurz vorbei, zünden ein Räucherstäbchen an und gehen gleich wieder weiter.

Longshan Tempel, Taipei

Wie üblich in der Nähe chinesischer Tempel gibt es außerhalb aber nicht weit kleine Buden, an denen man sich etwas zu essen kaufen kann.

Nationales Palastmuseum


Das Nationle Palastmuseum ist die Schatzkammer Taiwans, eigentlich die Schatzkammer Chinas: Es beherbergt die weltweit größte Sammlung chinesischer Kunstwerke und hat einen unschätzbaren Wert. Für mich als Sinologin also ein absolutes Muss!

Nationales Palastmuseum Taipei

Mit dieser Sammlung wurde übrigens vor über 1.000 Jahren begonnen, sie beinhaltet Stücke aus der kompletten chinesischen Geschichte bis zurück zur Steinzeit; nur Teile können ausgestellt werden. Früher war das Museum in Peking, es handelt sich nämlich um Teile der kaiserliche Sammlung aus der Verbotenen Stadt, die durch Chiang Kai-shek nach Taiwan gebracht wurden, als er 1949 von China auf die Insel Taiwan floh.

Nationales Palastmuseum Taipei

Das Museum wurde in den 1960ern errichtet und in manchen Teilen merkt man das auch; moderne Museen sind anders gestaltet, allerdings braucht dieses nicht mit Multimedia usw. zu protzen, die Ausstellungsstücke sprechen für sich selbst. Über 5 Millionen Besucher jährlich kommen hierher. Und sie sind genauso gebannt und begeistert wie ich. Ich konnte mich kaum sattsehen. Innen drin darf man nicht fotografieren.

Nationales Palastmuseum Taipei

Ich bin geblieben, bis es geschlossen hat. Und könnte ein paar Wochen hier verbringen... ;-)

Nationales Palastmuseum Taipei

Das Museum hat täglich zwischen 8:30 und 18:30 Uhr geöffnet, manchmal länger. Mit der Metro fährt man zur Station Shilin und von dort mit einem der Busse zum Museum. Orientieren kann man sich im Museum mit der Beschilderung oder mit Audioguides, es gibt zudem kostenlose englische Führungen. Aktuelle Informationen findet man auf der Website des Museums, sogar auf Deutsch.

Shilin Nachtmarkt


Am Abend bin ich über den wohl bekanntesten Nachtmarkt Taiwans geschlendert. Der Shilin Nachtmarkt (士林夜市) in der Hauptstadt Taipei hat mir sehr gut gefallen. Man findet hier alles, was man sich vorstellen kann!

Shilin Nachtmarkt Taipei, Taiwan - Markthalle

Es gibt eine Menge zu essen, kleine Buden, auch einfache Restaurants, daneben Spielbuden, auch für Kinder, große und kleine Läden sowie eine Menge kleine Stände mit Kleidung, Schuhen, Kosmetika, Musik, Tee, usw. - alles, was das Herz begehrt.

Man erreicht den Nachtmarkt ganz einfach entweder von der Jiantan oder der Shilin MRT-Station. Er ist gut beschildert. Es gibt in Shilin eine Menge kleinere Straßen, auch einen Platz, an dem ein gut besuchter Tempel ist, und eine Art Markthallengebäude. Nach dem Besuch des Palastmuseums lag Shilin also auf dem Weg. Vom Nachtmarkt habe ich ein paar Fotos geschossen, die aufgrund der Dunkelheit meist nicht so super geworden sind. Aber da sie einen Eindruck vermitteln, teile ich sie gerne mit Euch. Viel Spaß dabei!

Shilin Nachtmarkt Taipei

Hier eine Stelle, an der es nicht sooo voll war. Die Menschen gehen zum Shoppen hin und genießen dabei das Essen, das angeboten wird. Bei vielen hat man den Eindruck, sie gehen vor allem wegen der leckeren Speisen hin. Was Klamotten angeht, findet man ein breites Spektrum.

Frische Spieße werden an einem der Marktstände gebraten. Das gefällt mir immer, hygienisch einwandfrei, frisch, guter Durchsatz, viele Kunden, freundliche Händler.

