Mittwoch, 24. August 2016

Anreise nach Sibiu, Stadtbummel

Über den Flug schreibe ich auch ein wenig bei der allgemeinen Info zu meiner Reise; da sind auch Fotos vom Beinabstand, vom Kaffee und vom Flugzeug innen sowie ein Foto vom Landeanflug dabei. Das lief alles rund, ich hatte bei schönem Sommerwetter ab und zu Wolken, aber eine super Aussicht auf die ganze Region, über die wir geflogen sind.

Kurz vor der Landung begeisterten mich die Karpaten und kleine Orte mit Wehrkirchen, die man von oben ganz gut sehen konnte.



Der Flughafen Sibiu ist übersichtlich. Man landet, verlässt das Flugzeug über zwei Treppen (vorne und hinten) und läuft zum Gebäude.

Sibiu - internationaler Flughafen

Alles ist gut organisiert, man muss durch eine Passkontrolle, die ein wenig dauerte. Der Personalausweis reicht. Man zeigt ihn vor und geht dann weiter, bis man in der Haupthalle ist. Dort gibt es Infotafeln mit Sehenswürdigkeiten der Umgebung und einen Geldautomaten, an dem man sich Geld ziehen kann.

Fahrt vom Flughafen Sibiu in die Stadt 


Leider hat der Geldautomat nur Hunderter ausgespuckt, 100 Lei sind zwar nur etwas mehr als 20,- Euro, allerdings war mein Taxifahrer nicht in der Lage, diese zu wechseln. Es war aber später kein Problem, in einer Bar nahe des Hotels einen Schein klein zu machen und den Taxifahrer zu bezahlen.

Taxis am Flughafen Sibiu, Rumänien, rumänische Taxis


Wenn man aus dem Flughafengebäude heraus kommt, sieht man gleich die kleinen gelben Taxis. Für die Fahrt in die Innenstadt hat mein Fahrer sofort den Taxameter eingeschaltet. Je nachdem wo man hin möchte, zahlt man zwischen 3 und 5 Euro. Ich finde das überschaubar.

Billiger geht es natürlich mit dem Bus: Für den Ticketautomaten braucht man Münzen, ein Ticket kostet mit 1,50 Lei ungefähr ein Zehntel des Taxis, jede 20 Minuten fährt ein Bus der Linie 11 in die Innenstadt. Notfalls kann man die 5 km in die Stadt auch laufen.

Auf dem Weg in die Stadt fühlt man sich fast daheim - Metro, Penny, Lidl, Kaufland, McDonald's, Hornbach. Je näher man in die Innenstadt kommt, desto schöner und älter und sanierter werden die Gebäude.

Hotel Imparatul Romanilor Römischer Kaiser, Sibiu


Ich hatte länger überlegt, wo ich wohnen wollte und hatte mich dann für ein Hotel im Stadtzentrum entschieden.

Hotel Imparatul Romanilor Römischer Kaiser, Sibiu

Die Entfernungen in Sibiu sind zwar nicht riesig, aber ich wollte dann doch keines der modernen Hotels außerhalb. Hotel Imparatul Romanilor oder Römischer Kaiser heißt das Hotel, in dem ich war. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Oben ein Foto der Eingangshalle, unten mein Zimmer. Es war geräumig und hat mir gut gefallen.

Hotel Imparatul Romanilor Römischer Kaiser, Sibiu

Das Hotel hat 3 Sterne, 93 Zimmer, 24-Std. Rezeption, WLAN inklusive, Hallenbad, Whirlpool, Sauna und Fitnesszimmer. Ein wenig im Voraus gebucht kostete mein Einzelzimmer mit Frühstück (großes abwechslungsreiches Buffet, Fotos siehe hier) für die 2 Nächte 100,- Euro. Gebucht hatte ich über das Reisebüro. Je nach Termin kann es auch etwas teurer werden.

Ich habe mich kurz frisch gemacht, mein Gepäck abgeladen und bin wieder los.

Stadtbesichtigung Sibiu 


Das Wetter war traumhaft! Ich habe mich einfach etwas treiben lassen, das Hotel ist total zentral in einer Fußgängerzone, nur einige Meter vom größten Platz der Stadt entfernt.

Sibiu - Stadtzentrum

Sehr sympathisch: Es gibt überall Eis! Und Bäckereien, die aus einer Art Schaufenster in die Straße hinaus verkaufen. Man wählt sich am Fenster aus, was man haben möchte und kauft ein.

Sibiu - Stadtzentrum

Überall in der Innenstadt gibt es mehrsprachige Informationstafeln und Wegweiser. Man findet sich also gut zurecht.

