Samstag, 22. Februar 2014

Qibao

Ein Besuch in Qibao bietet sich von Shanghai aus an, wenn man nur ein paar Stunden Zeit hat und trotzdem etwas vom Flair der Wasserstädte um Shanghai herum erleben möchte. Qibao liegt nämlich verkehrsgünstig und ist mit der Metrolinie 9 schnell erreichbar, die Station heißt auch Qibao und auf chinesisch 七宝站.

Die sieben Schätze (so die Übersetzung) sind nicht mehr alle vorhanden, aber es ist ein malerischer Ort mit vielen renovierten Sehenswürdigkeiten, einem Kanal mit Ausflugsbooten und vielen Fressbuden. Vor allem am Wochenende ist es dort sehr sehr voll, da auch viele Shanghaier nach Qibao fahren.

Qibao

Von der Metrostation ist alles ausgeschildert, Richtung Qibao Old Street oder Qibao Ancient Town. Am Tor gibt es eine Kasse, in der man ein Ticket für die verschiedenen Sehenswürdigkeiten kaufen kann. Man kommt auch ohne Ticket in das Stadtviertel und kann sich treiben lassen. Das Ticket kostet 45 Yuan, man bekommt einen Plan dazu. Ich fand die einzelnen Stationen sehenswert und interessant.

Qibao Eintrittskarte

Die einzelnen Sehenswürdigkeiten, für die man das Ticket braucht, sind nicht ganz so überlaufen wie der Rest der Straßen. Ich fand es angenehm, zwischendurch diese Ruhe zu genießen und mich dann wieder ins Gewimmel zu stürzen.

Qibao - Glockenturm

Qibao ist vielseitig:

Es gibt einen Tempel, einen Glockenturm (man kann auch an die Glocke schlagen), ein Museum über Grillen, alte Handelshäuser, ein Textilmuseum, verschiedene Gallerien zu Kunst und Kalligrafie. Diese Orte sind mit dem Ticket abgegolten. Beim Eintritt in die jeweilige Sehenswürdigkeit wird das Ticket kontrolliert.

Daneben findet man in Qibao normale Läden, die Kleidung, Haushaltsprodukte, Kosmetika, Papier, Bücher usw. verkaufen.










Hier ein Blick auf die Glocke im Innern des Glockenturms.

Qibao - Glocke im Glockenturm

Im Textilmuseum werden typische Szenen nachgestellt. Das hat mir ganz gut gefallen; China war ja immer schon bekannt für Seide und andere Stoffe und ist auch heutzutage einer der größten Textilproduzenten der Welt. Es gibt viele Informationen dazu, auch die Seidenproduktion und -geschichte wird erklärt.

Qibao - Textilmuseum

Großräumig. Da hat es Platz und ich fand es angenehm ruhig.

Qibao - Eingang zum Textilmuseum

Das Textilmuseum liegt in einer schönen Anlage, die etwas typisch chinesisches ausstrahlt. Gerade für Besucher oder Bewohner Shanghais, die sonst so viel Großstadt, Wolkenkratzer und moderne Shopping Malls sehen, ist das eine angenehme Abwechslung.

Man kann auch kleine Strecken mit dem Boot fahren.














Ein Grund für viele Chinesen, Qibao zu besuchen, ist offensichtlich: Man bekommt in Qibao fast alles zu essen, was man sich nur vorstellen kann. Frische Kokosnüsse und Obst, Stinketofu, gegrillte Spieße, Wachteleier, Süßigkeiten aus Klebreis, frisch gepresstes Zuckerrohr, Brot, Gebäck, eine super Auswahl und authentisch.

Qibao - chinesischer Imbiss

Alles wird frisch zubereitet, man kann zuschauen und auch schon mal vom Aussehen oder dem Geruch überlegen, ob man es probieren möchte. Die Preise sind moderat.

Qibao - chinesischer Imbiss

Die gesalzenen gekochten Wachteleier kann ich empfehlen, die sind echt lecker. Sie sind im folgenden Foto links in dieser Art Salzofen. Man kann sie einfach so knabbern, schälen und essen.



Ich habe einige Familien gesehen, die sich Fleisch oder Geflügel für Zuhause eingepackt haben.



Es gibt auch eingelegtes Gemüse in allen Variationen.



Diese Süßigkeiten aus Klebreismehl schmecken auch sehr lecker.



Abends kommen zu den fest installierten Essensangeboten noch fliegende Händler dazu, wie diese Frau links im Foto. Sie bringt Teig mit und backt daraus Brote. Man kann das halbwegs erkennnen, der Teig wird ausgerollt und teils gefüllt, mit Öl bestrichen, mit Sesam bestreut und in diesem runden Backofen (links im Foto) an den Innenrand der Backtonne geklebt und frisch gebacken. Das Brot ist echt lecker, ich habe mir eins gekauft.