Shilin Nachtmarkt Taipei

Taiwan ist ein Früchteparadies. Es gibt eine große Auswahl an tropischen Früchten, die man bedenkenlos essen kann. Zurzeit ist auch Erdbeersaison.

Shilin Nachtmarkt Taipei

Zwischendurch gibt es jahrmarktmäßige Stände. Vor allem Kinder hatten hier ihren Spaß.

Shilin Nachtmarkt Taipei
Da der Bubble Tea in Taiwan erfunden wurde, angeblich auf den bekannten Nachtmärkten, auch ein Foto des Angebots hier. Es gibt eine Menge verschiedene Sorten.

Shilin Nachtmarkt Taipei - Bubble Tea

Im Untergeschoss der Markthalle ist einer dieser typischen Foodcourts mit frisch gekochtem Essen, einer großen Auswahl und einfachen Stühlen, an denen man essen kann.

Shilin Nachtmarkt Taipei
Was die Fotos nicht transportieren können, sind natürlich die beeindruckenden Geräusche und Gerüche sowie die Stimmung dort. Sehr angenehm, entspannt, lauter nette Menschen um einen herum, die ihren Spaß haben. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.

Dies ist Teil eines Berichts über meine erste Reise nach Taiwan, ich war ein paar Tage in Taipei. Details dazu, Tipps für Taipei und was ich die anderen Tage gemacht habe, findet sich hier.

Kommentare:

  1. Das Palastmuseum könnte mir auch gefallen, auch wenn ich keine Sinologin bin. Ich muss ja auch immer überall die großen Kunstgeschichtlichen und Archäologischen Museen besuchen. Solche Streetmarket Stände liebe ich ja auch! Solange das Essen vegetarisch ist, nehme ich alles. In China hätte ich allerdings manchmal bedenken, bei den Dingen, die ich da so aufgespießt sehe :)
    Aber gerade an gebackenen Speisen oder Früchten finde ich das Angebot auf solchen asiatischen Märkten immer super.

    Lg Miriam

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    1. Hallo Miriam,
      Kunstgeschichte und Archäologie interessiert uns Reisende doch sehr, fällt mir immer wieder auf. Bei mir gibt's eine Kategorie "alte Steine". ;-)
      In Taiwan kann man sich sicher sein, dass man gutes Essen bekommt, genauso wie in Singapur - beides super chinesisches Streetfood.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  2. Liebe Barbara, Nachtmärkte kenne ich erst seit kurzem aus Thailand. Ich mag sie gerne: ungezwungen, leckeres Essen und man findet einfach alles.
    Das Museum würde mich auch reizen. Ich habe ein Faible für Geschichte und Archäologie und in solchen Museen vergesse ich komplett die Zeit
    Viele Grüße Simone

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    1. Hallo Simone,
      Thailand ist was das Essen angeht auch eins der Highlights überhaupt, finde ich. Was ich da schon an Garküchen gegessen habe... Lecker!
      Das Museum würde Dir sicher gut gefallen.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Hallo Barbara,

    das ist wirklich eine ganz eigene und faszinierende Welt.
    Was ich mich beim Betrachten der Fotos aus dem Tempel frage: Welche Rolle spielen die riesigen Badeenten?

    Liebe Grüße
    Gina

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    1. Hallo Gina,
      das mit den Badeenten konnte ich auch nicht rauskriegen, wobei ich ehrlich gesagt mich nicht getraut habe, die Gläubigen zu fragen...
      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Liebe Barbara,
    China ist wirklich reizvoll. Sind das echt riesige Papierenten? Wow, die Faltanleitung hätte ich gerne für meinen Bastelblog.
    Der Nachtmarkt gefällt mir, ich würde mich bestimmt von einem Stand zum nächsten essen...
    Lieben Gruß, Susanne

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    1. Hallo Susanne,
      ja, das sind Enten aus Papier. Wer weiß, wenn Du googelst, vielleicht findest Du ein Muster dafür? Als ich in Taiwan war, gab's überall papierne große Tiere.
      Liebe Grüße
      Barbara

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