Der Große Ring oder große Platz (auf rumänischen Schildern liest man Piața Mare) war früher Getreidemarkt, seit dem 16. Jahrhundert ist er das Zentrum der Stadt. Er ist 142 Meter lang und 93 Meter breit, die Südseite des Platzes ist zum architektonischen Denkmal erklärt worden. Mein Foto zeigt das Rathaus und die katholische Kirche. Am Wochenende war ein mittelalterlicher Markt geplant, man sah bereits, wie dafür aufgebaut wurde. Daher habe ich keine Fotos vom leeren Platz.

Sibiu - Großer Ring (Piața Mare)

Die römisch-katholische "Heilige Dreifaltigkeit" Pfarrkirche wurde 1726-1733 erbaut. Ihr von außen vergleichsweise unaufdringlicher Barockstil fügt sich gut in die Gebäude des Großen Rings ein. 

Sibiu - katholische Pfarrkirche

Nach der Reformation wurden die vormals katholischen Kirchen evangelisch. Ab 1691 zogen österreichische kaiserliche Truppen in Hermannstadt ein, mitsamt katholischen Militärgeistlichen. Mit der Zeit entstand eine kleine katholische Kirchengemeinde, und einige Zeit später wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Anfangs gab es innen keine Wandmalereien, auch die Fenster hatten nur farblose Scheiben. Im Laufe der Jahrhunderte wurden farbenfrohe Kirchenfenster eingebaut, auch Fresken wurden gemalt. Es gibt eine Orgel aus dem Jahr 1860. Interessant ist, dass die katholische Gemeinde aus Gläubigen dreier Sprachgruppen besteht. Die Gottesdienste werden daher in drei Sprachen gefeiert.

Sibiu - St. Nepomuk nahe der katholischen Pfarrkirche

Das an die Kirche angebaute ehemalige Jesuitenkolleg dient heute als Pfarrhaus. Im Innenhof des Pfarrhauses steht eine Statue des hl. Nepomuk, die ursprünglich vor der Kirche auf dem Großen Ring stand und 1948 von den kommunistischen Machthabern entfernt wurde. Der Innenhof hat mir gefallen; wie man sieht, ist das Gebäude bewohnt. Man konnte auch einen Treppenabgang in Richtung Keller hinunterschauen.

Ich habe kurz im daneben liegenden Supermarkt etwas eingekauft (u.a. eine 1,5 Liter Flasche Wasser) und bin zurück ins Hotel, um die Einkäufe abzuladen und um danach in die andere Richtung, also nach Süden, weiter zu gehen. Praktisch, dass mein Hotel so zentral lag. Das hier ist ein Foto vom Hotelgebäude.

Sibiu - Hotel Imparatul Romanilor Römischer Kaiser von außen

Die Fußgängerzone war belebt. Sehr viele Einheimische, es war ja mitten in der Woche.

An Touristen sind mir in Sibiu vor allem zwei Arten aufgefallen: Ältere meist deutsch sprechende im Rentenalter, die z.T. Gruppenreisen unternahmen, teils nur Stadt, teils auch Wandertouren. Daneben gab es junge Touristen mit Rucksack, die oft per Interrail in der Stadt waren und in den zahlreichen Hostels übernachteten. Auf dem Hinflug hatte ich junge Sitznachbarn, die nach 2 Tagen Stadt in den Karpaten wandern wollten. Auch neben den Hostels gibt es schöne Bars oder Cafés zum Draußensitzen.

Sibiu - Einkaufsstraße

Hier wieder eine der Bäckereien. Ich finde das wirklich klasse so, und eine Menge Leute haben auch gekauft. Das Haus mit seinem Charme und den schönen Fledermausgauben sowie dem Durchgang in einen bewohnten Hinterhof (davon gibt's viele!) hat mir gut gefallen. Es ist auch direkt an der Fußgängerzone, in der Altstadt.

Sibiu - Straßenszene in der Altstadt

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, draußen zu sitzen, einen Kaffee oder ein Bier zu trinken oder auch ein richtiges Essen zu sich zu nehmen. Die Auswahl ist groß und das meiste sah sehr einladend aus.

Sibiu - Straßenszene in der Altstadt



Am Platz der Einheit (Piaţa Unirii) herrscht geschäftiges Treiben; hier fahren und parken Autos, es gibt Hotels, Banken, Geschäfte. Bis 1919 hieß er Hermannsplatz.

Sibiu - Platz der Einheit (Piaţa Unirii)

Absolut sehenswert ist die alte Festungsmauer mit Wehrtürmen. Das alte Hermannstadt hat es übrigens geschafft, nicht von den Türken eingenommen zu werden. Die Stadt war früher oft Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen.

Sibiu - alte Festungsmauer mit Wehrtürmen

Wenn man auf die Fotos klickt, werden sie größer; aber auch so ist zu erkennen, dass hier am Festungsgraben bzw. auf den Anhöhen eine Menge Bänke aufgestellt sind, die rege genutzt werden. Man sieht Menschen mit Buch oder Zeitung, die lesen, ältere Damen, die miteinander plaudern und junge Liebespaare, die miteinander beschäftigt sind. Alles gute Beschäftigungen für einen Sommerabend in der Stadt. Von der rechten Anhöhe hat man übrigens einen guten Ausblick auf die Neustadt und sieht im Hintergrund Gebirge.