Aber: Auch in China gibt es schwarze Schafe; es kommt immer mal vor, dass Garküchenbesitzer oder kleine Restaurants an Zutaten sparen. Manchmal ist das Öl nicht gut und eigentlich nicht zum Verzehr geeignet, kürzlich gab es einen Skandal mit Trinkhalmen aus nicht-lebensmittelechtem Kunststoff, die für Bubble Tea verwendet wurden. Ich kenne Chinesen, die gar nicht mehr in solchen Garküchen essen und stattdessen Bioprodukte kaufen. Persönlich hatte ich noch kein Problem, aber ich achte auch immer darauf, nur dort zu kaufen, wo was los ist. Das ist meist ein gutes Zeichen.



So kann man sich eigentlich den ganzen Tag lang durchfuttern, dabei mal mit dem Boot fahren, dann wieder eine Ausstellung oder ein kleines Museum besuchen, Leute beobachten, es sich gut gehen lassen. So wie ich hier. :-)

Qibao - Barbara auf dem Boot mit kleinem Snack

Es gibt auch Teehäuser direkt am Kanal, so wie unten links (das Zeichen auf der roten Fahne heißt Tee ​茶 , Pinyin chá), teils zweistöckig. Neben Tee bekommt man kleine Snacks, z.B. Dim sum. Ich fand das sehr entspannend, man schaut aufs Wasser und genießt seinen Tee. Je später der Nachmittag, desto leerer wird es in den Teehäusern.



So sieht die Abendstimmung aus. Qibao leert sich dann langsam und es wird Zeit, die nächste Metro ins Stadtzentrum zu nehmen, um dort noch etwas trinken zu gehen. Hunger hat man keinen mehr... ;-)



Weitere Tipps für Shanghai und Tagesausflüge von Shanghai aus habe ich hier zusammengestellt.

Kommentare:

  1. Liebe Barbara,
    Qibao scheint ja wirklich einen Besuch wert zu sein. Ich war ja bisher noch nicht in China, aber das sieht sehr spannend aus. Die Wasserstädte finde ich besonders faszinierend - und natürlich was da so alles in den Kochtopf kommt :-)
    Liebe Grüße,
    Marion

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    1. Liebe Marion,
      falls Du mal vorhast, nach China zu fahren: Lass' es mich wissen! Ich hab' da echt noch mehr Tipps... :-)
      Ich finde die Wasserstädte auch so schön, weil sie so entspannt sind und noch ein wenig vom alten China zeigen.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  2. Liebe Barbara, ich hatte Qibao bisher gar nicht auf dem Schirm, aber dein Post macht große Lust es zu besuchen. Ich mag es Kultur und alte Gebäude und Museen zu besichtigen und so einen Teil der Geschichte aufzunehmen. In Qibao hört es sich nach einem tollen Mix aus Historie und Gegenwart an, das ist eine Reise wert! Danke für die Inspiration, am liebsten würde ich jetzt in dem Teehaus sitzen und dem Treiben zusehen :)
    Viele Grüße
    Simone

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    1. Hallo Simone, in London kriegst Du ja auch chinesische Küche, aber diese kleinen Buden am Straßenrand, dafür muss man doch nach China fahren. Qibao hat sich die letzten Jahre super entwickelt, es wurde renoviert, inzwischen lohnt es sich echt!
      Liebe Grüße
      Barbara

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  3. Liebe Barbara,

    da bekommt man einen tollen Eindruck von Qibao. Ich mag Wasserstädte auch echt gerne und noch lieber mag ich Märkte voller Essen. So schön authentisch und bestimmt wahnsinnig lecker sieht das alles aus.

    Viele Grüße

    Victoria

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    1. Hallo Victoria,

      in Thailand habt Ihr ja auch tolle Märkte voller Essen. Auch schön. Ja, Qibao gefällt mir gut.

      Liebe Grüße
      Barbara

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  4. Qibao hatte ich noch nie vorher gehört. Gerade so etwas liebe ich ja an Reiseblogs, man entdeckt immer neue Fleckchen dieser Erde. Toll! Und das Angebot an Essen ist ja mal der Wahnsinn! Unfassbar diese Streetfoodmärkte. Liebe Grüße Sbaine

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    1. Hallo Sabine,

      Zhujiajiao oder Zhouzhuang sind eigentlich auch bekannter, die sind nur etwas weiter weg und nicht so schön mit der Metro zu erreichen. Für die, die wenig Zeit haben, empfehle ich echt Qibao, und was das Essen angeht, gibt's dort wirklich eine große Auswahl.

      Liebe Grüße
      Barbara

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  5. Liebe Barbara,
    was für ein schöner Bericht, der richtig Hunger macht. Ich hab, genau wie Sabine, allerdings noch nie etwas von Qibao gehört. Die Straßenstände sind der Wahnsinn und deine Fotos zeigen, dass es hier wohl wirklich alles zu Essen gibt, wonach einem der Sinn stehen könnte. Ich glaube, ich müsste mich von Stand zu Stand essen. XD

    Viele liebe Grüße
    Kathi

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    1. Hallo Kathi,

      danke für Deinen Kommentar. Es gibt wirklich so ziemlich alles, und ich denke, jedes Jahr kommen wieder ein paar neue Sachen dazu. Ich hatte noch viel mehr Fotos, aber irgendwie musste ich mich entscheiden...

      Liebe Grüße
      Barbara

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  6. Moin Barbara, auf so einen asiatischen Foodmarket muss ich auch unbedingt einmal, ob ich von Stinketofu probiere, weiß ich nicht, ich mag das Zeug in seiner geruchslosen Form ja schon nicht, aber alles andere sieht sehr verlockend aus... LG, Eddy

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    1. Hallo Eddy,

      der Stinketofu kostet etwas Überwindung und bei mir ist es eher die Tagesform, ob ich ihn esse oder eher nicht. Geruchlos ist langweilig, Tofu schmeckt wirklich erst gut zubereitet.

      Wir sollten mal gemeinsam Foodmarkets besuchen - ich schließe mich Dir in Südamerika an, und dafür zeige ich Dir welche in Asien. :-)

      Liebe Grüße
      Barbara

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  7. Ich finde es immer wieder interessant, welches Essen in anderen Ländern gegessen wird, Sachen von denen man noch nie gehört hat. Deshalb gehört Essen und Reisen auch für mich irgendwie zusammen. Die fremde Küche ist doch immer spannend.

    VG, Nina

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    1. Hallo Nina,
      ja, mir geht's genauso! Oft plane ich tolle Restaurants ein, aber wenn ich dann vor Ort bin, dann lande ich meist in einfachen Garküchen oder auch diesen typischen Restaurants mit Plastikstühlen aber superfrischer Küche. Man ist da näher dran am normalen Leben.
      Liebe Grüße
      Barbara

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  8. Liebe Barbara,,
    danke für Deinen Bericht. Vieles, was Du beschreiben hast, hört sich sehr lecker an und die Bilder sahen auch gut aus. Das frisch gebackene Brot hätte ich wirklich gerne probiert. Den Stinketofu allerdings nicht...
    Aber sag mal: Das Museum über Grillen... Ging es da um die Tiere? Und was wurde dort ausgestellt?
    LG Diana

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    1. Hallo Diana,

      danke für Deinen Kommentar! Stinketofu scheint allgemein nicht sehr beliebt zu sein. ;-)

      Ich schau' mal, ob ich noch was über die Grillen finde, ich glaube, damals hatte ich auch in jenem Museum fotografiert. Die wurden dort ausgestellt, tot, hinter Glas. Kennst Du als Biologin Dich aus mit diesen Tieren?

      Liebe Grüße
      Barbara

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  9. Liebe Barbara, ich bin immer ganz fasziniert, wo es dich überall hin verschlägt. Das Essensangebot ist ziemlich unüberschaubar, manches erscheint mir auch nicht ganz vertrauenswürdig ;-) Shangai steht auf meiner Wishlist, mal schauen, ob sich das in diesem Leben noch ausgeht, bei dem, was ich noch alles vorhabe. Ganz liebe Grüße, Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      ich würde auch nicht alles essen, aber die hygienischen Verhältnisse sind dort eigentlich ganz okay. Ich habe mir in Deutschland schon öfter den Magen versaut als in chinesischen Garküchen... Aber das ist ein anderes Thema. ;-)
      Liebe Grüße
      Barbara

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  10. NNoch bin ich nicht ganz sicher, welches Wasserdorf ich bei meinem nächsten Besuch in Shanghai besuchen werde, aber Qibao sieht gut aus. Und Dein Artikel macht Lust drauf.
    LG
    Ulrike

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    1. Qibao ist logistisch das einfachste, weil es mit der Metro erreichbar ist. Zhujiajiao gefällt mir ehrlich gesagt besser, es ist auch größer und grüner, mit Parks und größerer Bootsfahrt. Darüber gibt es auch einen Bericht hier auf dem Blog.
      Voll sind beide. ;-)

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Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

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