Sibiu - alte Festungsmauer mit Wehrtürmen

Es war langsam schon spät und wurde dunkel; diesen schönen Teil der Festungsmauer mit Turm habe ich leider nicht mehr unverwackelt hingekriegt. Der Thalia-Saal der Staatsphilharmonie (wäre vom Foto unten links) und der imposante Dicke Turm sind noch mehr verwackelt... ;-)

Sibiu - alte Festungsmauer mit Wehrtürmen

Ich bin weiter durch die Gassen und Straßen gestreift. Beeindruckt hat mich die alte Bausubstanz, ganze Straßenzüge mit alten Häusern ohne Baulücken, daneben kleine Gassen, auch mal Innenhöfe oder eine Kirche, Kneipen, Restaurants, Läden, Menschen. Viele Denkmäler oder Sehenswürdigkeiten sind auf Informationstafeln genauer beschrieben, auch auf Deutsch.



Auf dem folgenden Foto noch ein Blick auf den Rathausturm. Wenn man direkt davor steht, ist er schwierig aufs Foto zu kriegen. Der Turm ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Er steht neben einem Gebäude, in dem früher das Rathaus untergebracht war. Der Rathausturm besitzt einen breiten gewölbten Durchgang, der den Großen und den Kleinen Ring verbindet. Man kann auch auf den Turm hoch und von oben die Aussicht genießen.

Sibiu - Zentrum mit Rathausturm

Langsam wurde es schon spät und ich hatte immer noch keinen Hunger... Daher habe ich doch einen Tipp einer Bekannten einer Bekannten (über Facebook kennt man heutzutage ja die halbe Welt!), die oft in Sibiu ist, wahr genommen und bin italienisch essen gegangen, im Max. Der Weg dorthin war auch wieder schön, ich kam am Kleinen Ring vorbei, an der Lügenbrücke und durch die Unterstadt.

Das Zentrum der Unterstadt ist ein dreieckiger Platz mit Namen Dragonerwache. Hier stand früher ein Gebäude mit Stielelementen des Barock und des Klassizismus, das die österreichischen Dragoner beherbergte. 1976 wurde es abgebrochen. Die Strada 9 Mai, die früher Elisabethgasse hieß und die älteste Straße der Stadt ist, kreuzt hier zwei andere Straßen und bildet diesen Platz.



Abendessen im Max Restaurant, Sibiu


Das Max Restaurant ist nicht zu verfehlen, wenn man vom oberen Foto geradeaus (quasi am linken oberen Fotorand entlang) geht. Es findet sich auch auf vielen Reiseberichten und Tipps, scheint also schon seit Jahren einen guten Ruf zu haben. Das Wetter war ja schön, die Terrasse belebt, einschl. Klavier und einem Pianospieler direkt am Eingang. Ich habe auch in das Gebäude gespickt, es stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde liebevoll renoviert. Innen drin in den Gasträumen war es relativ leer (die meisten Gäste saßen draußen), es ist alles sehr großräumig, alt, gewölbemäßig, wunderschön hergerichtet.

Max Restaurant, Sibiu - Außenansicht und Terrasse

Das Max hat auch einen eigenen Weinkeller und wie man hört, lohnt er sich. Also als Tipp: Wein trinken!

Irgendwie war mir heute nach dem vielen Spazierengehen und den Eindrücken eher nach einem süffigen Bier und ich habe mich für ein lokales entschieden: Ciuc gehört zu Heineken, scheint aber eines der beliebteren Biere des Landes zu sein und hat mir gut geschmeckt. Als Vorspeise hatte ich einen Salat, danach war mir nach Pasta und ich entschied mich für die hausgemachte mit Steinpilzen. Die Tagliatelle fatte in casa con funghi porcini e speck enthielten wirklich eine große Menge an Steinpilzen und waren lecker.

Max Restaurant, Sibiu - Tagliatelle fatte in casa con funghi porcini e speck mit Bier

Gut gesättigt und müde bin ich gemütlich - wieder mit einem langen Spaziergang durch die nachts auch sehr schöne und romantische Altstadt - zurück ins Hotel.

Sibiu - Nachtspaziergang am Großen Ring

Dies ist Teil meines Berichts über eine Kurzreise nach Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien mit Wizzair. Allgemeine Informationen dazu und Links zu den anderen Tagen finden sich in Kürze hier.

Kommentare:

  1. Toller Beitrag über Sibiu. HAbe auch vor evtl. dieses JAhr noch dort hinzugehen.

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    1. Dann hoffe ich, dass Dir meine Tipps helfen und Lust darauf machen. Viel Spaß!

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Ich freue mich über Kommentare und einen freundlichen Austausch.

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